Mündliche Prüfungen simulieren – so kann deine mündliche Prüfung nur gut werden!

Simulation der mündlichen Prüfung

Es gibt wenige Menschen, die keine Angst oder nicht wenigstens etwas Bammel vor mündlichen Prüfungen haben. Im Studium müssen wir sie immer wieder bestehen, spätestens am Ende des Bachelors. Um sich geistig und emotional auf eine mündliche Prüfung vorzubereiten, bedarf es jedoch nicht selten mehr als nur das Lernen. Es ist hilfreich die Prüfungssituation mindestens einmal so genau wie möglich zu simulieren. Wie du das Simulieren der mündlichen Prüfung am besten in die Tat umsetzen kannst, erfährst du bei uns.


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Oft lernen wir zwar genug, doch die Aufregung kommt spätestens in der Prüfung. Sie kann uns so blockieren, sodass wir das Gelernte nicht richtig formulieren können. Wir stehen unsicher und brabbelnd vor unserem Prüfer und der Kopf ist leer. Eine mündliche Prüfung bietet leider nicht die Möglichkeit Fragen überspringen und zu einem späteren Zeitpunkt bearbeiten zu können. Entweder du weißt die Antwort jetzt oder es gibt Punktabzug. Für den Großteil stellt das eine Stresssituation dar. Um dem vorzubeugen, ist es sinnvoll eine mündliche Prüfung im Vorfeld zu simulieren.

Prüfungsrahmen schaffen

Anfangen solltest du mit dem Prüfungsrahmen. Dieser ist zwar nicht die wichtigste Komponente, aber er kann das mulmige Gefühl einer Prüfung schon hervorrufen. Überlege dir dazu, was du alles schon über den Ort und die genaue Prüfungssituation weißt. In welchen Räumlichkeiten wird deine mündliche Prüfung stattfinden? Wie groß ist der Raum ungefähr und wo befindest du dich in diesem Raum? Sitzt du oder stehst du? Das sind deine ersten Anhaltspunkte für die Simulation. Versuche einen Raum zu finden, der dem Prüfungsraum ähnlich ist. Falls das nicht geht stelle zumindest, je nachdem ob du sitzt oder stehst, Tisch und Stuhl oder Tafel und Laptop auf die richtige Position.

Als nächstes beschäftigst du dich mit den anwesenden Personen. Wer wird dich prüfen? Wird das eine einzelne Person sein oder eine Gruppe von Dozenten? Wo werden diese wahrscheinlich sitzen? Hier kommt es darauf an, wie gut deine Vorstellungskraft ist. Wenn dir der Gedanke an eine Gruppe von Dozenten im Publikum leicht fällt, reicht es aus, jemanden an die Stelle des Dozenten zu setzen. Fällt es dir schwer dir Zuschauer vorzustellen, kannst du ein paar Kommilitonen, wahlweise auch Freunde oder Familienmitglieder fragen, ob sie dich unterstützen möchten. Bei der Auswahl der Rolle des Dozenten solltest du beachten, dass es jemand ist, der die Sache ernst nimmt. Am einfachsten ist es jemanden zu nehmen, der denselben Kurs belegt hat oder sich im prüfungsrelevanten Fachbereich auskennt.

Inhaltlich vorbereiten

Welche Themen musst du lernen und wie ist deine Prüfung inhaltlich aufgebaut? Die Themen wird dir dein Prüfer entweder mitteilen oder du besprichst sie mit ihm. Jeder Dozent hat seine eigene Prüfungsart. Wenn du nicht weißt, wie deine Prüfung chronologisch aufgebaut sein wird, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du fragst deinen Prüfer oder du hörst dich im Umkreis bei deinen Kommilitonen um. Irgendwer kennt immer irgendwen, der schon einmal eine Prüfung bei dem jeweiligen Dozenten hatte. Dabei ist auch wichtig, dass du weißt, was von dir in der Prüfung erwartet wird. Was sind deine Anforderungen? Es gibt Prüfer, die das Abfragen von Wissen bevorzugen. Andere Prüfer wiederum möchten im Voraus ein Thesenpapier und erwarten eine Art eigenständigen Vortrag. Je nach bevorzugter Prüfungsform solltest du deine Art zu Lernen anpassen. Generell sollte an deinen Antworten erkennbar werden, dass du das Gelernte verstanden hast. Dafür ist es förderlich auch themenübergreifend zu lernen.

