der perfekte Lebenslauf

Wer studiert, erträumt sich meist ein großes Abenteuer als Karrierepfad. Doch ein erfolgreiches Studium abzuschließen ist nur die erste Hürde, die dem perfekten Lebenslauf im Weg steht. Denn nach beendeter Lehre beginnt für den Großteil der Absolventen erst der eigentliche Stress. Die Jobsuche steht an und wie man das ja heutzutage inzwischen gewohnt ist, ist es gar nicht mal so einfach, ohne Umschweife direkt vom theorielastigen Studium in das praktische Arbeitsleben einzusteigen. Unzählige Bewerber auf einzelne Stellen machen es nahezu unmöglich, sich eine Branche mit sicheren Karrierechancen auszusuchen. Da lohnt es sich, als Bewerber aus der Menge herauszustechen. Und das geht ausgezeichnet, indem man seine Bewerbungsunterlagen auf Hochglanz bringt. Und nicht im wörtlichen Sinne. Denn da die meisten Bewerbungen heute online erfolgen, muss man sich eher selten Gedanken darum machen, ob die Mappe mit allen wichtigen Unterlagen auch glänzend schwarz ist.

Doch wie geht das denn nun eigentlich? Essentieller Bestandteil einer gelungenen Bewerbung ist der perfekte Lebenslauf. Wer sich um einen Posten bewirbt und dabei keinen Lebenslauf mitschickt, kann sich sicher sein, dass er in diesem Rennen ausgeschieden ist. Da ein Lebenslauf dem Arbeitgeber einen ersten Überblick über das Leben des vorliegenden Bewerbers gibt, sollte dabei alles möglichst stimmig sein. Ein schlampig aussehender Lebenslauf impliziert schließlich schon, dass der Arbeitsstil des Bewerbers zu wünschen übrig lässt. Aber wie schindet man einen guten Eindruck auf einem Blatt Papier? Unsere HR-Praktis Sara und Katrin haben im Laufe ihrer Zeit hier so einiges an Bewerbungsunterlagen gesichtet und unserer Redaktion verraten, was ihnen dabei positiv aufgefallen ist und wovon sie abraten würden. Mit ihrer Hilfe haben wir sieben Tricks und Kniffe zusammengestellt, die es beim Lebenslauf Erstellen zu beachten gilt. So gelingt die nächste Bewerbung gewiss!

1. Das Foto

Beim Bewerbungsfoto scheiden sich ein wenig die Geister. Obwohl offiziell nicht nach einem Foto auf Bewerbungen gefragt werden darf, da dies unter Datenschutz fällt, ist es in Deutschland Gang und Gäbe, sich mit einem Foto auf dem Lebenslauf zu bewerben. Tatsächlich legen rund 80% der Personaler Wert darauf, da sie sich so einen besseren Gesamteindruck vom vorliegenden Kandidaten verschaffen können. Auch unsere Praktikantinnen finden Bewerbungen mit Foto ansprechender. Sei die gesamte Bewerbung generell schon gut, würde ein nettes und ansprechendes Foto das Ganze noch abrunden, so Katrin. Dabei kommt es vor allen Dingen darauf an, dass das Bewerbungsbild aktuell ist. Wer noch ein Foto vom letzten Schulpraktikum zu Hause herumliegen hat, sollte das nicht auf einen Lebenslauf hinzufügen, der ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann. Der perfekte Lebenslauf sollte ein Foto vorweisen, auf dem man ungefähr noch so aussieht wie die Person, die beim in naher Zukunft liegenden Bewerbungsgespräch auftauchen wird.

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Weiterhin kommt es bei dem Foto auf die richtige Kleidung, den Hintergrund und das persönliche Auftreten an. Meist genügt ein schlichtes, etwas eleganteres Kleidungsstück, um den Bewerber professionell und freundlich erscheinen zu lassen. Natürlich kann das Ganze je nach Jobbranche und Unternehmen variieren. Bänker legen größeren Wert auf ein ordentliches Erscheinungsbild als die Personaler einer Kunstakademie. Kleiner Tipp: Viele Firmen haben Bilder von Angestellten oder ihren Gründern auf der Webseite – wer bezüglich der Kleiderwahl Unsicherheit geplagt ist, kann sich dort inspirieren lassen. Groß geschrieben wird in jedem Fall Natürlichkeit. Sowohl die Haltung, der Gesichtsausdruck, als auch der Hintergrund sollten sanft und freundlich rüber kommen. Aufregende Farben lenken eher ab, als dass sie den Bewerber gut in den Vordergrund rücken.

Wer die Idee des Bewerbungsfotos unsympathisch findet, sollte über eine Bewerbung im Ausland nachdenken. In Ländern wie der USA, Kanada und Großbritannien kommt der perfekte Lebenslauf auch ohne Foto aus.

