Nachhilfe geben - Tipps

Jeder von uns kommt irgendwann mal an den Punkt, an dem er auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Sei es beim Umgang mit dem neuen Computer oder auch dem Verstehen von statistischen Problemen: manchmal funktioniert es halt einfach nicht. Gerade beim Lernen in der Schule oder in der Uni kann es daher nützlich sein, Nachhilfe* in Anspruch zu nehmen. Wenn man selbst eher zu den Menschen gehört, die den vollen Durchblick haben: umso besser! Nachhilfe geben* wird ein immer beliebterer Nebenjob unter Studenten. Wieso das eigene Potential nicht nutzen und selbst zum Nachhilfelehrer* werden und anderen bei Fragen als Tutor* zur Seite stehen?

Warum solltest du Nachhilfe geben?

Genau diese Frage stellst auch du dir vielleicht gerade. Wieso solltest du deine wohlverdiente Freizeit nutzen, um neben der Uni noch Nachhilfe* zu geben? Ist ja schließlich nicht dein Problem, wenn andere den Stoff nicht kapieren. Nun – natürlich ist es nicht dein Problem. Zumindest solange ihr keine Gruppenarbeit oder ähnliches zusammen machen müsst. Spätestens dann nämlich wärst du auch froh, wenn ihnen mal jemand frühzeitig die Zusammenhänge erklärt hätte. Dieser Jemand könntest du sein. Es gibt nämlich viele gute Gründe fürs Nachhilfe* geben:

  • Du kannst anderen Studenten helfen, komplizierte Sachverhalte besser zu verstehen
  • Dabei kannst du dein Wissen ganz nebenbei selbst nochmal festigen: ständige Wiederholungen lassen dich nichts vergessen und machen dich zum Experten auf deinem Gebiet
  • und du bekommst vielleicht Einblicke in neue Themen, die auch dir bisher neu sind: die Fähigkeit, mal die Perspektive zu wechseln hilft dir auch später im Berufsleben
  • Falls du später gern Lehrer werden möchtest, ist das die optimale Vorbereitung für dich
  • Dabei bist du flexibel in deiner Zeiteinteilung: du entscheidest, wem, wann und wo du Nachhilfe geben willst und auch wie viel
  • Außerdem kommst du in Kontakt mit anderen Studenten und Kommilitonen
  • und verdienst dir dabei oftmals sogar etwas dazu: der Stundenlohn für Nachhilfelehrer liegt bei 15-20€
  • Deine Softskills werden sich verbessern: du kannst dich leichter in andere einfühlen, lernst deine Zeit besser zu managen und mit Kritik umzugehen, stärkst dein Selbstvertrauen, erhöhst deine Fähigkeit mit Problemen umzugehen und steigerst deine Kommunikationsfähigkeit
  • und ganz wichtig: du sammelst neue Erfahrungen und viel gutes Karma
Nachhilfe geben gute Gruende

Welche Möglichkeiten gibt es, Nachhilfe zu geben?

1. Private Nachhilfe geben

Ein großer Anteil derer, die Nachhilfe* geben, organisiert sich privat. Das heißt, du musst dich nirgends anmelden, sondern suchst dir deine Nachhilfeschüler selbst. Wie du das machst ist dabei komplett dir selbst überlassen. Du kannst beispielsweise im Bekanntenkreis oder auch über soziale Netzwerke Interessenten finden. Mit diesen regelst du die Rahmenbedingungen eurer Nachhilfestunden dann selbst. Welche Möglichkeiten gibt es nun aber, um auf privatem Weg Nachhilfe geben zu können? Dazu musst du dir zuerst einmal deine Schüler suchen. Dafür kannst du beispielsweise private Kontakte nutzen oder selbst aktiv werden.

