Schon mal über eine medizinische Ausbildung nachgedacht?

medizinische Ausbildung

Jaja, so ein Medizinstudium ist echt nicht einfach. Und es ist noch weniger einfach, überhaupt erst einmal einen Studienplatz zu bekommen. Da muss man sich schon richtig reinhängen, dass man in der Schule gut abschneidet und so. Sicher habt ihr diese Sätze schon von einigen leidigen Freunden gehört, die sich brennend für Medizin interessieren, die aber an der Hürde des NCs oder anderen Aufnahmebedingungen scheitern. Oder von denen, die an einem Studium überhaupt kein Interesse haben. Oder von denen, die zwar gerne Menschen helfen möchten, aber mit Blut und Operationen so lieber gar nichts am Hut haben wollen. Oder… Sicher fallen euch selbst genug Gründe ein, wieso nicht jedem so ein Medizinstudium in den Kram passt.

Doch wer hat eigentlich gesagt, dass Arzt der einzige interessante Beruf im medizinischen Bereich ist? Es gibt sehr wohl viele andere spannende medizinische Jobs, für die man nicht 12 Semestern lang sich abrackern muss. Und das heißt nicht, dass deren medizinische Ausbildung nicht ebenso anspruchsvoll ist. Nur muss man eben dafür nicht an die Uni. Um euch die Qual der Wahl zu erleichtern, stellen wir heute fünf tolle medizinische Ausbildungsberufe vor, von denen wir uns wünschen würden, dass sie auch in Zukunft viel Interesse bei Abiturienten/-innen hervorrufen!


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Altenpfleger/in

Der Beruf des Altenpflegers ist ein Beruf mit Zukunft. Wer auch nur mal halbherzig in eine Zeitung geschaut oder bei den Nachrichten kurz aufgehorcht hat, der hat sicher schon mitbekommen, dass die deutsche Bevölkerung immer älter wird. Langweilig wird euch als Altenpfleger/in also schon mal nicht. Und über Arbeitslosigkeit müsst ihr euch auch keine Gedanken machen. Verbringt ihr gerne Zeit mit älteren Menschen? Könntet ihr euch vorstellen, dass auch beruflich zu machen? Dann solltet ihr diese medizinische Ausbildung durchaus in Erwägung ziehen.

Welche Aufgaben übernehmt ihr in der Altenpflege?

Wie der Name schon sagt, geht es bei diesem Beruf vorrangig darum, ältere Leute zu pflegen. Das beinhaltet sowohl ihr körperliches, als auch ihr geistiges Wohlbefinden. Altenpflege ist quasi ein Rundum-Paket. Ihr unterstützt Senioren in ihrem Alltag und sorgt dabei beispielsweise dafür, dass sie genügend Nahrung und Trinken zu sich nehmen. Auch, dass sie sich passend zur Tages- und Jahreszeit an- und auskleiden und ihren Körper pflegen ist wichtig. Zusätzlich sorgt ihr dafür, dass sie tagsüber eine sinnvolle und altersgerechte Beschäftigung ausüben, sodass sie trotz Pflegebedürftigkeit fröhlich und würdig altern können.

Da ihr euch mit alten Menschen beschäftigt, die ihren Alltag nicht mehr alleine meistern können, gehören natürlich auch ernstere Themen zu eurem Tagesablauf. So müsst ihr euch zum Beispiel auch um die medizinische Versorgung eurer Patienten kümmern. Das können so banale Dinge sein wie Blutdruck messen oder ihnen Medikamente verabreichen. Es kann aber auch mal sein, dass ihr ihnen eine Spritze geben oder eine Infusion legen müsst. Da diese Menschen natürlich den Großteil ihres Lebens schon hinter sich haben, ist natürlich auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod ein Teil des Berufsalltags. Sind eure Patienten sehr krank oder alt, begleitet ihr sie auf ihren letzten Wegen und kümmert euch auch nach ihrem Tod um ihre Versorgung. Auch der Kontakt mit Angehörigen gehört zu euren Pflichten. Egal, ob es um den medizinischen Zustand geht oder ihr sie einfach so auf dem Laufenden haltet. Eine enge Zusammenarbeit mit der Familie ist sehr wichtig.

