Worum handelt es sich bei einem Selbststudium?

Selbststudium

Seit Jahren wird Studieren immer beliebter. Zahlreiche junge Menschen zieht es an die Uni, um ihre Chancen auf eine spätere Einstellung und gutes Gehalt zu erhöhen. Doch man muss nicht unbedingt den Hörsaalssitz drücken, um später Chancen auf ein tolles Arbeitsleben zu haben. Denn es gibt auch andere, weniger zeitintensive Arten zu studieren. So zum Beispiel das Selbststudium. Worum es sich dabei handelt und wie das Ganze abläuft, das erfahrt ihr hier!


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Was ist ein Selbststudium?

Das Selbststudium eignet sich vor allem für Menschen, die, nachdem sie bereits eine berufliche Tätigkeit auszuüben angefangen haben, sich weiterbilden und eine zusätzliche Qualifikation erwerben möchten. Anders als das normale Regelstudium an der Uni, kann man ein Selbststudium unabhängig von Zeit und Ort abschließen. Die einzige Ausnahme hierzu bilden Prüfungen, bei denen man körperlich anwesend sein muss und die an bestimmten Orten absolviert werden müssen. Bei einem Selbststudium müssen sich die Teilnehmer das gesamte Wissen, das sie für das Abschließen ihres Studiums benötigen, selbst aneignen. Es gibt somit keine Seminare oder Vorlesungen, in denen der notwendige Stoff erklärt wird.

Ebenso gibt es keine festen Abgabetermine und Fristen, die man einhalten muss. Trotzdem lohnt es sich, das Studium so schnell wie möglich zu beenden, da es mit einem gewissen Kostenaufwand verbunden ist. Aufgrund der hohen Flexibilität lohnt sich das Selbststudium besonders für Hausfrauen und –männer, die sich in ihrer Freizeit gerne weiterbilden möchten, sowie für Berufstätige, die sich neben dem Ausüben ihrer Arbeit weiterqualifizieren wollen.

Der Aufbau eines Selbststudiums

Wie sich an dem Namen „Selbststudium“ unschwer erkennen lässt, ist man bei dieser Art von Studium größtenteils auf sich alleine gestellt. So muss man sich selbst organisieren und eigenständig die nötigen Materialien, Bücher und Unterlagen für das Aneignen des vorausgesetzten Fachwissens besorgen. Auch diese unterscheiden sich ein wenig von den Materialien, die man aus einem Vollzeitstudium kennt. So gibt es neben Fachbüchern auch Lernbriefe, Lernhefte, CDs, Reader und DVDs zur Veranschaulichung des Wissens. Zusätzlich findet man bei einem Selbststudium recht wenig Unterstützung. Zwar kann man sich auf Foren mit anderen Selbststudenten austauschen. Wer allerdings etwas nicht versteht, muss sich eigenverantwortlich um Nachhilfe und Tutoren kümmern.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um ein Selbststudium zu absolvieren?

Offizielle Voraussetzungen für ein Selbststudium gibt es nur sehr wenige. So verlangen nicht einmal alle Akademien, über die man ein Selbststudium abschließen kann, die Hochschulreife für das Einschreiben. Manche setzen allerdings ein bis zwei Jahre Berufserfahrung voraus. Handelt es sich um einen englischsprachigen Studiengang, wird häufig ein Sprachkenntnisnachweis wie beispielsweise TOEFL oder IELTS, verlangt. Generell bietet ein Selbststudium aufgrund seiner kaum vorhandenen Zulassungsvoraussetzungen jedoch fast jedem Menschen eine Chance auf Weiterbildung.

