Schwangerschaft während des Studiums – Der Ratgeber für werdende Mütter

Für viele Menschen beginnt die Familienplanung erst nach dem Studium. Allerdings kann mit einer Schwangerschaft während der Zeit an der Universität alles anders kommen. Dies stellt dich vor einige besondere Herausforderungen. Wie können diese im Alltag bewältigt werden und was ist dabei zu beachten? Wir geben einen Überblick.

Grundsätzliches zur Schwangerschaft

Ganz grundsätzlich gibt es einige Kriterien und Regeln, die während einer Schwangerschaft befolgt werden sollten. Das gilt unabhängig davon, ob du noch studierst oder deinen Abschluss bereits in der Tasche hast. Unter anderem ist der Verzicht auf verschiedene Stoffe unabdingbar, womöglich kennst du diese Regeln bereits. Hierzu gehören unter anderem:


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  • Alkohol
  • Nikotin
  • Drogen
  • Koffein
  • viele Medikamente

Jeder dieser Stoffe kann für das Kind schädlich sein. Einige Quellen empfehlen bezüglich des Koffeins nur die Einnahme von geringen Mengen, allerdings gehst du mit einem Verzicht den sichereren Weg. Dies legt eine Studie nahe, weitere Untersuchungen zeigen die teils fatalen Konsequenzen im Zusammenhang mit Koffeingenuss und einer Schwangerschaft auf.

Zudem solltest du auf eine gesunde Ernährung achten, hier gelten während einer Schwangerschaft ebenfalls besondere Leitlinien und Maßgaben. Lasse dich regelmäßig untersuchen und nehme die Vorsorgetermine wahr.

Des Weiteren kann ein Geburtsvorbereitungskurs eine Hilfe sein. Suche außerdem früh nach einer Hebamme. Hier solltest du darauf achten, dass die entsprechende Person gut mit dir harmoniert, da eine Geburt ein körperlich und mental sehr anstrengender Vorgang ist.

Im fortgeschrittenen Zeitraum der Schwangerschaft kannst du dich zu einem Fitnesskurs für Schwangere, beispielsweise Yoga oder Schwimmen, anmelden. Wenn der Geburtstermin näher rückt, solltest du rechtzeitig eine Erstausstattung zusammenstellen, Still-BHs kaufen und dich nach einem Kinderarzt umsehen.

Die hier aufgeführten Tipps bieten dir zunächst einen grundsätzlichen Überblick, allerdings sind sie natürlich nicht allumfassend für jede Situation und jede Schwangerschaft richtungsweisend und geeignet. Womöglich musst du auf individuelle Faktoren achten, die zusätzliche Maßnahmen oder ein anderes Vorgehen nötig machen.

Daher ist es für dich in jeden Fall zwingend notwendig, dich in allen einzelnen Bereichen der Schwangerschaft zusätzlich von Experten beraten zu lassen. Diese Pflicht gilt sowohl bei Komplikationen als auch grundsätzlich.

Schwangerschaft und Studium organisieren

Neben alledem stehst du zusätzlich vor der Herausforderung, deine Schwangerschaft und dein Studium zu organisieren und miteinander zu vereinbaren. Zudem gibt es vor allem gegen Ende deiner Schwangerschaft, bei Risikoschwangerschaften bereits früher Phasen, in denen das Studieren für eine gewisse Zeit gar nicht möglich ist. Wie gehst du damit um?

Der gängigste Weg, um all dies zu managen, ist ein Urlaubssemester. Dieses kannst du gegen Ende der Schwangerschaft sowie im Zeitraum direkt nach der Geburt einlegen. Die Universität, an der du studierst, hat hierfür individuelle Regeln. Diesbezüglich solltest du dich rechtzeitig erkundigen. Normalerweise werden Urlaubssemester beispielsweise für ein Praktikum oder einen Auslandsaufenthalt eingelegt.

Die wohl wichtigste Maßgabe, die in vielen Universitäten gilt, ist, dass du einen Grund für das Urlaubssemester nachweisen kannst. Ein solches Semester bedeutet gleichzeitig, dass du vollumfänglich von allen Pflichten des Studiums befreit bist. Dazu gehören:

  • Klausuren
  • Veranstaltungen
  • Hausarbeiten

Du setzt also tatsächlich erst einmal aus. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft sowie direkt nach der Geburt solltest du dir eine solche Auszeit nehmen. Achte vorher schon darauf, dass du dich mit dem Alltag und den von dir erwarteten Leistungen nicht überforderst.

Du musst vieles organisieren, Neues lernen und befindest dich in einer Ausnahmesituation: Daher solltest du jederzeit ein Auge darauf haben, wo dein Limit liegt, um deine Belastungsgrenze nicht zu überschreiten. Falls beispielsweise während deiner Schwangerschaft eine Klausurphase ansteht, überlege dir vorher genau, ob du dir diesen Zusatzstress aktuell zutraust.

