Lust auf ein Auslandsstudium?

Südkorea

Es wird immer beliebter: das Auslandsstudium. Für viele deutsche Studenten ist es ein Muss, mindestens ein Semester an einer Uni im Ausland studiert zu haben. Einige deutsche Unis zählen es bereits ins Pflichtprogramm für ihre angebotenen Studiengänge. Auch sehen es heutzutage oft Arbeitgeber gerne, wenn Bewerber Erfahrungen im Ausland vorweisen können. Viele Länder sind bekannt für ihr gutes Bildungssystem und ihre exzellenten Universitäten. Es bringt also viele Vorteile mit sich, ein Studium im Ausland zu absolvieren. Wem ein Semester dabei nicht reicht, der kann sich auch für ein Vollzeitstudium an einer ausländischen Hochschule bewerben. Was es hierbei zu beachten gilt und wie man sich effizient auf ein Auslandsstudium vorbereitet, das erfährst Du hier!

Vor dem Auslandsstudium

In den meisten Fällen ist ein Auslandsstudium nicht gerade in zwei Tagen geplant. Damit es dennoch nicht zu stressig wird, haben wir hier einige nützliche Informationen zusammengestellt, die Dir bei der Vorbereitung helfen können.

Musst Du eine Sprachprüfung machen?

Wer nicht gerade ins deutschsprachige Ausland gehen möchte, muss damit rechnen, dass er gewisse Sprachkenntnisse für das Auslandsstudium vorweisen muss. Manchen Unis reicht dafür einfach die Tatsache, dass Du in der Lage bist, den Vorlesungen folgen zu können. An anderen Unis musst Du allerdings mit gewissen Sprach-Zertifikaten vorweisen, dass Du ein gewisses Sprachlevel besitzt. Für den englischsprachigen Raum gibt es beispielsweise den Test of English as a Foreign Language (TOEFL) oder den International English Language System (IELTS) Test. Diese kannst Du beide als Vorbereitung für Dein Auslandsstudium in Deutschland ablegen, damit Du das Testergebnis zu Beginn Deiner Bewerbung bereits vorliegen hast. So kannst Du es gleich beifügen, sollte die Universität einen Nachweis verlangen. Auch andere Länder, wie beispielsweise Frankreich, Spanien, Portugal und China haben verschiedene Programme und Prüfungen, um die Sprachkenntnisse ihrer ausländischen Bewerber zu testen. Die meisten Sprachtests sind allerdings nicht ganz billig, daher lohnt sich eine intensive Vorbereitung.

Geht BAföG auch fürs Auslandsstudium?

Eine Grundsorge für viele Studenten ist Geldknappheit. Wer sich auf den Weg ins Ausland machen möchte, kann sich auf Unterstützung von BAföG Hoffnung machen. Bleibst Du innerhalb der EU oder gehst in die Schweiz, kann die Ausbildung im Ausland komplett gefördert werden und auch außerhalb der EU kann Dein Aufenthalt für ein, im Ausnahmefall sogar zwei Jahre gefördert werden. Dabei muss allerdings ein Mindestaufenthalt von sechs Monaten, also einem Semester, vorgewiesen werden. Glück auch für alle, die in Deutschland kein BAföG erhalten: Da im Ausland das Studium oft mit höheren Kosten verbunden ist, beginnt hier die Förderung auch schon ab einem höheren Einkommen.

Beliebte Länder für das Auslandsstudium

Viele fassen schon lange vor ihrem Auslandsaufenthalt ihre perfekte Uni ins Auge und arbeiten fleißig darauf hin, dort angenommen zu werden. Doch was wenn Du noch gar nicht weißt, wo Du hin willst? In welchen Ländern studiert es sich gut? Damit Du nicht lange suchen musst, haben wir die Lieblingsländer der Deutschen für Dich zusammengestellt.

Österreich

Das beliebteste Land fürs Auslandsstudium ist unser kleiner Nachbar im Süden. Eine Sprachbarriere gibt es, außer bei den Ur-Einwohnern mit üblem Dialekt, keine. Hochschulgebühren sind, ähnlich wie in Deutschland, minimal. Klar also, dass es viele junge Deutschen, die auf der Suche nach Abenteuer sind, nach Österreich zieht. Auch das Hochschulsystem ähnelt dem deutschen, vor allzu großer Veränderung muss sich also niemand fürchten. Besonders Skihasen lockt die Nähe der Alpen, und wer in seiner freien Zeit noch gerne Europa erkunden möchte, hat in dem kleinen gemütlichen Land auch schnelle und einfache Verbindungen nach Ost-, Süd- und West-Europa. Besonders beliebt unter Studenten ist natürlich Wien, aber auch Graz, Salzburg und Innsbruck stehen weit oben auf der Beliebtheitsskala. Einen kleinen Dämpfer gibt es dennoch: Lebenshaltungskosten sind in Österreich etwas höher als in Deutschland, besonders wer in Wien wohnen möchte, sollte frühzeitig mit dem Sparen beginnen.

