Mündliche Prüfung? – Hier sind fünf Tipps für dich!

mündliche Prüfung? Hier sind für Tipps!

Die Tür ist noch verschlossen, aufgeregt sitzt du vor dem Büro deines Prüfers und weißt eigentlich gar nicht, was da jetzt wirklich auf dich zukommt. Du schaust noch einmal panisch auf den etwas zerknitterten Zettel mit deinen Notizen und plötzlich geht die Tür auf und zwei Menschen, einer davon fremd, stehen vor dir und bitten dich herein. Noch lächeln sie, aber gleich werden sie dich mit Fragen löchern. Aber was solls, jetzt ist es eh schon zu spät um einen Herzinfarkt vorzutäuschen – hoffentlich geht es schnell vorbei! Viele haben so eine Situation sicher schon einmal erlebt. Egal ob Kolloquium, Nachklausur oder Referat: die Mündliche Prüfung ist für viele Schüler und Studenten der blanke Horror.

Falls es schnell gehen muss: Wir haben eine Liste mit rhetorischen Notfallstrategien zusammengestellt, die helfen, wenn eigentlich alles schon verloren ist. Nicht schön, aber effizient!

Sorgenherd: Mündliche Prüfung

Fast kein Studiengang hat nicht mindestens eine mündliche Prüfung im Aufgebot, oftmals ganz am Ende. Da liegt auch schon der Kern des Problems: Mit schriftlichen Prüfungen lernt man umzugehen (spätestens mit unserem kostenlosen eBook), mit mündlichen aber eigentlich nicht. Die ganze Zeit über lernt man, viele Antworten in einer bestimmten Zeit zu Papier zu bringen. Wenn die ein oder andere auch mal falsch ist, hat der Professor was zu lachen- mehr aber auch nicht. Er kann keine Nachfragen stellen und dir auch nicht haareraufend in die Augen schauen. Es sind nur ein paar dumme Worte auf einem Klausurbogen. Anders ist das bei einer mündlichen Prüfung. Hier stehst du deinem Prüfer direkt gegenüber. Halbwissen wird er sofort entdecken und etwas tiefer stochern. Wenn du etwas Falsches sagst, sitzt er vor dir und wird mit dem Kopf schütteln. Das kann ziemlich nervös machen, vor allem wenn man unter Druck steht. Unter dem Strich ist das alles gar nicht so schlimm, immerhin ist es auch nur eine Prüfung wie jede andere! In dem Moment kommt es allerdings einem Weltuntergang gleich. Damit du bei deiner mündlichen Prüfung daher nicht nervös vom Stuhl kippst, haben wir hier fünf Tipps für dich vorbereitet. Mit denen bist du abgesehen von ein bisschen Lernen bestens vorbereitet!

1. Kenne deinen Feind!

Der erste Tipp ist vermutlich direkt der wichtigste. Du solltest deinen Prüfer auf jeden Fall (sehr) gut kennen. Kennst du ihn, kennst du auch die Fragen, die er für deine mündliche Prüfung geplant hat. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, immerhin habt ihr außerhalb der Uni meist keinen Kontakt. Im schlimmsten Fall warst du noch nie in seiner Vorlesung und hast keine Ahnung wie dein Prüfer überhaupt aussieht. Dann wird es dringend Zeit, deinem Prüfer vor der Mündlichen noch ein bisschen auf den Zahn zu fühlen. Aber wie kannst du das anstellen?


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  • Idealerweise hast du bei deinem Prüfer auch vor deiner mündlichen Prüfung schon einmal eine Vorlesung besucht oder eine Hausarbeit geschrieben
  • Wenn nicht, nutze deine Stalking-Skills und finde im Vorfeld der Mündlichen alles über deinen Prüfer heraus, was du herausfinden kannst
  • Beschäftige dich dazu mit seinen Forschungsfeldern und wissenschaftlichen Interessen (sowas findest du meist auf der Website deiner Uni oder des Lehrstuhls)
  • Überfliege auch seine Doktorarbeit und schau dir seine Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften an
  • Und ganz wichtig: Finde heraus, ob es Prüfungsprotokolle oder Erfahrungswerte früherer Semester gibt. Diese können dir einen guten Eindruck davon vermitteln, wie eine mündliche Prüfung bei diesem Prüfer in einem bestimmten Fach aussieht

2. Übe und simuliere die Mündliche Prüfung!

