Studenten

Wird den gängigen Klischees Vertrauen geschenkt, lässt sich anhand des Studentenoutfits ableiten, für welches Fachgebiet sich die Männer und Frauen entschieden haben. Doch stimmt das wirklich? Kann man anhand der gewählten Kleidung mit großer Gewissheit sagen, welches Studienfach belegt wird? Fakt ist: Beinahe für jedes Studienfach gibt es ein Outfit-Klischees.


StudybeesPlus für WiWis

Demnach greift der klassische Jurastudent vor allem zu Polohemden, während die Sozialpädagogen auf dem Campus an ihren Öko-Sandalen zu erkennen sind. Dass an vielen dieser Klischees etwas dran ist, zeigt ein direkter Vergleich. Das beste Beispiel führt noch einmal ins Jurastudium. Die Jura-Studenten sind ebenso wie ihre Kollegen aus dem BWL-Bereich meistens seriös und schick gekleidet. Während der angehende Anwalt am liebsten zum Polohemd greift, gibt sich der BWL-Student auch mit einem Karo-Hemd zufrieden. Schick geht es aber auch bei der Hose zu. Hier setzen die männlichen Vertreter ihres Fachs am liebsten auf Chino-Hosen, die mit seriösen Segelschuhen kombiniert werden. Bei den BWL-Studenten geht es ein wenig legerer zu. Hier wird die Jeans weiterhin sehr gern getragen.

Die Damen aus den Jura- und BWL-Studiengängen zeigen ebenso keine Scheu vor Eleganz und setzen schon in der Uni auf die Extraportion Chic. Hier wird am liebsten eine Bluse mit Perlenohrringen kombiniert. Die Haare werden in klassischen Frisuren nach hinten gebunden. Neben dem strengen Dutt bleibt der Pferdeschwanz einer der Favoriten. Damit alles immer griffbereit ist, werden die Uni-Unterlagen in den großzügigen Longchamp-Taschen verstaut.

Wie sieht die Realität aus?

Das Klischee malt ein deutliches Bild des Jura-Studenten und sorgt vor allem dafür, dass er doch deutlich von anderen Studienteilnehmern auf dem Campus zu unterscheiden ist. Ein Blick in die Realität zeigt: So ganz Unrecht hat das Klischee nicht, auch wenn es ein wenig überspitzt ist. Tatsächlich ist es nämlich so, dass sowohl Jura- als auch BWL-Studenten bevorzugt zu schicker Kleidung greifen, die sie auch nach dem Jura-Studium tragen. Ein Polo- oder Karo-Hemd muss es aber nicht immer sein. Auch bei den Frauen liegt der elegante Look natürlich immer vorn, wobei sich hier nun anhand der Frisur nicht genau zuordnen lässt, welchen Studiengang sie wirklich besuchen. Gerade der Pferdeschwanz ist als klassische Alltagsfrisur kaum einem bestimmten Studiengang zuzuordnen.

Kreativität endet nicht beim Studiengang

Close up woman in yellow shirt and jeans holding cup of coffee and book in hands in city park

Es lässt sich also festhalten, dass gerade Jura- und BWL-Studenten sehr gern klassische Looks tragen, die sie später dann auch in ihrem Job favorisieren werden. Doch bestätigt sich das Klischee auch auf der entgegengesetzten Seite, also bei den Kreativen? Natürlich liegt es nahe, dass junge Menschen, die sich für einen kreativen Studiengang wie Design oder Kunst entscheiden, nicht mit dem Strom schwimmen, sondern auch in Sachen Kleidung gern ihr eigenes Ding machen. Gerade der Kunststudent tanzt hier gern aus der Reihe und macht sich nicht viel aus neuen Trends.

Dem Klischee zufolge kaufen Kunststudenten ihre Mode tatsächlich am liebsten im An- und Verkauf oder stöbern sich durch die Stände auf Flohmärkten. Die erste Wahl sind Retrolooks sowie Vintage-Styles in den verschiedensten Varianten. Während die Kunststudentin gern in einem Hemd von Papa vor der Staffelei steht und die Farbkleckse nicht scheut, zeigt sich der Kunststudent nicht weniger chaotisch.

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, Kunststudenten kennenzulernen, wird rasch bemerken, dass sich die Kreativität nicht auf den Studiengang beschränkt. Kunststudenten zeigen sich auch bei der Kleidung allzu gern unkonventionell und halten sich nicht unbedingt an die Dinge, die von der Modewelt gerade vorgegeben werden. Bei der Kleidung zeigen sie sich kreativ und schwimmen hin und wieder auch gegen den Strom. Doch dass die Studentinnen der Fachrichtung Kunst tatsächlich eine modische Reise durch Papas Kleiderschrank machen, lässt sich nicht ausnahmslos bestätigen.

Während die Künstler der Zukunft gerne mal die Designregeln brechen, müsste es doch gerade auf Seiten der Designer eigentlich ganz anders aussehen. Doch machen die Studenten ihrem späteren Beruf wirklich alle Ehre?

