Ich bin dann mal weg — So können sich auch Studis einen Urlaub leisten

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Es ist eines der am häufigsten bemühten Klischees überhaupt: Studenten haben kein Geld, und zwar für gar nichts. Über die unzähligen Witze, die zu diesem Thema schon gemacht wurden, kann wahrscheinlich kein Student mehr lachen. Es ist schon richtig, dass das Geld in den Jahren des Studiums ziemlich knapp ist und vor allem Studenten, die in einer größeren Stadt studieren und sich neben den Kosten für eine eigene Wohnung oder ein Zimmer in einer WG oder im Studentenwohnheim auch noch mit den Großstadtpreisen für Lebensmittel und Freizeitgestaltung herumschlagen müssen, fällt auch mit Studienförderung und Nebenjob so manche Annehmlichkeit zwangsläufig hinten über. Geht halt grade nicht.

Zu den Dingen, von denen Studenten in der Regel wirklich nur träumen können, gehört das Reisen. Mindestens einmal im Jahr in den Urlaub? Am besten noch mit dem Flugzeug in die Sonne und an den Strand? Schön wäre es ja, aber leider muss das knappe Budget erst einmal für viele andere Sachen reichen. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, wie Studenten sich einen echten Erholungsurlaub leisten können. Wir von Studybees haben ein paar echte Insidertipps ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Urlaub nicht unbedingt teuer sein muss.


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Zeit ist Geld

Schon wieder so ein Sprichwort, das Studenten nicht mehr hören können. In diesem Fall ist damit allerdings die Reisezeit gemeint und damit kommen wir schon gleich zu unserem ersten und grundlegendsten Tipp für günstige Urlaubsreisen. Der Faktor Zeit ist das A und O, wenn es darum geht, auch ohne großes Budget einen schönen Urlaub zu erleben.

Da wäre zunächst die Frage nach der Reisezeit an sich. Es ist kein Geheimnis, dass in der Haupturlaubssaison die Preise an beliebten Reisezielen in erheblichem Maße anziehen. Ob Unterkünfte, Transportmittel oder Verpflegung vor Ort, in der Hauptreisezeit sollte nur jemand verreisen, der absolut nicht aufs Geld schauen muss. Hotels, Ferienhäuser und sogar Jugendherbergen schrauben ihre Übernachtungspreise in der Hochsaison gerne auf das Doppelte des Nebensaisonpreises nach oben und auch eine Tasse Kaffee oder eine Saftschorle können in der Hauptreisezeit zu einem teuren Vergnügen werden. Nach günstigen Flügen oder Zugtickets suchen Reisende dann auch vergebens. Und mal ganz abgesehen davon, dass es ziemlich teuer ist, in der Hauptsaison zu verreisen, macht es auch den Wenigsten Spaß, sich in überfüllten Touristenhochburgen mit anderen Reisenden um den letzten Handtuchplatz zu prügeln.

Studenten haben glücklicherweise zweimal im Jahr recht ausgedehnte Ferien und finden garantiert einen Zeitraum, der nicht mit irgendwelchen Ferien kollidiert. Es lohnt sich, den Reisezeitraum sehr frühzeitig zu planen und gründlich zu recherchieren.

Neben dem eigentlichen Reisezeitraum ist auch die Wahl des An- und Abreisetages ein echter Kostenfaktor. Während Flüge oft am Wochenende wesentlich teurer sind als an einem Wochentag ist bei Hotels und anderen Unterkünften entscheidend, auf welche Klientel sie grundsätzlich ausgelegt sind. Familienhotels ziehen ebenfalls am Wochenende und an Feiertagen ihre Preise an. Dafür lohnt es sich, in solchen Zeiträumen einen Blick auf die Angebote der Businesshotels zu legen. Da Geschäftsreisen selten am Wochenende stattfinden, können hier oft am Samstag und Sonntag oder über Brückentage günstige Konditionen winken.

Grundsätzlich gilt: Wer relativ flexibel ist bei der An- und Abreise und die Reisedaten auch um zwei oder drei Tage nach vorne oder hinten verschieben kann, hat gute Chancen, günstige Angebote zu finden.

Kreative Angebotssuche: Schnäppchenjagd und Blind Booking

Angebote für günstige Reisen gibt es immer. Deshalb ist bei der Recherche Kreativität gefragt und ein offener Blick für neue Möglichkeiten. Da sind natürlich die Klassiker wie Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Schnäppchen. Hier kommt es immer auf das richtige Timing an und natürlich darauf, wie risikofreudig man tatsächlich ist.

Neben der klassischen Angebotssuche gibt es auch immer wieder Reisegutscheine oder Sparcoupons, mit denen es sich sparen lässt. Besonders beliebt ist inzwischen das so genannte Blind Booking, bei dem die geplante Urlaubsreise gleichzeitig auch noch zu einem kleinen Abenteuer wird. Blind Booking Angebote sind vor allem für die großen Metropolen Europas verfügbar, aber auch für den einen oder anderen Erholungsurlaub am Strand.

Beim Blind Booking wird zunächst das Reiseziel grob eingegrenzt. Das bedeutet vor allem, bestimmte Destinationen auszuschließen, die nicht in Frage kommen. Danach geht es zur Angebotsseite des Reiseveranstalters, in der Regel eine Airline. Dort gibt es die Möglichkeit, gezielt nach Blind Booking Angeboten zu suchen und diese zu vergleichen. Ein ausführlicher Vergleich lohnt sich tatsächlich, weil die Angebote sich zum Teil enorm unterscheiden können. Beim Angebot können die im Preis enthaltenen Komponenten miteinander verglichen werden, wie zum Beispiel An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung und Gepäck. Was zunächst offen bleibt, ist das Reiseziel. Erst nachdem das ausgewählte Angebot gebucht wurde, erfährt der Reisende, wohin es tatsächlich geht. Vor allem für Unentschlossene, Abenteuerlustige und Sparfüchse ist das Prinzip Blind Booking eine interessante Variante zur herkömmlichen Urlaubsplanung.

