Wie wird man eigentlich (wissenschaftliche) Hilfskraft?

Die meisten wissenschaftlichen Karrieren fangen mit einer Stelle als Hilfskraft (manchmal auch Hiwi genannt) an. Hilfskräfte, mehr zu unterschiedlichen Arten gleich, sind zwar in der akademischen ‚Nahrungskette‘ ganz unten, aber unverzichtbar für den Hochschulbetrieb.

Als Hilfskraft unterstützt man die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei ihrer Forschung und übernimmt wichtige Aufgaben, die dazu beitragen, dass das Leben an der Universität läuft. Abgesehen von einer halbwegs lukrativen Bezahlung ist die Tätigkeit als Hilfskraft auch insbesondere deswegen so interessant, weil man früh – meistens noch während des Studiums – einen Blick hinter die Kulissen bekommt. Das ist insbesondere dann wichtig oder zumindest vorteilhaft, wenn man noch länger an der Universität bleiben möchte – zum Beispiel für eine Promotion.


StudybeesPlus für WiWis

Wie immer gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern. In quasi allen Fällen wird aber zwischen drei Typen von Hilfskräften unterschieden:

  • Studentische Hilfskräfte (Studierende ohne Abschluss; in vielen Bundesländern als SHK abgekürzt)
  • Teilgeprüfte wissenschaftliche Hilfskräfte (Studierende mit einem ersten akademischen Abschluss (BA); in vielen Bundesländern als WHB abgekürzt)
  • Wissenschaftliche Hilfskräfte (Wissenschaftliches Personal mit einem akademischen (MA) Abschluss; in vielen Bundesländern als WHK abgekürzt)

Mit den unterschiedlichen Positionen geht üblicherweise nicht nur ein steigendes Gehalt, sondern auch eine wachsende Verantwortung einher. Während SHKs meistens mit ‚einfachen‘ Aufgaben betreut werden, sind WHBs und WHKs meistens aktiv in die Forschung eingebunden.

Eine besondere Rolle nehmen Tutoren und Tutorinnen ein. Diese Studierenden, die Übungen und Tutorien anleiten, werden oft als Hilfskräfte eingestellt, üben aber natürlich eine ganz andere Tätigkeit aus.

Drei Wege um Hilfskraft zu werden

Hilfskraftstellen, auf allen Levels, sind sehr beliebt und oft hart umkämpft. Die halbwegs gute Bezahlung, die ‚Sonderstellung‘ innerhalb der eigenen Hochschule und die Möglichkeit, eine engere Beziehung zu den Lehrenden aufzubauen ist für viele sehr reizvoll.

Die meisten Hilfskraftstellen werden – auch wenn sie eigentlich immer ausgeschrieben werden müssen – über einen der folgenden drei Wege besetzt:

Du stichst in den Lehrveranstaltungen besonders positiv hervor

Der direkteste Weg um an eine Hilfskraftstelle zu kommen, ist auch der schwierigste. Du musst es schaffen, in deinen Lehrveranstaltungen, Seminare eigenen sich besonder gut, positiv aufzufallen. In den meisten Fällen werden Hilfskraftstellen sehr schnell besetzt und die wenigstens haben Lust, sich durch hunderte Bewerbungen zu kämpfen.

Dementsprechend ist es nicht unüblich, dass auf besonders gute, nicht nur im Sinne der Noten, Studierende zugegangen wird. Wenn du weißt, dass du ein gutes Standing mit deinen Lehrenden hast, kann es auch nicht schaden, aktiv anzumerken, dass du auf der Suche nach einer Tätigkeit innerhalb der Hochschule bist.

Du bekommst eine kurzfristige Anstellung in einem Projekt oder für eine Veranstaltung

Oft werden Hilfskräfte, sehr kurzfristig, für einzelne Veranstaltungen und Projekte gesucht. Für große Konferenzen werden zum Beispiel immer wieder Hilfskräfte eingestellt, die dann nur für ein paar Wochen aushelfen sollen. Wenngleich dies keine ‚Traumstellen‘ sind, so bieten sie eine perfekte Gelegenheit um zu zeigen, was du kannst. Das ist inbesondere deshalb spannend, weil der Bewerbungsprozess für diese Kurzzeitstellen meistens weniger anspruchsvoll und selektiv ist, als für reguläre Stellen. Höre dich also immer mal wieder um, ob für irgendwelche Projekte (freiwillige) Hilfskräfte gesucht werden.

Der reguläre Weg über die Ausschreibung

Der reguläre Weg läuft über Ausschreibungen. Nahezu alle Stellen an Hochschulen müssen öffentlich ausgeschrieben werden. Du kannst dich dann ganz normal bewerben und wirst hoffentlich nach einem Vorstellungsgespräch auch übernommen. Neben fachlichen Kompetenzen geht es hierbei insbesondere auch darum, dass du zeigst, dass du den Sprung vom Studierenden zur Hilfskraft machen kannst. Das ist wichtig, denn Hilfskräfte sind zwar oft auch studierende, übernehmen aber verantwortungsvolle Aufgaben, die eigentlich eine Ebene höher anzusiedeln wären.

Falls das alles nicht hilft, gibt es noch einen unorthodoxen Weg: Du kannst dich natürlich auch direkt bei einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler freiwillig melden. Natürlich ist es fragwürdig, ob man umsonst arbeiten sollte, aber manchmal ist ein erster Fuß in der Tür alles, was man braucht.

Welchen Weg du auch gehst, ganz viel Erfolg dabei, eine tolle Hilfskraft zu werden!

Mehr?  Was ist eigentlich ein Literaturverzeichnis?