Auf einem persönlichen Level dagegen gibt es ein paar Eigenschaften, die zum erfolgreichen Durchziehen eines Selbststudiums von Vorteil sein können. Zunächst sollte man ein Interesse für das Fach, das man studiert, mitbringen. So motiviert man sich selbst, am Ball zu bleiben. Dafür benötigt man ebenso ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Denn wer ein Selbststudium angeht, muss sich aktiv dafür einsetzen, sein Wissen zu vergrößern. Geschenkt wird den Studenten bei dieser Art von Wissensaneignung nämlich nichts. Außerdem ist es hilfreich, gut im Zeitmanagement zu sein. Da die meisten Menschen, die zum Selbststudium greifen, nebenbei andere Tätigkeiten ausführen, sollten diese die Fähigkeit haben, ihre verschiedenen Prioritäten miteinander zu vereinen und jeder Aufgabe genügend Zeit zu widmen.

Wie bleibt man bei so viel Eigeninitiative motiviert?

Bei all der Disziplin, die man für ein Selbststudium benötigt, kann es auch dem ehrgeizigsten Studenten passieren, dass er mal einen Durchhänger erlebt. Daher haben wir einige Tipps, wie man trotzdem motiviert bleiben kann:

  • Arbeitsplan erstellen: Wer vorher eine klare Struktur für das Studium aufschreibt und sich genügend Zeit für die verschiedenen Themen und Aufgaben einplant, dem fällt es meist leichter, sich tatsächlich an die vorgegebene Zeiteinteilung zu halten. So hat man auch den eigenen Fortschritt stets im Überblick.
  • Realistische Ziele setzen: Gerade wer das Selbststudium neben einem ohnehin schon stressigen Alltagsleben einplant, darf sich selbst nicht zu hohe Erwartungen setzen. Nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag genügt auch mal eine kleine Lerneinheit, um geistiger Überforderung vorzubeugen.
  • Standhaft bleiben: Wer zu Hause lernt, ist leicht dazu geneigt, sich mit einfachen Ausreden vom Lernen abzuhalten. Egal ob Großputz oder Einkaufen, jeder von uns hat schon einmal mit irgendeinem simplen Vorwand das Lernen ins Ungewisse aufgeschoben. Daher hilft es, sich die richtige Umgebung für das Selbststudium zu schaffen. Dazu gehört beispielsweise ein aufgeräumter Schreibtisch, auf dem keine unnützen und ablenkenden Gegenstände herumliegen. Wem das trotzdem nicht hilft, der kann sich eine lokale Bibliothek oder ein ruhiges Café zum Studieren suchen.
  • Kontakt zu Mitstudierenden: Auch wenn man beim Selbststudium auf sich allein gestellt ist, kann wenigstens mentale Unterstützung weiterhelfen. Besonders online finden sich Gleichgesinnte, die mit aufbauenden Worten und Rat zur Seite stehen können.
  • Fehlende Motivation: Da hilft nur eins – Themawechsel. Wenn das Thema, an dem man arbeitet, so gar nicht in den Kopf geht, dann sollte man es zunächst lieber ganz sein lassen. Besser ist es, sich erst einmal einem anderen Aufgabenfeld zu widmen und dann später auf das andere Thema zurückzukommen. Die Hauptsache ist, dass man nicht generell aufgibt. Solange man weiterlernt, ist die Reihenfolge der Themen nicht so wichtig.

Vorteile eines Selbststudiums

Ein klarer Vorteil des Selbststudiums ist dessen Flexibilität. Man muss weder den Wohnort wechseln, noch sich an Regelstudienzeiten orientieren. Wer von zu Hause aus studiert, kann sich selbst einteilen, wie lange er für das Abschließen des Studiums benötigt. Natürlich fallen bei längerer Studienzeit aber auch höhere Kosten an. Rein theoretisch kann man allerdings neben dem Selbststudium auch die Welt bereisen. Solange man regelmäßig Internetanschluss hat, ist es ganz egal, wo man sich aufhält.

Auch die große Verfügbarkeit von Wissen kann zu den Vorteilen eines Selbststudiums gezählt werden. Da es zahlreiche Kurse gibt, die auch Nicht-Abiturienten zur Verfügung stehen, können viel mehr Menschen die Möglichkeit ergreifen, sich weiterzubilden, als das über ein normales Hochschul-Studium der Fall wäre. Das heißt allerdings nicht, dass die Nicht-Abiturienten-Kurse einfacher sind.

