STUDIUM UND ARBEIT ALS MEDIENDESIGNER – WAS GENAU MACHT MAN DA?

„Irgendwas mit Medien“ lautet sie oft. Die Antwort auf die Frage, was man später mal beruflich machen möchte. Wer gerne kreativ ist und in den Bereich Gestaltung gehen will, aber noch nicht genau weiß, welche Medien es genau sein sollen, für den könnte das Studium Mediendesign das Richtige sein. Hierbei nämlich kann während der gesamten Studienzeit erforscht und erprobt werden, ob einem Print, TV- und Radio oder die Gestaltung anderer Medien am meisten liegen. Aber was genau machen Mediendesigner und wie läuft das Studium ab?


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WAS HEISST DAS, MEDIENDESIGNER ZU SEIN?

Mediendesigner sind in erster Linie Designer. Sie entwickeln und gestalten Grafiken und Bilder oder Videos, aber beispielsweise auch bestimmte Benutzeroberflächen diverser Medien – auch und oftmals im Internet.

Doch alleine mit kreativer Gestaltung ist es nicht getan. Mediendesigner müssen sich auch mit Vermarktung und Kommunikation beschäftigen. Denn bei der Konzeption ihrer Designs müssen sie einschätzen können, wie was bei wem gut ankommt und welchen Effekt die gestalteten Medien erzeugen.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine dreijährige Ausbildung zum Mediendesigner zu absolvieren oder ein Studium in der Fachrichtung Mediendesign mit Bachelor- oder Masterabschluss zu machen. Auch bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist allerdings ein Gymnasialabschluss empfohlen. Denn oftmals werden auch hier vermehrt Abiturienten genommen. Wer sich für die Ausbildung entscheidet, hat die Möglichkeit, hinterher beruflich bei Werbeagenturen, Zeitungs- und Internetredaktionen und Bildagenturen tätig zu werden. Dabei wird man oft in unterschiedliche Bereiche eingespannt, wovon die aktive Mediengestaltung nicht selten nur einen Teil darstellt. Alternativ besteht aber natürlich auch die Möglichkeit, sich konkret als Mediendesigner bei einem Unternehmen zu bewerben und dort mitunter freiberuflich oder fest angestellt zu arbeiten.

Wer sich wiederum für den Studiengang Mediendesign entscheidet, wird später ziemlich sicher auch als Mediendesigner arbeiten. Schwerpunkte innerhalb des Studiums lassen sich hierbei über die Wahl verschiedener Vorlesungen und Seminare setzen. Die Bereiche heißen dann zum Beispiel Multimedia, Mediendesign und Designtechnik, Design interaktiver Medien usw.

WELCHE VORAUSSETZUNGEN SIND MITZUBRINGEN?

Wie bereits erklärt bildet eine Ausbildung oder ein Studium die Grundlage für den Beruf des Mediendesigners. Abgesehen davon, bzw. auch schon für Ausbildung und Studium sollten Interessenten allerdings auch einige spezifische Fähigkeiten mitbringen.

Selbstverständlich sollte jeder, der Mediendesigner werden möchte, ein hohes Maß an Kreativität mitbringen und ein Gespür und Auge für Farben, Formen und Layouts haben. Grundsätzlich ist die Kreativität allerdings anders als etwa bei Berufsmalern oder Künstlern auch stark abhängig, bzw. orientiert von und an Kundenwünschen. Mediendesigner sollten also in der Lage sein, Wünsche und Vorstellungen von Kunden nach bestem Können umzusetzen und dabei dennoch Spaß am Gestalten haben und sich nicht unter Stress setzen lassen.

Gerade auch, wenn einmal im Team gearbeitet werden muss, sind solide Kommunikationsfähigkeiten gefordert. Wer sich schon bei Gruppenarbeiten in der Uni schwer tut, wird es als Mediendesigner vermutlich manchmal eher schwer haben.

Neben kreativen und künstlerischen sowie guten Kommunikationsfähigkeiten sind auch gute Englischkenntnisse hilfreich. Denn bei der Arbeit mit verschiedenen Designprogrammen am Computer wird man immer wieder auch auf rein englische Texte und Wörter stoßen. Kenntnisse im Bereich Informatik können für die Computerarbeit auch nicht schaden.

Wichtig für den Beruf als Mediendesigner sind darüber hinaus einige der sogenannten Soft Skills. Man liest immer wieder, dass Soft Skills und Kompetenzen in die Bereiche „Kann“ und „Muss“ eingeteilt werden. Wer sich fragt, welche Kompetenzen für den Beruf des Mediendesigners in welche Kategorien einzuordnen sind, sollte mit folgender Übersicht einen Eindruck bekommen:

Muss-Kompetenzen und Kann-Kompetenzen Mediendesigner

Zu guter Letzt sollte man sich darauf einstellen, dass es als Mediendesigner durchaus hin und wieder vorkommen kann, dass zu den geregelten Arbeitszeiten Überstunden hinzukommen. Denn wer im Designbereich tätig wird, arbeitet in fast allen Fällen mit Deadlines, die nun einmal eingehalten werden sollten, wenn man Kunden und Job nicht verlieren möchte. Grundsätzlich sind die Arbeitszeiten aber auch recht frei einteilbar, weil nicht immer gleich viel für einen Auftrag zu tun ist. Außerdem sind die Aufgaben meist abwechslungsreich, weshalb Langeweile eigentlich nur selten aufkommt.

