Was ist ein Prädikatsexamen?

Wir erklären dir, was ein Prädikatsexamen ist und was passiert, wenn du es nicht hast.

Wer von einer Karriere als Jurist träumt, hat den Begriff Prädikatsexamen sicher schon einmal gehört. Und so bedeutend er auch klingt, so entscheidend kann er auch für das Karriere Sprungbrett eines Jura Absolventen sein. Denn vor allem wer einen überdurchschnittlich guten Jura Abschluss hat, kann sich heutzutage die Jobangebote an den Fingerspitzen abzählen. Der Druck, ein guter und erfolgreicher Student zu sein, ruht somit wohl auf jedem Jura Studenten, der es zu etwas bringen mag. Denn die meisten möchten mit ihrem Studium sicher etwas Sinnvolles anfangen und nach ihrem Abschluss erfolgreich die Karriereleiter nach oben kraxeln. Doch was genau ist so ein Prädikatsexamen eigentlich? Was passiert, wenn man sein Jura Studium nicht damit abschließt? Wie kannst Du Deine Zukunft als Jura Absolvent dennoch als vollen Erfolg gestalten? Wir bei Studybees haben die Antworten für Dich.

Das ist ein Prädikatsexamen:

Jura ist einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland. Jedes Jahr schließen tausende von Absolventen ihr finales Staatsexamen ab und machen sich dann auf die Jobsuche auf dem Arbeitsmarkt. Wer dabei so viele gute Angebote wie möglich haben möchte, muss einen sehr guten Abschluss vorweisen können. Denn nur so ringen sich die zukünftigen Arbeitgeber die Hände nach Dir. Doch was genau bedeutet das? Als Prädikatsexamen wird ein Abschluss gewertet, der mit mindesten neun von 18 Punkten bestanden wird. Damit erreichst Du die Note „vollbefriedigend“ und hast so beste Aussichten auf eine erfolgreiche Juristenlaufbahn mit vielen Berufswahlmöglichkeiten.


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Das klingt jetzt vielleicht gar nicht mal so kompliziert, schließlich scheint ja die Hälfte der Gesamtpunktzahl schon für ein richtig gutes Ergebnis auszureichen? Dem ist leider nicht so. Die Punkteskala ist anders aufgebaut als die, die Du noch aus der Oberstufe kennen magst und setzt bei der Notengebung tiefer an. So erhältst Du bei Prüfungen für die Hälfte der erreichten Punktzahl zum Beispiel nur vier, anstatt wie in der Schule noch fünf Punkte. Ganz schön fies oder?

Vor allem das Ergebnis im zweiten Staatsexamen ist dabei entscheidend für Job-Angebote. Und das ist leider gar nicht mal so einfach zu erreichen. Nur durchschnittlich 15% aller Absolventen erzielen diese Traumnote in ihrer finalen Prüfung. Und dieses Ergebnis wird leider von vielen großen Unternehmen und auch auf Bewerbungen für Arbeitsposten im öffentlichen Dienst erwartet. Wer also Richter oder Staatsanwalt als absoluten Traumberuf ansieht, muss sich richtig ins Zeug legen, um diesen später einmal ausüben zu können. Auch für die Aufnahme als Doktorrand setzen viele Universitäten und Hochschulen dieses Abschluss-Ergebnis voraus.

Was tun, wenn Du kein Prädikatsexamen ergattert hast?

Doch musst Du als nicht „vollbefriedigender“ Jura-Absolvent gleich den Kopf in den Sand stecken? Viele Jura Studenten, die ihr Studium lediglich mit einem „Ausreichend“ abschließen, befinden sich häufig für lange Zeit auf Jobsuche. Top Kanzleien möchten eben mit spitzen Bewerbern zusammenarbeiten. Welche anderen Weiterbildungs-Möglichkeiten gibt es also für Dich, wenn du trotz nicht ganz gelungenem Staatsexamen gerne einen tollen Job ergattern möchtest?

