Schnell und sicher auswendig lernen

auswendig lernen

Wir alle müssen hin und wieder etwas auswendig lernen. Sei es in der Schule oder im Studium – das Auswendiglernen hört eigentlich nie auf. Das kann manchmal ganz schön anstrengend sein und wenn das Thema keinen Spaß macht, geht die Motivation sowieso flöten. Während einige das Auswendiglernen richtig gut drauf haben, fällt es anderen meistens ziemlich schwer. Doch keine Sorge, auswendig lernen kann man sogar auch erlernen. Durch eine Reihe verschiedener Techniken kannst du dir angewöhnen, mehr Informationen zu speichern.


StudybeesPlus für WiWis

Ich selbst gehöre zu der Sorte von Personen, denen es sehr leicht fällt, Sachen schnell und sicher auswendig zu lernen. Deswegen stelle ich dir ein paar Tipps und Tricks vor, die du beim nächsten Mal anwenden kannst, damit auch du ein Profi im Auswendiglernen wirst!

1) Fange frühzeitig an

Ich weiß, das wird immer wieder gepredigt und wahrscheinlich kannst du es nicht mehr hören, aber früh mit dem Lernen anzufangen, kann dir so einiges erleichtern. Die meisten Studenten fangen gefühlt erst in der letzten Sekunde an zu lernen und sind dann panisch, weil der Lernstoff doch ziemlich viel ist. Wenn du erst sehr spät anfängst zu lernen, wirst du dir wahrscheinlich die ganzen Sachen stur in den Kopf ballern und hoffen, dass du es dir irgendwie merken kannst. So schlau ist das allerdings nicht.

Denn dann kann es schnell passieren, dass du in der Klausur einen Blackout bekommst und gar nichts mehr weißt. Du hast durch das späte Anfangen die ganzen Sachen im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert und dort verschwinden neue Informationen schnell wieder. Daher ist es wichtig, dass du wirklich ein paar Wochen vor deiner Klausur anfängst, den Lernstoff zu lernen, damit du ihn auch während der Klausur ohne Probleme abrufen kannst.

Das frühzeitige Anfangen dient auch dazu, den Stress zu reduzieren. Wenn du erst ein paar Tage vor der Klausur anfängst zu lernen und den Berg an Mitschriften siehst, ist es klar, dass du Stress verspürst. Wie sollst du das nur alles schaffen bis zur Klausur? Das Problem: Stress verhindert, dass wir uns neue Informationen besser merken können. Das Resultat ist dann noch mehr Stress, weil du das Gefühl hast, dass du dir nichts merken kannst. Wenn du früh genug anfängst, umgehst du dem Ganzen und kannst locker jeden Tag nur ein paar Stunden opfern, um zu lernen.

2) Lerntyp kennen

Wenn du etwas auswendig lernen musst, solltest du dir darüber im Klaren sein, welcher Lerntyp du eigentlich bist. Denn das kann dir ungemein helfen, dich besser zu konzentrieren und dir Sachen besser zu merken. Wenn du besser mit Skizzen, Grafiken oder Farben lernen kannst, bist du ein visueller Lerntyp. Du kannst gerne versuchen, den Lernstoff farblich zu unterscheiden, das hilft vielen beim Erinnern. Kommunikative Lerntypen brauchen Kommunikation, um das Gelernte zu verinnerlichen. Probiere doch mal mit einem Kommilitonen über die Themen zu reden, dabei lernt ihr beide etwas. Oder du sprichst dir zuhause den Lernstoff vor, damit du dir die Sachen besser merken kannst.

Auditive Lerntypen lernen am besten über das Zuhören. Du kannst die Vorlesungen aufnehmen und sie dir nochmal anhören, damit du das Thema auch verstehst und dir verschiedene Punkte gut merken kannst. Kinästhetische Lerntypen lernen über Praxiserfahrung. Versuche also deinen Lernstoff mit etwas Praxis zu verbinden und du siehst, dass es dir leichter fällt, bestimmte Sachen besser beizubehalten.

3) Struktur schaffen

Die Prüfungsphase rückt immer näher und du bist aus deinen Mitschriften irgendwie nicht schlau geworden. Ordne doch eine Zusammenfassung aller Themen an! Somit strukturierst du alles durch und das kann dir helfen, einen Überblick zu bewahren. Am meisten hilft es, die verschiedenen Themen und Unterthemen per Hand aufzuschreiben, denn das Tippen am PC bringt dir nicht viel. Wenn wir Sachen per Hand schreiben, können wir sie uns viel besser merken. Dabei kannst du auch unterscheiden, welche Informationen wirklich wichtig sind und welche du ruhig weglassen kannst. Somit reduzierst du den Lernanteil und lernst nur das Wichtigste (obwohl uns die Dozenten auch gerne mal überraschen).