Finanzierung des Alltags

Ein weiterer zentraler Faktor ist die Finanzierung deines Alltags. Womöglich hast du einen Studentenjob, diesen kannst du vermutlich, sofern alles normal verläuft, je nach Tätigkeit in den ersten Monaten deiner Schwangerschaft noch ausüben. Ab einem gewissen Punkt wird dies allerdings schwierig bis unmöglich. Nicht umsonst gibt es den Mutterschutz, der in einem Gesetz geregelt ist.

Du hast also bestimmte Rechte. Allerdings musst du mit einem Kind zusätzliche Kosten tragen und fragst dich als Studentin mit einem vermutlich eher geringen Einkommen sicher nun, wie dies zu stemmen ist.

Eine Möglichkeit, deine Finanzen aufzustocken, ist das sogenannte Elterngeld. Diese Option kannst du auch als Studentin in Anspruch nehmen. Sie steht dir zu, wenn du dich nach der Geburt selbst um dein Kind kümmerst und nicht bzw. nur bis zu einem gewissem Maß arbeiten gehst. Wie hoch das Elterngeld ist, hängt in deinem konkreten Fall davon ob, wie deine Einkommensverhältnisse vor der Inanspruchnahme aussahen.

Zudem könnte es sein, dass du je nach Einkommensverhältnissen und den Bezugsquellen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II, also Hartz 4, hast. Dies ist für Studenten allerdings grundsätzlich eher in Ausnahmefällen gegeben. Unabhängig von dir kann jedoch dein Kind, abhängig von den finanziellen Verhältnissen, Anspruch auf diese Leistung haben.

Womöglich gibt es zudem Privatpersonen, die dich finanziell unterstützen können. Dazu gehört zum einen dein Partner, des Weiteren in einigen Fällen deine Eltern. Du solltest, wenn es nötig ist, den Mut aufbringen, nachzufragen, denn das Wohl deines Kindes und dein eigenes Wohlergehen sollten in dieser Phase absolute Priorität haben.

Studium mit Kleinkind organisieren

Ab einem gewissen Punkt möchtest du als junge Mutter womöglich weiterstudieren. Du hast ein oder zwei Pausensemester genommen und dir liegt es nun am Herzen, deine berufliche Laufbahn wieder voranzubringen.

Dafür solltest du bereits frühzeitig die Weichen stellen und dich nach einem Betreuungsplatz für dein Kind umsehen. Nach dem Gesetz haben seit 2013 bereits Kinder zwischen ein und drei Jahren Anspruch auf eine Betreuung. In der Realität gibt es jedoch einen Mangel an Betreuungsplätzen, weshalb dies nicht immer so leicht umzusetzen ist.

Wenn deine finanziellen Möglichkeiten es zulassen, solltest du dich daher zudem nach einer privaten Betreuung umschauen. Alternativ können dich vielleicht deine Eltern oder dein Partner unterstützen.

Des Weiteren hast du an einigen Universitäten die Option, ein Lernraumsemester einzulegen. In einer solchen Phase kannst du das Studium etwas lockerer angehen. Du setzt also nicht aus, sondern hast weniger Druck, kannst die ein oder andere Klausur schieben und bist etwas flexibler. Ob und unter welchen Bedingungen dies möglich ist, erfährst du in der Studienberatung deiner Universität.

Mit diesen Optionen und einer guten Alltagsorganisation kannst du dein Studium mit Sicherheit wieder aufnehmen. Vielleicht dauert am Anfang alles ein bisschen länger, davon solltest du dich allerdings nicht entmutigen lassen. Schließlich hast du jetzt zwei große Aufgaben und stehst damit vor einer echten Herausforderung.

Falls es mal hakt: Deine Anlaufstellen

Bei alledem solltest du dir bewusst machen, dass du nicht allein bist. Für jede schwierige Situation in deiner Schwangerschaft oder als Mutter eines Kleinkindes gibt es Anlaufstellen, die dich professionell beraten.

Dazu gehört beispielsweise pro familia. Diese Stelle hilft unter anderem in rechtlichen Fragen während der Schwangerschaft als auch bei finanziellen und sozialen Anliegen. Die Caritas bietet ebenfalls Beratung für Eltern und Familien. Neben diesen beiden Optionen gibt es viele weitere Beratungsstellen, eine kurze Recherche über Google kann dir Aufschluss geben, welche Möglichkeiten du in deiner Nähe hast.

Alternativ kannst du sicherlich Personen in deinem Umfeld ansprechen. Vielleicht können dir Freunde oder deine Eltern beratend zur Seite stehen und in schwierigen Momenten erste Lösungsansätze aufzeigen.

Zusammenfassung

Die Kombination aus Studium und Schwangerschaft stellt dich vor einige Herausforderungen. Diese sind sowohl organisatorischer als auch finanzieller Natur. Mit etwas Hintergrundwissen und einer guten Struktur kannst du jedoch viele dieser Hürden meistern. So besteht die Möglichkeit, dein Studium erfolgreich fortzusetzen und abzuschließen, ohne deine Pflichten als Mutter zu vernachlässigen.

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