Was sollte ein/e Altenpfleger/in mitbringen?

Da ihr als Altenpfleger/in engen Kontakt mit euren Patienten habt, solltet ihr definitiv ein Menschenkenner und -versteher sein. Ihr tragt große Verantwortung für das Wohl der Patienten, daher solltet ihr gut mit ihnen umgehen können und in der Lage sein, sie auch seelisch zu unterstützen. Daher ist es auch wichtig, dass anderen helfen eines eurer Grundbedürfnisse ist. Da es sich bei euren Patienten um nicht mehr unbedingt körperlich oder geistig fitte Menschen handelt, muss der Wille, ihnen helfen zu wollen, sehr groß sein. Auch viel Geduld und psychische Stabilität ist wichtig, da Altenpfleger/innen auch manchmal emotionalen Belastungen ausgesetzt sind. Auch Sportlichkeit ist eine Voraussetzung: Als Altenpfleger/in seid ihr ständig auf den Beinen und müsst genügend Kraft haben, um eure Patienten körperlich zu unterstützen, zum Beispiel indem ihr ihnen in den Rollstuhl helft.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung zum Altenpfleger dauert drei Jahre und besteht aus Theorie und Praxis. Der theoretische Unterricht findet in der Altenpflegeschule statt, der praktische in einer Altenpflege-Einrichtung. Durch Beratung und Betreuung von Patienten lernt ihr hierbei den Alltag in stationärer und ambulanter Pflege kennen und arbeitet von Jahr zu Jahr selbstständiger. Da Senioren rund um die Uhr Betreuung benötigen, arbeiten Altenpfleger/innen Schichtdienst, es kann also auch mal sein, dass ein Wochenende dran glauben muss. Durch Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen nach der Ausbildung könnt ihr eure Chancen auf einen beruflichen Aufstieg erhöhen – so könnt ihr später zum Beispiel einmal euer eigenes Heim leiten.

Ergotherapeut/in

Was ist das?

Als Ergotherapeut/-in unterstützt ihr Menschen, die körperlich oder seelisch eingeschränkt sind. Ihr erarbeitet Behandlungskonzepte und führt diese anschließend in der Therapie durch. Diese können sowohl künstlerisch, sportlich oder musikalisch sein. Dabei geht es sowohl um das Training von alltäglichen Aktivitäten, sowie um Bewegungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Welche Voraussetzungen solltet ihr erfüllen?

Um sich als Ergotherapeut/in ausbilden zu lassen, muss man mindestens einen Realschulabschluss besitzen. Abhängig von der Berufsschule, an der ihr euch bewerben möchtet, gibt es aber auch andere Zulassungsbedingungen. Beispielsweise das Einreichen einer gesundheitlichen Eignung oder ein persönliches Vorstellungsgespräch. Hilfreich für die Ausarbeitung von verschiedenen Therapiemöglichkeiten ist es, kreativ zu sein und gestalterische Fähigkeiten zu besitzen. Auch handwerklich geschickt zu sein ist von Vorteil. Da man in diesem Beruf mit kranken oder psychisch instabilen Menschen in Berührung kommt, sollte man zudem einfühlend und sensibel sein. Auch sollte man sich der großen Verantwortung, die man als Ergotherapeut/in trägt, bewusst sein.

So läuft die Ausbildung ab

Auch hier dauert die Ausbildung in der Regel drei Jahre. Leider wird sie nicht vergütet, daher solltet ihr über die Beantragung von BAföG nachdenken. Während der Berufsausbildung besucht ihr sowohl eine Berufsfachschule, als auch Klinken, ergotherapeutische Praxen oder Altenheime. In denen könnt ihr euer in den Praxisphasen theoretisch angeeignetes Wissen umsetzen. Zu der ergotherapeutischen Berufsausbildung gehören drei große Grundbausteine: die Orthopädie, Psychotherapie und Rheumatologie. Dabei lernt ihr, Patienten körperlich und seelisch zu helfen, sowie Patienten mit chronischen Schmerzen den Lebensalltag angenehm zu gestalten. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Nach dem Bestehen gilt es, sich einen Tätigkeitsbereich auszusuchen. Ihr könnt in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Behindertenwerkstätten oder sogar Schulen und Kindergärten arbeiten. Je nach Fachbereich gibt es zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, auch verschiedene Studiengänge kommen in Frage.