Simuliere deine mündliche Prüfung

Die Prüfungssimulation

Für die Simulation einer mündlichen Prüfung solltest du sicherstellen, dass du dich in einem fortgeschrittenen Lernstadium befindest. Der Testlauf ist sonst überflüssig. Stelle oder setze dich dorthin, wo du auch in der Prüfung sein wirst und hab Laptop oder Thesenpapier bei dir. Zusätzlich solltest du einen Wecker oder Timer dabei haben, um die Zeit im Auge zu behalten. 20 bis 30 Minuten können sehr kurz sein.

Jetzt kommt es darauf an, welche Prüfungsform dein Dozent bevorzugt. Ist dein Prüfer jemand, der dir Wissens- und Anwendungsfragen stellen wird, sollte dir dein simulierter Prüfer Fragen zu deinen prüfungsrelevanten Themen stellen. Die Fragen sollten eher unspezifisch sein, da der Lerneffekt für dich dann höher ist, da du eine eigene Struktur in deine Antworten integrieren musst. Wenn dir ein Teil des Lernstoffs noch schwer fällt, kannst du dich auch bewusst diesen abfragen lassen. Möchte dein Prüfer lieber eine Art Vortrag mit Thesenpapier, kannst du dich ganz an deine geplante Struktur halten. Sollst du eine Präsentation halten, übe am besten direkt mit der PowerPoint, um die genauen Abläufe zu optimieren.

Feedback

Auch wenn es nur eine simulierte Prüfung ist, soll dein Gegenüber darauf achten, wie du dich präsentierst. In einer mündlichen Prüfung geht es unter anderem darum sich selbst und sein Wissen gut zu verkaufen. Wie sicher wirkst du und wie oft verwendest du Füllwörter wie „äh“ oder „ehm“? Die meisten Angewohnheiten in Mimik, Gestik oder Sprache bemerken wir selbst nicht mehr, manchmal wissen wir überhaupt nichts von ihnen.

In einer anschließenden Feedbackrunde können deine Kommilitonen dann sagen, was ihnen aufgefallen ist. Falls dir das unangenehm ist, kannst du dich auch während deiner simulierten Prüfung filmen. Du musst das Video natürlich niemandem zeigen und kannst es nach dem Anschauen sofort wieder löschen. Sich selbst zu sehen hilft dabei zu bemerken, welche Bewegungen immerzu ausgeführt und welche Wörter wiederholt werden. An diesen Gewohnheiten kannst du anschließend arbeiten, während du deinen Lernstoff weiter vertiefst.

Vor deiner Prüfung

Am wichtigsten für eine erfolgreiche Prüfung ist, dass du sich sicher fühlst. Das erlangst du zum einen durch Beherrschen des Lernstoffs und zum anderen durch ein sicheres Auftreten. Durch die Prüfungssimulation, egal ob du sie nur einmal oder sogar mehrere Male geübt hast, wirst du dich sicherer fühlen. Die Prüfungssituation ist nun nichts Neues mehr für dich.

Wenn deine Aufregung dennoch ins Unermessliche steigt, finde heraus wovor du genau Angst hast. Hast du Angst vor einer schlechten Bewertung oder sogar durch die Prüfung zu fallen? Führe dir vor Augen, wie realistisch diese Ängste sind. Meistens sind es unrealistische Dinge, die unsere Angst auslösen. Spiele die Worst-Case Szenarien durch: Was wäre denn, wenn? Überzeuge dich davon, dass du diese Prüfung meistern wirst, indem du es dir selbst wie einen Glaubenssatz immer wieder sagst. Wir glauben an Dinge, die wir oft hören. Und falls du dich auch auf den Worst-Case vorbereiten möchten, kannst du dir unsere rhetorischen Notfallstrategien durchlesen.

Fazit

Vor einer mündlichen Prüfung können wir uns selten drücken – sie gehört zum Studieren dazu. Im Prinzip soll sie uns auf Präsentationen, Prüfungen und allgemein Stresssitutionen im späteren Arbeitsleben vorbereiten. Die mündliche Prüfung im Vorfeld zu simulieren ist eine gute Vorbereitung für den eigentlichen Prüfungstag. Es hilft dabei die Aufregung zu lindern und sorgt für mehr Sicherheit. Wie du optimal in den Morgen der Prüfung startest, erfährst du in unserem Artikel 10 Tipps für den Prüfungstag. Jetzt kann deine mündliche Prüfung nur noch gut werden!

Dieser Artikel gehört zur Reihe „Mündliche Prüfungen erfolgreich überstehen“:

Teil 1: Mündliche Prüfung? Fünf Tipps für dich!

Teil 2: Rhetorische Notfallstrategien für die mündliche Prüfung

Teil 3: Mündliche Prüfungen simulieren – so kann deine mündliche Prüfung nur gut werden

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