Sollte ich das Studium abbrechen?

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Viele Studenten kommen irgendwann im Laufe ihres Studiums mal an den Punkt, wo sie sich die Frage stellen: Was mach ich hier eigentlich? Vielleicht geht es ja auch dir so und du bist dir unsicher, ob dein Studium überhaupt das Richtige für dich ist. Das muss dich nicht automatisch beunruhigen. Schließlich bist du noch am Anfang deiner beruflichen Karriere. In dieser Zeit ist es vollkommen okay, auch mal falsche Entscheidungen zu treffen und nochmal neu anzufangen. Das wichtigste in so einer Situation ist: Nicht die Nerven verlieren und gleich alles hinschmeißen! Das Studium abbrechen sollte wirklich nur eine Notfalllösung sein. Nach den ersten Zweifeln kannst du noch gar nicht wissen, ob dein Studium tatsächlich keine Zukunft hat. Vielleicht lief nur die letzte Klausur einfach nicht gut. Damit du in so einer Situation trotzdem ruhig bleiben kannst, wollen wir dir helfen! Was es eigentlich bedeutet, sein Studium abzubrechen und wie du am besten damit umgehst, erfährst du hier!

Was bedeutet eigentlich ein Studienabbruch?

Im Wintersemester 2017/18 sind knapp 2,85 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert. Vor 10 Jahren waren es nur 1,95 Millionen. Immer mehr junge Menschen fangen nach dem Abitur an zu studieren. Unabhängig davon, ob es ihnen Spaß macht oder sie weiterbringt: Es ist zu einer Art Konvention geworden. Wen wundert es bei diesen Zahlen also, dass der ein oder andere darunter ist, der unglücklich ist. Oder aber sich die Frage stellt: Soll ich mein Studium abbrechen? Bevor man eine solche Entscheidung trifft, sollte man allerdings wissen, was das eigentlich genau bedeutet:


StudybeesPlus für WiWis

Studium abbrechen bedeutet, dass du deinen Hochschulbesuch ohne Abschluss beendest. Kurz gesagt: Du willst (in diesem Bereich) nicht mehr weiterstudieren und suchst dir etwas komplett Neues. Wenn du nur ein Fach deines Studiengangs wechselst, den Schwerpunkt verlagerst oder einfach an eine andere Uni gehst, handelt es sich nicht um einen Abbruch. Das wäre dann nur ein Studiengangswechsel. Dabei studierst du weiterhin an der gleichen Fakultät, belegst aber andere Fächer. Falls du deine Uni ganz verlässt – auch Exmatrikulation genannt – kann das verschiedene Ursachen haben:

  • Die Uni exmatrikuliert dich: Weil du z.B. eine Prüfungsleistung nicht bestanden, gegen die Regeln verstoßen (z.B. durch Spicken in der Klausur, Plagiat etc.) oder auch deinen Semesterbeitrag nicht rechtzeitig überwiesen hast. In diesem Fall ist der Studienabbruch unfreiwillig.
  • Du exmatrikulierst dich selbst: Weil du aus irgendwelchen Gründen dein Studium nicht weiter fortsetzen willst. Dann ist der Studienabbruch freiwillig.

Wann ist es sinnvoll, das Studium abzubrechen?

Das ist natürlich eine sehr subjektive Entscheidung. Aber nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch hier ein paar Anzeichen, die dir deutlich machen, dass deine Studienwahl vielleicht doch nicht die richtige für dich ist:

