Was ist ein Trainee-Programm?

Ihr seid mit der Uni fertig und fragt euch nun, was ihr mit euch und eurem Leben anfangen sollt? Es gibt viele interessante Angebote, aber ihr wisst nicht, was euch Spaß macht?

Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, wie ihr das herausfinden könnt. Ein Trainee-Programm bietet euch einen abwechslungsreichen Berufsalltag, bei dem ihr Unternehmensluft schnuppern könnt, ohne euch auf einen bestimmten Job festzulegen. Was ein Trainee ist, wie das Programm aufgebaut ist und ob ihr dafür in Frage kommt, erfahrt ihr hier!

Worum geht es bei einem Trainee-Programm?

Trainee-Programme sind Ausbildungen für Hochschul-Absolventen. In diesen Einstiegs-Programmen für Unternehmen werden diese zu Fach- und Führungskräften ausgebildet. Das Ganze dauert durchschnittlich zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Die Ausbildung ist dabei mit Absicht firmenspezifisch, sodass nach erfolgreichem Abschluss des Trainee-Programms der Arbeitnehmer eine anschließende Tätigkeit in der Firma übernehmen kann. Das Absolvieren eines Trainee-Programms bringt daher meist sehr gute firmeninterne Aufstiegs- und Weiterentwicklungschancen mit sich.

Wie ist ein Trainee-Programm aufgebaut?

Da es für Trainee-Programme keine gesetzlich festgelegten Richtlinien gibt, kann jedes Unternehmen sein Trainee-Programm nach eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestalten. Generell durchlaufen die meisten Trainees jedoch verschiedene Stationen innerhalb der Firma. So erhalten sie erhalten sie Einblicke in unterschiedliche Fachbereiche, wodurch sie einen guten Überblick über die Zusammenhänge der verschiedenen Abteilungen erhalten. Dadurch lernen sie, bei ihrer späteren Tätigkeit in einem speziellen Fachbereich nicht nur dessen Wohl in Entscheidungen mit einzubeziehen, sondern auch die Folgen für andere Bereiche zu berücksichtigen. Bei ihrem Einsatz in den verschiedenen Abteilungen unterstützen Trainees ihre Kollegen bei deren Tagesgeschäft und übernehmen früh eigene Verantwortung für Aufgaben. Prinzipiell lernt ihr in einem Trainee-Programm sehr viel durch „learning by doing“. Im Gegensatz zu einem klassischen Direkteinstieg erhaltet ihr dabei allerdings dauerhafte Betreuung in Form eines Mentors, des Abteilungsleiters oder der Personalabteilung.


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Das nötige Theoriewissen für euren Beruf eignet ihr euch durch Seminare, Workshops und Coachings an. Häufig gehören auch Aufenthalte im Ausland zu Trainee-Programmen. Das Ziel dieser Art von Ausbildung ist es, euch zu gut ausgebildeten, variabel einsetzbaren Nachwuchskräften auszubilden. Die große Vielfalt an Bereichen, die ihr im Laufe eures Trainee-Daseins kennenlernt, hat zudem den Vorteil, dass ihr für euren anschließenden festen Beruf die Wahl habt. Ihr könnt somit in dem Bereich des Unternehmens arbeiten, der euch am meisten Spaß gemacht hat und für den ihr das größte Talent besitzt.

Welche Anforderungen solltet ihr für ein Trainee-Programm erfüllen?

Je nach Unternehmen, das das Trainee-Programm anbietet, variieren die Anforderungen, die ihr dafür erfüllen müsst. Bei großen Firmen mit renommierten Trainee-Angeboten sind die Ansprüche natürlich höher als bei Kleinunternehmen. Wer sich für solch ein Programm bewirbt, sollte einen hervorragenden Lebenslauf vorweisen können. Dazu gehören beispielsweise ein sehr gut abgeschlossenes Studium, Auslands- und Praxiserfahrungen, sowie Fremdsprachenkenntnisse. Bei kleineren Unternehmen dagegen dürft ihr euch auch ohne eine Eins vor dem Komma Hoffnung auf eine Anstellung machen.

