Was genau ist ein Thesenpapier?

Thesenpapier

Es kreuzt den Weg vieler Studenten während ihrer Uni-Laufbahn: das Thesenpapier. Auch dem ein oder anderen von euch mag es durchaus passieren (oder vielleicht ist es sogar schon geschehen?), dass ihr für euer Studium ein Thesenpapier anfertigen müsst. Doch was zunächst einmal kompliziert und nach viel Arbeit klingen mag, ist es eigentlich gar nicht. Ein Thesenpapier ist nichts mehr als eine Stellungnahme zu einem Thema, mit dem ihr euch im Rahmen eines eurer Studienfächer auseinandersetzt. Es ist sowohl für euch selbst, als auch für eure Mitstudenten und Prüfer, ein Hilfsmittel zur Präsentation, da es einfach und überschaubar eure Argumente und Position darstellt. Um das Erstellen eines solchen in Zukunft so einfach wie möglich zu gestalten, zeigen wir euch heute, worauf es beim Schreiben eines Thesenpapiers ankommt und wie ihr damit bei euren Zuhörern punkten könnt.

Wofür braucht man ein Thesenpapier?

Ein Thesenpapier dient als schriftliche Hilfe bei mündlichen Prüfungen und Referaten, kann aber auch einfach zur Anregung einer Diskussion verwendet werden. Dabei übermittelt das Thesenpapier euren Zuhörern das Ergebnis eurer Auseinandersetzung mit dem Thema, das zur Diskussion steht. Anders als ein Handout geht es bei einem Thesenpapier aber nicht darum, weitere Informationen zu eurem Vortrag bereitzustellen, oder diesen gar zusammenzufassen. Es übermittelt seinen Lesern die Positionen und Argumente, die ihr persönlich als relevant empfindet und in eurem Vortrag behandelt. Somit sollte es im Optimalfall die Kommunikation zwischen euch und eurem Publikum anregen. Die von euch vorgetragenen Thesen sollten schließlich diskutierbar sein. Dadurch können eure Zuhörer schon während eures Vortrags festhalten, welche Punkte sie kommentieren möchten und welchen Argumenten sie widersprechen. Ein Thesenpapier ist also auch ein Leitfaden für andere, der eure Position strukturiert darstellt.

Der Aufbau eines Thesenpapiers:

Ein Thesenpapier zeichnet sich durch seine kurze und bündige Darstellung aus. Dabei umfängt es in der Regel zwei, maximal aber drei Seiten. Ein Deckblatt ist hier also überflüssig. Es gibt aber dennoch einige formale Informationen, die ihr in der Kopfzeile angeben solltet:

  • Name
  • Matrikelnummer
  • Die eigene E-Mail Adresse
  • Titel der Veranstaltung
  • Titel des Ausarbeitung
  • Name des Prüfers
  • Datum

Danach leitet ihr das Thesenpapier ein, gebt die Fragestellung wieder und reißt kurz das Thema an. Im Hauptteil nennt ihr möglichst prägnant und am besten durchnummeriert eure Thesen. Zum Schluss schreibt ihr einen abschließenden Kommentar, in dem ihr eure eigene Position deutlich machen könnt oder einfach ein Fazit der verschiedenen Thesen ziehen könnt.


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Die Darstellung der verschiedenen Thesen:

Begründungen und Kommentare sind dabei dazu da, eure Thesen zu untermauern. In ihnen könnt ihr auch auf Quellen und Sekundärliteratur verweisen, oder Statistiken, Belege, Fallmaterial und eigene Erfahrungen mit einbringen. Auch könnt ihr die Kommentare nutzen, um offensichtliche Einwände von vorneherein zu entkräften. Auch das stärkt eure Thesen. Andererseits zeigt das Einbeziehen von Antithesen und Synthesen, dass ihr euch intensiv mit eurem Vortragsthema auseinandergesetzt habt. Gerade Synthesen beweisen, dass ihr die Verknüpfungen und Zusammenhänge der verschiedenen Argumente erkannt habt. Da die Würze jedoch bekanntlich in der Kürze liegt, gilt es bei einer solch detaillierten Stellungnahme besonders darauf zu achten, trotzdem knapp und übersichtlich zu bleiben.

Wie geht man beim Erstellen eines Thesenpapiers vor?