Nichts wird dir mehr dabei helfen, die Aufregung abzulegen, als deine mündliche Prüfung schon vorher zu üben und nachzustellen. Wenn du weißt, welche Fragen dir möglicherweise gestellt werden und wie du sie beantworten willst, wirst du dich sicherer fühlen. Auf diese Weise erfährst du nämlich, welche Formulierungen oder Themengebiete dich aus der Fassung bringen können. Gerade in diesen Bereichen solltest du dein Lernen noch etwas intensivieren. Der Vorteil, wenn du deine mündliche Prüfung so genau vorbereitest: Du kannst dein Wissen direkt testen und gleich an Ausdruck und Umfang dessen, was du sagen willst, arbeiten. Wie machst du das aber am besten?

  • Such dir ein paar Freunde oder Mitprüflinge und übt gemeinsam, so könnt ihr einander helfen und auch voneinander lernen
  • Sucht euch am besten einen leeren Seminarraum und nehmt euch einen Wecker oder Timer für die Zeit mit: stellt die mündliche Prüfung so realistisch wie möglich nach
  • Wechselt euch nach jeder „Mündlichen Prüfung“ untereinander ab und stellt immer wieder andere Fragen: es reicht oft schon lediglich die Formulierung zu ändern, um die Aufgabe zu verändern
  • Fangt zunächst mit einfacheren Fragen an, um langsam in die Prüfungssituation einzusteigen
  • Später solltet ihr euch aber auch maximal gemeine Fragen stellen, denn auch in der mündlichen Prüfung ist mit solchen Fragen zu rechnen
  • Wenn du inhaltlich fit bist, übe deine Performance später auch zuhause vorm Spiegel: wer selbstsicher in die Mündliche geht, kann auch den Prüfer leichter von sich überzeugen
  • Dabei ganz wichtig: auch wenn euch mal nicht direkt eine Antwort einfällt: nicht verzweifeln!

3. Verkaufe dich und dein Wissen in der Mündlichen Prüfung!

Klar, der erste Eindruck zählt immer! Genauso sicher, wie du inhaltlich bist, solltest du dich auch selbst präsentieren können. Gerade bei mündlichen Prüfungen merkt dein Prüfer nämlich sofort, wenn du dir unsicher bist und wird noch genauer nachfragen. Bleib in genau diesen Momenten selbstbewusst und vertrau auf dich! Versuche dich nicht verwirren oder einschüchtern zu lassen. Du hast für deine mündliche Prüfung gelernt, also weißt du auch etwas. Im Idealfall konzentrierst du dich nicht auf deine Nervosität und die Angst vor gemeinen Fragen, sondern auf deine Antworten und die Wissensvorräte in deinem Kopf. Neben deinen Antworten kannst du nämlich außerdem auch mit deinem Auftreten glänzen. Wie machst du das am besten?

  • Eigentlich selbstverständlich, aber wir sagen es trotzdem nochmal: Komm halbwegs ordentlich gekleidet und vor allem frisch geduscht zu deiner Mündlichen
  • Gehe den Abend vorher nicht zu spät ins Bett, damit du den nächsten Tag wach und voller Energie zu deiner mündlichen Prüfung erscheinen kannst
  • Stelle dich aufrecht und ohne verschränkte Arme vor deinen Prüfer: damit demonstrierst du nicht nur ihm, sondern auch dir selbst Sicherheit
  • Achte dabei auf Augenkontakt, ohne deinen Prüfer anzustarren
  • Bei der ersten Frage solltest du direkt versuchen, dein Wissen zu strukturieren und systematisch auszubreiten: wenn dein Prüfer in der mündlichen Prüfung gleich merkt, dass du Ahnung hast von dem, was du präsentierst, wird er vielleicht nicht bei jedem Punkt genauer nachfragen
  • Außerdem kannst du an diese „Ankerpunkte“ bei den nächsten Fragen anknüpfen und es wird dir leichter fallen, deine Gedanken zu ordnen und Sicherheit auszustrahlen
Mündliche Prüfung Themenstruktur

