Zehn Tipps für großartige Referate und Präsentationen

Tipps fuer grossartige Referate und Praesentationen. It's Time to Inspire.

Wahrscheinlich kommt jeder in seinem Leben mal an den Punkt, an dem er sich vor ein Publikum stellen und diesem etwas über ein bestimmtes Thema präsentieren muss. Gut – wenn man sich dabei auskennt und auch wirklich etwas dazu erzählen kann. Schlecht – wenn man eigentlich gar keine Ahnung davon hat, worum es eigentlich geht. So oder so, nur die wenigsten kommen drumherum. Deshalb ist es ziemlich schlau, sich bereits bevor es soweit ist mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Es geht natürlich ganz klar um: Referate!


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Referate sind oft ein zweischneidiges Schwert: Sind sie gut gemacht, bringen sie sowohl das Publikum als auch den Referenten tatsächlich weiter. Beide Seiten können dabei etwas lernen: das Publikum bekommt spannende Informationen über ein spezielles Thema und der Referent kann seine Präsentations-Skills verbessern. Klassische Win-Win-Situation, oder? Prinzipiell auf jeden Fall! Was ist aber, wenn Referate nicht so richtig gut gelingen? Dann kann ein Seminar nämlich ziemlich schnell zu einer richtigen Tortur werden.

Um das zu verhindern, gibt es natürlich den ein oder anderen Trick, der dir helfen kann, deine Referate nicht zum Albtraum werden zu lassen. Wenn du keine Lust hast, dich tagelang in irgendwelchen Rhetorik-Seminaren zu langweilen, um an die besten Tipps für gelungene Referate zu kommen, haben wir eine gute Nachricht für dich: In diesem Artikel zeigen wir sie dir, die zehn besten Tipps! Sie machen dich vielleicht nicht zum besten Redner aller Zeiten, aber sorgen garantiert dafür, dass deine Vorträge besser sind, als die der Anderen!

1. Halte deine Referate einfach und kurz!

Du hast gerade wahlweise Prezi oder die Funktion zum Animieren von SmartArts in PowerPoint gefunden? Bist du schon aufgeregt, wie es wohl ankommt, wenn die ganze Präsentation sich bei jedem Folienwechsel einmal komplett um die eigene Achse dreht? Cool, zumindest wenn dein Publikum unter 20 ist und sich für das Thema eigentlich sowieso nicht interessiert. Falls dem nicht so ist: Lass es lieber. Manchmal ist Selbstbeherrschung eine Tugend und weniger ist mehr. Spreche und illustriere dein Referat also so komplex wie nötig, aber auch so einfach wie möglich. Ein kurzes, aber präzises Referat ist viel mehr wert, als ein Vortrag, der zwar eine Stunde dauert, aber sein Publikum mit Eindrücken erschlägt.

2. Mach es deinem Publikum leicht, dir zu folgen!

Wir kennen das doch alle: hin und wieder lässt die Konzentration mal nach und das Zuhören beim Referat fällt sichtlich schwer. Sei es, weil man einfach mal wieder viel zu spät ins Bett gegangen ist oder weil Facebook doch signifikant interessanter sein kann als … Finanzmathematik. Klopft dann das schlechte Gewissen an und man versucht dem Referat wieder zu lauschen, gibt es nichts Schlimmeres, als wenn man keinen Anschluss mehr findet. Mach es deinen Zuhörern bei deinem Referat also einfach:

  • Wiederhole zentrale Punkte
  • Fasse am Ende eines Kapitels das Wichtigste nochmal zusammen
  • Verdeutliche, wo du gerade bist und wo die Reise hingeht
  • Frage zwischendurch immer mal nach, ob dein Publikum dir bisher folgen konnte

3. Hab Interesse an deinem Thema!

Okay, es gibt wirklich langweilige Themen – oder zumindest solche, bei denen es wirklich schwerfällt, sich zu motivieren. Trotzdem muss es einer machen und auch solche Themen präsentieren. Dabei kann ein Referat in ebendiesen Themen sogar Vorteile mit sich bringen:

  • Die wenigsten werden sich damit schon lang und breit auseinandergesetzt haben: die Klugscheißergefahr sinkt
  • Du kommst aus deiner Komfortzone heraus und lernst etwas, was dich sonst vielleicht nie erreicht hätte
  • Dozenten wissen es meist zu schätzen, wenn du ein Referat hältst, was niemand außer dir haben wollte: mit etwas Wohlwollen deines Dozenten berücksichtigt er das auch in der Notenvergabe

Als Referent ist es einfach deine Aufgabe, deinen Zuhörern zu vermitteln, dass das, was du da in deinem Referat erzählst, auch relevant ist. Immerhin willst du, dass sie dir zuhören. Es wird jedoch schwer andere von deinem Thema zu begeistern, wenn du dich selbst nicht mal dafür begeistern kannst. Versuche daher dich mit deinem Thema bewusst auseinanderzusetzen und zumindest etwas Interesse zu entwickeln. Wenn du genau dieses Interesse deinem Publikum verkaufen kannst, hast du schon halb gewonnen.