1. Zunächst einmal gilt es, sich darüber klarzuwerden, was ihr in eurem Thesenpapier wiedergebt. Welche Frage findet ihr relevant? Häufig bieten aktuell strittige oder generell kontroverse Themen, die emotionale Reaktionen auslösen, einen guten Ansatz für ein Thesenpapier. Was ist das Problem dabei, welche Positionen gibt es dazu und was ist eure eigene Ansicht? Beschäftigt ihr euch mit eurer eigenen Meinung, der eines anderen Autors oder vergleicht ihr mehrere Positionen miteinander? Handelt es sich nicht um eure eigene Meinung, ist es wichtig, Quellen anzugeben und ein Literaturverzeichnis zu erstellen.

2. Brainstorming: Schreibt alle Thesen auf, die euch zu eurem Thema in den Sinn kommen und versucht, Argumente und Gegenargumente dafür zu finden.

3. Wählt die Thesen aus, die euch überzeugen – zu plausible oder zu komplizierte Erklärungen, die euch selbst nicht wichtig erscheinen, müsst ihr gar nicht erst auflisten. Sie werden wenig Stoff zum Diskutieren liefern.

4. Legt eine sinnige Reihenfolge der Thesen fest – eure Zuhörer müssen schließlich eure Gedankengänge und Argumentation nachvollziehen können. Wichtig ist auch, dass ihr euch pro These nur auf einen überschaubaren Themenaspekt bezieht, um das Ganze so klar wie möglich zu halten. Und Achtung! Schreibt nicht alles auf euer Thesenpapier, um zu verhindern, dass ihr euch selbst eure Präsentation vorweg nehmt. Das Thesenpapier ist kein Handout und nur wer später noch ein paar Asse im Ärmel hat, kann authentisch diskutieren und seine Stellungnahme verteidigen.

5. Überprüft noch einmal, ob die Themen tatsächlich interessant und relevant sind und eure Argumentation Sinn macht.

6. Schreibt einen Schlusskommentar – selbst wenn ihr euch hauptsächlich mit den Meinungen anderer Autoren befasst, gilt es, einen eigenen Standpunkt festzulegen oder zumindest zu zeigen, dass ihr euch differenziert mit deren Ansichten auseinandergesetzt habt. Das Wort „These“ impliziert ja schon, dass ihr mit diesem Papier etwas aussagen möchtet.

Wir bringt ihr das Thesenpapier in euren Vortrag ein?

Am besten ist es, das Thesenpapier zu Beginn des Vortrags gleich auszuteilen, damit es als Orientierungshilfe für eure Zuhörer dienen kann. Ob ihr es auch mündlich gleich zu Beginn der Präsentation als Einstieg verwendet oder es zum Abschluss eures Vortrages als Einleitung einer Diskussionsrunde nutzt, ist euch überlassen. Auch solltet ihr euch nicht davon verunsichern lassen, dass eure Argumente unabänderlich auf dem Blatt feststehen. Ihr dürft euch dennoch gerne von anderen guten Diskussionsbeiträgen überzeugen lassen und eure eigenen Thesen widerrufen.

6. Schreibt einen Schlusskommentar – selbst wenn ihr euch hauptsächlich mit den Meinungen anderer Autoren befasst, gilt es, einen eigenen Standpunkt festzulegen oder zumindest zu zeigen, dass ihr euch differenziert mit deren Ansichten auseinandergesetzt habt. Das Wort „These“ impliziert ja schon, dass ihr mit diesem Papier etwas aussagen möchtet.

Fazit

Wie ihr seht, klingt das Wort Thesenpapier viel mehr nach akademischen Wahnsinn, als es eigentlich ist. Statt einer ellenlangen Ausarbeitung sollte ein Thesenpapier im Grunde recht schnell und simpel sein. Es zeigt, welche Thesen ihr in eurer Präsentation vertretet und mit welchen Ideen ihr euch auseinandergesetzt habt. Im Grunde genommen ist es also auch eine Stütze für euch, da es euch in euren mündlichen Prüfungssituationen auch selbst zur Orientierung dienen kann. So könnt ihr ruhig und gelassen euren Vortrag halten, da euer Thesenpapier euch und anderen als Struktur eures Vortrages vorliegt. Auch wenn es euch ein bisschen zusätzliche Arbeit bereitet, sollte euch das Schreiben eures Thesenpapiers bereits für die Vorbereitung eures eigentlichen Vortrags eine nützliche Grundlage bilden. Wenn ihr das nächste Mal dabei seid, wenn sich andere Studenten über Thesenpapiere unterhalten, müsst ihr also keineswegs verzweifeln! Oft klingen Dinge nun mal viel schlimmer, als sie eigentlich sind.

Solltet ihr doch Angst und Stress im Studium erleben, können wir euch auch dazu ein paar Tipps geben!

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