Möglichkeiten privat Nachhilfeschüler zu finden:

  • Frage deine Freunde oder Kommilitonen, ob sie Nachhilfe brauchen
  • Sprich die Lehrer an deiner aktuellen oder ehemaligen Schule an, vielleicht können sie dir jemanden vermitteln
  • Befreundete Eltern, Verwandte oder Arbeitskollegen haben häufig Kinder mit Nachhilfebedarf oder kennen jemanden
  • Hänge dein ausgedrucktes Nachhilfe-Angebot in Unis und Schulen auf
  • Lege dein Nachhilfe-Angebot in Mensen und Bibliotheken aus
  • Teile dein Nachhilfe-Angebot in sozialen Netzwerken

Vorteile:

  • Du kannst meist schnell und einfach neue Nachhilfeschüler finden
  • Vielleicht kennst du deine Schüler schon und kannst dich so besser auf sie einstellen
  • Du kannst Kontakte und Freundschaften stärken – deine Freunde und Bekannte freuen sich, wenn du ihnen weiterhilfst
  • Du kannst die ganze Summe, die du fürs Nachhilfe geben bekommst, für dich behalten

Nachteile:

  • Deine Zielgruppe ist auf deine Stadt begrenzt
  • Bei persönlichen Kontakten erwartet dich meist ein geringerer Stundenlohn als bei fremden Nachhilfeschülern
  • Manchen Nachhilfeschülern sind private Angebote zu unseriös, da es keine Bewertungen oder Ähnliches gibt

2. Nachhilfeplattformen nutzen

Um neue Schüler oder Studenten mit Nachhilfebedarf zu finden, kannst du über dein persönliches Netzwerk hinaus auch Nachhilfeplattformen im Internet* nutzen. Dort legst du in der Regel ein Profil an und kannst dann einzelne Nachhilfeangebote für verschiedene Fächer und Klassenstufen einstellen. Je nach Plattform ist das Angebot entweder komplett kostenlos, es wird eine monatliche Gebühr von dir als Nachhilfelehrer verlangt oder es wird ein gewisser Anteil des Stundenlohns pro Nachhilfestunde von der Plattform einbehalten. Der große Unterschied zur privaten Nachhilfe besteht hierbei darin, dass du dich registrieren musst, um Nachhilfe geben zu können. Dafür melden sich dann die Nachhilfeschüler in der Regel bei dir, sodass du sie nicht extra suchen musst.

Vorteile:

  • Geringer Aufwand: du musst nur ein Profil anlegen und schon kommen die ersten Nachhilfe-Anfragen rein, einfacher gehts nicht!
  • Stundenlohn kann selbst gewählt werden: in der Regel bekommst du zwischen 10-20€ pro Stunde
  • Große Zielgruppe: du kannst auch online Nachhilfe geben und so Schüler in ganz Deutschland erreichen, zum Beispiel über Skype

Nachteile:

  • Du trägst gegebenenfalls die Anfahrtskosten zu deinem Nachhilfeschüler
  • Bei manchen Nachhilfeplattformen fallen monatliche Kosten an
  • Du musst einen Teil deines Lohns an die Plattform abtreten

Eine kostenlose Nachhilfeplattform ist zum Beispiel ErsteNachhilfe*.

3. Gruppen-Nachhilfe geben

Um nicht nur für einzelne Personen, sondern auch für Gruppen Nachhilfe geben zu können, kommt für dich die Arbeit als Crashkurs-Tutor in Frage. Hierbei bewirbt ein Crashkurs-Anbieter deine Crashkurse, das heißt du musst dir keine Gedanken darüber machen, wie du deine Nachhilfe-Schüler findest. Um Crashkurse halten zu können, musst du dich bei einem Anbieter wie zum Beispiel www.studybees.de bewerben. Dieser trifft dann eine Vorauswahl und testet dein Fachwissen sowie deine pädagogischen Fähigkeiten. Wirst du akzeptiert, erstellst du mit dem Anbieter zusammen einen Kursplan und Inhalte für deine Kurse. Für das Nachhilfe geben winkt dir meist ein überdurchschnittlicher Stundenlohn von 15-20€. Manche Anbieter geben dir sogar einen Extra-Bonus, wenn du besonders gute Kurse anbietest und positiv von deinen Nachhilfeschülern bewertet wirst.

