Mainz Insider-Interview

Wo soll ich nur studieren? Nach dem „Was“ ist das „Wo“ unter den meisten Studenten die häufigste Frage, die bei der Studienwahl aufkommt. Leider ist es relativ schwierig einen richtig guten Eindruck von einer Stadt zu bekommen, ohne selbst da gewesen zu sein oder sogar eine Zeit lang dort gewohnt zu haben.

Wir stellen dir heute eine besonders empfehlenswerte Stadt vor: Mainz! Unsere Crashkurs-Tutorin und Praktikantin Teresa hat selbst in Mainz studiert und wird uns die wichtigsten Tipps und Insider rund um das Studentenleben in Mainz gegeben. Wir sind gespannt!

Hi Teresa, schön dass du uns ein paar Insiderinformationen über die Studentenstadt Mainz verraten willst! Zu allererst: Warum hast du dich damals für Mainz als deine Studienstadt entschieden?

Hey! Für mich war es wichtig von zuhause weg zu ziehen um das selbstständige Leben kennen zu lernen. Daher fielen sämtliche NRW-Unis raus, mit dem dort geltenden Semesterticket wäre man dann doch jedes Wochenende nach Hause gefahren. Mainz hatte für mich die perfekte Entfernung, nicht zu nah, nicht zu weit entfernt. Außerdem ist Mainz zwar eine größere Stadt, dank der wenigen Hochhäuser, der schönen Altstadt und der zentralen Lage aller wichtigen Sachen wirkt es aber vergleichsweise klein.

Was ist das Beste an Mainz? Ist alles super oder gibt’s auch Minuspunkte?

Die Mainzer Innenstadt und das Rheinufer sind – besonders bei Sonne – sehr schön und laden zum Verweilen ein. Auch die Dreibrücken-Tour am Rhein und Main entlang bringt viele attraktive Perspektiven mit sich. Wer lieber Berge sieht, kann mit wenig Aufwand in die rheinhessischen Weinberge fahren. Es ist also für jeden was dabei!

Der größte Minuspunkt an Mainz ist die Wohnungssituation. Meines Wissens nach sind die Studentenwohnheime in Mainz im Schnitt die teuersten in Deutschland. Dafür sind viele von ihnen aber auch Neubauten und bieten viele Einzelappartements mit eigenem Bad und eigener Küchenzeile. Auf dem freien Wohnungsmarkt ist das Angebot ebenfalls eher spärlich, besonders zum Semesterbeginn. Mein Tipp ist daher: erst in die vielleicht uncoole Wohnung oder WG ziehen und dann später umziehen. Zwei Monate vor offiziellem Semesterende gibt es viele frei werdende Wohnungen, weil Absolventen ihre Wohnungen abgeben und es noch keine neuen Erstis gibt.

Wie sehr ist Mainz eine echte Studentenstadt? Lohnt es sich als zukünftiger Student nach Mainz zu ziehen und warum?

Es lohnt sich definitiv, als Mainzer Student auch in Mainz zu wohnen. Eigentlich ist alles, was man im Studium brauchen könnte, vorhanden. Das Sportangebot der Uni ist sehr breit gefächert, darüber hinaus gibt es seit ein paar Jahren Kulturkurse, in denen man für wenig Geld Fotografieren, Nähen, Gebärdensprache und viele andere Dinge lernen kann. Es gibt übrigens auch den „Kulturkurs Alkohol“, bei dem pro Abend eine Sorte Alkohol behandelt wird, sowohl theoretisch als auch praktisch. Wenn das universitäre Angebot nicht ausreicht, gibt es auch noch die „normalen“ Anlaufstellen wie VHS und Sportvereine. In der Innenstadt ist shoppingmäßig eigentlich auch so gut wie jede große Kette vertreten. Wenn die Geschäfte einem nicht ausreichen, kann ich die Fahrt nach Frankfurt empfehlen, das sind nur 40 Minuten mit der S-Bahn und die Strecke ist im Semesterticket enthalten.

Welche Städte kann man mit dem Semesterticket noch erreichen?

Außer Frankfurt lohnen sich auch Tagesausflüge nach Wiesbaden, Marburg, Koblenz, Fulda und natürlich in die Natur. Der Verein „Campus Mainz“ hat zum Semesterticket eine Artikelreihe herausgegeben, in der die einzelnen Ziele vorgestellt werden.

Natürlich interessiert uns auch die Uni Mainz! Hast du dein Studium dort genossen? Was hat dir besonders gut gefallen und was fandest du nicht so toll?

In manchen Unistädten sind die einzelnen Institute bekanntlich über das ganze Stadtgebiet verteilt. In Mainz hingegen hat man alle Fachbereiche auf einem Campus untergebracht. Das führt zu kurzen Wegen und vielen Möglichkeiten, einfach neue Leute kennen zu lernen.