Wer sich das mit dem Blind Booking noch einmal ganz genau anschauen möchte, findet alle wichtigen Informationen zum Buchungsvorgang, den vertragsrechtlichen Hintergründen und den vielfältigen Reisemöglichkeiten online noch einmal detailliert erklärt.

Grundsätzlich gilt: Online buchen spart Geld, denn wer sich im Internet selbst über die Zusammenstellung und Buchung seiner Reise kümmert, kann nicht nur unter zigtausenden von Angeboten wählen und sich auf die Suche nach den besten Schnäppchen machen, es entfällt auch die Provision, die bei der Buchung über ein Reisebüro als Entgelt für den Service auf den Reisepreis aufgeschlagen wird. Je nach Angebot und in Anspruch genommenem Service kann die Provision mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen und damit die Reisekasse unnötig strapazieren.

Die leere Wasserflasche im Gepäck: Ein Lifehack für Selbstversorger

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Ein Insidertipp, der uns besonders gut gefallen hat, ist die leere Wasserflasche im Handgepäck. Klingt merkwürdig, kann auf Reisen aber eine Menge Geld sparen. Auf Flügen haben sich die Sicherheitsbestimmungen seit dem 11. September deutlich verschärft. Die EU-Sicherheitsvorschriften an Flughäfen untersagen es inzwischen zum Beispiel, größere Mengen an Flüssigkeiten im Handgepäck zu transportieren. Das führt dazu, dass Reisende meist vor der Sicherheitskontrolle sämtliche mitgebrachten Getränke am Flughafen entsorgen und sich anschließend nur noch mit gekauften Getränken versorgen. Das kann aber ganz schön ins Geld gehen.

Keineswegs verboten ist es dagegen, eine leere Wasserflasche im Handgepäck zu transportieren. Die geht mühelos durch die Sicherheitskontrolle und kann anschließend am Wasserspender kostenlos wieder aufgefüllt werden. Auch am Reiseziel ist es immer empfehlenswert eine leere Wasserflasche bei sich zu tragen. In vielen Reiseländern werden Trinkbrunnen oder Wasserspender zur Verfügung gestellt, an denen sich Reisende kostenlos mit frischem Trinkwasser versorgen können. Die Cola im Café kostet stolze 3 Euro? Wer sich nicht zu fein ist für einen Schluck Wasser aus der eigenen Flasche, kann die Reisekasse deutlich schonen.

Work and Travel

Für Studenten, die praktische Erfahrungen im Ausland sammeln möchten und trotz kleiner Reisekasse schon während des Studiums etwas von der großen weiten Welt sehen möchten, gibt es das Konzept Work & Travel. Dabei sind Schüler und Studenten meist als Backpacker auf der ganzen Welt unterwegs und füllen ihre Reisekasse unterwegs durch verschiedene Jobs. Überall auf der Welt gibt es die Möglichkeit, auch als ungelernte Kraft einen Nebenjob anzunehmen, zum Beispiel in der Gastronomie oder im touristischen Bereich. Als Kellner oder Touristenführer lassen sich schnell ein paar Münzen verdienen.

Meist arbeiten Studenten bei Work & Travel für Kost und Logis oder sogar für ein kleines Zusatzgehalt. Vermittelt werden die Reisen und Jobangebote durch spezialisierte Reiseagenturen wie zum Beispiel TravelWorks. Dort können Komplettpakete für einen Auslandsaufenthalt gebucht werden. Die Studenten entscheiden sich in der Regel für eine Rundreise, auf der sie verschiedene Stellenangebote in Anspruch nehmen, die von der Reiseagentur vermittelt werden. Es gibt immer einen organisatorischen Ansprechpartner, der die einzelnen Reiseetappen inklusive Unterkunft und Beschäftigung von Deutschland aus oder direkt vor Ort koordiniert. Besonders beliebt für Rundreisen mit Work & Travel sind weit entfernte Länder wie Neuseeland, Australien oder Kanada. Bei diesen Entfernungen lohnt sich eine Reise nur, wenn mindestens ein Monat Aufenthalt einkalkuliert wird. Also der optimale Plan für die langen Semesterferien.

Mit Work & Travel ist es möglich, auch für kleines Geld eine Menge von der Welt zu sehen, interessante Kontakte zu knüpfen und Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren. Wer nichts dagegen hat, auch im Urlaub ein bisschen mit anzupacken und sich die Reisekasse durch verschiedene Nebenjobs zu füllen, ist bei diesem Konzept sicher gut aufgehoben.

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „Spartipps für Studenten“:

Teil 1: Einfache Tipps, um Geld beim Umzug in die erste Wohnung zu sparen

Teil 2: 10 Tipps, wie du als Student Geld sparen kannst

Teil 3: Günstig und trotzdem schön? Wohnungseinrichten als Student

Teil 4: Kosten sparen im Haushalt – Tipps für Studenten-WGs

Teil 5: So können sich auch Studis einen Urlaub leisten

Mehr?  Günstig und trotzdem schön? Wohnungseinrichten als Student