STARTUP-SUPPORT AM CAMPUS: ALS GRÜNDER UNTERSTÜTZUNG FINDEN

Kreative Studenten, die nach langen Gesprächen mit Kommilitonen über innovative Ideen beschließen, gemeinsam tätig zu werden und mit ihrem ganz eigenen Ansatz ein erfolgreiches Unternehmen gründen – das ist eine Erfolgsstory, wie sie so oder so ähnlich schon häufig zitiert wurde.

Da Studenten oder Absolventen und vielversprechende Modelle für ein Startup Hand in Hand gehen, gibt es hierzulande viele Möglichkeiten an Universitäten und Hochschulen, sich Hilfe zu holen oder in Netzwerken auszutauschen. Für alle Gründer in Spe: Diese Hilfestellungen und Unterstützungen stehen euch zur Verfügung.

DER UNI-CAMPUS ALS GRÜNDERZENTRUM

An Universitäten versammeln sich unzählige junge Menschen mit den verschiedensten Qualifikationen, vielen innovativen Ideen und einer geballten Menge an kreativer Energie. Kein Wunder also, dass sie unter anderem auch als Motoren für den Fortschritt gelten.

Aus dieser Kombination an Fähigkeiten haben sich schon in vielen Fällen Studenten zusammengefunden, um sich mit der richtigen Idee an eine Existenzgründung heranzuwagen. Laut einer Umfrage des Ministeriumsprogramms EXIST sind an deutschen Universitäten drei Prozent aller Studenten bereits während der Studienzeit selbstständig, weitere neun Prozent beschäftigen sich regelmäßig oder intensiv mit dem Thema.


StudybeesPlus für WiWis

Die Zahl der Absolventen, die irgendwann nach dem Abschluss ein eigenes Unternehmen gründen, ist nochmal größer. Etwa jeder dritte Gründer hat hierzulande einen Hochschulabschluss. Natürlich schwanken die Zahlen stark mit den jeweiligen Branchen und Studienfächern – entsprechend des Tech-Trendsektors sind Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure die aktivsten Jungunternehmer.

Es ist also klar, dass die Universität und der Campus eine große Rolle in der Herausbildung der Vordenker und Unternehmer der Zukunft spielen. Doch laut Zahlen der Deutschen Industrie- und Handelskammer wählen letztendlich nur sieben Prozent aller Studenten den Weg in die Selbstständigkeit, was verglichen mit internationalen Ergebnissen eher niedrig ausfällt – US-amerikanische Eliteunis beispielsweise gelten als wahre Startup-Schmieden.

Es gibt also genügend Interesse, aber auch noch viel unerschlossenes Potential. Gerade in Zeiten des Technologieumbruchs sind Startups von Innovatoren ein wichtiger Teil der nationalen Wirtschaft. Das haben die Hochschulen, aber auch Bildungsministerien und Wirtschaftsvertreter natürlich längst erkannt.

Daher wird das Unternehmertum an deutschen Unis und Fachhochschulen aktiv gefördert. Sowohl von der Seite der Fakultäten selbst, von unabhängigen Startup-Büros aber auch von staatlichen Institutionen können Studierende, die als Gründer aktiv sind, es werden wollen oder einfach Interesse an der Materie haben, entsprechende Unterstützung erfahren.

DIE SUPPORTSTRUKTUREN AN DEUTSCHEN UNIVERSITÄTEN

Grade Studenten, die nach langer Schulzeit und danach mehreren Jahren in Vorlesungssälen und Seminarräumen etwas Freiheit bevorzugen dürften, sollten starkes Interesse an der Selbstständigkeit zeigen. In der Tat ist das auch häufig der Fall.

Tatsächlich zum Unternehmer zu werden wird jedoch in vielen Fällen nicht wirklich als durchführbare Option gesehen. Es ist ein Mammutprojekt mit vielen Unbekannten, insbesondere für Studenten, die noch kaum Erfahrung in einem professionellen Umfeld gesammelt haben. Sowohl die Angst vor dem möglichen Scheitern, als auch ungeklärte Fragen bezüglich Bürokratie und Finanzierung lassen die Unternehmensgründung wie ein Mammutprojekt wirken.

Alleine schon die Frage nach der Rechtsform des Unternehmens ist abschreckend. Für jede Unternehmensform gibt es bestimmte Regeln zu beachten, beispielsweise ist die Gründung einer klassischen GmbH mit vielen Regelungen verbunden. Derartige Abwägungen können in der Summe so überwältigend sein, dass dadurch das gesamte Vorhaben gar nicht erst in Bewegung kommt.

Genau an diesen Stellen versuchen die verschiedenen Angebote, die an Hochschulen direkt verfügbar sind, anzusetzen. Studenten sollen die nötigen Informationen und Anleitungen für die ersten Schritte vermittelt werden, damit Unklarheiten in diesem Bereich möglichst vollständig entfernt werden. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten zum Austausch untereinander.

Startup-Center, Gründerbüros und Workshops oder Weiterbildungen sind mittlerweile auf fast jedem Campus ein fester Teil der Angebote, an dem sich Studenten frei bedienen können. Zumeist werden sie an den Universitäten häufig beworben, sind also nicht schwer zu finden – wer interessiert ist: Mitmachen!

