Eisenhower-Prinzip
Eisenhower-Prinzip – Zeitmanagement für Anfänger:
Wer kennt es nicht?
Du steckst mitten im Studium und hast alle möglichen Dinge zu tun, aber weißt gar nicht, wo du anfangen sollst?
Die nächste Präsentation steht in einer Woche an, du solltest aber auch noch dringend eine Zusammenfassung von der Vorlesung heute erstellen, bevor du alles wieder vergisst und deine Socken müsstest du auch mal dringend wieder waschen, sonst musst du bald barfuß in die Vorlesung starten.
Studenten und Zeitmanagement sind teilweise wie Elefanten und fliegen lernen – es will einfach nicht so wirklich passen.
Wie gut, dass es einige nützliche Tipps und Methoden gibt, von denen man als gestresster Student Gebrauch machen kann.
Eine Methode, wie man sich Aufgaben zeitlich geschickt organisieren kann, ist das sogenannte Eisenhower-Prinzip. Was das ist, wie es funktioniert und ob es wirklich hilfreich ist, erfährst du hier!
Hier haben wir noch einen Buchtipp für dich: Bachelor of Time.* Zeitmanagement für das Studium.

Was ist das Eisenhower-Prinzip?

Das Eisenhower-Prinzip ist eine klassische Zeitmanagement* Technik.

Seinen Namen hat es von Dwight D. Eisenhower, der zwischen 1953 und 1961 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war.

Ihm wird nachgesagt, dass er diese Methode entwickelt, selbst angewandt und auch unter seinen Mitarbeitern verbreitet hat.

Dem Eisenhower-Prinzip liegt die Idee zu Grunde, dass sich Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit kategorisieren lassen.

So kann man entscheiden, welche Aufgaben man zuerst erledigen sollte und welche eher unwichtig sind oder gar aussortiert werden können.

Gerade für Studenten in ihrer generellen Zeitnot kann diese Methode also ein entscheidendes Tool zum Organisieren sein.

Wie funktioniert das Eisenhower-Prinzip?

Die anstehenden Aufgaben werden anhand zwei verschiedener Parameter eingeteilt: Ihrer Wichtigkeit und ihrer Dringlichkeit. Eine Aufgabe gilt als wichtig, wenn sie dem Erreichen eines bestimmten Zieles dient. Sie gilt als dringlich, wenn sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein muss. So machen beispielsweise Bewerbungsfristen das Schreiben einer Bewerbung dringlich. Die anschließende Kategorisierung der anstehenden Aufgaben erfolgt durch eine Unterteilung in vier verschiedene Kategorien:

Eisenhower-Prinzip

1. Wichtig und dringlich: Aufgaben, die dieser Kategorie angehören, haben höchste Priorität. Du solltest sie daher persönlich und sofort erledigen.

2. Wichtig, jedoch nicht dringlich: Diese Aufgaben haben keine gesetzte Frist, innerhalb der du sie erledigen musst. Somit kannst du dir damit Zeit lassen. Trotzdem solltest du regelmäßig Aufgaben, die du dieser Kategorie zugeordnet hast, abarbeiten, um unnötiges Anstauen dieser und den damit verbundenen Stress zu verhindern. Denn je länger du eine sogenannte „Kann-Aufgabe“ vor dir herschiebst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann zur „Muss-Aufgabe“ wird und dich das Erledigen dieser unter großen Druck setzt.

3. Dringlich, aber nicht wichtig: Zu dieser Kategorie gehören Aufgaben, die du in naher Zukunft erledigen solltest. Dabei ist es jedoch nicht essentiell, dass du sie selbst übernimmst. Das Eisenhower-Prinzip schlägt vor, dass diese Aufgaben an andere delegiert werden können. So vermeidest du eine Überschneidung mit den wichtigeren Aufgaben der ersten zwei Gruppen.

4. Weder dringlich, noch wichtig: Aufgaben dieser Gruppe sind sowohl unwichtig für das Erreichen eines bestimmten Ziels, als auch nicht eilig und können daher erst einmal unbearbeitet bleiben. Dabei bleibt zu entscheiden, ob du sie abheftest und zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommst oder gleich ganz entsorgst. Auch falls du dich vorerst dafür entscheidest, sie abzuheften, solltest du immer mal wieder überprüfen, ob du einige dieser Aufgaben nicht ganz ausmisten kannst.