Während du deine Zusammenfassung anfertigst, kannst du auch bestimmte Schlüsselwörter hervorheben, die für ein bestimmtes Thema besonders wichtig sind. Das kann dir helfen, dich besser zu erinnern und du kannst auch andere Informationen gleich mit dem Schlüsselwort verbinden. Mir hilft es besonders, die Schlüsselwörter und Unterüberschriften farblich anzustreichen. So bekomme ich einen kleinen Überblick und bin in der Lage, mir die Reihenfolge besser ins Gedächtnis zu rufen.

Am besten wäre es natürlich, wenn du schon während des Semesters deine Mitschriften säuberlich zusammenfasst, damit du die Arbeit am Ende nicht mehr hast. Allerdings weiß ich, dass das ziemlich in die Länge geschoben wird und man doch erst kurz vor der Prüfungsphase erst einmal alles zusammensucht. Wenn du deine Prokrastination besser in den Griff bekommst als ich, kannst du es trotzdem versuchen. Denn damit sparst du dir am Ende kostbare Zeit und kannst dich besser auf das Gelernte konzentrieren.

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4) Informationen in kleine Teile zerlegen

Beim Auswendiglernen bringt es leider nichts, wenn du versuchst das ganze Zeug stur im Kopf zu behalten. Unser Gedächtnis kann sich nur eine bestimmte Anzahl an Informationen merken, danach geht einfach nichts mehr. Deshalb ist es wichtig, dass du den Lernstoff in kleinere Teile zerlegst, die du an unterschiedlichen Tagen lernst. Du kannst zum Beispiel ein Kapitel zusammenfassen, dir die wichtigsten Schlüsselwörter aufschreiben und nur das Kapitel an einem Tag lernen. Am nächsten Tag versuchst du dann, das Kapitel zu wiederholen und machst dich dann auf zum nächsten Kapitel.

Somit kannst du dir die Themen besser im Gedächtnis behalten und kannst sie auch besser und schneller abrufen. Wenn du nämlich versuchst, alles auf einmal auswendig zu lernen, kann es passieren, dass dir wichtige Informationen nicht mehr einfallen, weil die Lernmenge einfach zu groß war. Teile dir also den Lernstoff gut ein und lerne lieber nach und nach. So hast du auch keinen Stress und kannst das Gelernte locker wiederholen und dir besser merken.

5) Die Loci-Methode

Die Loci-Methode gehört zu den mnemotechnischen Lerntechniken und kann dir helfen, dir den Lernstoff besser und schneller zu merken. Die Technik funktioniert relativ einfach und wird schon von einigen Gedächtnissportlern benutzt! Vor allem bei Themen, bei denen du eine bestimmte Reihenfolge beibehalten musst, ist diese Methode eine gute Lösung.

Dafür schreibst du dir den Lernstoff erst einmal strukturiert auf, zum Beispiel auf Karteikarten. Wenn du das getan hast, stellst du dir gedanklich einen Raum oder einen Platz vor. Das kann zum Beispiel das Kinderzimmer zuhause oder ein öffentlicher Platz, den du gerne besuchst, sein. Wichtig ist nur, dass du den Raum oder den Platz gut kennst, damit du ihn dir gut in Erinnerung rufen kannst. Falls dir das gut gelingt, kannst du anfangen Verknüpfungen zu erstellen. Zum Beispiel bei einem Bett – Bettgestell, Matratze, Matratzenüberzug, Kopfkissen, Bettdecke, Bettwäsche. Danach verknüpfst du deinen Lernstoff mit den verschiedenen Plätzen.

Du kannst diese Plätze auch auf deine Karteikarten schreiben, so kannst du es dir noch besser merken! Wenn du mit den verschiedenen Orten oder Plätzen durch bist, kannst du einfach den Raum mit den verschiedenen Elementen durchgehen und es dir bildlich vorstellen. Damit kannst du dir die Reihenfolge besser merken und lernst den Stoff schneller. Probiere es doch einmal aus!

6) Lernstoff in der Wohnung verteilen

Manchmal versucht man, sich etwas so oft wie es geht, zu merken, aber es will einfach nicht im Kopf bleiben. Das kann ziemlich nervig sein und kann einen schnell frustrieren. Aber meistens hilft es nichts, die bestimmten Informationen wieder und wieder zu wiederholen. Im Kopf bleiben sie so nämlich nur schwer. Du kannst aber eine andere Methode probieren! Falls du Probleme hast, dir bestimmte Sachen zu merken, kannst du den Stoff auf kleine Zettel oder Karteikarten schreiben und diese in deiner Wohnung verteilen. Hänge einen der Zettel zum Beispiel an deinen Badspiegel. Somit siehst du ihn immer wieder, wenn du auf die Toilette musst, wenn du duschen gehst oder dir morgens und abends die Zähne putzt.