Niederlande

Holländische Hochschulen zeichnen sich besonders durch ihre hohen Studienqualität aus: Alle 13 gehören dank moderner Ausstattung und praxisorientiertem Lernen zu den 200 besten Unis der Welt. Es gibt keinen Numerus Clausus, aber die hochschulinternen Aufnahmeverfahren können komplizierter sein, als man das in Deutschland gewöhnt ist. So gehört beispielsweise ein Motivationsschreiben bei den meisten Studiengängen mit zur Bewerbung. Sorge um die Sprache muss man sich nicht machen: Viele Studiengänge werden auf Englisch, einige sogar auf Deutsch angeboten. Auch das Land an sich ist sehr schön: Ob Tulpen, Windmühlen oder endlos mit dem Fahrrad durchs Grüne fahren, für unschöne Landschaften ist Holland eigentlich nicht bekannt. Kleines Minus: In den Niederlande betragen die Studiengebühren momentan 2.060€ im Jahr und auch Lebenshaltungskosten sind höher als in Deutschland. Zudem gibt es wenig Studentenwohnheime und privat eine Wohnung finden kann viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen.

Schweiz

Auch die Schweiz glänzt mit hervorragenden Unis, von denen ein Abschluss sich sicherlich gut auf jedermanns Lebenslauf machen würde. Besonders Zürich hat sich als Studentenstadt etabliert. Doch auch das Studium in der Schweiz winkt mit großen anfallenden Kosten: Bis zu knapp 4.000€ kann man in bestimmten Kantonen jährlich für sein Studium hinblättern und auch zum Leben ist die Schweiz das teuerste Land Europas. Noch dazu kommt der Wechselkurs: Schweizer Franken sind gegenüber dem Euro sehr viel hochwertiger, was armen deutschen Studenten natürlich einen Nachteil schafft. Dennoch ist die Schweiz ein wunderschönes Land, das vor allem in Sachen Natur und Kultur einiges zu bieten hat. Auch die vorhandene Sprachvielfalt ist ein großer Pluspunkt – man kann auf Deutsch, Französisch, Italienisch und auch Englisch studieren.

Großbritannien

Vor allem Oxford und Cambridge sind wohl weltweit als Elite-Unis bekannt – das Studium in England hat einen international anerkannten Ruf, der auch mit der Verbesserung der persönlichen Sprachfähigkeiten lockt. Auch sind Engländer für ihr wildes Nachtleben und ihre Kultur bekannt – ob Queen, Tea Time oder trockener Humor, in Großbritannien wird einem einiges geboten. Doch der Preis für den Spaß kann sich sehen lassen: In England zahlt man für einen Bachelor-Studiengang 9.000 Pfund im Jahr, für Master-Studiengänge sogar noch mehr. Relativ „günstig“ dagegen ist Schottland: Hier beträgt die jährliche Gebühr nur 1.820 Pfund. Auch Immobilienpreise und sonstige Lebenshaltungskosten zwingen zum tief in die Tasche greifen. Trotzdem kann man auf den altehrwürdigen Unis der Insel viel erleben, Harry-Potter-Gefühl inklusive!

USA

Kein anderes Land hat vermutlich so viele verschiedene Facetten wie die USA. Wer sich für ein Studium über den großen Teich begibt, kann seine Uni-Erfahrung mit unzähligen Erlebnissen und Reisen verknüpfen. Gerade darum sind die Vereinigten Staaten ein beliebtes Ziel, wenn es ums Auslandsstudium geht. Doch besonders außerhalb Europas muss man seinen Aufenthalt vorweg planen: Sowohl Finanzierung als auch Visum stellen ein großes Hindernis dar, das intensive Vorbereitung benötigt. Mal eben spontan in den Flieger setzen und bei der Traum-Uni anfangen ist hier nicht drin. Doch die Unis in den USA sind durchaus verlockend – kein anderes Land hat so viele Unis in den Top 100 vertreten wie sie. Und nicht nur deutsche Studenten lockt Nordamerika: Auch in anderen Ländern belegt die USA die obersten Plätze im Auslandsstudium-Ranking. Der kulturelle Austausch ist hier also vorprogrammiert.

Während des Studiums

Wo wohnen?

Es gibt einige verschiedene Wohnoptionen für Dein Auslandsstudium. Du kannst Dir privat eine Wohnung suchen, Dich für einen Platz im Studentenwohnheim bewerben oder bei einer Gastfamilie wohnen. Wie bereits erwähnt, sind die Lebenshaltungskosten in vielen Ländern deutlich höher als in Deutschland und so sind auch Immobilienpreise nicht sonderlich erschwinglich – wer jedoch das nötige Cash locker in der Tasche hat, hat den Vorteil eines privaten Rückzugraums, wenn die neue Welt draußen mal zu viel wird. Land und Leute lernst Du so natürlich nicht so einfach kennen. So musst Du Dich umso mehr anstrengen, in Deinen Kursen Anschluss zu Mitstudenten zu finden. Die Alternative lautet natürlich WG, dort wäre zumindest der Kontakt zu anderen gesichert und die Miete wahrscheinlich etwas günstiger. Dennoch ist die Wohnungssuche stressig und es lohnt sich, vor Ort zu sein – daher ist das Ganze wohl eher was für Spontane, die auch mal ein paar Tage im Hostel verbringen.

