Technologien der Zukunft: Cloud Computing

Technologien der Zukunft: Cloud Computing

Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit hast du bereits Daten in der Cloud. Ob du Dropbox, die iCloud, Google Drive oder auch einfach nur WhatsApp verwendest – deine Daten liegen auf entfernten Servern in der Cloud. In der Zwischenzeit ist Cloud Computing aber sehr viel mehr, als nur ein praktischer Datenspeicher.

Cloud Computing: Worum geht es?

Wenn wir den Begriff „Cloud“ hören, denken wir oft zuerst an Dienste, die es uns erlauben, unsere Dateien, zum Beispiel unsere tausenden Bilder, sicher und immer verfügbar im Internet zu speichern.

Dabei ist Cloud Computing zuerst einmal nichts anderes, als ein Begriff für die Bereitstellung von IT-Ressourcen und Anwendungen, die über das Internet verfügbar sind und meistens nach Nutzung, maximal flexibel, bezahlt werden. Viele große und kleine Unternehmen setzen heute bei ihrer IT auf Cloud-Anbieter um flexibel und schnell auf neue Bedingungen reagieren zu können.


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Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, schauen wir uns die drei größten Service-Modelle einmal genauer an: Software as a Service, Platform as a Service und Infrastructure as a Service.

Software as a Service (SaaS)

Hier geht es darum, eine einzelne Anwendung, zum Beispiel E-Mail, in der Cloud zu haben. Wenn ich zum Beispiel Google Mail oder Google Docs verwende, greife ich auf eine Anwendung in der Cloud zu.

Platform as a Service (PaaS)

PaaS-Anbieter erlauben es, eigene Software zu betreiben, ohne die Server und Datenbanken (die Platform) selbst verwalten zu müssen. Die Anbieter stellen die Plattform bereit, die Entwickler nur noch die Software selbst.

Infrastructure as a Service (IaaS)

Wenn wir von IaaS sprechen, liegt quasi „alles“ in der Cloud. Angefangen bei virtuellen Servern über virtuelle Netzwerke bis hin zu komplexen Speicherinfrastrukturen. Als Kunde kann ich meine gesamte Infrastruktur, genauso wie ich sie möchte, in der Cloud installieren ohne auch nur einen Server in meinen eigenen Gebäuden zu haben.

Vielleicht noch einmal in Form eines, zugegebenermaßen etwas blöden, Vergleichs. Wenn wir über Mobilität nachdenken, wäre ein eigenes Auto die „nicht Cloud“. Ein geleastes Auto wäre IaaS, ein Taxi wäre PaaS und ein Bus wäre schließlich SaaS. Ein geleastes Auto lässt sich flexibel austauschen, funktioniert aber im Grunde wie ein eigenes Auto. Ein Taxi fährt zwar dorthin, wo ich möchte, ich muss mich aber nicht um die Details kümmern. Ein Bus hingegen hat eine vorgefertigte Route, ist aber sehr viel günstiger und unkomplizierter als andere Lösungen.

Eine weitere interessante Begebenheit liegt darin, dass das Cloud Computing eigentlich gar nicht so neu ist. Bevor der PC (und dann das Smartphone) den Markt erobert hat, war es völlig normal, sich auf einem Mainframe-Computer (Großrechner) per Netzwerk einzuloggen und dort zu arbeiten. Die Idee von relativ „schwachen“ Geräten, die auf große Server zugreifen, auf denen die Magie passiert, ist also definitiv nichts Neues, sondern eigentlich ein relativ alter Hut. Die Verfügbarkeit von (mobilem) schnellem Internet hat allerdings die Anwendungsmöglichkeiten nochmals vollkommen umgeworfen.

Was bringt uns das?

Wenn wir über Cloud Computing, egal welcher Art, nachdenken, ist es relativ einfach Vor- und Nachteile zu finden.

Die großen Vorteile liegen in der hohen Verfügbarkeit, der Flexibilität, der Geschwindigkeit und der Expertise der Anbieter. Wenn ich zum Beispiel ein kleines Startup gründen möchte, erlauben es mir Cloud Anbieter sehr schnell die nötige Infrastruktur aufzubauen ohne große Investionen in die Hardware tätigen zu müssen. Wenn sich meine Bedürfnisse ändern, kann ich innerhalb von Minuten meine Infrastruktur, die ja nur virtuell in der Cloud existiert, entsprechend skalieren. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Vorteil, dass die Daten sofort auf allen Geräten mit Internetverbindung verfügbar sind.

Die Nachteile der ganzen Geschichte lassen sich aber auch nicht verheimlichen. Wenn ich in der Cloud arbeite, gebe ich Kontrolle ab – de facto liegen meine Daten ja nur auf anderer Leute Computer. Zudem binde ich mich häufig an einen Anbieter und dessen Infrastruktur. Ebenfalls können, unter Umständen, die Kosten langfristig sehr viel höher sein.

Ob und wie sicher die eigenen Daten sind, muss von Fall zu Fall unterschieden werden. Nicht ganz umsonst sagt man sich aber, dass „alle Wolken früher oder später abregnen“.

Wo stehen wir?

Cloud Computing ist bereits überall! Die großen Anbieter, Amazon, Microsoft und Google, haben für jedes Problem und jeden Anwendungsfall eine Lösung in der Cloud parat. Amazon bietet durch AWS (Amazon Web Services) zum Beispiel bereits jetzt schon Blockchain as a Service an. Übrigens, Amazon, der vermutlich größte Cloud-Anbieter, generiert zwischenzeitlich größere Einnahmen mit AWS als mit dem Handel von Waren.

Ob große oder kleine Unternehmen, fast alle haben Daten in der Cloud. Im privaten Bereich sieht das nicht anders aus – fast alle Smartphones spiegeln zum Beispiel Daten in die Clouds um ein Backup anzulegen.

Ein (relativ) neuer Trend ist das Edge Computing. Hier ist die Idee, die Daten, soweit möglich, nahe am Entstehungsort zu verarbeiten um Zeit zu sparen. Die dann bereits gefilterten und bearbeiteten Daten werden in die Cloud geschickt. So kann wertvolle Zeit und Datenvolumen, vor allem wenn es um smart IoT-Geräte geht, gespart.

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