Vorteile:

  • Es gibt eine durchgehend hohe Nachfrage nach Crashkurs-Tutoren
  • Du musst keinen Aufwand für die Suche von Schülern betreiben
  • Die Lehrmaterialien können oftmals vom Crashkurs-Anbieter gestellt werden
  • Gute Bewertungen ermöglichen dir häufig die Möglichkeit auf Extra-Kurse oder Sonderboni 

Nachteile:

  • Du hast einen höheren Aufwand für deine Bewerbung
  • Es gibt Anfahrtskosten zum Ort des Crashkurses
  • Die Zielgruppe ist auf eine bestimmte Uni und eine bestimmte Vorlesung begrenzt
  • Deine Nachhilfe wird evaluiert: wenn du nicht gut genug bist, bekommst du keine neuen Kurse
Nachhilfe geben - Studybees

4. Bei einem Nachhilfeinstitut arbeiten

Wenn du deine Nachhilfeschüler nicht selbst suchen willst, kannst du dich auch bei einem Nachhilfeinstitut als Nachhilfelehrer bewerben. Dort arbeiten häufig viele Studenten, aber auch pensionierte Lehrer oder nebenberufliche Nachhilfelehrer. In Deutschland gibt es mehr als 3.000 Nachhilfeinstitute, sodass du in deiner Umgebung etwas findest, um Nachhilfe geben zu können. Die Nachhilfe in den Instituten ist in der Regel aufgeteilt in Einzelnachhilfe und Nachhilfe in Kleingruppen von 3-5 Schülern. In manchen Fällen sind diese alters- oder fächerübergreifend zusammengewürfelt. Dein durchschnittlicher Stundenlohn als Nachhilfelehrer bei Nachhilfeinstituten liegt in der Regel bei 9 bis 15 € pro Stunde und damit niedriger als bei anderen Optionen. Auch hier registrierst du dich und wirst anschließend bei überprüfter Eignung an potentielle Nachhilfeschüler vermittelt.

Vorteile:

  • Es gibt eine durchgehend hohe Nachfrage nach Nachhilfelehrern
  • Du hast keinen Aufwand für die Suche von Nachhilfeschülern
  • Eventuell können die nötigen Lehrmaterialien gestellt werden

Nachteile:

  • Häufig handelt es sich bei solchen Instituten um Gruppen- statt Einzelnachhilfe
  • Du hast einen höheren Aufwand für deine Bewerbung
  • Du hast meist Anfahrtskosten zum Nachhilfeinstitut
  • Die Zielgruppe ist auf deine Stadt begrenzt
  • Der Verdienst ist niedriger als bei anderen Alternativen

Was muss ich mitbringen um Nachhilfe zu geben?

Nachhilfelehrer kann eigentlich jeder werden, der darauf Lust hat. Nachhilfe geben ist keine Tätigkeit, die man erlernen muss. Natürlich sollte man gewisse Eigenschaften mitbringen und klar wird man von Zeit zu Zeit besser. Aber prinzipiell steht diese Möglichkeit allen offen. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier einige Punkte, die dir sicherlich dabei helfen werden, ein besserer Nachhilfelehrer zu sein. Besonders gut geeignet zum Nachhilfe geben bist du, wenn du:

  • ein Profi in deinem Fach bist.
  • auch mal etwas zwei oder drei mal erklären kannst, wenn dein Schüler es nicht verstanden hat.
  • starke Nerven hast.
  • freundlich und ruhig bleibst, wenn es Probleme gibt.
  • auch mal streng sein kannst.
  • bereit bist auch selbst dazu zu lernen und in deinem Fach auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
  • auch mal Lob verteilen kannst, wenn dein Schüler etwas gut gemacht hat.

Aber auch wenn diese Punkte (noch) nicht alle auf dich zutreffen, musst du dir keine Sorgen machen. Du weißt sowieso erst so richtig, ob du als Nachhilfelehrer geeignet bist, wenn du den Job mal ausprobiert hast! Und auch hier wirst du dich mit der Zeit weiterentwickeln und deine Fähigkeiten im Bereich Nachhilfe geben verbessern. Das heißt, selbst, wenn du jetzt noch nicht der perfekte Nachhilfelehrer bist, kann es sein, dass du nach ein paar Monaten zum Nachhilfe-Profi wirst.