Versuche, deine Themen von Anfang an gut zu strukturieren und mach dir selbst einen roten Faden. Eine Möglichkeit, wie so eine Struktur aussehen könnte, findest du dafür in der Grafik obendrüber. Es gibt zwar keine Garantie, dass du diesem Muster auch in der mündlichen Prüfung folgen kannst, wenn du es aber schaffst, in der Prüfung zumindest ein wenig die Kontrolle zu erlangen, hast du fast mit Sicherheit gewonnen!

4. Leite das Gespräch und stelle Fragen!

Eine perfekte mündliche Prüfung ist eine Prüfung, die zum Gespräch wird. Wenn du deinem Prüfer auch über die Fragestellung hinaus Punkte zum Anknüpfen gibst, kannst du ihn mit etwas Glück in eine Richtung lenken, die deinen Wünschen entspricht. Stellt er dir beispielsweise eine Frage zu einem Thema was dir liegt, verweise nach deiner Antwort auf ein ähnliches Beispiel oder verwandtes Thema, auf dass sich dein Prüfer beziehen kann. Auf diese Weise schindest du immerhin Zeit, die dein Prüfer nicht mehr hat, um sie mit gemeinen Fragen zu füllen. Wenn es nicht mehr ein reines Frage-Antwort-Spiel, sondern ein Gespräch ist, wird sich das positiv auf deine Note auswirken. Im Gedächtnis deines Prüfers hinterlässt du so nämlich einen positiven Eindruck und er kann vielleicht über das ein oder andere hinwegsehen. Klar ist es extrem schwierig in diesen Modus zu kommen, aber meistens trotzdem machbar. Wie stellst du das am besten an?

  • Wichtig sind hierfür vor allem deine Planung (Tipp 3), deine Recherche (Tipp 1) und eine möglichst offene Art
  • Wenn dir etwas nicht ganz klar ist, stelle Rückfragen und solltest du einen Moment Zeit benötigen, sage das klar
  • Wenn dir zu einem Thema mehr einfällt als gefordert, geh darauf ein. Versuche auf ähnliche Zusammenhänge zu verweisen und zeige so, dass du in der Lage bist, Wissen nicht nur wiederzugeben, sondern eine Diskussion über dieses Thema führen kannst
  • Fasse deinen Denkprozess in Worte, denn jedes Mal wenn du schweigst, kann dein Prüfer eine neue Frage stellen
  • Zu einem guten Gespräch gehört auch, ehrlich und aufrichtig zu sein: wenn du auf eine Frage also mal keine gute Antwort hast, sag das einfach
  • Im besten Fall kannst du dann wenigstens auf ein ähnliches Thema verweisen, um zu zeigen, dass du nicht völlig blankziehen musst

