TRAUMBERUF FÜHRUNGSKRAFT – WORÜBER DU DIR BEWUSST SEIN SOLLTEST

Eine erfolgreiche Berufskarriere wünschen sich viele Menschen, Aufstiege und Gehaltserhöhungen fühlen sich gut an und sorgen für ein wenig mehr Luxus und Freiheit im Privaten. Eine Führungsposition einzunehmen und vielleicht sogar Leiter eines Unternehmens zu werden – dieser Aufgabe wiederum fühlt sich nicht jeder gewachsen. Allerdings gibt es junge Menschen, die schon immer genau davon geträumt haben. Sei es, weil der Gedanke, selbst Chef zu sein reizvoll ist, weil die vermeintlichen Aufgaben als spannend empfunden werden oder die Herausforderung lockt. Welche Schritte sind auf dem Weg zum Chef nötig? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind unabdingbar? Und: Ist eine Position als Fachexperte nicht doch die bessere Wahl?

Von Führungskräften und Hierarchien heute

Unternehmen haben schon immer durch bestimmte Strukturen funktioniert. Dabei spielen sowohl grundlegende Faktoren, als auch deren individuelle Auslegung und Anwendung eine Rolle. In der heutigen Geschäftswelt gibt es diverse Prinzipien, nach denen Hierarchien und Führungsstrukturen aufgebaut sind – diese können sich jedoch je nach Unternehmen und Personalzusammensetzung stark voneinander unterscheiden.


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Führungsstile als Grundlage?

Zunächst kann zwischen mehreren Führungsstilen unterschieden werden. Die wichtigsten sind:

  • autoritärer Führungsstil
  • demokratischer Führungsstil
  • Laissez-faire-Führungsstil
  • situativer Führungsstil

Ein autoritärer Führungsstil wird auch als autokratische Führung bezeichnet, Hierarchien stehen im Zentrum dieser Methode. Was der Chef sagt, wird befolgt, es gibt wenige Ansätze zum eigenen kreativen Handeln der Mitarbeiter. Die Bezeichnung des Autoritarismus findet sich außerhalb der Welt der Wirtschaft im Bereich der Kategorisierung von politischen Systemen: Hier gibt es den Begriff des Autoritarismus.

Den Begriff der Demokratie kennst du sicher ebenfalls aus der Politik. Der demokratische Führungsstil wird auch kooperativer Führungsstil genannt. Hierbei baut ein Unternehmen auf eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Vorgesetzten und dem Personal. Dies wird vor allem durch eine umfangreichere Kommunikation umgesetzt, eigene Ideen und sogar Kritik an den Führungskräften sind möglich und mitunter sogar erwünscht. Nicht selten führt diese Art der Mitarbeiterführung zu einer höheren Motivation.

Bei Anwendung des Laissez-faire-Führungsstils wird noch einen Schritt weitergegangen: Der Fokus liegt darauf, den Mitarbeitern größtmögliche Freiheit zu geben und umfangreiches Vertrauen entgegenzubringen. Einerseits können durch die umfassenden Möglichkeiten zur Eigenkreativität der Angestellten Fortschritte gemacht werden, andererseits besteht das Risiko einer Strukturlosigkeit mit allen, mitunter chaotischen Konsequenzen.

Der Situative Führungsstil macht seinem Namen alle Ehre. Dabei wird davon ausgegangen, dass keiner der genannten Führungsstile eine Allgemeingültigkeit hat, sondern je nach Situation und Personenkonstellation entschieden werden sollte, auf welche Art die Führungskraft vorgeht.

Bedeutung von Hierarchie in der heutigen Wirtschaft

Auf Basis dieser Führungsstile gibt es je nach Unternehmen sehr deutliche Abstufungen oder aber flacher strukturierte Hierarchien. In den letzten Jahren findet bezüglich der Hierarchiestrukturen eine Entwicklung statt: Sie werden zunehmend abgebaut.

Dies wird mitunter durch veränderte Bedingungen und Gegebenheiten der Gesellschaft und Arbeitswelt begründet. Vor allem die Arbeitnehmer legen immer größeren Wert darauf, auf eine eher kooperative Weise geführt zu werden – nicht selten wird diesem Wunsch entsprochen.

Mittlerweile gibt es sogar Ansätze, die eine hierarchiefreie oder hierarchiearme Führung befürworten. Solche Strukturen tragen Namen wie Soziokratie oder Holokratie. Diese Ideen sind grundsätzlich nicht neu, sondern erfahren aktuell eine Art zweite Beliebtheitswelle.

