Ein Gastbeitrag von

richtiggutbewerben.de

Xing, LinkedIn und Co. – Wie präsentiere ich mich richtig?

Xing, LinkedIn und Co. - Wie präsentiere ich mich richtig?

Wer heute nach einem neuen Job sucht, tut dies meist online: ob Jobsuchmaschinen, Unternehmenswebsites oder Karriere-Seiten, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, im Netz den passende Traumjob zu finden. Viele gehen jedoch noch einen Schritt weiter und nutzen soziale Jobnetzwerke wie Xing oder LinkedIn, um online für spannende Unternehmen präsent zu sein. Schließlich möchte man nicht nur selbst nach einem neuen Job suchen und eine Bewerbung schreiben, sondern auch Angebote von potenziellen Arbeitgebern bekommen. Doch welches Jobnetzwerk ist für mich das richtige? Wie unterscheiden sich Xing und LinkedIn? Und wie präsentiert man sich dort richtig?

LinkedIn: Große Reichweite und internationale Arbeitgeber

Das amerikanische soziale Jobnetzwerk LinkedIn besitzt eine Reichweite von etwa 400 Millionen Nutzern in über 200 Ländern. Dazu gehören etwa 9 Millionen User aus Deutschland, Tendenz steigend. Besonders häufig wird das Netzwerk von gut ausgebildeten Leuten unter 35 Jahre genutzt, die alle eine Sache gemeinsam haben: Interesse am beruflichem Aufstieg. Im Vergleich kann LinkedIn vor allem mit der Internationalität punkten. Man findet dort jedes große Unternehmen, das etwas auf sich hält, und die Unternehmen nutzen das Netzwerk, um aktiv neue Talente zu suchen oder Jobs direkt anzubieten. Außerdem sind LinkedIn-Nutzer, weltweit gesehen, deutlich aktiver als die Nutzer von XING.

Ein Nachteil bringt das internationale Jobnetzwerk jedoch mit sich: Auch wenn es weltweit das größte Netzwerk ist und für die internationale Jobsuche die absolut beste Wahl darstellt, ist es auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch nicht in der ersten Liga in Sachen Jobsuche angekommen. Etwa 92 Prozent der Unternehmen nutzen das deutsche Jobnetzwerk XING für ihr Personalmarketing und Recruiting, LinkedIn wird bisher nur von 56 Prozent der Unternehmen genutzt – die Tendenz ist allerdings auch hier steigend (Quelle: de.statista).

XING: Führend in der DACH-Region, große Vielfalt an Angeboten

Das deutsche soziale Jobnetzwerk XING ist mit 10,4 Millionen Nutzern im deutschsprachigen Raum für diejenigen, die national auf der Suche nach einem neuen Job sind oder einfach netzwerken möchten, die passende Wahl. Fast alle großen deutschen Unternehmen sind auf XING präsent – vor allem der hohe Anteil an Fachkräften, welche man dort vor Ort direkt rekrutieren kann, wird sehr geschätzt. Funktionen wie die One-Click-Bewerbung, über welche man bei Interesse nur mit einem einzigen Klick das Profil an ein Unternehmen senden und das eigene Interesse so hervorheben kann, machen XING auch für die unkomplizierte und schnelle Jobsuche interessant.

Ein Nachteil des deutschen Anbieters: Der Konkurrent aus den USA bietet mehr Funktionen, ist dabei allerdings auch nicht mehr so übersichtlich, wie XING selbst.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich den Aufwand machen und beide Netzwerke nutzen. Allerdings sollte man dabei immer auf den Mehrwert achten: XING sollte somit eher für die deutsche, LinkedIn für die englische Präsentation genutzt werden. So setzt man die Vorteile der jeweiligen Plattform effizient ein. Da der Arbeitsmarkt zukünftig allerdings immer globaler werden wird, ist damit zu rechnen, dass sich vor allem sehr hoch qualifizierte Nutzer eher dem größeren und internationaleren Netzwerk zuwenden werden.

Außerdem gut zu wissen: Die beiden Jobnetzwerke sind kostenpflichtig. Zwar bieten XING und LinkedIn jeweils auch ein kostenfreies Profil an, doch um alle Funktionen nutzen zu können, ist eine kostenpflichtige Registrierung notwendig. XING bietet einen Premiumzugang, während LinkedIn gleich mehrere kostenpflichtige Profilvarianten zur Wahl anbietet. Ob eine kostenpflichtige Variante Sinn macht, kann man nach der Registrierung im kostenlosen Profil entscheiden. Hilfreich für die Entscheidung ist es, die Premiumvariante eine Zeit lang zu testen, um den Nutzen der Funktionen abschätzen zu können.

Wie präsentiere ich mich richtig?