Nachhilfe geben - Crashkurs Reportage

Die 5 wichtigsten Tipps für die perfekte Nachhilfestunde

Du hast dich entschieden und bist bereit den Job als “Nachhilfelehrer” einmal auszuprobieren? Jetzt stehst du vor deiner ersten Nachhilfestunde und willst natürlich, dass sie so gut wie möglich abläuft. Das heißt, dass dein Nachhilfeschüler dich mag und alles versteht, was du erklärst. Am Anfang fällt es dir dabei vielleicht gar nicht so leicht, gute Nachhilfe zu geben. Das ist aber vollkommen normal. Übung macht den Meister – das gilt auch hier. Ohne Erfahrung kannst du nicht wissen, wie deine Schüler die Inhalte am besten verstehen. Und sowieso – das ist bei den meisten Schülern sowieso unterschiedlich. Um dir dennoch den Einstieg ins “Nachhilfe geben” zu erleichtern, zeigen wir dir hier 5 Tipps, mit denen es besonders gut klappt:

1. Bereite dich gut vor!

Frag deinen Nachhilfeschüler, welche Probleme er genau hat und überlege, ob du ihm dabei wirklich helfen kannst. Nachhilfe geben kann nur, wer selbst Ahnung von einem Thema hat. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, wird dein Nachhilfeschüler das merken und dich nicht noch einmal buchen. Bei deiner Vorbereitung solltest du dir daher nicht nur den Stoff, sondern auch interessante Beispiele anschauen, die ihn dazu motivieren, dir zuzuhören. Dadurch weckst du nicht nur sein Interesse, sondern wirkst auch gleich viel kompetenter und vertrauenswürdiger.

2. Lächle viel!

Sei deinem Nachhilfeschüler gegenüber immer offen und sympathisch, damit hebst du dich wahrscheinlich von seinen Lehrern oder Professoren ab. Um erfolgreich Nachhilfe geben zu können, musst du deinem Schüler einen Mehrwert bieten. Hinterlasse also einen guten ersten Eindruck und du hast gute Chancen, wieder von ihm gebucht zu werden.

3. Arbeite mit verschiedenen Methoden!

Leg nicht gleich zu Beginn schon fest, mit welcher Methode du deinem Nachhilfeschüler dein Wissen vermitteln willst. Geh stattdessen auch auf seine Wünsche ein und entscheidet zusammen, wie ihr am besten arbeiten wollt. Dabei könnt ihr beispielsweise entscheiden, ob ihr mit visuellen Grafiken wie Mindmaps arbeiten wollt und ob im Hintergrund ruhige Musik gespielt werden soll. Auch lernen manche Schüler besser, wenn man ihnen die Infos vorträgt, andere bevorzugen es jedoch, sie selbst nochmal zusammenzufassen. Die Nachhilfe muss also nicht im Vorfeld von dir allein bis ins kleinste Detail geplant werden. Klärt die wichtigsten Punkte viel besser gemeinsam vor Ort ab.

4. Mache ausreichend Pausen!

Es bringt niemandem etwas, wenn ihr die ganze Zeit nur durchpaukt. Um nicht nur gute, sondern auch erfolgreiche Nachhilfe geben zu können, musst du dich auf deinen Schüler und seine Aufnahmefähigkeit einstellen. Aus diesem Grund macht zum Beispiel jede halbe Stunde eine kurze Pause, in der ihr etwas trinken könnt oder einen kleinen Snack zu euch nehmt. Ihr könnt die Zeit auch nutzen, um über etwas anderes als den Lernstoff zu sprechen. Auf diese Weise kannst du eine Beziehung zu deinem Nachhilfeschüler aufbauen und er wird dich sicher wieder buchen.

5. Frage nach Feedback!

Wenn du nicht nur einfach stupide deine Nachilfe gibst, sondern auch deinen Nachhilfeschüler nach seiner Meinung fragst, fühlt er sich von dir ernstgenommen und kann dir sagen, was du vielleicht noch besser machen kannst. Nachhilfe geben muss man nicht von jetzt auf gleich können. Allerdings kann man es auch nicht lernen, wenn man nicht bereit ist, auch mal Kritik einzustecken. Zeige deinem Schüler also, dass dir sein Lernerfolg wichtig ist und du eure Nachhilfestunden gern verbessern willst. Auf diese Weise hast du gute Chancen, dass er wieder mit dir arbeiten will und auch anderen von deiner guten Nachhilfe erzählt.