Fridays for Future – die Bewegung ist derzeit in aller Munde und immer mehr Menschen gehen mittlerweile freitags auf die Straßen, um für den Klimaschutz und damit ihre Zukunft zu kämpfen. Nicht nur Studenten oder Schüler bilden diese Gruppe von Protestierenden, sondern die breite Masse der Gesellschaft. Keine Sorge, das soll kein politisches Statement werden. Was vielmehr interessiert, ist die Frage, inwiefern es überhaupt sinnvoll ist, sich heute schon um Morgen zu sorgen und wie zukunftsorientiert wir leben sollten?


StudybeesPlus für WiWis

Wie bei jeder Bewegung, gibt es nun nämlich auch schon Gegenbewegungen. Wir sollten das Leben unbeschwert genießen, solange wir können, heißt es da. Oder wir sind nicht bereit, auf Luxus wie unsere Autos zu verzichten. Überhaupt sei der Klimawandel ohnehin nur eine große Panikmache und würde gar nicht existieren, behaupten eine Kritiker sogar. Letztere verstummen jedoch angesichts der aktuellen Studienergebnisse nach und nach. Der Klimawandel ist real, so viel steht fest – und ja, wenn wir nicht bald handeln, könnte es unkontrollierbare Kettenreaktionen geben. Kein Wunder also, dass diese Gegenbewegungen auf viel Widerstand in der Gesellschaft stoßen.

Sorgen stehlen die Kindheit…und die Zeit danach

Die Fridays for Future haben also ihre Daseinsberechtigung, doch sollten auf die Worte auch Taten folgen. Wenn dafür (noch mehr) Druck aus der Bevölkerung notwendig ist, wird das Movement weiter an Fahrt gewinnen…garantiert! Doch wer sich einmal das wohl berühmteste Gesicht dieser Bewegung ansieht, dem wird auch in erschreckendem Ausmaß bewusst, wie belastend der Kampf für die Zukunft sein kann. Glücklich wirkt Greta Thunberg jedenfalls nicht. Stattdessen ist sie berühmt für Sätze, wie: „Ihr habt mir meine Kindheit gestohlen!“

Da fragen wir uns: Möchten wir uns auch unser Leben stehlen lassen? Die Kindheit mag vorbei sein und die Jugend für viele ebenfalls bereits. Doch das bedeutet nicht, dass das Leben nicht trotzdem unbeschwert sein kann. Denn noch ist ja alles gut. Noch werden wir in Deutschland nicht von Wirbelstürmen heimgesucht. Noch sind die Winter erträglich. Noch ist der Klimawandel sogar angenehm, denn plötzlich haben wir im deutschen Sommer mediterranes Wetter. Wieso also nicht unser privilegiertes Dasein mit dicker Karosse und volldigitalisiertem Zuhause genießen – trotz hohem Benzin- oder Stromverbrauch?! Sich zu viel zu sorgen, kann schließlich nicht nur unglücklich, sondern auf lange Sicht sogar krank machen.

Leben im Moment – ist das wirklich sinnvoll?

Wenn wir uns also ohnehin schon sorgen um Probleme im Job, Stress in der Familie oder die Gesundheit des Hundes…warum sollten wir uns dann noch mit Themen wie dem Klimawandel beschäftigen, für welche eigentlich die Politiker zuständig sind? Dafür werden sie schließlich bezahlt! Das ist eine gute Frage und wir haben darauf eine gute Antwort: Weil ein gewisses Maß an Zukunftsorientierung zum Leben gehört. Sie ist unsere Verantwortung gegenüber der Natur, den Tieren (u.a. die Bienen), unseren Mitmenschen und den nachfolgenden Generationen.

Zudem ist Zukunftsorientierung auch für unser eigenes Leben eine gute Devise. Ja, all die Yogis und Spirituellen da draußen predigen immer wieder, dass wir mehr im Moment leben sollten. Mehr genießen und weniger nachdenken, lautet demnach die Devise für ein gesundes und glückliches Leben. Tatsächlich hat auch diese Meinung ihre Daseinsberechtigung. Denn es macht wirklich überhaupt keinen Sinn, uns über alles und jeden Gedanken zu machen. Sich darum zu sorgen, was der Kollege von einem denkt oder wie man den neuen Fernseher finanzieren kann, den man unbedingt möchte, ist eine unnötige Belastung. Das Leben im Moment ist also sinnvoll – aber nur, wenn wir die Sorgen sozusagen an der richtigen Stelle „aussortieren“.

Um die „richtigen“ Sorgen sorgen…

…das ist also das richtige Lebensmotto. Wir Menschen neigen nämlich dazu, uns viel zu viele Gedanken zu machen über unwichtige Dinge im Leben. Diese Sorgen schränken tatsächlich unsere Lebensqualität ein und Yoga, Meditation oder andere Methoden können dabei helfen, diesen Gedankenkreislauf zu stoppen. Wir sollten stattdessen unseren Kopf frei machen von unwichtigen Dingen, damit eben mehr Raum bleibt für wirklich wichtige Fragen. Fragen, wie beispielsweise der Klimaschutz. Er ist nur ein Beispiel von vielen, doch es macht deutlich, dass wir uns nicht einfach aus der Verantwortung ziehen können und sollten.

