MINT

Kaum jemandem ist der Studienplatz so sicher wie dem Abiturienten, der sich für MINT interessiert. Zulassungsbeschränkungen finden Studienplatzbewerber hier nur selten, denn die Nachfrage für MINT-Absolventen ist groß. Und das Interesse der Studienanfänger, gerade im Vergleich zu anderen Studiengängen, eher gering. Das klingt nach guten Aussichten für alle Schüler, die bereits auf der Schulbank ihre Leidenschaft für Mathe, Chemie, Physik und Co. entdecken. Aber was genau hat es mit diesen so mysteriös klingenden MINT-Studiengängen eigentlich auf sich? Sind sie wirklich so schlimm, wie überall gemunkelt wird? Und was habt ihr in diesen Studiengängen zu erwarten und solltet ihr dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen? Wir haben hier alle wichtigen Infos rund um das Thema MINT-Studiengänge für euch.

Wofür steht MINT?

Die Abkürzung MINT steht für die Initialen der Studienfachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wer nun denkt, dass das recht eintönig klingt, der irrt sich. Es gibt rund 200 verschiedene Fachrichtungen in diesen Disziplinen. MINT-Studiengänge gehören zu den innovativsten ökonomischen Bereichen, daher sind auch Absolventen dieser Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Zahl der MINT-Studierenden derzeit bei ca. 1,1 Millionen liegt. Dennoch mangelt es immer noch an Fachkräften, weshalb es viele Initiativen gibt, die Schüler dazu bewegen möchten, sich für MINT-Studiengänge einzuschreiben. Denn generell zählen naturwissenschaftliche Fächer nach wie vor zu den unbeliebtesten unter Schülern.

Welche MINT-Studiengänge gibt es?

Die Auswahl an MINT-Studiengängen ist, wie bereits erwähnt, riesig und deckt die verschiedensten Bereiche ab. Als traditioneller MINT-Studiengang ist beispielsweise Maschinenbau sehr beliebt. Auch andere Klassiker wie technische Mathematik oder Informatik stehen zum Angebot. Es geht allerdings auch etwas spezieller. So kann man auch weniger bekannte Studiengänge wie Meteorologie, Nachrichten- und Informationstechnik oder Nautik studieren. Zudem gibt es inzwischen zahlreiche Studiengänge, die entweder verschiedene MINT-Bereiche oder sogar MINT-Fächer mit einem anderen Studienfach miteinander verbinden. Solche Studienfächer sind zum Beispiel:

  • Bio-Informatik
  • Medizin-Technik
  • Wirtschafts-Informatik
  • Medien-Informatik

Diese übergreifenden Studiengänge haben den Vorteil, dass sie trotz gleicher Grundlagen wie die anderen Fächer später häufig auf den Anwendungsbereich konzentriert sind. Aber egal welchen naturwissenschaftlich-technischen Bereich ihr spannend findet, in der MINT-Welt werdet ihr auf jeden Fall fündig werden.

Studieninhalt

Natürlich hängt der Studieninhalt größtenteils von dem jeweiligen Fach, das ihr studiert, ab. Trotzdem überschneiden sich viele Themengebiete oder sogar ganze Fachbereiche. So werdet ihr in einem Biologie Studium auch mit Chemie und Physik in Berührung kommen. Noch dazu bildet Mathe die Grundlage für die meisten Studiengänge im MINT-Bereich. Dies könnte besonders für Quereinsteiger zur Herausforderung werden. Denn bezüglich des Fachwissens wird bei den meisten MINT-Fächern Abiturniveau erwartet. Als Quereinsteiger solltet ihr euch also zu Beginn auf viel Nachholarbeit einstellen.

Des Weiteren ist der Stoff in den meisten Studiengängen zunächst recht trocken. In den ersten Semestern müssen schließlich erst einmal die Grundlagen erlernt werden. Da ist Durchhalten angesagt. Glücklicherweise bieten viele Hochschulen Hilfe in schwierigen Zeiten an, beispielsweise durch Tutorien. Die solltet ihr unbedingt aufsuchen, falls euch das am Ball bleiben schwer fallen sollte. Sitzt die Theorie, wartet nämlich in vielen Studiengängen spannende Praxis auf euch! In fortgeschrittenen Semestern dürft ihr dann nämlich selbst in Laboren forschen und experimentieren. Auch lernt ihr dann, wie Ideen, Produkte und Dienstleistungen entstehen und welche Abläufe bei deren Verwirklichung teilhaben. Für MINT-Studiengänge gilt also: viel Durchhaltevermögen zeigen! Es gibt ja nicht umsonst das Sprichwort, dass erst die Arbeit kommt und dann das Vergnügen.

Das solltet ihr mitbringen, um in einem MINT-Studiengang durchzuhalten

Vielleicht seid ihr jetzt schon etwas abgetan bei dem Gedanken an ein MINT-Studium. Sei es, weil ihr schon in der Schule nicht in Mathe glänzt oder Programmieren einfach nicht so euer Ding ist. Um jedoch erst einmal mit dem Klischee aufzuräumen: Für einen MINT-Studiengang müsst ihr nicht unbedingt ein Ass in Mathe, Informatik und Co. sein. Essentieller als Talent und Begabung ist es nämlich, sich für das Ziel begeistern zu können. Und das ist beim Studium nun mal die nachfolgende praktische Tätigkeit, die ihr ausüben möchtet. Auch ist es wichtig, dass ihr bereit seid, fehlendes Wissen mit viel Motivation und Arbeitswillen auszugleichen. Ebenso solltet ihr analytisches Denkvermögen besitzen, sowie sorgfältig und kreativ arbeiten können. Eine weitere Voraussetzung ist die Fähigkeit, wissenschaftlich, exakt und vertieft arbeiten zu können. Wenn ihr euch diese Begabungen zutraut und das Verlangen habt, etwas zum Weltgeschehen beizutragen, dann seid ihr in einem MINT-Studiengang gut aufgehoben.