2. Wichtige persönliche Informationen

Es mag vielleicht überflüssig klingen, dies zu erwähnen, dennoch scheint es unerlässlich für den perfekten Lebenslauf. Beiden unserer Praktikantinnen sind einige Lebensläufe untergekommen, denen die grundlegenden Informationen zur Person fehlten. Deshalb nun hier alle Angaben, die unbedingt in den ersten Abschnitt eines Lebenslaufs gehören:

  • Name
  • Anschrift
  • Eine Telefonnummer, unter der man in der Regel zu erreichen ist
  • E-Mail Adresse
  • Geburtsdatum

Und das war’s auch schon. Gar nicht mal so kompliziert. Das Geburtsdatum muss zwar offiziell nicht mehr angegeben werden, dennoch hilft es Arbeitgebern zu wissen, ob der Bewerber plant, in den nächsten fünf Jahren in Rente zu gehen oder ob er noch eine steile Karriere innerhalb des Unternehmens anstreben könnte. Die Grundschule, der Beruf der Eltern und die Geschwister dürfen inzwischen ebenfalls unter den Tisch fallen. Grämt euch nicht, ich hatte es auch jahrelang drin stehen. Dass mich überhaupt jemand eingestellt hat, grenzt an ein Wunder.

3. Die Sprache

Obwohl es eigentlich logisch sein sollte, sollte sich die Sprache der Bewerbung und des Lebenslaufs immer an der der Ausschreibung orientieren. Wer auf eine deutsche Stellenausschreibung mit Englisch antwortet, zeigt zwar, dass er Fremdsprachenkenntnisse besitzt, stellt allerdings in Frage, ob er die Prioritäten und Anforderungen der Ausschreibung tatsächlich verstanden hat. Unternehmen, die nicht international ausgerichtet sind, können möglicherweise wenig mit jemandem anfangen, der sich nur auf Englisch unterhalten kann. Ist dagegen schon die Stellenausschreibung auf Englisch, ist das eine klare Aufforderung an den Arbeitnehmer, sein Englisch in Anschreiben und Lebenslauf unter Beweis zu stellen. Um sich viel Arbeit und Zeit zu sparen ist es also ratsam, vorher zu überprüfen, auf welche Position man sich bewirbt und welche sprachlichen Anforderungen man dafür erfüllen sollte.

4. Das Aussehen

Wichtig finden unsere Praktikantinnen, dass der perfekte Lebenslauf neben seinem Inhalt auch optisch positiv auffällt. Das kann sowohl durch eine sehr gute Struktur, als auch durch eine kreative und moderne Gestaltung sein. Nichts spricht dagegen, einen Lebenslauf klassisch und schlicht zu halten, solange er ordentlich und übersichtlich die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen wiedergibt. Niemand, der sich mit Bewerbungen auseinandersetzt, hat großartig Zeit und Lust sich aus einem unübersichtlichen Haufen Gebrabbel die nötigen Informationen über den Bewerber herauszufiltern. Wie gesagt, weg mit dem Grundschulabschluss. Dass um den niemand drum rum gekommen ist, der schon einmal eine Masterarbeit verfasst hat, wird man sich gerade so noch denken können.

der perfekte Lebenslauf

Es gilt, die wichtigsten Informationen zur Person, Ausbildung, beruflichen Laufbahn und Kenntnisse und Fähigkeiten so kompakt und einfach ersichtlich wie möglich zu präsentieren. Das Kreativitätslevel der Gestaltung ist dabei natürlich jedem selbst überlassen. Kleine Anmerkung unserer Experten-Praktikantinnen: Optisch aufregende Lebensläufe bleiben häufig besser im Gedächtnis hängen als schlichte. Es kommt allerdings auch hier darauf an, in welcher Branche man sich befindet. Wer sich als Grafikdesigner bewirbt, kann mit einem aufwendig gestalteten Lebenslauf die Entscheidung des Personalers vielleicht eher beeinflussen als jemand, der sich als Mathe und Chemie Lehrer bewirbt.

5. Relevanz der Angaben

Nach den Punkten zwei und vier kommt das jetzt vielleicht nicht ganz überraschend. Trotzdem ist es wichtig noch einmal zu betonen, dass in einem knapp gehaltenen Lebenslauf nur die notwendigen Informationen über das Können des Bewerbers aufgelistet sein sollten. Es gilt also, die Spreu vom Weizen zu trennen und sich von irrelevanten Hobbys und Fähigkeiten zu verabschieden. Ob in der achten Klasse mal Gitarre gespielt wurde, ist vermutlich den meisten Arbeitgebern relativ schnuppe. Ist jemand jedoch seit Jahren als Messdiener tätig und übernimmt die Betreuung verschiedener Jugendgruppen, zeigt das durchaus, dass gewisse Führungsqualitäten vorhanden sind.

