Wie du tote Zeit zum Leben erweckst

Titelbild: Tote Zeit besser nutzen

Ein Studium kostet Zeit. Viel Zeit. Hat man dann auch noch einen Nebenjob, oder den wahnwitzigen Anspruch, ein ernstzunehmendes Sozialleben zu führen, so wird es manchmal wirklich eng. Man kann dem Problem auf verschiedene Art und Weise begegnen: Systematisch weniger schlafen, einfach weniger Dinge erledigen, oder vielleicht ein komplexes Zeitmanagement-System einführen. Während alle drei Lösungen, vor allem die Letzte, funktionieren können, sind sie doch allesamt irgendwie unangenehm oder zumindest anstrengend.


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Mehr Zeit ohne zusätzlichen Aufwand

Eine Möglichkeit, mit relativ überschaubarem Aufwand an mehr Zeit zu kommen, besteht darin, die ganze ‚tote Zeit‘, die ein Tag so mit sich bringt, effektiv zu nutzen. Diese ‚tote Zeit‘ nimmt einen erstaunlichen Teil unseres Tages ein. Wir sitzen im Bus oder in der Bahn, wir warten an der Kasse im Supermarkt, wir strampeln im Fitnessstudio und wir stehen schlicht unter der Dusche. Diese Liste könnte man nun beliebig lange fortführen! Aber was haben all diese Dinge gemeinsam? Während man natürlich nicht wirklich ‚Nichts‘ tut, so bieten all diese Situationen Gelegenheit um etwas geschafft zu bekommen.

Mal ganz konkret

Im Bus, in der Bahn oder sogar im Flugzeug kann man sich zum Beispiel hervorragend den 20 unbeantworteten E-Mails widmen, die man dringend noch beantworten muss. Alternativ überfliegt man jeden Tag auf dem Weg zur Uni einen kurzen Artikel und macht sich die Semesterliteratur zum Kinderspiel. Ähnliches gilt, wenn man zu Fuß unterwegs ist: Du solltest dringend mal wieder deine Eltern anrufen? Jetzt ist deine Chance! Wenn man etwas multitasking-begabt ist, kann man es sogar schaffen, sicher durch die Stadt zu gehen während man nebenbei auf dem Smartphone etwas liest, Karteikarten büffelt, oder eine Serie schaut – ob man das möchte, ist die andere Frage.

In der Schlange an der Kasse oder in der Mensa kann man ebenfalls wunderbar ein paar Karteikarten durchgehen, die Nachrichten checken oder sich einen Überblick über anstehende Termine verschaffen. Du könntest dir natürlich auch deine Lernzusammenfassung in dein Handy einsprechen und dir während des Einkaufens ein bisschen Wiederholung gönnen.

Während des Sports kann man sich natürlich auch mit Inhalt beschallen. Warum nicht die Stunde auf dem Ergometer nutzen und dafür am Abend weniger tun zu müssen? Bist du kein Fan von Audioaufnahmen, kannst du dir deinen Lernstoff auch einfach traditionell auf Papier mitnehmen, an das Gerät kleben, und hin und wieder einen Blick darauf werfen.

Zuhause lässt es sich natürlich auch wunderbar passiv lernen. Du könntest dir zum Beispiel von außen ein Blatt Papier mit den wichtigsten Formeln für die nächste Klausur an die Dusche kleben. Oder deine Küche mit Post-Its in einer Fremdsprache versehen, die du gerade lernst. Lernposter, auch wenn sie ein bisschen an die fünfte Klasse erinnern, sind auch eine gute Idee! Man glaubt gar nicht, wie oft man einfach nur so dasitzt und ‚in die Gegend‘ schaut. Du musst nur aufpassen, dass deine Mitbewohner am Ende nicht mehr wissen, als du selbst.

Entspannter an die Sache rangehen

Von der Praxis zurück zur Theorie: Möchte man den eigenen Tag etwas besser planen und ‚tote‘ Zeiten identifizieren, lohnt es sich, in kürzeren Zeiteinheiten zu denken. Unbewusst unterteilen die meisten Menschen ihren Tag in relativ große Abschnitte – zum Beispiel in Stunden. Dann passiert Folgendes: Man hat nur noch eine dreiviertel Stunde zum nächsten Termin und verabschiedet sich gedanklich schon davon, in dieser Zeit noch etwas geschafft zu bekommen – anzufangen lohnt sich wegen 45 Minuten ja sowieso nicht. Denkt man den eigenen Tag in 15 oder 30 Minuten Abschnitten, ergeben sich plötzlich sowohl Freiräume als auch Möglichkeiten zum Arbeiten.

Bei der ganzen Geschichte sollte man aber natürlich niemals vergessen, dass auch eine Pause effektiv sein kann. Hat man den Anspruch, jede freie Minute zu nutzen, so entsteht nur noch mehr Stress, als sowieso schon da war. Der Königsweg, wie so oft, liegt also in der Mitte: Man sollte seine Zeit, vor allem die ‚tote Zeit‘, bewusst nutzen und nicht einfach an sich vorbeistreichen lassen – das heißt aber auch, dass man hin und wieder auch ganz bewusst einfach nur aus dem Fenster eines Zuges schauen darf.

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