Logopäde/Logopädin

Wer sich für Neurologie und Sprache interessiert, der könnte vielleicht eine Ausbildung in der Logopädie spannend finden.

Was macht man als Logopäde/Logopädin?

In der Logopädie beschäftigt ihr euch mit der Diagnose und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen. Dabei trainiert ihr die Kommunikationsfähigkeit eurer Patienten. Diese können sowohl Kinder, Erwachsene, als auch alte Menschen sein. Nachdem ihr herausgearbeitet habt, welcher Sprachbereich bei eurem Patienten betroffen ist, entwickelt und verwendet ihr individuelle Therapien, Techniken und Übungen, die die Beschwerden des jeweiligen Patienten verbessern sollen. Wichtig ist hierbei auch die Beratung der Patienten und Angehörigen. Denn eine logopädische Behandlung benötigt viel Geduld und Durchhaltevermögen von Seiten des Betroffenen, um Ergebnisse zu erzielen.

Was solltest ihr können, um Logopäde/Logopädin zu werden?

Als Logopäde solltet ihr Sensibilität und Einfühlungsvermögen besitzen, da wie in der Ergotherapie die Patienten durch ihre körperliche Einschränkung sehr empfindlich sein können. Auch eine natürliche Veranlagung für Mathe und Biologie hilft euch bei der Berufsausübung. Wenn diese Fächer auch auf eurem Schulzeugnis glänzen, stehen eure Chancen, in der Berufsschule angenommen zu werden, sehr gut. Für die Berufsschule benötigt ihr häufig auch ein schriftliches Attest, bei manchen müsst ihr zusätzlich eine Aufnahmeprüfung ablegen. Außerdem ist es wichtig, körperlich geeignet zu sein: einwandfreie Sprachfähigkeiten, sowie exzellentes Seh- und Hörvermögen sind essentiell, um den Beruf des Logopäden ausüben zu können.

Ausbildung

So wie die anderen Ausbildungen teilt sich auch hier die Berufsausbildung zwischen Berufsfachschule und praktischen, in diesem Fall therapeutischen, Einrichtungen. Während der Ausbildung lernt ihr zum Beispiel den Aufbau der Sprech- und Stimmorgane, Grundlagen der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, sowie den Umgang mit und Behandlungsverfahren für Patienten. In der Praxisphase nehmt ihr an Behandlungen und Therapien teil und lernt so Patienten und euer zukünftiges Arbeitsumfeld kennen. Die Abschlussprüfung besteht aus fünf schriftlichen, einer mündlichen und einer praktischen Prüfung. In der praktischen Prüfung simuliert ihr eine Behandlung: Ihr führt die Anamnese durch, erstellt einen Behandlungsplan und führt diese dann vor. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung könnt ihr euch auf eine bestimmte Behandlungsmethode oder ein bestimmtes Klientel spezialisieren. Danach könnt ihr in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Reha-Kliniken oder logopädischen Praxen arbeiten – wer mag, kann sich natürlich auch selbstständig machen.

Physiotherapeut/in

Als Physiotherapeut beschäftigt ihr euch mit Menschen mit unfalls-, krankheits- oder altersbedingten Einschränkungen und helft ihnen, ihren Körper wieder auf Trab zu bringen.

Wofür ist ein/e Physiotherapeut/in zuständig?

Der typische Ablauf einer Physiotherapie beginnt mit der Untersuchung des Patienten und der anschließenden Planung und Ausführung der Behandlungsmethode. Wichtiger Bestandteil des Physiotherapeutenberufs ist auch, Klienten zu beraten. Dabei demonstriert ihr ihnen an Skelettmodellen verschiedene Therapien und motiviert sie, an ihren Übungen dranzubleiben. Auch seid ihr der erste Ansprechpartner bei Schmerzen und Problemen, die während der Behandlung auftreten.

Wer eignet sich als Physiotherapeut/in?