Gründungsbüros: Hierbei handelt es sich um Einrichtungen, die zumeist zusammen von Land und Universitäten organisiert werden. Sie dienen zur ganzheitlichen Unterstützung von Gründungen oder Gründern in Spe. Projekte werden hier von verschiedenen beratenden Instanzen auf dem gesamten Weg von der Ideenfindung bis zur Marktetablierung begleitet.

Rechtliche Fragen, Beratung zur Gründungsidee und ersten Marktmodellen, Projektevaluierung in der Vorgründungsphase und die Ausarbeitung von Business- und Finanzplänen werden für Studenten mit dieser Unterstützung deutlich erleichtert. Gerade diese ersten Hürden, die sehr undurchsichtig wirken, können dadurch leichter genommen werden. Für alle, die sich auch nur entfernt für die Gründung eines Startups interessieren, sollte es also der erste Schritt sein, das Gründungsbüro der jeweiligen Hochschule ausfindig zu machen und sich über die verschiedenen Hilfsprogramme informieren.

Vielerorts zählen auch noch weitere Aspekte zum Angebot. So ist das Gründungsbüro eine gute Anlaufstelle, um sich über Fördermöglichkeiten zu informieren und sie direkt mit einer förmlich richtigen Bewerbung zu beantragen.

Gleichzeitig versammeln sich hier viele junge, gleichgesinnte Gründer aus der Region. Das führt dazu, dass man sich einerseits untereinander austauschen kann, um sich gegenseitig voranzubringen und Probleme gemeinsam zu lösen. Andererseits wird das Büro dadurch auch sehr interessant für Vertreter der Industrie und Forschung außerhalb der Universität. Das bedeutet, dass häufig sehr gute Kontakte in der Wirtschaft bestehen, die für Gründer und kluge Köpfe von Vorteil sein können.

Workshops: Diese sind manchmal Teil des Angebots von Gründungsbüros, werden aber auch von anderen Stellen veranstaltet. Zumeist handelt es sich dabei um Seminare oder Kurse, bei denen ein spezifisches Thema aufgegriffen wird, das für Unternehmer und Gründer relevant ist. Präsentationstechniken für einen Pitch, Business-Development-Strategien oder praktische Analysemethoden werden hier beispielsweise in kleinen Gruppen trainiert.

Sie sind also die perfekte Möglichkeit, wichtige Schlüsselqualifikationen auszubilden, die bei jedem Schritt in der Unternehmensgründung hilfreich oder gar essenziell sein können. An einigen Universitäten werden auch klassische Crashkurse für die Existenzgründung angeboten, die in mehreren Blockterminen versuchen, alle wichtigen Aspekte – wie etwa Management, Kostenrechnung, Finanzierung, Arbeitsrecht, Marketing und so weiter – zu beleuchten. Achtung: Derartige Kurse sind nicht immer kostenlos, häufig aber für Studenten günstiger.

Ressourcennutzung: Viele Lehrstühle bieten Jungunternehmern die Möglichkeit an, Ressourcen, Technik oder Räumlichkeiten der Hochschule zu nutzen, um ihr Konzept dort zu entwickeln. Insbesondere in den Fachbereichen Physik, Chemie und Biologie ist dieses Konzept weit verbreitet – Studenten können dann die Labors der Fakultät für ihre eigenen Zwecke nutzen. Gerade in dieser Branche ist das äußerst wichtig, da es sonst kaum eine Möglichkeit gibt, eigene Forschungen oder Projekte in einer professionellen Umgebung durchzuführen.

UNTERSTÜTZUNG FÜR JUNGE GRÜNDER AUS ÖFFENTLICHER UND PRIVATER HAND

Zusätzlich zu den Angeboten der Universitäten ist natürlich auch die gesamtdeutsche Wirtschaft und somit die Politik an einer blühenden Startup-Landschaft interessiert. Daher gibt es auch von dieser Seite viel Unterstützung für gründungsinteressierte Studenten.

Eines der wichtigsten Instrumente ist EXIST, das gesamtheitliche Förderprogramm für Gründer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Zielsetzung des Programmes sieht vor, dass die grundlegenden Voraussetzungen für Gründer an Hochschulen verbessert werden.

Um dies zu erreichen, unterstützt EXIST unter anderem studentische Existenzgründer auf direktem Wege – beispielsweise durch das Gründerstipendium. Schon in der Vorbereitungsphase des Startupvorhabens ist dieses verfügbar. Außerdem schreibt das Bundesministerium regelmäßig Forschungs- und Innovationswettbewerbe aus, die mit hoch dotierten Preisen die besten Ideen belohnt.

Gleichermaßen führt das BMWi ein Existenzgründungsportal, das viel Hilfestellung für junge Gründer inklusive umfangreicher Informationsquellen bietet. So gibt es einen umfangreichen Leitfaden für die Planung und Durchführung der ersten eigenen Gründung. Nach der Lektüre der über 100 Seiten dürfte es kaum noch eine offene Frage geben.

Eine weitere große Institution ist die Initiative „Deutschland startet“. Dieses große Projekt ist bundesweit tätig und versucht ebenfalls mit einem Informationsportal und über 100 lokal ansässigen Beraterinnen und Beratern eine möglichst ganzheitliche Unterstützung für junge Unternehmer zu bieten. Mehrere Ministerien haben die unabhängige Initiative bereits als offiziell empfohlenes Beratungsorgan akkreditiert.

Mehr?  Berufschancen nach dem Studium: Diese Studiengänge helfen