4. Interessiere dich für dein Publikum!

Im Idealfall hast du Lust auf dein Referat und darauf es zu präsentieren. Wenn dem so ist, achtest du automatisch auf dein Publikum und darauf, ob es dir zuhört. Realistischerweise wird es aber auch Situationen geben, in denen dir nichts egaler sein könnte, als ob dein Publikum sich für das was du da erzählst interessiert. Die ECTS-Punkte gibt es ja schließlich so oder so. Diese Haltung kann man haben, sollte man aber definitiv nicht ausstrahlen.  Dein Referat wirkt schnell unprofessionell, wenn du die Fakten ohne Interaktion einfach nur runterratterst.

  • Interagiere daher mit deinem Publikum
  • Reagiere auf Unverständnis bei deinen Zuhörern
  • Schaue den Menschen in die Augen und lächle auch mal

Ein Zuhörer, der sich als Individuum angesprochen fühlt, wird dir nämlich auch mal den ein oder anderen Fehler in deinem Referat verzeihen.

5. Überlege dir eine ordentliche Einleitung für deine Referate!

Jedes Thema – wirklich jedes – wird interessant, wenn es in einen interessanten Rahmen gepackt wird. Wusstest du zum Beispiel, dass die Zahl derer, die beim Angeln aus dem Boot fallen und ertrinken mit der Heiratshäufigkeit in Kentucky fast perfekt korreliert? Nein? Ich auch nicht. Aber die Story wäre doch ein witziger Aufhänger, um über den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation zu referieren. Oder aber um über die Effekte der Ehe auf die Psyche zu sprechen. Über was auch immer du dein Referat hältst:

  • Mach es interessant, z.B. durch Graphiken oder spannende Zahlen
  • Bleib relevant: Auch deine Beispiele sollten sich thematisch auf dein Referat beziehen
  • Sei unterhaltsam: Wenn es dein Inhalt nicht hergibt, versuche wenigstens durch die Art und Weise deiner Präsentation für Auflockerung zu sorgen

6. Erzähle Geschichten mit deinen Referaten!

Storytelling ist mehr als nur ein lustiges Marketing-Buzzword. Wenn du kannst, erzähle deinem Publikum eine Geschichte, die dein Thema zusammenhält. Damit schaffst du es, deine Zuhörer neugierig auf dein Referat zu machen und emotional anzusprechen. Durch diesen persönlichen Bezug weiß dein Publikum auch noch nach deinem Vortrag, worüber du gesprochen hast. Verwende dafür

  • Metaphern: die sorgen für die Visualisierung deiner Worte und kurbeln das Mitdenken an
  • Anekdoten: um dein Referat aufzulockern und einen persönlichen Touch zu verleihen
  • Erfahrungsberichte oder einen interessanten Beispielfall: damit gibst du deinen Zuhörern gedankliche Anstöße für die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema

Bist du dir immer noch unsicher, wie das Storytelling in einem echten Referat aussehen kann? Vielleicht hast du ja schon einmal einen TED-Talk gesehen. Falls nein, mach es jetzt! Falls doch, nimm dir ein Vorbild daran!

7. Werde zum Folien- und Handout-Pedanten!

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie sich ein Referat aus Dozentensicht anfühlt? Im schlimmsten Fall hörst du dasselbe Thema, das du drei Jahre lang im Studium und drei Jahre in der Promotion behandelt hast, nun zum x-ten Mal im Seminar. Und das von einer Gruppe Drittsemester, die sich freut, dass sie den entsprechenden Wikipedia-Artikel gefunden hat. Was meinst du, was von diesem Referat wohl bei dir hängen bliebe? Genau – wie die Präsentation aussah und ob das Handout in Ordnung war. Es gibt heutzutage eigentlich keine Ausrede mehr für abweichende Schriftarten, seltsam verpixelte Hintergründe oder ein uneinheitliches Quellenverzeichnis. Nimm deine Präsentation also ernst und

  • Baue schöne Folien: achte auf Einheitlichkeit, Verständlichkeit und darauf, sie nicht zu überladen
  • Gestalte ansprechende Handouts: Fasse die wichtigsten Punkte nochmals auf ihnen zusammen und halte dich dabei an die Gliederung deines Referates
  • Überarbeite deine Präsentation: sowohl mündlich als auch schriftlich solltest du darauf achten, keine Fehler in Ausdruck, Rechtschreibung oder Design zu machen

8. TEAM heißt nicht Toll Ein Anderer Machts!

In der Geschichte der Uniaufgaben bekommen Gruppenarbeiten – besonders Gruppen-Referate – einen ganz besonderen Platz in der Hölle. Die haben nämlich wahrscheinlich noch nie reibungslos funktioniert. Die Vorteile liegen zwar auf der Hand:

  • hohe Effizienz, da nicht jeder alles machen muss, aber am Ende trotzdem alles hat (theoretisch!)
  • keine Zeitverschwendung, indem 5 verschiedene Leute über das gleiche Thema ein Referat halten
  • Dozenten können schneller Noten geben, da sie nur eine statt meist mehrere Präsentationen bewerten müssen (eigentlich!)