Das hilft dir sicherlich, den Lernstoff endlich zu behalten und bald hast du keine Probleme mehr damit, die Informationen auch im Gedächtnis zu behalten. Denn du siehst sie immer wieder vor deinen Augen und irgendwann kannst du dich auch an sie erinnern. Wichtig ist, dass du die Zettel oder die Karteikarten gut sichtbar aufhängst. Vor allem an den Orten, an denen du jeden Tag oft vorbeiläufst. Du wirst sehen, dass du den Lernstoff bald draufhast!

7) Assoziationen schaffen

Wie oben schon erwähnt, hilft dir die Loci-Methode bereits, die Reihenfolgen mithilfe von räumlichen Assoziationen zu merken. Aber du kannst auch andere Dinge probieren! Wenn du dir nicht unbedingt eine Reihenfolge merken musst und du Probleme hast, einige Themen auswendig zu lernen, kannst du sie mit lustigen Assoziationen verknüpfen. Dabei stellst du dir einfach ein lustiges Bild vor, das mit dem Wort zusammenhängt oder du denkst an ein Wort, das so ähnlich klingt.

Eine andere Möglichkeit ist, das Wort mit einer persönlichen Geschichte zu verknüpfen. Vielleicht hat es etwas mit deinem Freundeskreis zu tun oder es trifft auf jemanden in deiner Familie zu? Oder du denkst dir einfach eine Geschichte dazu aus! Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Beim Auswendiglernen Assoziationen zu verknüpfen, kann dir helfen, den Stoff besser zu verinnerlichen und das Risiko, es wieder zu vergessen, ist sehr gering. Wenn du das nächste Mal etwas auswendig lernen musst, versuche die schwer zu merkenden Sachen mit etwas zu verknüpfen. Je ausgefallener, desto besser!

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8) Pausen einhalten

Pausen sind unheimlich wichtig, wenn du etwas auswendig lernen willst. Denn dadurch kann dein Gehirn die neu aufgenommenen Informationen besser verarbeiten. Am besten sind 20-25 Minuten pures Lernen und 5-10 Minuten Pause. Damit lernst du nicht zu viel auf einmal und hast ein bisschen Verschnaufpause zwischendrin. Wichtig ist aber, dass du dich während deiner Pause nicht ablenkst mit elektronischen Geräten! Das heißt, dass das Handy und der Fernseher ausbleiben müssen. Die Verlockung nur kurz auf’s Smartphone zu schauen ist zwar groß, kann aber schlecht ausgehen. Denn aus „kurz“ wird schnell man eine halbe Stunde und dein Gehirn konnte sich durch die Ablenkung am Smartphone nicht entspannen und bei der Wiederholung fällt es dir schwer, das Gelernte aufzugreifen.

Die beste Methode ist, sich während der Pause zu bewegen. Denn Bewegung kann dir helfen, den Lernstoff besser zu verinnerlichen und zu verarbeiten. Du musst natürlich keinen Marathon laufen oder andere schwere sportliche Aktivitäten ausführen. Es reicht schon, wenn du dich ein wenig dehnst oder ein paar Entspannungsübungen machst. Dafür kannst du dir einfach ein paar Yoga-Übungen anschauen und diese dann nachmachen. Oder aber du räumst deine Wohnung zwischendurch auf und kümmerst dich um den Abwasch. Dadurch beanspruchst du dein Gehirn nicht stark und bist in der Lage, dir die neuen Informationen besser zu merken.

9) Vor dem Schlafen gehen lernen

Im Schlaf lernen – Hört sich zu schön an, um wahr zu sein. Doch das kann tatsächlich (ein wenig) helfen! Wer kurz vor dem Schlafen gehen lernt, kann sich am Tag danach oft besser an das Gelernte erinnern. Denn im Schlaf verarbeitet unser Gehirn neue Informationen und speichert diese auch ab. Dadurch kannst du am nächsten Tag besser darauf zugreifen und dir die Sachen besser merken.

Wichtig ist auch, dass du während der Prüfungsphase genug Schlaf bekommst. Denn durch zu wenig Schlaf bist du mehr gestresst und deine Konzentration lässt nach. Achte deswegen darauf, dass du gesunde 7-8 Stunden Schlaf bekommst.

Fazit

Auswendiglernen macht oft keinen Spaß, vor allem, wenn dich das Thema einfach null interessiert. Stures auswendig lernen bringt da in den meisten Fällen so gut wie gar nichts. Wenn du dir ein paar Sachen einfach gar nicht merken kannst, probiere doch ein paar dieser Tricks aus, die hier vorgestellt wurden!  Wenn du diese Methoden einhältst, fällt es dir in Zukunft bestimmt einfacher, den ganzen Stoff im Gedächtnis zu behalten und deine gute Note in der Klausur ist gesichert.

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