Nach der Klausurenphase: 10 Tipps für die Klausureinsicht

Nach der Klausurenphase: 10 Tipps für die Klausureinsicht

Ein gibt viele gute Gründe um zur Klausureinsicht zu gehen. Unabhängig davon, ob du dich auf die Nachklausur vorbereiten möchtest oder ein paar Punkte mehr herausholen willst, ist es meistens lohnenswert einen Blick auf die eigene Arbeit zu werfen.

Damit die Einsicht aber ein Erfolg wird, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Deswegen bekommst du in diesem Artikel zehn Tipps an die Hand, die dir bei deiner Klausureinsicht helfen sollen.

10 Tipps für deine Klausureinsicht

1. Habe klare Ziele für die Einsicht

Du solltest auf keinen Fall in eine Klausureinsicht gehen, ohne zu wissen, was deine Ziele sind. Möchtest du herausfinden, bei welchen Aufgaben du nachholbedarf hast oder hast du Zweifel an der Benotung?

Je nachdem, wie deine Ziele aussehen, solltest du dich vorbereiten. Falls du zum Beispiel vorhast, über einzelne Punkte zu feilschen, solltest du darauf achten den Stoff auch wirklich drauf zu haben. Schlichtes Betteln wird mit Sicherheit nach hinten losgehen!

2. Gehe offen in das Gespräch

Eine Einsicht ist in den meisten Fällen auch mit einem Gespräch verbunden. In diesem Gespräch ist es wichtig, dass du offen, kommunikations- und kompromissbereit bist. Wenn du direkt mit einer Anschuldigung ins Gespräch startest, wirst du wahrscheinlich nicht weit kommen. Statdessen solltest du mit ehrlichem Interesse punkten. Wenn der Eindruck entsteht, dass du einfach nur irgendwie ein paar Punkte erbetteln möchtest, wird das Gespräch sehr schnell enden.


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Wenn du es stattdessen schaffst, dass deine Prüfer dich als offen und interessiert wahrnehmen, hast du wesentlich größere Chancen auf etwas Milde und Nachsicht.

3. Prüfe deine Klausur auf typische Korrekturfehler

Bei jeder Korrektur passieren Fehler – diese sind in den allermeisten Fällen weder Absicht noch böse gemeint. Wer hunderte von Klausuren korrigiert wird immer mal wieder einen Fehler machen, das ist ganz normal.

Wichtig ist aber, dass du deine Klausur auf typische Korrekturfehler hin prüfst. Diese sind oftmals der beste Weg um ein paar extra Punkte herauszuschlagen. Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • Falsch zusammengezählte Punkte
  • Vergessene Aufgaben (z.B. die Aufgabe wurde bepunktet, die Punkte aber nicht gezählt)
  • Eine falsche Zuordnung von Punkten und Note
  • Fehlende Punkte bei komplexen Aufgaben mit mehreren Teilaufgaben
  • Übersehene Lösugsseiten
  • Alternative, aber richtige, Lösungen wurden nicht bepunktet

4. Kämpfe nur die wichtigen Kämpfe

Immer dann, wenn du dich beschwerst oder anfängst um Punkte zu feilschen, riskierst du Spannungen mit deinen Lehrenden.

Ganz klar: Du hast einen Anspruch auf faire und richtige Bewertung, da sind sich alle einig! Falls es aber nur darum geht, Recht zu behalten – du streitest um einen halben Punkt der deine Note nicht verändern wird – ist es manchmal besser, es einfach gut sein zu lassen.

5. Stelle Fragen und lass dir deine Fehler erklären

Viele denken, dass es bei der Klausureinsicht nur darum geht, Punkte herauszuschlagen. Der wahre Wert der Einsicht liegt aber darin, dass du dich auf die potentielle Nachklausur viel besser vorbereiten kannst, wenn du deine Fehler verstehst.

Aus diesem Grund solltest du nachfragen, wenn du nicht genau verstehst, was schiefgelaufen ist oder warum du weniger Punkte erhalten hast, als du dachstest. Zeige Interesse und lasse dir erklären, was du besser machen kannst.

6. Der Fehler liegt vielleicht auch einfach bei dir

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass deine Prüfer und Prüferinnen es gut mit dir meinen. Es gibt, gerade bei großen Klausuren, eigentlich keinen Grund, einzelne Studis in die Pfanne zu hauen.

Deswegen solltest du nicht mit der Haltung „die sind Schuld und haben bestimmt Fehler gemacht!“ in die Klausureinsicht gehen.  Die Klausureinsicht ist deine Chance herauszufinden, was schiefgelaufen ist. Deine (schlechte) Note kann natürlich daher kommen, dass deine Prüfer falsch korrigiert haben, aber vielleicht hattest du auch einfach einen Aussetzer.

Sei freundlich und suche das Gespräch – Anschuldigungen sind in keinem Fall ein guter Start.