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Der Jutebeutel fehlt auf dem Campus nicht mehr

Das Klischee der Designstudenten findet deutliche Worte. Sie zeigen sich, egal ob Mann oder Frau vor allem trendy und modern. Getragen werden vorwiegend junge Modemarken, die auch gern, wenn es zum Zahn der Zeit passt, vor allem mit Nachhaltigkeit werben können. Während die angehenden Designerinnen, wohl auch aufgrund der praktischen Eigenschaften, ein Freund des Dutts sind, darf es bei den Männern eher ein Undercut sein. Zweifelsohne fällt der Designstudent sehr gern durch seinen Look auf und weiß neben der richtigen Kleidung auch die passenden Accessoires gekonnt in Szene zu setzen. Während er also zur nächsten Vorlesung eilt, darf der Coffee-to-go-Becher nicht fehlen. Auch hier muss das Design aber durchaus ein bisschen hipper ausfallen. Der Kaffeebecher allein reicht nicht aus. Das Klischee dichtet den Designstudenten auch gern die eine oder andere Hornbrille und einen Jutebeutel zu.

Klischees halten sich in den meisten Fällen nicht unbegründet, sondern orientieren sich doch stark an der Wahrheit. Das ist bei den Designstudenten nicht anders. Auch hier gibt es erhebliche Parallelen zwischen Klischee und Realität. Tatsächlich lassen sich die Designstudenten aufgrund ihres hippen Kleidungsstil sehr leicht auf dem Campus ausmachen. Sie sind meist durch und durch top gestylt und zeigen mit ihrem Outfit gern, dass sie verstehen, von was sie wirklich reden. Auch der Jutebeutel ist in der Tat ein Accessoire, das einfach kaum aus den Händen der angehenden Designer wegzudenken ist. Doch wer glaubt, dass auch ein Designer nicht hin und wieder einfach mal die Modeseele baumeln lassen kann, täuscht sich. Auch die angehenden Modeschöpfer zeigen sich hin und wieder gern in einem bequemen Look, in dem es sich letzten Endes wirklich am besten lernen lässt.

Sneaker-Träger sind Sportstudenten

Auch der Sportstudent bleibt vor dem einen oder anderen Klischee nicht bewahrt. Glaubt man diesen, fällt es leicht, ihn beispielsweise von dem Jura-Student zu unterscheiden. Aber wie sieht der Sportstudent aus dem Bilderbuch aus? Sportstudenten sind natürlich absolute Fitnessfreaks und zeigen sich daher auch gern von der sportlichen Seite. Das ist beim Outfit genauso wie bei der Freizeitgestaltung. Sneaker gehören hier klar zu den Must-haves des täglichen Outfits und werden am liebsten mit einer Jogginghose kombiniert. Da es die Treter nun für jeden Anlass und jede Jahreszeit gibt, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Während der Sportstudent sein legeres Outfit am liebsten mit einem Baseball-Cap ergänzt und durch einen bequemen Hoodie abrundet, wird bei den Studentinnen auf Einfachheit gesetzt. Da Schmuck beim Training nur stören würde, wird dieser weggelassen. Auch aufwendige Frisuren sucht man bei den angehenden Sportlern vergeblich. Stattdessen werden die langen Haare rasch zum Zopf gebunden, sodass sie eben nicht stören.

Das lockere und sportliche Outfit der Sportstudenten ist weniger auf Bequemlichkeit zurückzuführen als vielmehr auf die Art der Studiengestaltung. Das Klischee entspricht hier in der Tat der Realität, denn ein Sportstudent muss viel trainieren. Doch wenn das Studium von den Trainingseinheiten eine Pause macht und alle Zeichen auf eine Vorlesung oder Sport-Hausarbeit gerichtet sind, zeigt sich auch der Sportstudent gern mal ein bisschen schicker. In diesem Fall wird die Jogginghose doch tatsächlich auch gegen eine Jeans getauscht. Selbst die einen oder anderen Schmuckstücke sind in den Hörsälen zu sehen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so schick sind wie bei einem Designer.

Wie sieht es bei den angehenden Pädagogen aus?

Einige Klischees haben sich bereits bewahrheitet, andere müssen tatsächlich als überspitzt bezeichnet werden. Doch wie sieht es eigentlich bei denen aus, die sich für einen pädagogischen oder sozialen Studiengang entschieden haben? Wie bei den angehenden Künstlern zeigt sich laut Klischee bei den Sozialpädagogen oft wenig Trendbewusstsein. Stattdessen geht es darum, dass die Kleidung bequem ist und nicht einschränkt. Sehr gern tragen die Studentinnen die weiten Aladin-Hosen und kombinieren diese mit Öko-Sandalen. Im Klischee ist von den klassischen Birkenstocksandalen die Rede. Die Haare werden gerne lang und offen getragen, nicht nur von den Frauen, sondern auch von den Männern.

Hier zeichnet das Klischee einmal mehr ein sehr markantes Bild, das sicherlich nicht allen Pädagogik-Studenten gerecht wird. Tatsächlich schrecken diese Studenten aber nicht davor zurück, sich ein bisschen außergewöhnlicher zu kleiden. Man zieht ganz einfach gern etwas Ausgefallenes an, wobei der eigene Look auch farbenfroh sein darf. Wichtig ist aber vor allem die Bequemlichkeit, denn in dem Job machen die Outfits einiges mit.

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