Technologien der Zukunft: Roboter und Cyborgs

Technologien der Zukunft: Roboter und Cyborgs

Wenn wir an Roboter denken, kommen uns oft fantastische Bilder von menschenähnlichen Science-Fiction-Figuren in den Kopf. Roboter, die entweder mit den Menschen oder gegen sie kämpfen und eigentlich im Grunde optimierte, mechanische Menschen sind.

In der Realität sehen Roboter zwar anders aus und sind, in den meisten Fällen, ungefährlich, spielen aber dennoch eine wichtige Rolle in unseren Leben. So waren zum Beispiel schon 2015 über 160 Roboter an der Produktion des Models S von Tesla beteiligt.

Nicht weniger interessant ist die Frage, was passiert, wenn Mensch und Maschine verschmelzen. Aus diesem Grund werden wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, was Cyborgs sind.

Roboter und Cyborgs: Worum geht es?

Fangen wir ganz einfach an: Roboter sind Maschinen, die mehr oder weniger intelligent eine oder mehrere Aufgaben für uns Menschen erledigen können.

Diese Definition ist zumindest so lange gültig, wie wir davon ausgehen, dass Roboter keinen eigenen Willen haben (können) und uns ausschließlich als Maschinen dienen. Diese Ergänzung mag auf den ersten Blick befremdlich wirken. Nichtsdestrotz wird die Frage, in welcher Hinsicht sich mechanisches „Leben“ von organischem Leben (in Zukunft) unterscheidet heiß diskutiert. Eine erste interessante Annäherung für eine mögliche Regelung findet sich bei Isaac Asimov, der 1942 (in seiner Geschichte Astounding) die folgenden drei Robotergesetzte aufgestellt hat:


StudybeesPlus für WiWis

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert

Eine endgültige Lösung ist das aber natürlich auch nicht. Sicher ist nur, dass die die Grenze zwischen Mensch und Maschine, insbesondere durch die fortschreitende künstliche Intelligenz, immer weiter verschmimmen wird.

Definitiv verschmimmt diese Grenze, wenn wir an Cyborgs denken. Ein Cyborg (kurz für Cybernetic Organism), ganz einfach gesagt, ist ein Mischwesen aus Mensch und Maschine. Die Frage nach Brain-Computer-Interfaces war zum Beispiel an (futuristische) Annäherung an die Idee der Verschmelzung. Man könnte aber vielleicht auch schon sagen, dass elaborierte Prothesen, die mit Mikroprozessoren ausgestattet sind, den betroffenen Menschen zum Cyborg machen.

Eine interessante Figur ist der Brite Neil Harbisson, der als erster Mensch gilt, dessen Status als Cyborg offiziell anerkannt wurde. Neil wurde farbenblind geboren und hat sich später eine Art von Antenne in den Schädel einpflanzen lassen, die es ihm erlaubt, Farben (und andere Signale) zu hören und so wahrzunehmen. Für ihn ist die Antenne kein Gerät mehr, sondern ein Sinnesorgan, das zu seinem Körper und zu seiner Wahrnehmung der Welt gehört. Wer mehr erfahren möchte, sollte sich auf jeden Fall das Interview ansehen, dass die FAZ mit ihm geführt hat.

Ebenfalls spannend ist der Gedanke des Transhumanismus. Transhumanisten nehmen an, dass sich Grenzen die Menschen (körperlich und geistig) haben, durch Technologie verschieben und erweitern lassen. Für sie stehen die ethischen, moralischen und technischen Fragen im Zentrum, die aufkommen, wenn neue, emergente Technologien genutzt werden sollen, um menschliche („natürliche“) Limitationen zu durchbrechen.

Was bringt uns das?

Je nachdem, wie offen wir die Definition von Roboter formulieren, sind schon einfache Geräte wie Kaffeevollautomaten oder Waschinen Roboter. Nichtsdestotrotz können wir aber einige Beispiele nennen, die näher an dem sind, was wir uns vorstellen, wenn wir das Wort Robter hören:

  • Militärische oder polizeiliche Roboter (z.B. Atlas von Boston Dynamics), die bewaffnet oder unbewaffnet, in den Einsatz kommen, wenn es für Menschen zu gefährlich wird (z.B. auch Bombenräumung)
  • Selbstfahrende Autos, Busse, Züge und Lastkraftwagen
  • Rover, die auf fremden Planeten Experimente durchführen
  • Produktionsroboter, die in Fabriken selbständig Produkte herstellen oder zusammenbauen
  • Menschenähnliche Roboter, die uns als Freunde oder (sexuelle) Partner dienen (siehe unten das Video zu Sophia)
  • Roboter, die Dienstleitungs- und Pflegeaufgaben übernehmen
  • Roboter. die uns Aufgaben ins Haushalt abnehmen (z.B. Staubsaugroboter)
  • Drohnen, die Daten sammeln und zum Beispiel die Meere von Plastikmüll befreien

Auch wenn wir an Cyborgs denken, können wir spannende Beispiele finden:

  • Prothesen, die direkt mit dem Gehirn kommunzieren
  • Medizinische Geräte, die Implantiert werden (im einfachsten Fall ein Herzschrittmacher)
  • Brain-Computer-Interfaces
  • Neue Sinnesorgane, die uns bei Behinderungen helfen, aber auch ganz neue Erfahrungen (z.B. Magnetismus) zulassen
  • Exoskelette, die es uns schon heute möglich machen, wahnsinnige Mengen an Gewicht zu tragen
  • Implantierte RFID-Chips, die als Schlüssel oder Geldbörse dienen

Es lassen sich garantiert noch hunderte Beispiele finden. Klar ist aber, dass in Zukunft immer mehr Aufgaben von Robotern übernommen werden. Außerdem werden Roboter und Cyborgs in Zukunft dazu im Stande sein, Dinge zu tun, die für „normale“ Menschen unmöglich wären.

Wo stehen wir?

Roboter beschäftigen die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Bereits 1900 hat L. F. Baum in The Wonderful Wizard of Oz einen Cyborg beschrieben, dessen Körper zum Teil aus robotischen Metallteilen bestand. Im ersten Weltkrieg kamen dann bereits die ersten ferngesteuerten Waffen zum Einsatz.

Heute ist die Forschung und Entwicklung um einiges weiter und elaborierte Roboter dominieren nicht nur unsere Fabriken, sondern finden auch Einzug in unsere Wohnungen.

Neben den technologischen Fragen werden aber auch rechtliche und philosophish-ethische Fragen immer wichtiger. Wie stehen wir zu Robotern, die selbständig Entscheidungen treffen? Wollen wir einen Krieg sehen in welchem bewaffnete Roboter (neben den bereits existierenden Drohnen) kämpfen? Wie gehen wir mit Robotern um, die wir de facto nur noch kaum von Menschen unterscheiden können? Sind Beziehungen, jedweder Art, zwischen Menschen und Maschinen denkbar und moralisch zulässig?

Mehr?  Selbstbewusstsein – 10 Tipps, damit du selbstsicherer wirst