Andere Stimmen wiederum sehen hierin eher Gefahren und halten derartige Modelle für nicht ausgereift und wenig praktikabel. Vor allem in der Strukturierung der Aufgaben und des Arbeitsalltages können sich Probleme ergeben. Zudem besteht das Risiko einer höheren Konkurrenz der Mitarbeiter untereinander, da die Positionen in einigen Arten hierarchiearmer Führung nicht ausreichend deutlich verteilt sind.

„Chef studieren“ – Geht das?

Grundsätzlich wirst du dir an dieser Stelle die Frage stellen, ob du den „Beruf Chef“ im wahrsten Sinne des Wortes studieren kannst. Anders formuliert: Gibt es Studiengänge, die dich konkret auf die Aufgaben einer Führungskraft vorbereiten?

CEO – Der moderne Begriff für Chef

Der Begriff CEO kommt auf dem englischen und bezeichnet das, was wir im eigentlichen Sinne als oberste Führungskraft in einem Unternehmen kennen. Die Abkürzung steht für „Chief Executive Officer“ und wird in Deutschland und anderen Ländern des europäischen Raumes immer häufiger verwendet.

Synonyme für einen CEO sind unter anderem Geschäftsführer oder Head of Business. Hast du also das persönliche Ziel, als Führungskraft tätig zu sein, wirst du dich wahrscheinlich früher oder später um eine Stelle als CEO bewerben. Um dorthin zu kommen, sind grundsätzlich Fleiß und Engagement unabdingbar.

Studiengänge, die auf Führungsaufgaben vorbereiten

Nicht selten haben CEOs Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaft, Technik oder Recht absolviert. Dabei sind es vor allem die fachlichen Inhalte und deren Nutzung auf dem Arbeitsmarkt, die eine solche Karriere möglich machen – Führungsfähigkeiten im eigentlichen Sinne werden in diesen Studiengängen nicht erlernt. Aber auch Quereinsteiger aus anderen Bereichen können in einigen Fällen einen Weg finden. Ein CEO-Studium, dass sich ausschließlich mit diesem Bereich befasst, wurde bisher noch nicht entwickelt.

Allerdings gibt es Hochschulen, die diverse Studiengänge anbieten, in denen die Vermittlung unternehmerischen Denkens sowie verantwortungsvoller Führung im Vordergrund steht. Ein Bachelorstudium in „Internationaler BWL/Management“ mit späterem „Master in Management“ ist beispielsweise eine ideale Voraussetzung, um im Berufsleben schnell in eine Führungsposition aufzusteigen.

Masterstudiengänge mit einem Zusatzschwerpunkt „Management“ gibt es zudem in ganz unterschiedlichen Fachbereichen. Ergänzend kann es wichtige Qualifikationen mit sich bringen, ein oder mehrere Semester im Ausland zu verbringen. Interkulturelle Erfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse sind ebenfalls in einigen Führungspositionen sehr gefragt.

Alternativ gibt es kreative Wege. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, sich im Studium auf eine Sparte zu spezialisieren, die zum einen zukunftsweisend ist und zum anderen nur von wenigen anderen Studierenden belegt wird. Zunächst dient diese Vorgehensweise einer Ausbildung zum Fachexperten.

Die Aufstiegsmöglichkeiten in eine Führungsposition sind jedoch aufgrund der Relevanz am Markt bei gleichzeitig geringer Konkurrenz um einiges höher. Beispiele hierfür könnten Nischen im Bereich künstliche Intelligenz oder Nachhaltigkeit und Umweltschutz sein.

Die Aufgaben einer Führungskraft im Unternehmen

Natürlich ist es sinnvoll, wenn dich du vor der Entscheidung, ob du das Ziel hast, als Führungskraft zu arbeiten, mit den Aufgaben solcher Positionen beschäftigst. Je nach Branche und Unternehmen können sie variieren, gewisse Arbeiten jedoch muss jeder Chef gleichermaßen erledigen.

Führen von Mitarbeitern

Grundsätzlich müssen Führungskräfte vor allem mit dem Ziel des wirtschaftlichen Erfolgs Entscheidungen treffen und organisieren. Wichtig hierfür eine ausreichende Koordination und Organisation der Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern.

Dazu gehört eine gewisse Mediatorfunktion bei Problemen zwischen den Angestellten und die richtige und motivierende Kommunikation unbeliebter Aufgaben und Veränderungen. Falls diese dennoch nicht richtig umgesetzt werden, ist der Chef immer mitverantwortlich.