1. Es müssen ja nicht gleich zwei Prädikatsexamen sein…

Es mag vielleicht etwas abgedroschen klingen, aber auch ohne zwei Prädikate in Deinen Staatsexamen kann aus Dir durchaus etwas werden. Viele Arbeitgeber wenden die sogenannte „Zwei-aus-Vier-Regel“ an, bei der Du zum Beispiel mit einem Masterstudium oder einer Promovierung glänzen kannst. Dafür müssen dann auch nicht beide Staatsexamen überdurchschnittlich gut bestanden sein, da es auf Deinen Gesamteindruck und gesamten Durchschnitt ankommt. Also nicht die Hoffnung aufgeben, auch andere Qualifikationen zählen!

2. Sich im Masterstudiengang weiterqualifizieren

Der Bachelor hat vielleicht nicht ganz so hingehauen, aber trotzdem kannst Du Deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine Weiterqualifizierung definitiv weiter ausbauen!

Wer sich auf ein bestimmtes Gebiet der Rechtswissenschaften festlegt, erhöht so später seine Chancen auf eine Anstellung. Zusätzliche Qualifikationen kommen ja immer gut auf Deinem Lebenslauf an, so natürlich auch beim Juraabsolventen. Dazu musst Du nicht unbedingt den traditionellen Master of Laws machen, sondern kannst Dich nebenher als Fachanwalt ausbilden lassen. Wenn Du zum Beispiel neben Deinem abgeschlossenen Studium noch eine weitere Qualifikation als Medizinrechtler vorweisen kannst, kann sich das bei der Bewerbung auf einen entsprechenden Posten durchaus positiv auswirken. Solche zusätzlichen Studiengänge werden häufig auch berufsbegleitend angeboten. Da kannst Du dann schon einmal praktische Erfahrungen als Jurist sammeln und Dich nebenbei trotzdem noch weiterbilden.

Natürlich ist der Arbeitsaufwand hierbei etwas höher, da Du sowohl Uni als auch einen möglichen ersten Beruf unter einen Hut bringen musst. Trotzdem kann sich das bei genügend Arbeitseifer und Wille durchaus lohnen. So musst Du Dir, auch wenn Dein erster Job nicht gleich das große Geld einbringt, dennoch keine allzu großen Sorgen machen. Der erste große Auftrag wartet bestimmt auch noch auf Dich!

3. Nach oben arbeiten und praktische Erfahrungen sammeln

Jaja, so ist das nun einmal, wenn man nicht zu der Elite gehört. Aber nur, weil Du in einem sehr theoretischen Studiengang nicht mit größtem Bravour bestanden hast, muss das nicht gleich das Aus für Deine Karriere bedeuten. Wie man an der niedrigen Zahl der „vollbefriedigend“ Absolventen sieht, scheint sich ja der Großteil der Jurastudenten nach dem Studium mit diesen Aussichten herumplagen zu müssen. Es gilt also, durch andere Skills und Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu glänzen. Viel praktische Erfahrung, die Du während dem Studium sammeln kannst, aber auch Fremdsprachenkenntnisse oder andere Nebentätigkeiten, die Du während Deiner Uni Laufbahn absolviert hast, kommen hier nützlich ins Spiel. Und auch Charisma kann Dir in einem Vorstellungsgespräch die ein oder andere Tür öffnen. Viele Berufsanfänger müssen eben etwas kleiner anfangen, es kann ja nicht alles so wie in der Hollywood Traumfabrik ablaufen. Optimismus und Arbeitswillen zahlen sich also auch bei Jura Absolventen definitiv aus!

Fazit

Du siehst also, das Prädikatsexamen ist mit so manchem Vorurteil belastet. Und auch wenn es schwerfallen mag, bei schlechter bestandenen Examen nicht gleich schwarz zu sehen und alle Hoffnung aufzugeben, gibt es auf dem juristischen Arbeitsmarkt durchaus genügend Jobangebote. Wichtig ist, dass Du Dich nicht einzig und allein auf Dein theoretisches Fachwissen beschränkst, sondern auch außerhalb Deines Studiums essentielle Erkenntnisse und zusätzliche Qualifikationen aneignest, die Dir generell den späteren Einstieg in das praktische Leben vereinfachen können, ganz egal, in welche Richtung es Dich zieht. Jura mag vielleicht als schwieriges, leistungsbringendes Fach verschrien sein, aber trotzdem kommt es auch hier auf mehr als Dein Theoriewissen an. Nur Mut zur Lücke also! Lass Dich nicht unterkriegen.

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