Gleiches gilt für die Berufslaufbahn. Wer neben dem Studium gelegentlich auf Festivals Bier zapft, sollte das vielleicht unter dem Marketing Praktikum der letzten Semesterferien gekonnt wegfallen lassen. Abhängig von dem Beruf, der ausgeübt werden soll, haben verschiedene Erfahrungen einen unterschiedlichen Wert auf dem Resumé. Wichtig ist es also, die Ausschreibung genau zu lesen und zu wissen, was gefordert wird. Und dann wird aussortiert, damit der perfekte Lebenslauf den zukünftigen Arbeitgeber beeindrucken kann.

6. Chronologisch oder antichronologisch?

Früher (als ja bekanntlich alles noch viel besser war) war der perfekte Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge. Heute sieht das jedoch etwas anders aus. Nicht, dass es falsch wäre, seinen Lebenslauf chronologisch darzustellen. Aber es geht eben auch anders. Was im englischsprachigen Raum schon lange Brauch ist, hat sich inzwischen auch in Deutschland etabliert. Durch eine antichronologische Darstellung des beruflichen Werdegangs stehen die jüngsten Erfahrungen des Bewerbers an oberster Stelle und fallen dem Mitarbeiter der Personalabteilung sofort ins Auge. Der Fokus liegt dabei auf den aktuellen Qualifikationen und zeigt, an welche Position der vorliegende Arbeiter anknüpfen möchte. Der Einstieg ins Berufsleben ist hierbei eher unwichtig, was aber gar nicht schlimm ist, da man sich mit einem neuen Beruf ja bekanntlich vor- und nicht zurückentwickeln will.

Ein chronologischer Lebenslauf dagegen kann vor allen Dingen bei jungen Arbeitnehmern, die frisch auf dem Arbeitsmarkt sind, seine Vorteile haben. Da die berufliche Entwicklung hier meist noch recht klein ist, werden durch einen chronologischen Ablauf die wenigen wichtigen Schritte, wie zum Beispiel der Uni Abschluss oder Praktika, übersichtlich dargestellt. Auch wer gerade arbeitslos ist, hat so den Vorteil, dass die berufsvorbereitenden Schritte ganz oben stehen, während die aktuelle Arbeitslosigkeit nicht direkt ins Auge springt. Beide Darstellungsweisen haben somit Vorzüge, wichtig ist in jedem Fall, dass eine strikte Reihenfolge eingehalten wird. Ordnung und Übersicht sind bei dem perfekten Lebenslauf eben tatsächlich schon die halbe Miete.

7. Referenzen

Ein Lebenslauf kann noch so schön aussehen, aber wer keine Nachweise für die angegebenen erbrachten Leistungen liefert, ist leider meist auch raus. Es kann ja schließlich jeder behaupten, dass er mal für Karl Lagerfeld gearbeitet hat. Der perfekte Lebenslauf wird vor allen Dingen dadurch abgerundet, dass die Fähig- und Tätigkeiten von offizieller Seite bestätigt werden können. Wenn vorherige Arbeitgeber oder andere Autoritätspersonen, wie beispielsweise Uni Professoren, bekräftigen, dass der Bewerber eine angenehme Art zu arbeiten hat, erhöht auch das die Chancen, vom möglichen zukünftigen Vorgesetzten zum persönlichen Gespräch eingeladen zu werden. Wichtig beim Bewerben ist also, mit Lebenslauf und Anschreiben gleich alle relevanten Arbeitszeugnisse mit beizufügen. Nicht jede Personalabteilung ist so nett und hakt noch einmal extra nach fehlenden Unterlagen nach. Es kriechen ja schließlich die wenigsten Knochen zum Hund.

Fazit – so geht der perfekte Lebenslauf

Der Lebenslauf steht neben dem Anschreiben im Zentrum einer jeden Bewerbung. Nur wer sich auf Papier gut präsentieren kann, bekommt die Chance, sich anschließend auch im realen Gespräch zu beweisen. Es ist also äußerst wichtig, den eigenen Lebenslauf regelmäßig zu aktualisieren und auch ein Auge auf aktuelle Trends und Entwicklungen zu haben. Gerade als junge Person sollte man bei solchen Dingen eben auf dem Laufenden sein, damit man Interesse bei Unternehmen weckt. Denn deren Auswahlverfahren sind streng. Daher gilt es, den perfekten Lebenslauf so ordentlich und übersichtlich wie möglich zu gestalten. Dann glänzen zumindest auf dem Papier schon mal die eigenen Fähigkeiten und Leistungen von ganz alleine.

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „Bewerbungshacks“.

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Teil 1: Bewerbungshack #1 – Wie sieht der perfekte Lebenslauf aus?

Teil 2: Bewerbungshack #2 – Das richtige Anschreiben

Teil 3: Bewerbungshack #3 – Die fünf Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Teil 4: Bewerbungshack #4 – Das Skype Gespräch

Teil 5: Bewerbungshack #5 – Das zweite Vorstellungsgespräch

Teil 6: Bewerbungshack #6 – Wie schreibt man ein Motivationsschreiben?

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