  • Du hast kein Geld um dir dein Studium zu finanzieren: Egal, ob du es dir generell nicht leisten kannst oder dir die Zeit für einen Nebenjob fehlt; beide Seiten erschweren dir das Leben ungemein. Überlege dir also vorher, ob du Unterstützung erhalten kannst, z.B. durch deine Familie oder staatliche Zuschüsse. Wenn du unbedingt studieren willst, dir aber das Geld fehlt, ist ein Duales Studium vielleicht eine gute Alternative.
  • Du hast persönliche Probleme die dich von deinem Studium abhalten: Das können gesundheitliche Gründe aber auch familiäre Probleme sein, die dich einfach von der Uni ablenken. Sei es, weil du mit den Gedanken einfach immer woanders bist oder zeitlich nicht in der Lage, in die Uni zu gehen. Wenn das auf dich zutrifft, entscheide dich. Bist du nur vorübergehend abwesend lohnt sich vielleicht ein Urlaubssemester. Wird es die nächsten Jahre voraussichtlich nicht besser, eignen sich andere Optionen für dich vielleicht mehr.
  • Du hast keine Lust auf Studieren: Wenn du beim Gedanken an die Uni schon Magenkrämpfe verspürst, machst du definitiv etwas falsch. Bevor du aber darüber nachdenkst, den Studiengang zu wechseln: Überlege, ob ein Studium an sich überhaupt die richtige Entscheidung für dich ist! Vielleicht bist du mehr der praktische Typ und solltest besser eine Ausbildung machen.
  • Du hast kein Interesse an deinen Studieninhalten: Wer sich eigentlich nicht für etwas interessiert, ist auch nicht besonders engagiert dabei. Und ohne Engagement ist es schwer, beruflich erfolgreich zu sein. Wenn du dich also überhaupt nicht mehr für dein Studium motivieren kannst, ist es vielleicht einfach nicht das richtige für dich. Stell dir die Frage, ob du das, wofür dich dein Studium vorbereiten soll, dein ganzes Leben lang machen willst.
Studium abbrechen Heck with it
  • Du besitzt nicht die nötigen Fähigkeiten für dein Studium: Manchmal gibt es einfach Dinge, die machen zwar Spaß, sind aber nur mit dem nötigen Talent wirklich gut. So geht es mir beispielsweise mit dem Singen. Dir geht es vielleicht so mit deinem Studium. Wenn du dich total für BWL interessierst, aber mit den mathematischen Formeln einfach nicht zurecht kommst. Dann bist du vielleicht – leider – einfach nicht geeignet für diesen Berufszweig. Oder du besuchst ganz viele Crashkurse bei Studybees um mitzuhalten. Wenn das nicht reicht: Schau am besten nach Alternativen, die dir auch Spaß machen, aber besser zu deinen Stärken passen.
  • Du hast Angst, dein Studium nicht zu schaffen: Klassisches Beispiel ist die Prüfungsangst: Wenn du aus Angst vor den Prüfungen blockierst und die Klausuren ewig vor dir herschiebst. Dann bist du auf einem guten (oder schlechten) Weg zum Dauerstudenten. Natürlich muss man sich immer irgendwie beweisen und daher unbedingt etwas gegen seine Angst unternehmen. Wen das Studium dahingehend aber einfach zu sehr stresst, der sollte vielleicht erstmal Praxiserfahrungen sammeln. Damit fühlt man sich ein bisschen sicherer und vorbereiteter für ein Studium.
  • Du siehst keine Zukunftsperspektive: Von Luft und Liebe allein kann man eben nicht leben. Wenn du also ein Studium absolvierst, von dem du dir nur sehr schlechte bis gar keine Berufschancen erwartest, suche am besten rechtzeitig nach Alternativen. Das heißt: mögliche Ergänzungsbereiche und Zusatzqualifikationen. Onlinekurse bieten dafür z.B. eine einfache und oft auch günstige Möglichkeit.

Wie geht man mit dem Studium abbrechen um?

