Müdigkeit

Wer kennt das nicht? Du sitzt in der Vorlesung und versuchst ja zumindest dem Professor da vorne zuzuhören, aber dein Körper macht das einfach nicht mit. Du gähnst, die Augen fallen immer wieder zu, dein Kinn sackt nach vorne auf die Brust – in der Vorlesung wach zu bleiben ist manchmal einfach nicht leicht. Der durchschnittliche Student würde in solchen Momenten vermutlich zu einem Kaffee oder anderen Koffein-Helferlein greifen. Doch was, wenn man diese einfach nicht mag? Wie überlebt man das Studentenleben ohne den cremig-bitteren Geschmack von Kaffee auf der Zunge? Wir stellen dir 10 Tipps vor, mit denen du Müdigkeit auch ohne Koffein bekämpfen kannst.

1. Kälte

Obwohl das im gut geheizten Hörsaal vermutlich weniger einfach zu bewältigen ist, ist kühle Luft ein echter Wachmacher. Da Wärme schläfrig macht und das Müdigkeitsgefühl, dass du Montagsmorgens um 8 Uhr einfach nicht abschütteln kannst, noch verstärkt, solltest du dich am besten in die Nähe von einem offenen Fenster setzen. Frieren macht den Körper munter. Auch wenn das nach einer weniger verlockenden Vorlesungszeit klingt, wirst du am Ende dankbar sein, dass du es tatsächlich gepackt hast, zuzuhören.

Ist der Hörsaal fensterlos, hilft es, kurz auszutreten und dir auf der Toilette kaltes Wasser über die Hände und Handgelenke laufen zu lassen. So wie kalte Luft regt auch kühles Wasser deinen Kreislauf und Herzschlag an. So kannst du wach und aufmerksam in die Vorlesung zurückkehren.

2. Frischluft

Wer wenig schläft und sich wenig bewegt, wird müde. Und da Studenten ja ein wandelndes Exempel dieses Lebensstils sind, ist die Müdigkeit hier vorprogrammiert. Da hilft es, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft einzulegen – zum Beispiel vom einen Hörsaal in den nächsten. Auch bei scheinbar nie endenden Bib-Sessions ist ein kurzer Spaziergang die perfekte Abwechslung für den trägen Studentenkörper. Auch wenn du gerade von einer kurzen Essenspause zurückkehrst, ist es ratsam, einen kurzen Verdauungsspaziergang einzulegen. Hast du Angst, dadurch kostbare Studienzeit zu verschwenden, sei beruhigt: Würdest du sofort an deinen Arbeitsplatz in der Bib zurückkehren und weiterarbeiten wollen, würde das auf Essen folgende Verdauungstief dich sowieso davon abhalten. Ebenso wie kalte Luft aktiviert Bewegung den Kreislauf und führt dazu, dass der Körper Endorphine ausschüttet – und das hält deinen Geist wach. So führt draußen sein und Sonne tanken dazu, dass du frisch und erholt zu deiner Arbeit zurückkehren kannst.

3. Essen

Essen löst ja fast alle Probleme – so auch das mit der Müdigkeit! Allerdings kommt das ganz darauf an, was genau du zu dir nimmst. Zuckrige Snacks solltest du lieber vermeiden, da Zucker nur kurzfristige Energie liefert und dein Körper danach nach immer mehr Nachschub verlangen wird. Stattdessen greifst du lieber auf gesunde Knabbereien zurück, wie frisches Obst und Gemüse. Auch das enthält Zucker und liefert Energie, die dein Körper länger speichern kann als die des kurzen Zuckergenusses.

Da Kauen allein auch schon ausreicht, um dich wach zu machen, musst du dich sogar nicht einmal pausenlos mit Essen zustopfen. Ein simpler Kaugummi genügt auch, um deinen Herzschlag zu erhöhen und somit dafür zu sorgen, dass mehr Blut in dein Gehirn fließt. Vor allem Minze hat hierbei Vorteile: Minz-Geschmack stimuliert nämlich die Nervenfasern und hat dadurch den gleichen Effekt wie kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen. Somit ist Kaugummi kauen die perfekte Wachmacher-Alternative für figurbewusste Studenten. Aber Vorsicht: Zu viel Kaugummi kann abführend wirken – und es gibt sicher keinen Studenten, der die kurze Zeit in der die Bib geöffnet hat auf dem Klo verbringen möchte 🙂

gemuese

4. Musik

Du hast es sicher selbst schon oft gemerkt: Sobald du eine Playlist mit deinem Lieblingsliedern anmachst, ist deine Stimmung um einiges besser. Das nützt auch bei Müdigkeit: Musik macht munter, regt die Sinne an und produziert Glückshormone in deinem Körper. Das Gute daran: Dank Kopfhörer kannst du dich mit Musik überall wachhalten, egal ob auf dem Weg zur Uni, in der stillen Bib oder in der lauten Kantine.