Klingt gut, aber ihr seid trotzdem noch unsicher? Einige Hochschulen bieten online sogenannte „Self-Assessments“ an. Dadurch könnt ihr für euch persönlich einschätzen, ob ihr euch für einen MINT-Studiengang eignet.

Zukunftsaussichten für MINT-Studierende

Es ist wohl allseits bekannt, dass MINT-Absolventen exzellente Berufsaussichten haben. Denn in einem Technologieland wie Deutschland werden immer Fachkräfte benötigt. Noch dazu herrscht auf dem MINT-Arbeitsmarkt dauerhafter Fachkräftemangel – derzeit fehlen über 300.000 qualifizierte Arbeiter. Dennoch heißt das nicht, dass einfach jeder MINT-Absolvent eingestellt wird. Guten Noten sind trotz hoher Nachfrage immer noch eins der wichtigsten Einstellungskriterien. Auch eine Promovierung bringt Bewerbern Vorteile gegenüber Master-Studenten. Und auch wenn es nicht so scheinen mag, auch Fremdsprachenkenntnisse sind essentiell. Vor allem Englisch steht in vielen MINT-Berufen auf der Tagesordnung: Wer in einer Forschungseinrichtung oder einem international agierenden Unternehmen arbeitet, wird täglich Englisch reden müssen. Daher können Auslandserfahrungen während oder nach dem Studium durchaus von Vorteil bei der Bewerbung sein. Aber auch wer während des Studiums nicht ganz so gute Ergebnisse erzielt hat, kann auf Einstellung hoffen: Es lohnt sich allerdings, sich dabei an kleinere und mittlere Firmen zu halten.

MINT

Trotzdem sind die Aussichten für MINT-Studenten besser als die der Absolventen anderer Studienfachbereiche. MINT-Absolventen finden schneller einen Job und sind öfter unbefristet tätig als andere Akademiker. Hierbei sind besonders Frauen sehr gefragt, da diese leider immer noch seltener MINT-Studiengänge ergreifen als Männer. Auch nicht schlecht: Rund 42 Prozent der Absolventen werden sofort in leitenden Positionen eingestellt. Wer eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Uni anstrebt, hat es dagegen nicht ganz so gut. 88 Prozent der Akademiker haben nur befristete Verträge. Auch bestimmte Fächer, wie beispielsweise Bio-Informatik, haben aufgrund ihrer Spezialisierung weniger Stellenangebote zur Verfügung als vergleichsweise ein normaler Informatiker. Dennoch gibt es unzählige Berufsmöglichkeiten für MINT-Absolventen. Ihr könnt in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel der Unternehmungsberatung, Produktentwicklung oder Forschung tätig sein. Und das Gehalt lockt auch – MINT-Absolventen verdienen 15 Prozent mehr als andere Absolventen. Besonders gut bezahlt wird momentan in der Luftfahrt-, Automobil- und Chemieindustrie. Ebenso in der Maschinenbau- und Energiebranche.

Wieso haben MINT-Studiengänge trotzdem so eine hohe Abbruchsquote?

Die Abbruchsquote bei MINT-Studiengängen ist berühmt-berüchtigt. Über 30 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium in den ersten paar Semestern ab. Das ist die höchste Abbruchquote Deutschlands. Der Grund? Falsche Erwartungen und zu hohe Leistungsanforderungen bewegen viele Studenten dazu, ihre Fachwahl noch einmal zu überdenken. MINT-Studiengänge haben es eben echt in sich. Gerade die Grundlagenfächer gehören in diesen Studiengängen zum schwersten Teil des Studiums. Während in anderen Fachrichtungen das Niveau proportional zur Semesterzahl steigt, steht hier somit das große Leiden gleich am Anfang des Studiums. Und das macht natürlich den wenigsten Studenten Freude. Auch hohe Durchfallquoten machen vielen MINT-Studenten das Leben schwer. Und wer möchte schon gerne neun Semester lang Chemie studieren?

Fazit

Es lässt sich nicht leugnen: Ein MINT-Fach zu studieren ist nicht für jeden was. Aber das trifft vermutlich auf die meisten Studiengänge zu. Dennoch bedeutet ein MINT-Studium harte Arbeit und wenig Freizeit. Statt unzähliger Studentenpartys werdet ihr bei solch einem Studiengang wohl eher eure eigenen vier Wände oder die der Uni-Bibliothek mit eurer Anwesenheit beglücken dürfen. Da sind ein eiserner Wille und Lernfreudigkeit auf jeden Fall von Vorteil. Doch wer das beweist und sich ins Zeug legt, hat Aussichten auf ein erfolgreiches und gut bezahltes Berufsleben voll interessanter Praxis. Denn wie heißt es immer so schön: MINT-Studiengänge sind tatsächlich die Zukunft.

Mathe bringt euch zum Verzweifeln und ihr möchtet im Studium einen ganz weiten Bogen darum machen? Dann schaut doch mal hier vorbei um herauszufinden, welche Studiengänge auch (fast) ohne Mathe auskommen!