Hausarbeit korrigieren leicht gemacht!

Hausarbeit korrigieren Cover

Nachdem die Hausarbeit endlich fertig geschrieben ist, muss sie nur noch korrigiert und überarbeitet werden. In der Planung wird dieser letzte, aber umso wichtigere Schritt gerne ganz außen vor gelassen. Oder aber gerne auf den letzten Tag – oft auch die letzten paar Stunden – geschoben.

Die Entscheidung, das Hausarbeit korrigieren aufzuschieben, ist allerdings extrem fahrlässig. Denn gerade die abschließende Korrektur und Überarbeitung erhöht den Wert der Arbeit oft um ein Vielfaches. Oftmals ist es besser, auch für die Note, eine etwas kürzere, aber ‚polierte‘ Arbeit abzuliefern und nicht direkt nach dem letzten geschrieben Wort in den Druck zu gehen. Außerdem, von den Noten mal ganz abgesehen, ist es auch einfach schade, wenn eine Arbeit, die viele Nerven gekostet hat, am Ende unfertig bleibt. Vor allem, da das Hausarbeit korrigieren gar nicht so viel Aufwand bedeutet, wie die meisten denken!


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Was sollte man beachten?

Wer beim Hausarbeit korrigieren erfolgreich sein will, sollte auf mindestens die folgenden drei Ziele achten: die Arbeit sollte nahezu

  • fehlerfrei hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik werden,
  • die Argumentationslinie der Arbeit sollte geschärft und
  • die formalen Kriterien geprüft werden.

Um das alles zu erreichen, bedarf es einer Korrekturstrategie, die von Student zu Student etwas anders aussehen kann.

Grundsätzlich ist es super, wenn du andere Leute hast, die deine Arbeit kritisch begutachten und korrigieren. Idealerweise möchtest du zwei Personen finden, die deine Hausarbeit korrigieren: Jemanden, der sich im Thema ein wenig auskennt und jemanden vollkommen fachfremdes. Die erste Person kann dir helfen, inhaltliche Schwächen zu finden. Die Zweite kann dir sagen, ob deine Argumentation auch dann schlüssig bleibt, wenn man nicht vollkommen in der Logik des Themas steckt. Ob du deinem Korrekturteam regelmäßig kleine ‚Stückchen‘ der Arbeit zur Korrektur gibst, oder am Ende die gesamte Arbeit, bleibt dir überlassen. Es gibt nicht den einen Königsweg beim Hausarbeit korrigieren. In erstem Fall strapazierst du deine Freunde aber natürlich stärker. Sie sollten sich nämlich mindestens einmal die gesamte Arbeit durchlesen, um zu sehen, ob es einen roten Faden gibt.

Wie geht man die Korrektur an?

Für das Hausarbeiten korrigieren selbst gibt es ein paar hilfreiche Tipps und Tricks, die die Arbeit einfacher machen. Zuerst aber die wichtigste Regel: Korrigiere deine eigene Arbeit niemals direkt nachdem du sie geschrieben hast. Du wirst die offensichtlichsten Fehler nicht finden, da dein Gehirn den Text kennt und sich die richtigen Wörter „hindenkt“.

Grundsätzlich besser lässt sich eine Hausarbeit korrigieren, wenn man sie gedruckt vor sich liegen hat. Das erlaubt dir, schnell im Text Dinge zu markieren und verschafft einen größeren Überblick über den Gesamttext. Es kann außerdem helfen, den Text in einer anderen Schriftart zu drucken, um ein wenig aus dem gewohnten Text auszubrechen. Dadurch bekommst du außerdem einen frischen Blick auf deine Worte.

Gerade wenn es darum geht, Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler zu finden, muss der Text Wort für Wort sehr sorgsam gelesen werden. An dieser Stelle ist es empfehlenswert, mit einem Blatt Papier die nachfolgenden Zeilen abzudecken. So zwingst du dich dazu, dich auf das zu konzentrieren, was du gerade liest und springst nicht voreilig nach vorne. Liest du deinen eigenen, bekannten Text, kann es helfen, von hinten nach vorne zu lesen. So muss dein Gehirn wirklich jedes Wort lesen und wird nicht dazu verleitet, Wörter oder Passagen zu überspringen.

Hausarbeit korrigieren leicht gemacht typische Fehler vermeiden

Um Stil- und Argumentationsprobleme zu finden, ist es eine gute Idee, den Text laut zu lesen. Liest der Text sich flüssig oder bleibst du an manchen Stellen hängen? Sind die Sätze zu lang oder zu kurz? Gibt es unschöne Wiederholungen, Satzmonster oder Sprachbilder, die deplatziert wirken? Du solltest es vermeiden, immer wieder das gleiche je mit einer anderen Wortwahl zu schreiben. Das macht deine Hausarbeit zwar deutlich länger, bringt aber inhaltlich nichts Neues. Die meisten Professoren ziehen eine gute, klar formulierte Arbeit pseudo-intellektuellem Geschwafel allemal vor. Natürlich sollte man aber vor Beginn der Arbeit mit dem/der Lehrerenden abklären, was sie eigentlich erwarten.