5. Gehe gut vorbereitet in die Mündliche Prüfung!

Man munkelt, dass sich die meisten mündlichen Prüfungen auch mit genügend Redetalent und Dreistigkeit bestehen lassen, auch wenn man keine Ahnung hat. Trotzdem sollte klar sein, dass der Stoff (den du vorher mit den Prüfern abgesprochen hast) sitzen muss. Alles Selbstbewusstsein der Welt kann dir nicht helfen, wenn du einfach nichts Fachliches zur Diskussion beitragen kannst. Investiere deshalb schon ausreichend Zeit und Mühe in deine Prüfungsvorbereitung. Wenn du dabei Hilfe brauchst, schau doch mal bei Studybees vorbei. Da findest du sowohl fürs Abi als auch fürs Studium zahlreiche Kurse zur Vorbereitung. Ganz abgesehen vom Stoff kannst du aber auch noch einige andere Dinge tun, um gut vorbereitet in die Prüfung zu gehen. Auch wenn dir diese Vorbereitung im Vorfeld vielleicht lästig und überflüssig vorkommt, zeigt sich in den meisten Fällen, dass sie durchaus sinnvoll ist. Wie sieht so eine Vorbereitung am besten aus?

  • Allem voran solltest du gut ausgeschlafen sein und etwas gegessen haben (verzichte dabei aber lieber auf Knoblauch und Zwiebeln, bei akuter Müdigkeit kann Koffein helfen)
  • Wenn du große Probleme mit Nervosität hast, greife auf Hausmittelchen wie Baldriantee oder Lavendelkissen zurück
  • Bau dir außerdem eine gute Playlist, die dich in die richtige Stimmung bringt und dich motiviert
  • Viele schwören außerdem darauf, kurz vor der Prüfung noch einmal einen Spaziergang zu machen, um den Körper und Geist in Bewegung zu bringen
  • Kurz vor der Prüfung solltest du, wenn überhaupt, nur nochmal kurz in deine Zusammenfassung schauen und einfach auf die Vorbereitung der letzten Tage vertrauen
  • Mach zum Abschluss nochmal die Superhero-Pose und los geht’s!

Mein ganz persönlicher Geheimtipp:

Leg dir die Nacht zuvor deine Lernmaterialien unters Kopfkissen! So kann das Wissen direkt vom Papier in deinen Kopf wandern. Dafür dann am nächsten Morgen nur nochmal kurz reinschauen und ab in die mündliche Prüfung. Ob das auch bei dir funktioniert, musst du natürlich für dich selbst herausfinden. Bei mir jedoch hat es meistens seinen Erfolg getan.

Die sogenannte „Superhero Pose“ ist eine offene Haltung, die dabei helfen kann, sich selbstbewusster und stärker zu fühlen. Dieser Effekt hängt, laut einer Studie, damit zusammen, dass der Körper auch schon nach kurzer Zeit den Hormonhaushalt verändert.

Abgesehen von dieser Haltung, kann es übrigens auch schon sehr beruhigend wirken, einfach einmal aus dem Fenster in die Ferne zu blicken und einen Punkt am Horizont zu fokussieren. Dieser sogenannte „Weitenblick“ hilft dabei, schnell Beklemmungsgefühle zu verlieren. Einfach mal ausprobieren!

Fazit:

Auch das Studium ist kein Zuckerschlecken. Immer wieder steht man auch dort vor Unbequemlichkeiten und Herausforderungen. Eine davon ist die mündliche Prüfung. Selbst wenn sie einem viel abverlangt, irgendwann ist sie trotzdem vorbei. In den meisten Fällen sogar nicht mal halb so schlimm, wie man angenommen hätte. Am Ende ist es eben einfach eine ganz normale Prüfung. Millionen Studenten vor und abermals so viele nach einem werden da durch müssen. Daher gilt: nicht unterkriegen lassen und Kopf hoch halten. Normalerweise geht mündlichen Prüfungen ein schlechterer Ruf voraus, als sie verdient haben. Und falls nicht, kann man auch solche Prüfungen immer nochmal wiederholen.

Dieser Artikel gehört zur Reihe „Mündliche Prüfungen erfolgreich überstehen“:

Teil 1: Mündliche Prüfung? Fünf Tipps für dich!

Teil 2: Rhetorische Notfallstrategien für die mündliche Prüfung

Teil 3: Mündliche Prüfungen simulieren – so kann deine mündliche Prüfung nur gut werden

Mehr?  Ersti-Hacks #4 – Wie übersteht man die Klausurenphase?