Bis vor kurzem gab es Trainee-Programme vor allem für Wirtschaftswissenschaftler. Inzwischen wird diese Art der Ausbildung aber auch für Ingenieure, Informatiker, Juristen und Geisteswissenschaftler angeboten.

Was ist ein fachspezifisches Trainee-Programm?

Neben dem allgemeinen Trainee, bei dem ihr in jegliche Unternehmensbereiche eingeführt werdet, gibt es inzwischen auch ein fachspezifisches Trainee-Programm. Dieses unterscheidet sich ein klein wenig von dem Klassischen, da ihr dabei in einen bestimmten Unternehmensbereich fest eingebunden seid. Um damit vertraut gemacht zu werden, durchlauft ihr hierfür nur die für den von euch gewählten Fachbereich wichtigen Abteilungen. Somit ist diese Art von Trainee-Programm eine Verbindung vom klassischen Trainee und dem Direkteinstieg. Anders als Berufseinsteiger erfahrt ihr hierbei jedoch intensive Betreuung und nehmt an Seminaren und Netzwerkveranstaltungen teil. Eine Ausbildung als fachspezifischer Trainee eignet sich für Hochschul-Absolventen, die schon genau wissen, welche Fachrichtung sie beruflich einschlagen möchten, da sie sich zum Beispiel schon während des Studiums ähnliche Schwerpunkte gesetzt haben.

Woran erkennt man ein qualifiziertes Trainee-Programm?

Aufgrund der großen Freiheiten, die den Unternehmen in Hinsicht auf ihre Trainee-Programme gelassen werden, gibt es leider qualitative Unterschiede bei den verschiedenen Angeboten. Ein gutes Trainee-Programm lässt sich jedoch meist anhand weniger Merkmale von einem minderwertigen unterscheiden:

  • Job-Rotation: Jeder Trainee sollte im Laufe des Programms verschiedene Bereiche des Unternehmens kennenlernen.
  • Workshops und Schulungen: Auch diese gehören zum Pflichtprogramm für Trainees, da man als Führungskraft auch soziale Kompetenzen besitzen sollte.
  • Betreuung: Ein verantwortungsvolles Unternehmen stellt seinem Trainee immer einen individuellen Mentor zur Seite, der ihn bei seiner Entwicklung unterstützt.
  • Netzwerkveranstaltungen: Diese dienen dem Kennenlernen von anderen Trainees und Mitarbeitern der Firma
  • Faires Gehalt: Im Vergleich zu Direkteinsteigern dürfen Trainees maximal 15 Prozent weniger Gehalt erhalten. Dabei sollte das Einstiegsgehalt nicht unter 2 500 Euro im Monat liegen.
  • Übernahmequote: Eine Firma mit einem guten Trainee-Programm zeichnet sich dadurch aus, dass sie nach Abschluss der Ausbildung ihren Trainees Festanstellungen anbietet.

Bei der Bewerbung für ein Trainee-Programm solltet ihr darauf achten, dass das Unternehmen, bei dem ihr euch bewerbt, diese Punkte erfüllt. Ist das nicht offensichtlich, könnt ihr dies durch gut vorbereitete, gezielte Fragen im Vorstellungsgespräch herausfinden. Zudem lohnt es sich, nach Erfahrungsberichten vorhergehender Trainees zu suchen, um besser einschätzen zu können, was euch erwartet.

Fazit

Wer nach dem Bachelor- oder Master-Abschluss unsicher ist, welche Richtung er beruflich einschlagen möchte, sollte sich Trainee-Programme unbedingt anschauen. Durch die Vielfältigkeit der Ausbildung könnt ihr euch hierbei ein eigenes Bild von euren Stärken und Interessen machen und nebenbei noch eine Menge Fachwissen abstauben.

Ihr habt Lust, euch dafür zu bewerben? Dann solltet ihr euch vielleicht noch einmal unsere Bewerbungstipps durchlesen!

Mehr?  Bewerbungshack #2 - Das richtige Anschreiben