Bei den Formalien sollte man richtig pedantisch werden. Es ist wirklich nervig, auch für die Korrektoren, wenn eine Arbeit schlechter bewertet werden muss, nur weil irgendwelche formalen Kriterien nicht eingehalten worden sind. Die Klassiker sind hier ein uneinheitlicher Zitierstil (Literaturverwaltung verwenden!), nicht oder falsch beschriftete Tabellen und Grafiken, unterschiedliche Schriftarten, z.B. in den Fußnoten, und fehlerhafte Seitenzählungen. Auch falsche Zeilenabstände oder Randabstände können Minuspunkte bringen, wenn es dazu klare Vorgaben gab.

Lege dir am besten eine Checkliste mit den Kriterien an und arbeite diese systematisch an deiner Arbeit ab – dann geht es auch nichts schief! Bist du dir unsicher, zum Beispiel mit einer bestimmten Literaturangabe, greife auf Handbücher (z.B. das Chicago Manual of Style) zurück. Oft geben auch Unis und Professoren selbst Styleguides raus, an denen du dich orientieren solltest.

Wenn du richtig durchstarten möchtest, legst du dir außerdem früh im Studium einen Index mit deinen typischen Fehler an. Wir machen fast alle regelmäßig ähnliche Fehler oder müssen bei den immer gleichen Dingen nachschlagen (… schreibt man „sicher gehen“ oder „sichergehen“?). Mit einer solchen Liste wird das Hausarbeit korrigieren sehr viel einfacher und effektiver. Ebenfalls ist es gut, ein einheitliches System von Korrekturzeichen zu entwickeln, das man immer verwendet.

Typische Fehler

Um euch ein wenig unter die Arme zu greifen, haben wir einige typische Fehler zusammengetragen, die Ihr in jeder Hausarbeit unbedingt vermeiden solltet:

  • „seid“ vs. „seit“:  Während seid die 2. Person Plural meint (ihr seid), ist seit eine Zeitangabe:  „Ich war seit 2 Wochen nicht in der Uni.“
  • „als“ oder „wie“: Die Verwechslung von als und wie ist zwar vor allem ein süddeutsches Problem, schleicht sich aber auch anderswo in der Umgangssprache gerne mal ein. Als sollte entweder verwendet werden, wenn man eine Zeitangabe meint (Als ich nach Hause gegangen bin, …), oder wenn man zwei unterschiedliche Dinge vergleichen möchte. Also: Ich bin größer als mein Bruder. Hier schleicht sich gerne mal ein wie ein. Das sollte allerdings verwendet werden, wenn man zwei ähnlich oder identische Sachen einander gegenüberstellt. Zum Beispiel: Ich bin genauso alt wie mein Bruder.
  • „das“ vs. „dass“: Auch diesen Fehler sollte man sowohl an der Schule, als auch (bzw. insbesondere!) an der Uni vermeiden. Die Faustregel hier lautet: Wenn man „das(s)“ durch dieses, jenes oder welches ersetzen kann, schreibt man es mit einem „s“.  Dass benutzt man hingegen, wenn man einen Nebensatz einleitet und keinen bestimmten Artikel oder Pronomen verwendet. Wer sich immer noch nicht sicher ist, kann ja mal einen Blick auf diese Website werfen.
  • „einzigster“: Manchmal möchte man betonen, wie toll und einzigartig etwas ist, aber hier ist dennoch Vorsicht geboten. Manche Adjektive kann man einfach nicht steigern, einzig(e/er) gehört nun mal dazu. Es bedeutet ja bereits alleinig bzw. nicht mehrfach vorkommend und eine Sache oder Person kann nunmal nicht „noch mehr nicht mehrfach vorkommen“.

Darf die Hausarbeit jetzt endlich raus?

Schlussendlich sei noch angemerkt, dass der Korrekturprozess idealerweise iterativ stattfindet. Das heißt, dass du die Hausarbeit korrigieren, die Korrekturen aufnehmen und dann nochmals eine Korrekturrunde starten solltest – das kostet aber natürlich Zeit und auch Nerven! Am besten konzentrierst du dich in jedem Durchgang auf einen bestimmten Bereich: Rechtschreibung, Argumentation, Stil oder formale Kriterien. Das ist zwar zeitintensiv, aber eben auch gewinnbringend!

Mach dir außerdem klar, dass deine Hausarbeit auch mit der besten Korrektur am Ende noch den einen oder anderen Fehler enthalten wird – das gehört dazu! Tue dir selbst den Gefallen und lies die Arbeit nach der Abgabe nicht noch einmal durch. Das spart viele Nerven und unnötige Panikattacken.

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Mehr?  Was ist eigentlich ein Literaturverzeichnis?