KONKRETE AUFGABEN EINES MEDIENDESIGNERS

Als angestellter oder auch als selbstständiger Mediendesigner übernimmt man nach dem abgeschlossenen Studium oder der Ausbildung meist Projekte von Firmen oder kleineren Kunden und arbeitet auf Auftrag. Deshalb sind die Aufgaben, wie schon erwähnt, oft abwechslungsreich und stets aufs Neue fordernd. Schön ist, dass Mediendesigner die Ergebnisse ihrer Arbeit direkt sehen. Der Beruf wird von vielen daher als sehr befriedigend wahrgenommen.

Die tägliche Arbeit dreht sich bei Mediengestaltern natürlich vorwiegend ums Gestalten, Entwerfen und Designen. Einige andere Tätigkeiten kommen aber immer wieder hinzu. Konkrete Aufgaben können somit sein:

  • Das Erstellen von Grafiken für Zeitschriften und Zeitschriften, aber auch und vor allem oft für diverse Websites oder Onlineshops
  • Das Erstellen von Bildern für Broschüren oder (Online-)Flyer und Websites
  • Die Auswahl und das Erstellen von Layouts und Konzepten nach Vorstellungen der Auftraggeber
  • Das Erstellen von Gestaltungsentwürfen verschiedener Medienprodukte
  • Der Einsatz im Marketingbereich eines Unternehmens durch die Erstellung passender Bilder, Videos, Flyer oder sonstiger medialer Darstellungen
  • Die Gestaltung der Mediendesigns mit etlichen Programmen, wie Photoshop, Freehand, InDesign, Maxon Cinema, Blender 3D uvm.
  • Die Beratung und Planung des Corporate Designs für ein Unternehmen sowie doe passende Konzeptentwicklung, Visualisierung, Gestaltung und Technik
  • Das Führen von Kundengesprächen in Form der Betreuung und Beratung eines Kunden und Briefings mit den Vorgesetzten
  • Das Erstellen von Angeboten und das Durchführen von Verkaufspreiskalkulationen durchführen
  • Die Unterstützung bei der Softwareentwicklung und die Zusammenarbeit mit Stakeholdern, um das App- Design anzupassen.

DIE STUDIENINHALTE

Entsprechend der späteren Aufgaben im Beruf kommen auch die Studieninhalte mit Schwerpunkt auf dem kreativen Arbeiten daher. Während des Studiums werden die Prinzipien übersichtlichen Mediendesigns erlangt und in der Praxis bereits angewendet. Hierbei werden alle klassischen sowie die neuen Medienformen abgedeckt und immer wieder auch miteinander kombiniert.

Folgende Bereiche werden in der Regel mit Lehrinhalten abgedeckt:

  1. Print
  2. Audio
  3. Video
  4. Online
  5. Multimedia bzw. Crossmedia.

Die Fertigkeiten, die zur Erstellung und Gestaltung von etwa Plakaten, Grafiken, Videoclips oder auch App-Designs benötigt werden, lernen Studierende dabei wiederum in Fächern, wie:

  • Animation
  • Grafikdesign
  • 3D-Design
  • Typografie
  • Fotografie
  • Kommunikationsdesign
  • Kommunikationsstrategien
  • Virtual Reality-Design

Da der Studienaufbau stets theoretische Grundlagen mit der praktischen Umsetzung verbindet, muss in fast allen Fächern selbst Hand angelegt werden. So folgt auf theoretische Lehreinheiten darüber, wie beispielsweise eine Website nutzerfreundlich und ansprechend gestaltet wird, die Einführung in etwa renommierte und beliebte Bildbearbeitungstools wie Photoshop oder auch die Arbeit mit Schnittprogrammen.

Auch zu erwarten sind ausgewählte Veranstaltungen im Bereich Betriebswirtschaftslehre. Hier soll Wissen nicht nur über die Produktion von Medien, sondern die Finanzierung von Projekten erlangt werden. Kurse in Englisch, Marketing, Projektmanagement oder Texterstellung sowie rund um Kreativitätstechniken werden von einigen Hochschulen auch angeboten.

DIE BEWERBUNG ALS MEDIENDESIGNER

Trotz der kreativen Arbeit sollte auch die Bewerbung auf einen Arbeitsplatz als Mediendesigner die klassischen Dokumente, wie das Anschreiben, den Lebenslauf und das Motivationsschreiben enthalten. Anders, als man vielleicht vermuten könnte, müssen diese klassischen Dokumente nicht unbedingt in einem kreativen Layout daherkommen. Diese Freiheit hat man heutzutage, ein Muss ist das allerdings nicht. Um die eigene Kreativität und die vorhandenen Fähigkeiten zu präsentieren, sollte aber eine zusätzliche Bewerbungsmappe mit Arbeitsmaterial zur Bewerbung hinzugefügt werden. Hier können sich Kopien von Zeichnungen und gestalterischen Arbeiten mit diversen Computerprogrammen sowie bereits ausgeführte Auftragsarbeiten finden.

Wie immer können Praktika, Berufserfahrung im Praxissemester und andere Berufserfahrung einem beim Bewerbungsgespräch weiterhelfen. Je näher diese an der Branche liegen, desto besser.

Drei Eigenschaften sollten bei der Bewerbung außerdem hervorgehoben werden: Kreativität, Motivation und Flexibilität. Denn vor allem auf diese drei Eigenschaften kommt es im späteren Berufsleben an.

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