Meistens endet das Ganze dann aber doch in:

  • Dopplungen, weil natürlich vorher keine Zeit war, sich untereinander abzusprechen
  • abweichenden Folien, weil mal wieder jeder sein eigenes Layout verwendet
  • extremer Zeitnot, weil der Typ, der die Einleitung machen sollte, spontan in den Urlaub gefahren ist
  • Nervenzusammenbrüchen der Person, die nachher alles „zusammenwerfen“ muss

Was also tun? Entweder man setzt sich wirklich als Team zusammen und erarbeitet das Referat gemeinsam oder man professionalisiert das obenstehende Verfahren und spricht sich wirklich ab. Das ist eigentlich auch gar nicht so schwer:

  • Einigt euch auf einen einheitlichen Zitationsstil oder verwendet gleich ordentliche Literaturverwaltungssoftware
  • Erstellt ganz am Anfang eine Folien- und Handoutvorlage
  • Tauscht ab und zu eure Zwischenstände aus
  • Sprecht miteinander – wozu gibt es WhatsApp, Facebook und Co.

9. Lerne bei deinen Referaten frei zu sprechen!

Frei zu sprechen ist eine Kunst für sich, vor allem, wenn man den Vortrag eigentlich erst in der Nacht vorher fertigbekommen hat. Das Problem ist halt aber: Wenn du deine Präsentation vorliest, geht der Mehrwert deines Referates verloren. Die wenigsten Menschen sind bereit oder fähig, einer tatsächlichen Vorlesung für längere Zeit zu folgen. Was also tun? Frei zu sprechen ist Übungssache und hat viel damit zu tun, sich einfach zu trauen. Im Englischen gibt es den schönen Begriff „to wing it“, was so viel bedeutet wie „sich etwas aus dem Hut zu zaubern“. Hat man einmal gelernt, wirklich frei vor Gruppen zu sprechen, kann man genau das jederzeit tun – eine mehr als nur wertvolle Fähigkeit.

Mein Tipp: Entwöhne dich Schritt für Schritt von den Hilfsmitteln oder verwende zumindest unsichtbare Hilfsmittel. Anstelle von Karteikarten kannst du wunderbar die „Präsentationsfunktion“ in PowerPoint verwenden. Als „Zeitwächter“ kannst du hingegen auf die vibrierende Präsentationsfernbedienung zurückgreifen.

10. Überzeuge mit Struktur in deinen Referaten!

Ein gutes Referat folgt immer einer inneren Logik, die für die Zuhörer auch ersichtlich ist. Dabei gibt es viele Wege nach Rom. Wichtig ist nur, während des gesamten Referates konsistent zu bleiben und einen Stil von Anfang bis Ende durchzuziehen.

  • Baue dein Referat anhand von Leitfragen auf: so stellst du sicher, dass es einen roten Faden gibt
  • Erkläre alles an einem einzelnen konkreten Fall: auf diesen solltest du dann aber auch immer wieder zurückgreifen oder
  • Verwende die klassische Unterteilung in Kapitel und Unterkapitel: ordne dafür deine Inhalte von allgemein (Kapitel) zu speziell (Unterkapitel)

Wofür auch immer du dich entscheidest: Überlege dir eine Gliederung für dein Referat, der du folgen kannst. Jede Information und jede Folie in deinem Vortrag sollte eine Beziehung zu deiner Gliederung haben. Hat sie das nicht, ist sie entweder unwichtig oder du musst die grundlegende Struktur deines Referates nochmal überdenken.

Bonustipp:

Jetzt bist du für dein nächstes Referat gewappnet und weißt, worauf es für eine erfolgreichen Präsentation ankommt. Da du neben Referaten und Präsentationen aber wahrscheinlich auch mit Klausuren konfrontiert bist, haben wir ein Tool für dich entwickelt, mit dem du dich optimal auf deine Klausuren vorbereiten kannst:

Falls du noch mehr zum Thema „Präsentationen“ lernen willst, schau dir auf jeden Fall auch unsere anderen Artikel der Reihe „Alles für die perfekte Präsentation“ an:

Dieser Artikel gehört zur Reihe „Alles für die perfekte Präsentation“.

Teil 1: Die perfekte Präsentation: Slide-Deck-Checkliste

Teil 2: Präsentationstechniken

Teil 3: Minimalistisch präsentieren – Die Takahashi Methode

Teil 4: 10 Merkmale einer richtig guten Präsentation

Teil 5: Zehn Tipps für großartige Referate und Präsentationen

Teil 6: Zehn Ideen für den Einstieg in ein gelungenes Referat

Teil 7: Fünf Tipps für die Fragerunde nach der Präsentation

Teil 8: Gruppenarbeiten in der Uni überstehen

Mehr?  Die 5 besten Lernstrategien, mit denen deine Klausurvorbereitung ein Klacks wird