Bei der Gastfamilie?

Dagegen stellt eine Gastfamilie eine recht angenehme Alternative dar. Die meisten verlangen nicht allzu viel Geld und bieten sich Dir im Idealfall als Ersatz-Familie an. Natürlich liegt es auch an Dir, wie sehr Du dich integrieren möchtest. Doch eine Familienanbindung ermöglicht es Dir, in Land und Kultur einzutauchen und auch sprachtechnisch hast Du einen echten Vorteil. Dennoch kann es natürlich auch stressig sein, wenn Du Dich auf eine bevorstehende Prüfung vorbereiten möchtest und im Garten die Kinder tollen. Auch musst Du natürlich die Familienregeln einhalten und es kann auch mal vorkommen, dass man sich durch das Leben in einer Familie als das fünfte Rad am Wagen empfindet.

Oder doch das Studentenwohnheim?

Für viele Studenten gehört das Studentenwohnheim einfach dazu, um richtig ins Studentenleben einzutauchen. Der einfache und geradezu erzwungene Kontakt mit den vielen anderen Studenten, sowohl einheimischen als auch internationalen, führt meist dazu, sehr schnell Anschluss zu finden und beugt so Heimweh und Einsamkeit vor. Auch profitierst Du davon, dass ihr alle die gleichen oder zumindest ähnliche Eindrücke und Erfahrungen macht und Du so sicher bei Problemen immer auf Verständnis und Mitgefühl stößt. Oft liegen die Wohnheimkosten auch etwas unter den landesüblichen Wohnungspreisen und Nebenkosten sind meist auch in die Miete mit einbegriffen. Natürlich kann es auch hier schwer sein, zur Ruhe zu kommen: In jedem Wohnheim gibt es ein paar feierwütige Studenten, die gerne bis nachts um zwei laut Musik hören und feiern. Dennoch sind solche Erfahrungen oft genau die, an die man sich später mit einem Schmunzeln zurückerinnert.

Kannst Du währenddessen arbeiten?

Für viele Studenten ist der erhöhte Kostenaufwand im Ausland Grund genug, sich einen Nebenjob in ihrem temporären Wohnort suchen zu wollen. Doch das ist nicht überall möglich: Besonders in Ländern, für die Du extra ein Visum beantragen musst, ist das mit der Jobsuche eher mau. Meist erlauben die Visa nur den Aufenthalt und das Studium im jeweiligen Land, aber befähigen Dich nicht zur Arbeitsaufnahme. In manchen Ländern darfst Du jedoch mit Deinem Visum auf dem Campus arbeiten, also erkundige Dich bei Deiner Uni ob es irgendwelche Ausschreibungen für Studentenjobs gibt. Innerhalb von Europa sollte die Jobsuche natürlich kein Problem sein. Bedenke jedoch, dass ein Nebenjob Dir zwar mehr Geld verschafft, Du aber weniger Zeit zum Reisen und Land erkunden hast.

Nach dem Studium

Zurück nach Deutschland?

Wer nach dem Abschluss den deutschen Arbeitsmarkt erobern möchte, muss sich nur bedingt Sorgen machen. Obwohl es keine Regel gibt, die besagt, dass ausländische Abschlüsse anerkannt werden müssen, führen die meisten ausländischen Abschlüsse zu denselben Berechtigungen wie deutsche. Dennoch gibt es Berufe, für deren Ausübung es länderspezifische Vorschriften gibt. Wer beispielsweise in Deutschland als Arzt arbeiten möchte, muss erst die Approbation erteilt bekommen. Wenn Du also im Ausland Medizin studiert hast, muss die Gleichwertigkeit deines Abschlusses erst offiziell anerkannt werden. Wird Dein Abschluss nicht als gleichwertig eingestuft, musst Du entweder eine zusätzliche Prüfung ablegen oder an einem speziellen Lehrgang teilnehmen, um Deine Kenntnisse auf den gleichen Stand zu bringen. Für andere Studiengänge gilt es lediglich herauszufinden, ob Dein Hochschulabschluss offiziell zählt. Dabei kann die Datenbank Anabin helfen – dort kannst Du überprüfen, wie Dein ausländischer Hochschulabschluss gewertet wird und welche Hochschulen in Deutschland anerkannt sind.

Auslandsstudium

Fazit

Obwohl das Auslandsstudium einiges an Vorbereitung und Überlegungen benötigt, ist es den ganzen Stress vorher definitiv wert. Bist Du erst einmal an Deiner Uni angekommen und hast Dich in Deinem neuen Umfeld eingelebt, warten viele spannende Abenteuer und Erlebnisse. Diese werden Dich auf Deinem zukünftigen Lebensweg für immer begleiten werden. Ein Auslandsstudium ist in jedem Fall eine tolle Erfahrung, die Dich prägt und wachsen lässt und bei der Du eine neue Seite an Dir entdecken kannst. Deshalb gilt: Unbedingt ausprobieren!