Beispiele zu den verschiedenen Kategorien des Eisenhower-Prinzips

„Muss-Aufgaben“:

  • Haben einen festen Termin (Beispiel: Referat, Hausarbeit)
  • Aufgaben, die heute noch erledigt werden müssen (Beispiel: Zusammenfassung)
  • Plötzlich auftretende Probleme (Beispiel: Powerpoint stürzt bei den finalen Zügen deiner Vortragserstellung ab)

„Kann-Aufgaben“:

  • Haben keinen festen Termin (Beispiel: Endlich mal wieder die Studentenbude aufräumen)
  • Werden dringend, wenn du ihnen über einen langen Zeitraum keine Beachtung schenkst (Beispiel: Die Hausarbeit, die Ende des Semesters erst abgegeben werden muss, zu der die Themen aber schon in der dritten Woche ausgeteilt werden)
  • Aufgaben, die dich motivieren (Beispiel: Deinen Timer bunt gestalten, damit du mehr Freude daran hast, dir Klausuren- und Abgabe-Termine aufzuschreiben)
  • Aufgaben, die, je länger du sie aufschiebst, immer umfangreicher werden (Beispiel: Kleiderschrank ausmisten)

„Soll-Aufgaben“:

  • Belastende Aufgaben, die du vermeiden kannst (Beispiel: So viel Geschirr im Spülbecken anstapeln lassen, bis du keinen einzigen sauberen Teller mehr und drei Stunden Abwasch vor dir hast)
  • Aufgaben, die mit Vorrang reduziert werden sollten (Beispiel: Gruppenarbeit nicht alleine stemmen, sondern auch dem unmotivierten Nie-Zu-Den-Treffen-Auftaucher eine Aufgabe übertragen)
  • Aufgaben, die du zu leistungsschwachen Zeitpunkten erledigen solltest (Beispiel: Wenn du bei der Hausarbeit einfach nicht mehr weiterkommst, weil du im berühmt berüchtigten Mittagstief versinkst, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für den Abwasch)

„Muss-Nicht-Aufgaben“

  • Überflüssige Aufgaben, mit denen du deine Zeit nicht verschwenden solltest (Beispiel: Mit Karl-Justus-Maximilian darüber diskutieren, wieso Jura studieren nicht unbedingt das Erfolgsrezept fürs Leben sein muss)

Vorteile und Kritik am Eisenhower-Prinzip

Wie alles auf dieser Welt hat auch das Eisenhower-Prinzip seine Vorzüge, aber auch Punkte, die Kritik hervorrufen. So überzeugt es zum einen dadurch, dass es einen nützlichen Überblick über alle anfallenden Aufgaben liefert. Es bietet eine übersichtliche Orientierungshilfe, damit du die Aufgaben in einer sinnvollen Reihenfolge erledigen kannst. Durch das Setzen von Prioritäten erledigst du die Aufgaben auch nachweislich effizienter, als wenn du sie alle ungeordnet angehen würdest. Auch findest du durch das Eisenhower-Prinzip schnell heraus, welche Erledigungen eigentlich gar nicht nötig sind und sich als Zeitfresser enttarnen lassen.

Kritisiert wird das Eisenhower-Prinzip vor allem dafür, dass die Definition der Begriffe „wichtig“ und „dringlich“ jedem selbst überlassen ist. Während man sich „dringlich“ jedoch anhand von Fristen und Abgabeterminen noch einigermaßen einfach klar machen kann, ist die Frage nach der Wichtigkeit der einzelnen Aufgaben schon schwieriger. Denn wer weiß schon genau, welche Bedeutung eine Aufgabe im Gesamtzusammenhang aller zu erledigenden Aufgaben einnimmt?

Dazu kommt, dass eine Zeitmanagement*-Methode eigentlich verhindern sollte, dass Aufgaben überhaupt erst dringlich werden. Noch dazu ist die Verteilung der Aufgaben nicht immer gleichgewichtig – schließlich werden länger aufgeschobene „Kann-Aufgaben“ auch irgendwann zu „Muss-Aufgaben“. Oder sie sind von Beginn an schon nur sehr schwierig einer der beiden Gruppen zuzuteilen. So wird aus diesen zwei Aufgaben-Gruppen leicht ein unübersichtlicher Haufen, der dem Prinzip des gelungenen Zeitmanagements*somit widerspricht. Von daher solltest du das Eisenhower-Prinzip nur anwenden, wenn dessen Einsatz auch wirklich sinnvoll ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du viele kleine, wenig komplexe Aufgaben zu erledigen hast.

Fazit des Eisenhower-Prinzips

Das Eisenhower-Prinzip bietet eine leicht verständliche Herangehensweise an die Einordnung und Erledigung verschiedener Aufgaben. Dabei nützt es vor allem Studenten, die sich von einer großen Anzahl an Aufgaben leicht überwältigt fühlen und so schnell den Überblick verlieren. Zudem ist es nicht nur auf Uni-Aufgaben anwendbar, sondern kann dir in jeder Lebenslage von Nutzen sein. Das Eisenhower-Prinzip hilft somit, Stress zu vermeiden und deinen Uni-Alltag bedeutend erträglicher zu gestalten.

Du bist trotzdem unmotiviert, den anstehenden Berg an Aufgaben zu überwältigen? Dann probier doch mal die ALPEN-Methode!

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