Egal für welches Jobnetzwerk man sich letztendlich entscheidet, die Präsentation muss stimmen. Unvollständige und kaum aussagekräftige Profile sind ein absolutes No-Go, denn sie bieten den Recruitern und Personalern überhaupt keinen Mehrwert. Das Profil auf einem sozialen Jobnetzwerk sollte aktuell, prägnant und vor allem interessant sein. Doch wie bekommt man solch ein perfektes Profil? Auf was muss dabei geachtet werden?

#Foto

Das Profilfoto bildet den Kopf deines Profils und fällt dem Suchenden meist als Erstes ins Auge. Man sollte also unbedingt die Chance nutzen, mit dem Profilfoto ein erstes positives Bild zu hinterlassen. Professionalität steht hier an erster Stelle – bitte auf gar keinen Fall Selfies oder sonstige Freizeitfotos verwenden. Optimal sind qualitativ hochwertige Bewerbungs- oder Businessportraits, auf welchen das Gesicht sowie ein Teil des Oberkörpers zu sehen sind. Outfittechnisch sollten Männer Hemd oder sogar Sakko wählen, Frauen Bluse oder Kostüm – das variiert natürlich je nach Branche. Am besten man informiert sich im Voraus über den üblichen Dresscode der Wunschbranche und passt sich daran an. Trotz Professionalität: Lächeln nicht vergessen! Den das übermittelt Sympathie und lädt zum Weiterlesen ein.

#Profilüberschrift

Wer das Textfeld „Profilüberschrift/Profilspruch“ nicht nutzt, vergeudet die Chance, mithilfe von wenigen Worten von sich zu überzeugen. Aber Vorsicht: Bitte keine Poesiealbum-Weisheiten! Viele User nutzen dieses Feld, um es mit pfiffigen, aber nichts aussagenden Zitaten zu füllen. Wenn es unbedingt ein Zitat sein soll, sollte man darauf achten, dass es zu einem persönlich passt und auch einen tieferen Sinn hat. Generell eignet sich die Profilüberschrift um in ein bis zwei Sätzen zielführend zu umschreiben: Wer bin ich? Was mache/kann ich? Was will ich? Man sollte sich überlegen, was einen einzigartig macht und dies dann in kurzen Sätzen beschreiben. Gerne auch kreativ und mutig – denn Personaler bevorzugen das Besondere, keine abgedroschenen Floskeln. Wie kreativ eine solche Kurzbeschreibung sein darf, kommt natürlich auch immer auf die jeweilige Branche an. Eine solide Variante für Berufseinsteiger wäre zum Beispiel: „B. Sc. Business Administration mit erster Berufserfahrung im Berich Sales und Marketing – Personalverantwortung inbegriffen.“.

#Berufserfahrung

Hier sollte man dem Personaler deutlich mehr zu lesen bieten als nur die beruflichen Stationen, welche man durchlaufen hat. Ähnlich wie im Lebenslauf umschreibt man zusätzlich zu den Basic Informationen über Unternehmen, Stelle und Co. in drei bis vier Stichpunkten die genaue Tätigkeit innerhalb des Unternehmens. Was waren die Hauptaufgaben? Welche Projekte wurden ausgeführt? Was wurde erreicht? Hier gilt: Weniger ist mehr! Natürlich sollte der berufliche Werdegang lückenlos sein, nichts desto trotz sollte man darauf achten, nur die wichtigsten Stationen (niemals mehr als 8-10) aufzuführen und unnötige Angaben, wie z.B. die Grundschule, wegzulassen.

Absolventen, die sich zum ersten Mal bewerben und gar keine oder wenig Berufserfahrung vorweisen können, haben hier die Möglichkeit, mit Spezialwissen aus dem Studium zu glänzen. Das zeigt dem Recruiter, wohin der- oder diejenige sich entwickeln will und betont außerdem die Motivation.

#Ich biete…

Eines der wichtigsten Felder jedes sozialen Jobnetzwerks ist das Feld „Ich biete…“, denn eine gute Auffindbarkeit ist das A und O eines jeden Profils. Hierbei kommt es darauf an, die richtigen Keywords zu verwenden, sodass die passenden Personaler/Recruiter auch die Möglichkeit haben, das Profil zu finden. Warum? Ganz einfach, die meisten Personaler oder Recruiter suchen mit Hilfe eines Tools und entsprechender Suchbegriffe nach neuen Mitarbeitern. Bei XING nennt sich dieses Tool z.B. Talent Manager.

Unter „Ich biete…“ hat man also Möglichkeit, Keywords einzugeben, die fachliche Kompetenzen sowie persönliche Skills beschreiben und das Profil so entsprechend zu positionieren. XING Experten raten, hier in etwa 20 Keywords zu nennen. Was die Anordnung dieser Keywords angeht, bietet es sich an, fachliche und persönliche Fähigkeiten zu trennen. So entsteht zusätzlich eine gewisse Ordnung und die Suchenden können sich einen schnelleren und besseren Eindruck verschaffen.

