Warum ein Pflichtpraktikum keine Zeitverschwendung ist!

Warum ein Pflichtpraktikum keine Zeitverschwendung ist

Kaum ein Student muss es nicht machen: Das Pflichtpraktikum. Aber was ist ein Pflichtpraktikum überhaupt? Ist das Ganze bloß eine weitere Studienleistung, durch die man sich quälen muss oder hat es wirklich einen besonderen Mehrwert? Ein Plädoyer für das Pflichtpraktikum!

Was ist ein Pflichtpraktikum überhaupt?

Ein Pflichtpraktikum ist ein Praktikum, das man im Rahmen der Studien- oder Prüfungsordnung machen muss, um seinen Hochschulabschluss zu erhalten. Das Praktikum ist also eine Leistung wie jede andere auch, die man erfüllen muss, bevor man seinen Abschluss machen kann. Das Pflichtpraktikum unterscheidet sich damit also grundlegend vom freiwilligen Praktikum, das man – wie der Name schon sagt – freiwillig macht. Aber das heißt natürlich nicht, dass ein Pflichtpraktikum ein lästiger Zwang ist – wie Hausarbeiten und Klausuren (obwohl auch diese nicht als reine Zeitverschwendung betrachtet werden sollten).


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Pflichtpraktikum: Mehr schlecht als recht

Wie auch die meisten anderen Dinge, die im Studium mit einer Leistungspflicht verbunden sind, sorgt auch das Pflichtpraktikum bei den meisten Studierenden nicht gerade für Jubelrufe. Da hat man sich endlich damit abgefunden, dass das Studium dank der Bologna-Reform eher dem Schulalltag ähnelt – geht brav zu allen Prüfungen und arbeitet am Wochenende an den Hausarbeiten, die noch aus dem letzten Semester übrig geblieben sind – und dann soll man in den Semesterferien auch noch ein Praktikum machen?! Wo bleibt denn da die dringend nötige Pause?

Der erste Schock besteht wahrscheinlich darin, dass man ganz allein für sein Praktikum verantwortlich ist. Lebenslauf aufpäppeln, Bewerbungen schreiben, zu Bewerbungsgesprächen gehen – soll das wirklich Uni sein? Wie kann es denn sein, dass man keine Garantie hat, dass man einen Praktikumsplatz bekommt? Was, wenn man keinen findet?

Ein Plädoyer für das Pflichtpraktikum!

Ein Praktikum mag sich oftmals sehr vom Rest des Unialltags unterscheiden – das muss allerdings nichts Schlechtes sein.

Ein Praktikum ermöglicht einem – wie der Name schon andeutet – eine praktische Anwendung der Kenntnisse und Fähigkeiten, die man sich an der Hochschule angeeignet hat. Das ist natürlich bei manchen Studiengängen einfacher, als bei anderen. Genau das ist aber später auch der Fall im Berufsleben und darauf soll euch das Praktikum eben vorbereiten. Dabei hilft euch nicht nur die Praktikumsarbeit, ihr lernt außerdem:

  • Bewerbungen zu schreiben
  • selbstständig nach passenden Stellenanzeigen zu suchen
  • eure Fähigkeiten (und euch) in eurem Lebenslauf und in Bewerbungsgesprächen zu verkaufen

Aber auch beim Praktikum selbst geht es nicht bloß um Berufsvorbereitung. Denn bei manchen Studiengängen, wie den Sozialwissenschaften ist es oft nicht ganz klar, in welchem Berufszweig man sich später wiederfindet. Ein Praktikum kann also bei der Entscheidung helfen, ob man später in der Verwaltung arbeiten möchte, oder, ob eine journalistische Karriere doch ansprechender ist.

Manchmal merkt man bei einem Praktikum auch, dass man eigentlich das völlig Falsche studiert. Dabei kann einem das Studium natürlich richtig viel Spaß machen – die Jobs für die man sich damit qualifiziert allerdings nicht. Das Pflichtpraktikum ermöglicht somit eine fachliche Umorientierung. Man sollte sein Studium an dieser Stelle natürlich nicht vollkommen unüberlegt abbrechen! Vielleicht war das Praktikum einfach nur ein Fehltritt. Aber selbst wenn ihr merkt, dass ihr in diesem Bereich auf keinen Fall Karriere machen wollt, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, ein Zweitstudium anzutreten und so entweder seine vorhandenen Fähigkeiten zu ergänzen oder sich komplett umzuorientieren.

Möchte man das Pflichtpraktikum zu etwas Besonderem machen, kann man dieses natürlich auch im Ausland verbringen. Damit sammelt ihr neben Berufserfahrung nicht nur von Personalern gern gesehene Auslandserfahrung – dank Erasmus+ könnt ihr hierfür sogar ein Teilstipendium bekommen! Überlegt euch in diesem Fall, ob ihr nicht vielleicht ein längeres Praktikum (mit einer Dauer von 3-6 Monaten) antreten wollt, um so wirklich das meiste rauszuholen. Wenn ihr euch um die kostbare Regelstudienzeit sorgt, könnt ihr dafür auch ein Urlaubssemester beantragen.

Fazit

Für die einen oder anderen bleibt das Pflichtpraktikum bloß ein weiterer Punkt auf der Checkliste auf dem Weg zum Bachelor. Wir können euch allerdings versichern: das muss es nicht! Kümmert euch rechtzeitig um eure Praktikumsstelle (im Normalfall solltet ihr spätestens 6 Monate vor eurem gewünschten Praktikumsbeginn damit anfangen) und sucht euch das aus, was euch auch wirklich am besten gefällt! Manche Unternehmen werden euch eine kleine Vergütung anbieten, einen Anspruch darauf habt ihr aber leider nicht. Wenn ihr allerdings einen langen Praktikumszeitraum vor euch habt, solltet ihr euch nicht davor scheuen, eine Bezahlung und auch einige Urlaubstage auszuhandeln (wenn eure Studienordnung das erlaubt!). Dabei solltet ihr Selbstbewusstsein zeigen, aber keine unrealistischen Ansprüche stellen! Wir haben euch in einem kurzen Artikel zusammengefasst, welche Bezahlung ihr erwarten könnt. Wenn ihr jetzt noch die 10 größten Bewerbungsfehler vermeidet und mit euren Softskills punktet, kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen!

Mehr?  Was sind eigentlich MINT-Studiengänge?