Als Physiotherapeut/in ist es wichtig, ein Organisationstalent zu sein. Wer zig verschiedene Patienten mit verschiedenen körperlichen Behinderungen betreut, der sollte die einzelnen Therapien und Patientenprofile nicht durcheinander bringen. Ebenso wichtig ist es, körperlich fit und stark zu sein, da auch der eigene Körper bei den Behandlungen in den Einsatz kommt – zum Beispiel bei Hilfestellungen. Natürlich solltest du, wie bei fast jedem medizinischen Beruf, ein Helfer-Typ sein. Denn die Lebenslage von kranken Menschen verbessern zu wollen, sollte wohl die Grundlage für eine Berufsausbildung zum Mediziner sein.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die physiotherapeutische Berufsausbildung ist schulisch, dennoch besteht sie sowohl aus theoretischem, als auch aus praktischem Unterricht. In der Theorie lernt ihr Wissen zu Physiologie und Anatomie, zum Beispiel den Aufbau des menschlichen Körpers und verschiedene Behandlungs- und Untersuchungsformen. In der Praxis übt ihr diese Behandlungstechniken mit euren Mitschülern und lernt auch durch verschiedene Pflichtpraktika die Patientenbetreuung und –behandlung an realen Fällen. Kleiner Tipp für alle, die doch gerne studieren würden: Physiotherapie wird auch als Studiengang angeboten.

Medizinische/r Fachangestellte/r

Was früher als Arzthelfer/in bekannt war, ist heute immer noch ein genauso wichtiger Beruf des Gesundheitswesens wie damals. Auch die Aufgaben sind im Grunde dieselben – und als rechte Hand vom Arzt gibt es immer viel zu tun.

Berufsbild

Als medizinische Fachangestellte muss man ein Allroundtalent sein. Denn wer in einer Arztpraxis arbeitet, hat eine Vielzahl an Aufgaben zu erledigen. Ihr empfangt Patienten und registriert diese bei ihrer Ankunft, bereitet Behandlungsräume vor, indem ihr die entsprechenden Instrumente bereitlegt, und assistiert bei Behandlungen. Auch sonst kümmert ihr euch als medizinische/r Fachangestellte/r intensiv um Patienten, indem ihr sie beratet und über Behandlungsabläufe und Vorgehensweisen aufklärt. Ebenso wichtig sind die Erledigung von organisatorischen Aufgaben und die Durchführung von Laborarbeiten, bei denen ihr Proben von Patienten mikroskopisch untersucht.

medizinische Ausbildung

Was macht man als medizinische/r Fachangestellte/r?

Um der ganzen Arbeit, die in einer Arztpraxis nun mal so anfällt, standhalten zu können, braucht es auch bei diesem Ausbildungsberuf echte Organisationstalente. Menschenkenntnis ist aufgrund des hohen Patientenkontakts und –vertrauens ebenso wichtig. Und natürlich benötigt man eine beruhigende, hilfreiche Ader, sodass man die Patienten bestens versorgen kann.

Die Berufsausbildung

Wie die meisten Berufsausbildungen erfolgt das Erlernen des Berufes auch hier dual. In der Berufsschule erlernen zukünftige medizinische Fachangestellte das theoretische Fachwissen, das ihnen im Berufsalltag weiterhelfen wird. Dazu gehören unter anderem Themen wie der Umgang mit Patienten, Praxishygiene und Wundversorgung. In der Praxis oder Klinik, in der man die Ausbildung absolviert, kann man dann das Gelernte anwenden. Nach der Ausbildung könnt ihr in Arztpraxen, Krankenhäusern, Kliniken, Rehabilitationszentren und auf Gesundheitsämtern arbeiten. Dabei kommt es allerdings durchaus vor, dass ihr sowohl Schicht-, als auch Bereitschaftsdienst absolvieren müsst.

Fazit

Wie ihr seht, ist Arzt nicht der einzige abwechslungsreiche Beruf, den die Medizinerwelt zu bieten hat. Wer also nicht das beste oder auch gar kein Abi hat, muss nicht verzweifeln. Die medizinische Berufswelt steht euch trotzdem immer offen – wenn ihr also kranken Menschen helfen möchtet, habt ihr zahlreiche Möglichkeiten, diesen Traum auch ohne Studium zu verwirklichen!

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