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Denn noch mögen es „nur“ die Natur oder Tiere sein, die unter den Auswirkungen leiden. Oder „nur“ arme Menschen am anderen Ende der Welt, deren Schicksal uns aber nicht betrifft. Doch irgendwann werden wir betroffen sein und dann ist das Gejammer (wieder) groß. Menschen neigen nämlich dazu, erst dann zu handeln, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Besser wäre es, wenn wir alle ein zukunftsorientiertes Leben führen. Das lässt sich auf große Dinge wie den Klimaschutz ebenso herunterbrechen wie auf kleine Fragen à la „Wo will ich beruflich hin?“ oder „Wie kann ich auf lange Sicht möglichst gesund leben?“. Wir sollten uns also zwar nicht zu viel sorgen, aber wenn, dann eben um die „richtigen“ Sorgen.

Jeder Mensch trägt Verantwortung, ob er will oder nicht!

Wir tragen eine Verantwortung gegenüber der Erde und all ihren Lebewesen und sollten diese daher auch übernehmen – selbst, wenn wir nicht direkt betroffen sind. Es ist also an der Zeit, den Egoismus abzulegen und mit ihm auch das PS-starke Auto oder die Stromfresser im Haushalt, um nur einige Beispiele von vielen zu nennen. Und sobald wir diese Verantwortung gegenüber anderen Menschen und Dingen übernommen haben, können und sollten wir das auch für unser eigenes Leben tun.

Wieso? Ganz einfach: Zukunftsorientierte Menschen leben gesünder, haben Forscher an der Kansas State University herausgefunden. Demnach sei das Leben im Hier und Jetzt, wenn es radikal durchgezogen wird, deutlich gesundheitsschädlicher als die Planung im Voraus. Ihrer Meinung nach ist es zwar vor allem die nahe Zukunft, welche wir im Blick behalten sollten, doch auch langfristige Probleme können und sollten durch diese Planung präventiv vermieden werden. Einfach spontan den Job zu kündigen, um dann einige Wochen später seine Miete nicht mehr bezahlen zu können, ist also ebenso schlecht wie das Klima zu verändern und hinterher mit unkontrollierbaren Konsequenzen konfrontiert zu werden.

Zukunftsorientierung macht fleißiger und gesünder

Zukunftsorientierung optimiert demnach das Leben und die Gesundheit, sofern sie richtig umgesetzt wird. Es geht weniger darum, sich zu sorgen, als um aktive Handlungen. Wer abnehmen möchte, sollte sich im Fitnessstudio anmelden und Zeit für sein Training einplanen. Und wer mit dem Rauchen aufhören möchte, dem helfen Ablenkstrategien, falls das Verlangen zu groß wird. Diese sind nur zwei Beispiele von vielen, doch sie erklären, weshalb zukunftsorientierte Menschen in ihren Vorhaben erfolgreicher sind als jene, die vollständig im Moment leben. Denn Letztere werden mit größerer Wahrscheinlichkeit doch wieder zur Zigarette greifen – wen interessiert schon die eigene Gesundheit in zehn, 20 oder 30 Jahren?!

Nun, sie sollte uns interessieren und genau deshalb ist ein Minimum an Zukunftsorientierung für jeden Menschen wichtig. Sie hat etwas mit Selbstkontrolle zu tun und die kommt nicht nur der eigenen Gesundheit zugute, sondern auch der Karriere. Eine weitere psychologische Studie – und zwar der berühmte Marshmallow-Test – kam nämlich zu dem Ergebnis, dass Menschen mit einem hohen Maß an Zukunftsorientierung beruflich erfolgreicher sind und mehr verdienen. Wieso? Weil sie fleißiger sind und gezielt Berufe mit exzellenten Karriereperspektiven wählen, beispielsweise eine technische Ausbildung. Außerdem sind sie in der Lage, diszipliniert auf ein Ziel hinarbeiten, anstatt sich nur vom Moment treiben zu lassen. Und auch in dieser Studie lebten die zukunftsorientierten Menschen länger, sodass sich die beiden Ergebnisse decken.

Fazit

Ohne Menschen mit Zukunftsorientierung gäbe es also keine florierende Wirtschaft und vielleicht auch keinen Klimawandel. Es ist daher an der Zeit, dass wir uns alle eine Scheibe davon abschneiden und beginnen, uns Gedanken um die Zukunft zu machen. Wenn wir uns nämlich die „richtigen“ Sorgen machen und daraus die „richtigen“ Konsequenzen ziehen, sprich handeln, sieht die Welt und unser eigenes Leben bald schon wieder deutlich besser aus!