Einfach mal einschalten! Warum du beim Lernen und Schreiben Musik hören solltest

Warum du beim Lernen und Schreiben Musik hören solltest

Das neue Jahr hat gerade erst angefangen und schon versucht Spotify mich mit frischen Playlisten auf 2017 einzustimmen. Glaubt man dem Spotify Jahresrückblick wurde allein die „Dein Mix der Woche“ Playliste mehr als neun Milliarden Mal gestreamt – ein paar hundert dieser Klicks gehen auf jeden Fall auch auf mein Konto. Besonders gerne lasse ich mich beschallen, wenn ich auf Klausuren lernen oder Hausarbeiten schreiben darf muss.

Immer wieder versuche ich im Stillen zu lernen, zu schreiben und zu arbeiten. Das will aber trotz aller „man braucht Ruhe um sich zu konzentrieren!“-Parolen von Eltern und Lehrern nicht so richtig funktionieren. Kann man vom eigenen Gefühl wirklich so getäuscht werden? Sollte man vielleicht wirklich in maximaler Stille in der Bibliothek sitzen? Wehe da hat wieder jemand laute Schuhe an oder knistert die ganze Zeit mit diesen blöden Plastiktüten!

Die Wissenschaft? Uneinig … wie immer!

Leider ist die Antwort auf diese Frage weniger eindeutig, als man es gerne hätte. Der 1993 entdeckte Mozart-Effekt, das Hören von klassischer Musik habe einen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit, konnte weder vollständig belegt noch wiederlegt werden. Neuere Studien (zum Beispiel hier und hier und da) deuten aber darauf hin, dass sich Musik positiv auf die Konzentrationsfähigkeit, die Stimmung und die Merkfähigkeit auswirken kann. Studenten die Musik mögen, schreiben außerdem die besseren Noten! Yeah Science, Bitch! Wer allerdings meinem netten Confirmation Bias nicht folgen möchte, wird natürlich auch fündig.


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Musik hilft aber trotzdem!

Auch wenn die Verbindung zwischen Musikhören und kognitiven Leistungsfähigkeit nicht ganz eindeutig ist, lassen sich einige Vorteile nicht von der Hand weisen. Insbesondere nicht dann, wenn man an die echte Welt denkt…

Musik hilft uns dabei, uns von der Außenwelt abzuschotten. Oft ist es schwer, sich zu konzertieren, wenn um einen herum alle möglichen Menschen sprechen und man verschiedenen anderen Geräuschen ausgesetzt ist (… man denke nur an die eigene WG). Auch wenn Stille ideal wäre, ist es oft gar nicht so einfach, diese zu finden! In diesem Fall ersetzt man die unangenehmen und störenden Geräusche durch musikalische Töne und schon fällt es leichter, sich zu konzentrieren.

Musik kann uns motivieren! Hin und wieder schafft man es eben einfach nicht sich aufzuraffen. Was aber im Fitnessstudio funktioniert, klappt (meistens) auch am Schreibtisch. Eine gute Playlist und schon sind der langweilige Text oder das endlose Übungsblatt gar nicht mehr so schlimm.

Wir sind besser gelaunt, wenn wir Musik hören. Gute Musik macht gute Laune. Dieser Effekt lässt sich natürlich wunderbar nutzen um mit etwas mehr Lust an die anstehenden Aufgaben heranzugehen. Gerade beim (Auswendig-) Lernen ist es außerdem wichtig, nicht schlecht gelaunt zu sein, denn das Gehirn lernt die Emotionen mit. Sind wir ehrlich, das letzte, was man in einer Klausur gebrauchen kann, ist zusätzliche schlechte Laune.

Viele Menschen haben außerdem das Gefühl, dass Musik ihnen dabei hilft, aufnahmefähiger und kreativer zu sein. Das macht auch Sinn, denn es werden mehr Sinne angesprochen, als das ohne Musik und Geräusche der Fall wäre. Gerade beim Lernen muss aber natürlich klar sein, dass die Musik die kognitive Last erhöht, da sie vom Gehirn verarbeitet werden muss.

Was, Wo und Wie?

Es bleibt also euch überlassen, ob ihr euch beim Lernen, beim Arbeiten oder beim Schreiben der nächsten Hausarbeit beschallen lassen wollt – den Versuch ist es aber auf jeden Fall wert!

Über die perfekte Art der Musik streitet sich die Wissenschaft natürlich auch. Wirklich klar ist nur, dass euch die Musik nicht zu sehr ablenken sollte. Textlastige Songs sind also dementsprechend vielleicht weniger geeignet als klassische Musik oder ein paar gute Elektro-Tracks. Am wichtigsten ist aber: Die Musik sollte motivierend sein und gute Laune verbreiten!

Angebote, die über die eigene Musiksammlung hinausgehen, gibt es zu genüge: Spotify kennt jeder, auf 8tracks lassen sich gute neue Playlisten entdecken, Get Work Done Music verspricht produktivitätsfördernde Klänge und Brain.fm bietet sogar eine neurowissenschaftlich kuratierte Songauswahl.

Auch erwähnt seien Dienste, die für eine besondere Geräuschkulisse sorgen. Während auf Coffitivity Kaffeehausatmosphäre simuliert werden kann, könnt ihr euch mit Rainy Mood einen, für manche, angenehmen Regen ins Haus holen. Bei MoodTurn gibt es außerdem eine breite Palette an Hintergrundgeräuschen zu jeder Stimmung. Die ganz experimentierfreudigen können sich so aus Musik und Geräuschen eine ganz eigene Stimmung zusammenbauen.

Abschließend sei natürlich noch gesagt, dass ihr eure Musik so hören solltet, dass andere davon idealerweise nichts mitbekommen – es gibt sie ja doch, die Still-in-der-Bib-Sitzer.

Mehr?  Hausarbeit korrigieren leicht gemacht!