Studiere ich eigentlich das Richtige?

Die Wahl des Studienfaches ist wirklich nicht einfach. Laut DAAD gibt es nicht nur mehrere hundert Hochschulen und Universitäten, sondern aktuell auch rund 19.000 unterschiedliche Studiengänge in Deutschland.

Es hilft aber natürlich alles nichts. Irgendwann trifft man eine mehr oder weniger fundierte Entscheidung und schreibt sich in einen Studiengang ein, der hoffentlich den eigenen Interessen, Wünschen, Zielen und Vorstellungen gerecht wird.

Vielen (in Wirklichkeit vermutlich allen) geht es dann so, dass nach ein paar Wochen, vielleicht auch erst nach ein paar Semestern, Zweifel an der eigenen Entscheidung aufkommen. Studiere ich eigentlich das Richtige? Macht mir mein Studium Spaß? Lerne ich Dinge, die mich interessieren und die für mich und mein späteres Leben Relevanz haben?

Für all diejenigen, die ihr Fach nur für den Abschluss und die Karriere studieren, stellen sich diese Fragen natürlich nicht wirklich. Allerdings stellt sich dann die wichtigere Frage: Nutze ich meine Zeit an der Universität wirklich optimal und ist das, für was ich arbeite, wirklich das, was ich mein Leben lang tun möchte und wofür ich brenne?

Fünf Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt…

  1. Der Weg zur Vorlesung und zum Seminar ist jeden Tag ein Kampf!
    Klar, nicht jede Vorlesung ist super spannend und motivierend – das muss ja auch gar nicht sein. Solltest du aber nicht einmal eine Veranstaltung im Semester haben, die dich zum Aufstehen und Mitmachen motiviert, läuft vermutlich etwas falsch.
  2. Du hast absolut keine Ahnung, warum du dich eigentlich durch all diese Veranstaltungen kämpfst!
    Wenn du auch nach einigen Semestern immer noch gar keine Idee hast, was du eigentlich mit deinem Studium anfangen willst (außer natürlich Taxifahren), solltest du darüber nachdenken, was dich in deinem Fach festhält. Findest du darauf keine gute Antwort, steht wohl der Gang zum Studiensekretariat auf dem Terminplan.
  3. Deine Talente passen einfach so gar nicht zu deinem Studienfach!
    Du hast ein wahnsinniges mathematisches Talent, studierst aber verzweifelt Philosophie? Niemand kann dir vorschreiben, etwas anderes zu tun, aber vielleicht solltest du dir die Informatik-Vorlesung zumindest einmal ansehen.
  4. Deine Kommilitonen und Kommilitoninnen sind sichtlich motivierter und engagierter als du!
    Es mag per se nichts Schlechtes sein, die Dinge etwas ruhiger angehen zu lassen. Merkst du aber, dass deine Mitstudierenden immer viel motivierter und begeisterter sind als du, liegt es vielleicht nicht an der langweiligen Dozentin, sondern daran, dass du und dein Studiengang einfach nicht wirklich zusammenpassen.
  5. Du bist eigentlich immer mit etwas völlig Anderem beschäftigt, das dir Spaß macht.
    Deine große Leidenschaft liegt im Schreiben von Geschichten und in der Musik, du studierst aber Wirtschaftsmathematik? Finanziell ist es vielleicht kein guter Rat, aber wenn es etwas in deinem Leben gibt, wofür du brennst, tue es! Deine Netflix-Abhängig fällt übrigens wahrscheinlich in die Kategorie „Prokrastination“ und nicht in die Kategorie „Karrierewechsel!“.

Vielleicht bist du genau am richtigen Ort!

Natürlich gibt auch gute Zeichen dafür, dass du gerade genau das Richtige tust:

  1. Dein Fach und die Inhalte begeistern dich und du kannst gar nicht genug über das aktuelle Thema erfahren.
  2. Es gibt Anknüpfungspunkte zwischen deinem Studium und deinen Freizeitinteressen und Ambitionen.
  3. Du führst leidenschaftliche Diskussionen mit deinen Kommilitonen.
  4. Du ziehst schon in Erwägung, in diesem Fach zu promovieren.
  5. Es ist dir egal, dass die Jobaussichten vielleicht nicht die Besten sind und du verteidigst dein Fach wann immer es notwendig ist.
  6. Dein Studium gibt dir das Gefühl, persönlich zu wachsen.
  7. Du kämpfst dich auch tapfer durch die schwierigen Klausuren und Hausarbeiten, weil du weißt, dass es auch wieder besser wird.
  8. Dozentinnen und Dozenten gehst du mit deinen ganzen Fragen auf die Nerven und du kennst ihre Sprechzeiten auswendig.
  9. Deine Kurse interessieren dich so stark, dass du am liebsten schon im dritten Bachelorsemester Veranstaltungen aus dem Master besuchen würdest.
  10. Du bist zufrieden mit deinem Studium und mit deiner Universität und denkst gar nicht darüber nach, etwas anderes zu tun.
  11. (Wenn du das Richtige tust, wirst du diese Liste ganz von selbst weiterführen können!)

Bei all diesen „Zeichen“ ist es aber natürlich ganz wichtig, sich zu bewusst darüber zu sein, dass das Studium auch gar nicht immer perfekt sein muss. Hin und wieder tut es auch gut, sich durch schwere Zeiten zu ackern und einfach darauf zu vertrauen, dass sich alles zum Guten wenden wird.