In einigen Fällen sind Führungskräfte zudem gemeinsam mit den für den Bereich zuständigen Mitarbeitern in Personalentscheidungen involviert.

  • Welcher Bewerber wird eingestellt?
  • Müssen eventuell Kündigungen ausgesprochen werden?

Eine falsche Entscheidung in diesem Bereich kann drastische Konsequenzen haben. Bereits an diesem Punkt zeigt sich: Die Aufgaben einer Führungskraft sind nicht immer angenehm.

Erfolgsorientierung und immer die Ziele im Blick

Zudem muss eine Sortierung der anstehenden Aufgaben nach akuter oder langfristiger Relevanz erfolgen. Grade für dauerhaften Erfolg sollte eine gute Führungskraft die Folgen des jeweiligen Handelns präzise einschätzen können.

Die Arbeit an gewissen Projekten muss von einer Führungskraft, genau wie von anderen Mitarbeitern, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zur Zufriedenheit des Firmeneigentümers erledigt und umgesetzt werden. Um dies zu erreichen, müssen die Aufgaben zielführend verteilt werden.

  • Welcher Mitarbeiter erledigt welchen Teil?
  • Welche Personen sind für welche Aufgaben am besten geeignet?

Diese Fragen müssen viele Führungskräfte in regelmäßigen Abständen beantworten.

Eigenschaften und Fähigkeiten, die Du mitbringen solltest

Um diese Aufgaben erfolgreich umzusetzen, benötigen Führungskräfte diverse Eigenschaften. Diese sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Daher solltest du dir vor dem Beginn deines Karriereweges mit dem Ziel Führungskraft die Frage stellen, ob du diese Skills besitzt. Die relevantesten sind:

  • selbstbewusstes Auftreten
  • Charisma
  • Belastbarkeit
  • Sozialkompetenz
  • Kreativität
  • Lernbereitschaft
  • Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik

Selbstbewusstes Auftreten

Eine gewisse Selbstsicherheit ist für einen Chef unabdingbar. Diese muss er ausstrahlen, um gegenüber Mitarbeitern eine Autorität zu besitzen. Zudem ist das selbstbewusste Auftreten die Basis für Durchsetzungsfähigkeit, die jede Führungskraft benötigt.

Etwas weiter gedacht ist dieser Skill noch für andere Faktoren relevant. Wie sollen Mitarbeiter an ein Projekt glauben und motiviert daran arbeiten, wenn nicht einmal der Chef die Aufgaben selbstsicher transportiert? Die Mitarbeitermotivation fällt ohne diese Eigenschaft ungleich schwerer.

Ein geringes Selbstbewusstsein lässt sich verbessern. Hierfür haben wir dir an anderer Stelle bereits einige Tipps zusammengetragen. Unter anderem passende Kleidung, Mimik, Gestik oder die richtige Körperhaltung sind eine Hilfe.

Charisma

Charisma ist in eine ähnliche Kategorie einzuordnen wie Selbstbewusstsein, bzw. das Selbstbewusstsein ist ein wichtiger Teil des Charismas. Der Begriff bezeichnet eine gewisse Ausstrahlung eines Menschen auf andere Personen. Die wenigsten Menschen würden sich selbst als charismatisch bezeichnen: Die Eigenschaft wird einer Person eher von anderen zugeschrieben und basiert vor allem auf der individuellen Außenwirkung eines Menschen.

Neben dem Selbstbewusstsein sind viele weitere Eigenschaften Voraussetzung für Charisma. Dazu gehören unter anderem Authentizität, Empathie und Mut. Aber auch Sensibilität und Großzügigkeit können eine Rolle spielen.

Viele Menschen gehen davon aus, dass Charisma entweder gegeben ist, oder eben nicht. Allerdings gibt es verschiedene Wege, es zu trainieren. Dafür ist es unter anderem hilfreich, zu üben, auf andere Menschen zuzugehen.

Expressivität ist ein wichtiger Faktor für ein gutes Charisma. Gute Vorbilder können ebenso unterstützend wirken-. Nicht zuletzt empfiehlt es sich, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die du an dir selbst weniger magst, abzulegen.

Belastbarkeit

Führungskräfte sind oft enormem Stress ausgesetzt. Daher ist es unabdingbar, eine gewisse Belastbarkeit mitzubringen. Das gilt sowohl auf körperlicher Ebene (häufig sind Überstunden gefragt), als auch auf psychischer und mentaler.

Körperliche Fitness, die durch regelmäßige Bewegung erreicht wird, ist hierbei eine Hilfe. Oft härtet schon die alltägliche Gewohnheit an den Stresszustand ab. Zudem können eine gute Organisation des Alltags sowie ausreichend Freizeitausgleich helfen.