7. Feilsche, bettle und vergleiche nicht

Bei der Klausureinsicht geht es im Grunde um zwei Dinge: das Verstehen von Aufgaben, Lösungswegen und Bewertungen sowie das Ausschließen von Korrekturfehlern.

Du tust dir keinen Gefallen damit, um Punkte zu feilschen oder zu betteln. Wenn du eindeutig zu wenig Punkte bekommen hast, stehen dir diese zu. Bei jeder Teilaufgabe um Nachsicht zu betteln ist schnell nervig um geht am Zweck der Einsicht vorbei. Wenn du die Klausur verhauen hast, wird es dich vermutlich auch nicht retten, bei der Einsicht ein paar Tränen herauszudrücken.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Vergleichen. Ein zickiges „aber Larissa hat bei Aufgabe 4a für ihre Antwort auch Punkte bekommen“ wird auf viel mehr als eine Abwehrreaktion auslösen. Ohne einen konkreten und sachlichen, nicht vorwurfsvollen, Vergleich ist das nichts anderes, als der Versuch, die Prüfer anzugreifen.

8. Mach dir Notizen

Jede Klausureinsicht funktionier ein wenig anders. Manchmal darf man Notizen machen, manchmal nicht. An manchen Instituten ist es sogar erlaubt, Fotos von der Klausur zu machen.

Ganz gleich davon, wie die Regeln aussehen, solltest du versuchen, dir Notizen zu machen – notfalls direkt nach der Prüfungseinsicht. Welche Aufgaben habe ich warum versaut? Wie sieht der gewünsche Lösungsweg für den Aufgabentyp XYZ aus? Welche Themenbereiche habe ich beim Lernen komplett übersehen?

9. Versuche die Korrektur nachzuvollziehen

Während der Einsicht hast du die Gelegenheit etwas darüber zu erfahren, wie Klausuren bei deiner Prüferin oder deinem Prüfer bewertet werden. Versuche anhand der Bewertungen und Kommentare nachzuvollziehen, worauf wert gelegt wird und wie eine Frage im ideallfall zu beantworten ist.

Dieses Wissen kannst du in Zukunft, notfalls auch bei der Nachklausur, einsetzen um deine Note zu optimieren.

Im gleichen Zug solltest du auch versuchen, zu verstehen, was du falsch gemacht hast. Kannst du nachvollziehen, wieso deine Antwort nur die vergebene Anzahl an Punkten gebracht hat? Wie müsste deine Antwort aussehen, damit du dir selbst die vollen Punkte geben würdest?

10. Hinterlasse keine verbrannte Erde

Im Leben, und insbesondere in der Uni, sieht man sich immer zweimal. Versuche, auch wenn du mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden bist, die Klausureinsicht freundlich und versöhnlich zu Ende zu bringen.

Zickiges, aggresives, aufmüpfiges Verhalten oder gar Drohungen führen höchstens dazu, dass du dir deinen Ruf an der Hochschule versaust. Stattdessen solltest du demonstrieren, dass du dich ernsthaft für die Klausur (und damit auch deine Fehler) interessierst und bereit dazu bist, dir deine Fehler einzugestehen.

Diese offene, wertschätzende und freundliche Haltung erlaubt es dir dann auch viel eher, die Bewertung zu hinterfragen und eventuell den ein oder anderen Punkt zu gewinnen! Ganz davon abgesehen solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass diese eine Klausur nur ein kleiner Teil deines Studiums ist. Unter dem Strich ist es vermutlich lohnender, keine Brücken abzubrennen, sondern mit einem guten Ruf durchs Studium zu gehen.

Ein kleines Fazit

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Zur Klausureinsicht zu gehen wird sich in jedem Fall für dich lohnen. Im Idealfall kannst du noch den ein oder anderen Punkt herausholen, im schlechtesten Fall etwas über dich, deine Leistung und deine Prüfer lernen.

Du solltest freundlich, offen und wertschätzend in die Einsicht gehen. Ein interessiertes, offenes Gespräch birgt viel größere Chancen auf ein wenig Nachsicht als Vorwürfe oder gar Drohungen. Zeige etwas Empathie für deine Lehrenden und hoffe darauf, dass diese erwiedert wird!

TL; DR – deine Einsicht in vier Schritten:

  1. Gehe freundlich und offen zur Einsicht; begrüße die Prüfer und Prüferinnen.
  2. Gehe deine Klausur und alle Korrekturen aufmerksam durch und versuche zu verstehen, wie die Punkte und die Note zustandegekommen sind.
  3. Gehe ins Gespräch und lass dir erklären, was für dich unklar geblieben ist. Anstelle von Anschuldigungen solltest du mit Interesse punkten.
  4. Notiere dir deine Erkentnisse, damit du in Zukunft davon profitieren kannst. Verschiebe dich freundlich!
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