Besitzt man einen kostenpflichtigen Premium-Account bei XING, hat man außerdem die Option, „Top-Fähigkeiten“ auswählen. Hier sollte man auf Fähigkeiten setzen, welche bei einer zukünftigen neuen Aufgabe eine Rolle spielen und somit für Personaler und Co. interessant sein könnten.

#Ich suche…

Das Feld „Ich suche“ wird von vielen Nutzern lediglich mit langweiligen Floskeln á la „neue Herausforderungen“ oder „nette Menschen“ gefüllt –  doch solche Aussagen finden sich nicht nur in nahezu jedem Profil, sie sind außerdem redundant. Denn wer niemanden kennenlernen mag oder keine berufliche Veränderung (Herausforderung) sucht, tummelt sich auch nicht auf XING oder LinkedIn. Also bitte vermeiden und etwas kreativer sein.

Für dieses Feld gilt: Unbedingt ins Detail gehen! Die Angaben sollten möglichst unterschiedlich und gerne auch mal ungewöhnlich ausfallen. Am besten, man probiert verschiedene Keywords aus und aktualisiert diese regelmäßig. Hier spielen die verwendeten Keywords ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Auffindbarkeit (und somit der Chance, gefunden zu werden) des Profils – auch deswegen lohnen sich Floskeln nicht, denn kein Personaler wird jemals nach dem Keyword „neue Herausforderungen“ suchen und wenn doch, wäre seine Auswahl so groß, dass die Chance, dass gerade das eigene Profil herausgepickt wird, erschreckend klein ausfallen würde.

#Interessen

Wie viel Privates gehört auf das Profil in einem Jobnetzwerk? Man sollte sich zunächst genau überlegen, was den Suchenden interessieren könnte und was nicht. Hier lautet ebenfalls die Devise: Weniger ist Mehr! Idealerweise steht hier ein Mix aus sportlichen, fachlichen und kulturellen Interessen.

#Gruppen

Anhand der Mitgliedschaft in verschiedenen Gruppen der Jobnetzwerke lässt sich indirekt erkennen, wofür sich der Profilinhaber interessiert und engagiert. Doch Achtung: Die verschiedenen Mitgliedschaften können sowohl einen positiven, als auch rasch einen negativen Eindruck bei den Personalern hinterlassen. Die Gruppen sollten also durchdacht und zielgerichtet gewählt werden.

Aber nicht nur die Mitgliedschaft bestimmter Gruppen sollte durchdacht werden, auch das Verhalten und die Kommentare in den sogenannten Foren innerhalb einer Gruppe sollten positiv und zielführend ausgerichtet sein. Denn auch die Foren werden gerne von Personalern oder Recruitern durchleuchtet.

#Gezieltes Netzwerken

Netzwerken oder auch „networking“ umschreibt den Aufbau sowie die regelmäßige Pflege des eigenen Kontaktnetzwerks auf XING und Co. Die Ziele des Netzwerkens sind unter anderem der gegenseitige Wissensaustausch, die Hilfe und natürlich die Vorteile in der Berufswelt, egal ob bei der Jobsuche oder beim Aufstieg der Karriereleiter. Nicht selten basiert dabei das eigene Netzwerk auf dem Prinzip des Vitamin B: Jeder neue User bringt auch eigene neue Kontakte ein. Somit erweitert sich das entstehende Beziehungsgeflecht, das so genannte Netzwerk, stetig.

Doch wie betreibe ich erfolgreiches Networking? Zunächst ist es wichtig zu entscheiden, welche Kontakte die richtigen sind. Die passende Auswahl von Kontakten hängt natürlich immer von der eigenen Vita ab, also dem eigenen Karriereweg und vor allem den Karrierezielen. Grundsätzlich sind zwei Arten von Kontakten hilfreich: Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen sowie Menschen, die schon dort sind, wo man hinwill. Wenn es dann schließlich um die Kontaktaufnahme geht, sollten niemals einfach nur unzählige Kontaktanfragen ohne Inhalt verschickt werden. Eine kurze aber persönliche Nachricht ist ein Muss und im besten Falle der Start eines erfolgreichen beruflichen Kontakts.

Fazit

Die wohl wichtigste Regel im Jobnetzwerk: Authentisch bleiben! Der Auftritt auf XING und Co. sollte immer auch dem Charakter des Nutzers entsprechen. Niemals etwas angeben oder versprechen, was nicht der Realität entspricht – denn kaum etwas verärgert einen Personaler mehr, als eine enttarnte Lüge. Ein aussagekräftiges und gepflegtes Profil auf einem sozialen Jobnetzwerk kann Türen öffnen und den Weg nach oben auf der Karriereleiter sichern – es lohnt sich!