5. Wasser

Was deine Oma dir womöglich schon dein ganzes Leben vorhält, bewahrheitet sich mal wieder. Viel trinken ist wichtig. Es schafft sogar Abhilfe bei Müdigkeit. Denn dein Körper braucht Wasser, um zu funktionieren. Zudem kurbelt Wasser trinken den Stoffwechsel an und erfrischt deinen von Müdigkeit geschwächten Körper. Auch hier ist der positive Effekt von Kälte wieder besonders positiv zu vermerken: Kaltes Wasser mit Zitrone oder Eiswürfel lutschen sorgt für einen besonderen Frischekick.

6. Lachen

Lachen ist die beste Medizin. Und auch bei Müdigkeit macht Lachen wieder munter. Ein fröhlicher Körper schüttet Endorphine aus, was wiederum dafür sorgt, dass Stresshormone abgebaut werden und der Sauerstoffaustausch im Gehirn angeregt wird. Daher hilft Fröhlichkeit, Denkblockaden zu lösen und Kreativität anzuregen. Kommst du vor lauter Müdigkeit also gar nicht mehr voran, schnapp dir einen Kommilitonen und unterhaltet euch gegenseitig – schon seid ihr wieder wach.

7. Atemübungen

Willst du deinem müden Körper etwas Gutes tun, versorge ihn mit mehr Sauerstoff. Das geht ganz einfach durch Atemübungen, die besonders effektiv an der frischen Luft sind, aber zur Not auch im stickigen Hörsaal oder zwischen staubigen Bibliotheksbüchern klappen. Halte dich aufrecht und entspanne deine Schultern. Durch tiefes Ein- und Ausatmen erhöhst du die Sauerstoffzufuhr für deinen Körper und treibst somit die Müdigkeit aus deinen Zellen.

8. Gehirnjogging

Ähnlich gut wie Bewegung an der frischen Luft macht auch geistige Bewegung deinen Körper fitter. Mach eine kurze Denkpause und löse Sudoku, Kreuzworträtsel und Co. Perfekt für Hausarbeit-Schreib-Pausen und dröge Vorlesungen. Durch die kurze anspruchsvolle Abwechslung für deinen Geist regst du dein Gehirn wieder zum Denken an, während du ihm gleichzeitig etwas Entspannung von (möglicherweise) weniger spannenden Uni-Themen bietest.

9. Powernapping

Es ist in den letzten Jahren fast zu einem Trend geworden – und auch müden Studenten ist das kurze Nickerchen nur wärmstens zu empfehlen. Da du dafür nicht mal unbedingt ein Bett brauchst, sondern dich auch bequem im Schreibtischstuhl zurücklehnen oder den Kopf auf die Tischplatte senken kannst, ist der Powernap die ideale Möglichkeit, Schläfrigkeit auch an der Uni zu bekämpfen. Der zehn- bis 20-minütige Schlaf, der dir dabei hilft, das frühe Nachmittagstief zu bekämpfen, ist sehr einfach zu bewerkstelligen: Suche dir einen ruhigen Ort, stelle einen Wecker und mach deine Augen zu. Nach spätestens 20 Minuten wird wieder aufgestanden – ob du geschlafen hast oder nicht, ist dabei irrelevant. Auch kurzes Entspannen mit geschlossenen Augen hilft deinem Körper, sich wieder munterer zu fühlen.

10. Ausschlafen

Was zwar sehr banal und widersprüchlich klingen mag (welcher Student hat schließlich schon Zeit zum Ausschlafen!?) ist eigentlich der beste Tipp von allen. Mindestens einmal die Woche solltest du darauf achten, dass du genügend Schlaf abbekommst. Und damit meine ich nicht, den gesamten Samstag im Bett zu verbringen und gar nichts zu tun. Versuche lieber, einen gleichmäßigen Schlafrhythmus zu entwickeln, sodass dein Körper sich nachts optimal erholen kann. Ist das der Fall, solltest du weder Koffein noch andere Helfer zum morgendlichen Wachwerden benötigen. Und klappt das mal ab und an nicht, hilft ein kleines Nickerchen am Nachmittag, verlorenen Schlaf wieder aufzuholen 🙂

Fazit – Im Kampf gegen die Müdigkeit!

Für den von Müdigkeit geplagten Studenten gibt es viele Kniffe, mit denen du dich schnell und einfach wieder fit machen kannst – auch ohne Koffein. Ob das allerdings auf Dauer wirksam ist, bleibt dir selbst zu entscheiden. Sich ab und an eine erholsame Nachtruhe zu gönnen, schadet auch gestressten Studierenden nicht.

Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe „Nie wieder müde“:

Teil 1: Koffein-Helfer – So wirst du wach!

Teil 2: Wie bekämpft man Müdigkeit ohne Koffein?

Teil 3: Quiz – Du bist müde? Welcher Wachmacher passt zu dir?

Teil 4: Schlafen? Ich kann mir Kaffee leisten!

Teil 5: Besser schlafen: Die 5 besten Schlafhacks