Ebenso von Vorteil ist, dass ein erfolgreich abgeschlossenes Selbststudium sehr gut bei Arbeitgebern ankommt. Es zeigt diesen nämlich, dass man Motivation hat und den Willen, sich weiterzubilden. So steigert man durch ein Selbststudium auch seine Chancen auf Anstellung.

Gibt es Alternativen?

Wem ein Selbststudium dann doch zu viel Eigenverantwortung ist, für den gibt es auch ein paar etwas weniger eigenverantwortliche Alternativen, die (fast) ebenso viel Flexibilität erlauben wie das Selbststudium.

Das Fernstudium

Ein Fernstudium ist so ähnlich wie ein Selbststudium, unterscheidet sich davon aber in einigen Punkten. Anders als beim Selbststudium bekommt man für den Verlauf des Fernstudiums einen Betreuer zugeordnet und kann sich über Foren der Hochschulen jederzeit mit anderen Studierenden austauschen. Auch bekommt man zu Beginn des Studiums alle benötigten Unterlagen zugeschickt, sodass man sich diese nicht selbst zulegen muss. Zudem läuft das Fernstudium anders und weniger selbstständig als das Selbststudium ab. Fernstudenten können regelmäßig Aufgaben an ihren Tutor schicken, der diese benotet und Feedback darauf gibt. So wissen Fernstudenten genau, an welchen Themenbereichen sie noch arbeiten müssen, um die anstehende Prüfung zu bestehen. Im Gegensatz zu Selbststudenten müssen Fernstudenten nicht alleine einschätzen können, wie groß ihr Lernfortschritt ist. Ebenso wie das Selbststudium erfordert allerdings auch diese Art des Studiums viel Disziplin, Engagement und Organisationstalent.

Das Teilzeitstudium

Auch das Teilzeitstudium bietet sich für Wissbegierige an, die wenig Zeit haben, Vollzeit eine Hochschule zu besuchen. Denn wie der Name schon sagt, ist das Teilzeitstudium ein Studium, das nur in Teilzeit absolviert werden muss. Wie viel Wochenstunden dabei als Teilzeit angesehen werden, liegt bei den Studenten selbst. Auch wird ein Teilzeitstudium, anders als das Selbststudium, häufig berufsbegleitend oder –integriert angeboten. Bei einem berufsbegleitenden Studium geht der Student seiner beruflichen Beschäftigung meist noch vollzeitlich, teilweise aber auch eingeschränkt nach. Das Studium wird dann außerhalb der Arbeitszeiten aufgenommen. Bei einem berufsintegrierten Teilzeitstudium dagegen wechseln sich Arbeits- und Studienzeiten blockweise ab. So geht man beispielsweise die ersten drei Tage der Woche arbeiten, um danach drei Tage lang zu studieren. Ein essentieller Unterschied zum Fern- und Selbststudium ist hierbei, dass man bei einem Teilzeitstudium häufig an einem bestimmten Ort präsent sein muss, da die Kurse als Abend- oder Wochenendstudium angeboten werden.

Selbststudium

Fazit

Es ist nicht unbedingt nötig, ein erfolgreiches Vollzeitstudium direkt nach der Schule abzuschließen. Auch wer später im Leben noch Lust auf Weiterbildung hat, kann diesem Verlangen nachgehen. Anders als viele vielleicht denken, werten Arbeitgeber es überhaupt nicht als negativ, wenn Bewerber ihr Studium nur in Teilzeit bewältigt haben. Denn das bedeutet meist, dass der Studierende schon eine andere Art der Ausbildung hinter sich hat und Freude an Weiterbildung besitzt. Wer genügend Disziplin und Ausdauer hat, der kann sich durch ein Selbststudium viele Vorteile im Berufsleben schaffen, oder auch nur aus purer Lust am Lernen etwas für das eigene Allgemeinwissen tun.

Mehr?  Keine Sorge, niemand bleibt im Studium alleine!