Sozialkompetenz

Sozialkompetenz besteht aus mehreren Eigenschaften. Dazu gehören unter anderem Teamfähigkeit und ein gutes Kommunikationsvermögen. Empathie, die Fähigkeit zur Anerkennung, emotionale Intelligenz und interkulturelle Kompetenzen sind ebenfalls wichtig. Nicht zuletzt ist eine gute Menschenkenntnis relevant.

Ohne Sozialkompetenz ist vor allem der Umgang mit anderen Angestellten und einem Team nicht machbar. Die genannten Eigenschaften bilden die zwischenmenschliche Basis für jede Form von Führungskompetenz.

Kreativität

Kreativität ist von einer Führungskraft vor allem dann gefragt, wenn es darum geht, neue Wege zu finden, um ein Projekt zielführend umzusetzen. Aber auch bei der Aufteilung der Aufgaben unter den Mitarbeitern kann sie eine Rolle spielen.

Nicht zuletzt fordern organisatorische Hürden oft ein gewisses Maß an Kreativität und das schnelle Finden von alternativen und praktikablen Wegen. Schlussendlich kann die Kreativität bei der Findung oder der Umsetzung fachlicher Innovationen eine Rolle spielen – Führungskräfte sollten einem Unternehmen in diesem Sektor regelmäßige Anstöße geben können.

Lernbereitschaft

Sie sollten zudem stets bereit sein, Neues zu lernen. Dies gilt sowohl für die Personalführung, als auch für die eigene Organisation. Nur so können die Abläufe und Arbeitsmethoden in einem Unternehmen konstant verbessert werden. Diese Vorgehensweise ist die Basis für eine dauerhafte Konkurrenzfähigkeit.

Dazu kann gehören, sich verschiedene Skills im Selbststudium anzueignen oder Seminare zu besuchen. Hierfür muss nicht selten ein gewisser Teil der Freizeit aufgewendet werden.

Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik

Kritik ist ein wichtiger Motor der Verbesserung. Dabei kommt es einerseits darauf an, andere Menschen auf eine passende Art und Weise kritisieren zu können. Andererseits ist die Fähigkeit, Selbstkritik zu üben, nicht weniger relevant.

Wichtig in beiden Varianten ist, dass Kritik konstruktiv vermittelt wird. Bloßes Schlechtmachen hilft niemandem weiter. Dabei sollte zu jeder Zeit der Respekt vor dem jeweiligen Gegenüber und im Rahmen der Selbstkritik vor der eigenen Person gewahrt werden.

Typische Fehler, die junge Führungskräfte oft machen

Wie in jedem anderen Bereich gibt es typische Fehler, die junge Führungskräfte, die eine solche Position noch nicht lange ausfüllen, machen. Viele dieser Fettnäpfchen und Irrtümer sind jedoch mit ein bisschen Vorwissen und Strategieplanung vermeidbar.

Rollenwechsel

Gerade am Anfang der Arbeit als Führungskraft besteht durch eine Beförderung das Problem, dass sich das Verhältnis zu den Kollegen verändert. Beziehungen, die zuvor auf einer gleichen Ebene stattfanden, sind nun asymmetrisch.

Junge Führungskräfte versuchen häufig, den Kontakt auf die gleiche Weise wie vor ihrer beruflichen Veränderung zu pflegen. Damit gehen in logischer Konsequenz diverse Probleme einher, eine Autorität aufzubauen.

Andererseits ist ein zu schneller Wechsel der Rolle und eine schlagartige Abkehr von einem kollegialen Verhältnis ebenfalls wenig empfehlenswert. Sinnvoller ist es, die Veränderung zwar von Anfang an spürbar, jedoch in einem langsamen und fließenden Übergang zu gestalten.

Probleme mit dem Delegieren

Vorgesetzte, die neu in dieser Rolle sind, sind es gewohnt, Aufgaben selbst anzugehen. Daher kann es am Anfang schwerfallen, gewisse Tätigkeiten vollumfänglich zu delegieren und das eigene Engagement zurückzufahren.

Hinzu kommt, dass dieser Schritt Vertrauen erfordert. Ein Vorgesetzter muss sich darauf verlassen können, dass von ihm delegierte Aufgaben im gesetzten Zeitrahmen und zur Zufriedenheit des Unternehmens erfüllt werden. Ein gewisser Kontrollverlust ist nicht selten die Folge.