Nicht so toll ist vielleicht, dass viele Gebäude auf dem Campus baufällig sind. Es wird aber bereits fleißig saniert, renoviert und neu gebaut. Zuletzt wurde zum Beispiel das Uniportal neu gestaltet.

Wenn es um die universitäre Lehre geht, dürfte die Meinung von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich gut oder weniger gut ausfallen.

Was hast du studiert und wie fandest du den Studiengang?

Ich habe den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften gemacht. Mir fehlt natürlich die Vergleichbarkeit zu anderen Universitäten, aber alles in einem bin ich sehr zufrieden mit dem Studiengang. In den Wahlpflichtmodulen konnte man aus Modulen verschiedener Bereiche wählen, besonders der VWL-Bereich (inklusive des Masters) hat auf jeden Fall einen guten Ruf.

Irgendwelche Lieblingsplätze auf dem Campus zum Lernen oder Chillen?

Auf dem Campus ist besonders das Georg Forster-Gebäude zu nennen. Das wurde 2013 erst eingeweiht und bringt moderne Architektur auf den Campus. Im GFG ist neben der Bibliothek und Seminarräumen für Geistes- und Sozialwissenschaftler auch eine Mensa vorhanden, die front-cooking betreibt, was das Essen wirklich überdurchschnittlich frisch macht!

Im Sommer sollte auch der botanische Garten nicht unterschätzt werden. Der liegt am Rand des Campus und ist größer als man es erwartet. Durch die vielen exotischen Pflanzen und einige Sitzplätze kann man sich dort schon mal die Zeit zwischen zwei Vorlesungen vertreiben.

Wo in der Stadt trifft man die meisten Studenten an? Wo muss jeder Mainzer Student schon mal gewesen sein? (Außer in der Uni natürlich)

Im Sommer ganz klar am Rheinufer zwischen den beiden Brücken. In bestimmten Bereichen darf man auch grillen – Mülleimer und Grillplätze sind vorhanden. Wer nicht grillen will, kann sich natürlich auch einfach so ans Ufer setzen, die Schiffe beobachten und ins Grüne gucken.

Viele Studierende kann man auch am Gartenfeldplatz in der Neustadt treffen. Dort gibt es viele kleine Cafés, Bars und eine der 40 besten Eisdielen in Deutschland (laut Feinschmecker, ich kann das aber bestätigen).

Hat Mainz sonst irgendwelche Besonderheiten zu bieten?

Die Mainzer Fastnacht sollte man definitiv mitnehmen, wenn man schon in der Stadt ist. Der Schillerplatz mit seinem Fastnachtsbrunnen (übrigens auch außerhalb der Fastnachtszeit eine Sehenswürdigkeit) fungiert dabei als zentraler Festplatz. Der Rosenmontagsumzug stellt aber natürlich den Höhepunkt dar.

Auch für die Fußballfans ist Mainz ein attraktiver Standort. Durch die Vereine Mainz 05 und Eintracht Frankfurt sind in unmittelbarer Nähe gleich zwei Möglichkeiten vorhanden.

Viele zukünftige Studenten wollen natürlich auch wissen, wie gut man in einer Stadt feiern gehen kann. Also: Ist Mainz eine gute Party-Stadt? Welches sind die besten Clubs oder Bars?

Gute Bars kann man vor allem in der Neustadt finden. Wer lieber in die bekannten Läden geht, findet diese in der Innenstadt. Empfehlenswert ist auch die Gasthausbrauerei in der Altstadt, sowohl für die Schnitzel als auch für das Bier.

Mainz hat mehrere Studentenclubs, in denen kein besonderer Dresscode herrscht. Welcher Club der richtige ist, ist abhängig vom Musikgeschmack, das findet man aber recht schnell raus. Wer es lieber eine Nummer größer will, fährt am besten mit der S-Bahn nach Frankfurt (mit der kommt man nachts auch wieder zurück).

Nicht verpassen sollte man als (neuer) Student die Semestereröffnungsfete (SÖF). Wer tanzen will kauft sich eine Karte beim AStA, wer lieber rumsteht oder rumläuft, kann das auf dem großen Campus-Gelände im Freien tun!

Was ist DER Insidertipp, den du uns Nicht-Mainzern geben kannst?

Wer samstags in Mainz ist, sollte zum Marktfrühstück in die Innenstadt gehen. Mir fällt spontan keine andere Stadt ein, in der es so normal ist, dass man sich schon um 11 Uhr mit einer Weinschorle in der Öffentlichkeit präsentiert. Und nein, das ist kein Studentending, sondern wird von Jedermann praktiziert 🙂

Würdest du dich wieder für ein Studium in Mainz entscheiden? Warum?

Kurz und knapp: Jederzeit, weil Mainz eine der lebenswertesten Städte ist. Ich glaube das würden auch alle in Mainz wohnenden Studierenden bestätigen.