Wie man mit dem Studium abbrechen umgehen sollte, kann man nicht pauschal sagen. Jeder fühlt sich damit anders. In den meisten Fällen sind die Studienabbrecher erstmal enttäuscht von sich selbst, weil sie ihr Studium nicht durchgezogen haben. Dieses Gefühl ist aber völlig normal. Immerhin hattest du vermutlich schon erste Pläne für die Zeit nach deinem Studium geschmiedet. Spätestens jedoch, wenn du neue Ideen für deine berufliche Zukunft entwickelst, wirst du sehen, dass alles nur halb so schlimm ist. Aus diesem Grund solltest auch du in so einer Situation nicht den Mut verlieren. Nicht jeder findet auf Anhieb das Richtige für sich. Die Anzahl der Studienabbrecher liegt seit mehreren Jahren bei ca. 30%. Wie du siehst, bist du also nicht der/die Einzige. Und am Ende ist es auf jeden Fall besser, ein sinnloses Studium abzubrechen. Oder willst du später in einem Beruf festsitzen, den du eigentlich gar nicht machen willst?

Das Wichtigste ist, dass du nach einem Alternativplan suchst. Das heißt nicht, dass du unbedingt direkt ein neues Studium oder einen Ausbildungsvertrag an der Angel haben musst: Es reicht schon, wenn du weißt, was du in der Zeit nach deiner Exmatrikulation machen möchtest. Nutze die „freie Zeit“, um deine Interessen herauszufinden und Stärken zu testen. Sammle praktische Erfahrungen und gammle nicht herum: Immerhin willst du dein Ziel ja diesmal erreichen! Je mehr Tage du verstreichen lässt, umso weniger Zeit hast du deine Bewerbungen sorgsam und persönlich vorzubereiten. Auch hier gilt: Überlege dir frühzeitig, was für dich in Frage kommt und ob es hier bestimmte zeitliche Rahmenbedingungen gibt. Falls du bisher noch keinerlei Ahnung hast, was du nun machen willst, versuche es mit Berufswahltests oder Beratungsangeboten, wie beispielsweise bei der Bundesagentur für Arbeit.

Auch wenn es darum geht, mit Familie und Freunden zu sprechen gilt: Das Thema „Studium abbrechen“ auszuklammern, bringt niemandem was. Je eher du mit deinen Eltern darüber sprichst, umso besser können sie dich unterstützen. Du wirst überrascht sein, aber die meisten Familienangehörigen reagieren weitaus verständnisvoller als du glaubst. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich habe mein erstes Studium auch abgebrochen und hatte ziemlich Bammel, es meiner Familie zu erzählen. Als ich mich doch irgendwann dazu durchgerungen habe (zu dem Zeitpunkt war ich schon exmatrikuliert), haben meine Eltern das akzeptiert. Sie haben mir sogar bei der Suche nach Alternativen geholfen und mich beim Schreiben neuer Bewerbungen unterstützt. Mach dir also nicht zu viele Gedanken darüber, was andere von deiner Entscheidung halten. Selbst wenn deine Eltern nicht so tolerant reagieren wie meine: Es ist dein Leben und deine Zukunft. Und wenn du der Meinung bist, dass du in einem anderen Bereich lieber tätig sein willst, dann solltest du dir das auch zugestehen. Schließlich musst du den Rest deines Lebens in diesem Beruf arbeiten, nicht deine Eltern!

Fazit:

Egal wie du dich am Ende entscheidest: Studium abbrechen ist kein Tabuthema mehr. Sprich also offen über deine Sorgen und Ängste und lass dich beraten. Wenn du merkst, dass ein oder mehrere der obenstehenden Anzeichen auf dich zutreffen, musst du nicht gleich dein Studium hinschmeißen. Zumindest einmal gründlich darüber nachdenken solltest du aber schon. Sowohl an der Uni als auch im privaten Umfeld findest du dabei immer Unterstützung. Dabei ist wichtig, ehrlich zu dir und anderen zu sein! Das heißt: Akzeptiere, wenn aus dir vielleicht kein Arzt oder Jurist wird. Wenn deine Qualitäten in anderen Bereichen liegen, ist das auch in Ordnung. Sobald du das feststellst, vergeude nicht deine Zeit, um etwas ohne Perspektive zu studieren. Konzentriere dich stattdessen auf deine neuen Möglichkeiten und einem erfolgreichen Berufsweg steht nichts mehr im Wege!

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