Allerdings gibt es für das Delegieren von Aufgaben gewisse Regeln, die es möglich machen, die Arbeit guten Gewissens abzugeben. Dazu gehört vor allem die Schaffung einer klaren Struktur sowie einer Messbarkeit des Erfolges bei der Erledigung. Konkrete Vorgaben und Zeitlimits sind unabdingbar.

Eine Frage des Alters

Ein weiteres Problem, das gerade junge Führungskräfte haben, ist der Umgang mit deutlich älteren und erfahreneren Mitarbeitern. Die Ebene des Alters steht hierbei im Gegensatz zur Ebene und Asymmetrie des Vorgesetztenverhältnisses.

Zur Lösung dieses Problems ist es notwendig, eine ausreichende Balance zwischen Respekt, Anerkennung und Durchsetzungsvermögen zu finden. Das deutliche Zeigen von Respekt vor dem Gegenüber kann wiederum Respekt verschaffen. In jedem Fall zu vermeiden ist jede Form von besserwisserischem Verhalten.

Führungskraft oder doch lieber Fachexperte werden?

Auf Basis aller dieser Faktoren solltest du dir nun überlegen, ob du wirklich für das Ausfüllen von Führungspositionen geeignet bis. Alternativ macht möglicherweise eine Karriere als Fachexperte Sinn. Beide Wege haben individuelle Vor- und Nachteile, wichtig ist jedoch primär, dass die eingeschlagene Laufbahn zu deiner Persönlichkeit passt.

Führungskräfte: Vor- und Nachteile im Vergleich zu Fachexperten

Führungskräfte haben sprichwörtlich das Sagen. Das bedeutet, dass du eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit hast, die andererseits wiederum durch den hohen Druck und die erwartete Mehrleistung beschnitten wird.

Das Gehalt und die Reputation einer Führungskraft sind nicht selten höher als bei einem Fachexperten. Solltest du auf diese beiden Faktoren besonderen Wert legen, können sie deine Entscheidung deutlich beeinflussen.

Einer der Hauptnachteile einer Karriere als Führungskraft ist, dass du es gerade in den ersten Jahren schwer hast. Jüngeren Führungskräften wird häufig eine geringere Akzeptanz entgegengebracht als älteren. Daher solltest du dich im Voraus fragen, ob du damit über einen längeren Zeitraum umgehen kannst.

Hinzu kommt der Aspekt, dass wie zu Beginn beschrieben, die Hierarchien immer mehr abflachen. In logischer Konsequenz könnten deine Rolle und Relevanz als Vorgesetzter in den nächsten Jahren und Jahrzehnten geringer werden. Falls du also vor allem auf den Titel „Chef“ aus bist, besteht das Risiko, dass dieser in nicht allzu ferner Zukunft weniger wichtig ist und klingt.

Fachexperten: Vor – und Nachteile im Vergleich zu Führungskräften

Als Fachexperte hast du solche Probleme, wenn überhaupt, nur in einem geringeren Maß. Zwar ist das Gehalt in einigen Fällen nicht so üppig und du musst dich nach diversen Anweisungen richten. Je nach Führungsstil können solche Aufgabensetzungen jedoch sehr angenehm transportiert werden: Es kommt also auf die Suche nach dem richtigen Arbeitgeber an.

Andererseits ist der Druck auf deinen Schultern geringer und deine Arbeitszeiten sind geregelter. Für eine funktionierende Work-Life-Balance und ausreichend Zeit etwa für die Gründung einer Familie können diese Aspekte unschlagbare Vorteile sein.

Außerdem kannst du dich vor allem auf Basis deines Fachwissens einbringen. Du machst also das, was dich schon interessiert hat, als du dein Studium begonnen hast. Zwar sind gewisse Sozialkompetenzen grundsätzlich in jedem Job erforderlich, als Fachexperte haben sie jedoch in deinem Alltag eine weitaus geringere Bedeutung als für Führungskräfte.

Fazit

Führungskräfte haben eine ganze Reihe von Aufgaben, die vor allem in den Bereichen der Organisation und der sozialen Interaktion liegen. Für ein gutes Gehalt, Erfolg in der Position und eine hohe Reputation sind Überstunden und Weiterbildungen zwingend notwendig. Nicht immer sind die Aufgaben eines Vorgesetzten angenehm. Überlege dir also, ob deine individuellen Voraussetzungen wirklich zu dieser Rolle passen: Falls ja, steht einer Karriere in den Führungsetagen nichts im Wege. Falls nicht, solltest du dich eher auf eine Laufbahn als Fachexperte konzentrieren.

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