Mobil in deiner Uni-Stadt

Zu Studienbeginn gibt es für dich jede Menge zu organisieren: Die Suche nach einer Wohnung oder einem WG-Zimmer zum Beispiel – und die damit verbundene Fragen, welche Möbel du von Zuhause mitnehmen kannst oder willst und welche Neuanschaffungen notwendig sind. Außerdem stellt sich die Frage, wie du in deiner Uni-Stadt künftig unterwegs sein willst. Mit dem Auto? Dem Fahrrad? Oder ist dir ÖPNV lieber? Da alles bekanntlich seine Vor- und Nachteile hat, stellen wir dir die verschiedenen Möglichkeiten an dieser Stelle ausführlich vor.  

Auto: Hohe Kosten

Ein eigenes Auto während des Studiums ist zweifellos eine tolle Sache. Der größte Vorteil ist, dass du nicht vom Fahrplan öffentlicher Verkehrsmittel abhängig bist und nach Lust und Laune auf vier Rädern unterwegs sein kannst. Andererseits bringt ein Wagen auch erhebliche Kosten mit sich. Deshalb solltest du vorher kalkulieren, wie viel Geld du monatlich für dein Auto einplanen musst. Die Diesel- und Benzinpreise zum Beispiel sind in diesem Jahr stark angestiegen. Hinzu kommt die höhere CO2-Steuer, die den Literpreis zusätzlich um rund zehn Cent verteuern wird. Es sieht danach aus, als dass du zum Jahreswechsel 21/22 für einen Liter Benzin um die zwei Euro bezahlen musst. Da die CO2-Steuer weiterhin steigen wird, musst du auch in Zukunft mit saftigen Preiserhöhungen rechnen. Hinzu kommen Kosten wie TÜV, Steuern und Versicherung sowie für Wartung und Reparaturen. Falls deine Eltern diese Kosten nicht übernehmen, solltest du dir für deine Kalkulation jedes Jahr ein kleines Geldpolster zurücklegen.

Doch es gibt noch andere Fragen: Gibt es an deinem neuen Wohnort nahegelegene Parkplätze – und zwar kostenfreie? Sicher ist es reizvoll, mitten in der City zu leben, allerdings kosten die dortigen Parkplätze in den meisten Städten Geld. Frag dich auch, wie viele Kilometer du zur Uni fahren musst und ob du diese nicht stressfreier mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kannst. In vielen deutschen Großstädten geht zur Rush-Hour oft gar nichts mehr, und es kann sein, dass du mit dem Wagen viel länger unterwegs bist als mit dem ÖPNV oder sogar mit dem Fahrrad.

Auto mit anderen teilen

Klar ist ein eigenes Auto verlockend, besonders dann, wenn du damit nicht nur zu Universität unterwegs bist, sondern auch weitere Strecken zurücklegen willst. Freunde besuchen, eine Spritztour aufs Land, an die See oder in die Berge ist mit einem Auto sicherlich angenehmer als mit Bus und Bahn. Lassen sich die Ziele in deiner Uni-Stadt problemlos mit dem ÖPNV erreichen, kannst du dir für längere Strecken auch ein Auto leihen. Carsharing-Angebote, die über eine App buchbar sind, gibt es in so gut wie jeder größeren Stadt. Eine Alternative zum eigenen Auto kann auch sein, sich ein Fahrzeug zu teilen. Das klappt besonders gut, wenn du in einer WG lebst. Hier solltest du jedoch ein paar Dinge beachten, denn ein WG-Fahrzeug ist juristisch etwas kompliziert, weil Halter, Besitzer, Eigentümer und Versicherungsnehmer zumindest theoretisch verschiedene Personen sein können. Meistens ist nur eine Person der Käufer, deshalb ist ein Zusatzvertrag zwischen den WG-Bewohnern als Miteigentümer ratsam. Darin werden alle vereinbarten Regelungen, die das Auto betreffen, festgehalten. Regelungen können zum Beispiel sein:

  • Ob andere Personen das Fahrzeug nutzen dürfen
  • Wie nach einem Auszug verfahren wird
  • Nutzungsplan
  • Versicherungstechnische und finanzielle Fragen (auch Restwert)

Wichtig ist, dich vor dem gemeinsamen Autokauf ausführlich schlau zu machen (rechtlich, bei der Versicherung), damit es am Ende kein böses Erwachen gibt.

Roller statt Auto

Wenn du zu dem Schluss gekommen bist, dass du dir ein Auto nicht leisten kannst und auch nicht der WG-Typ bist, um eines zu teilen: Wie wäre es mit einem Roller? Der Motorroller ist beliebt und insbesondere für den Straßenverkehr geeignet. Im Vergleich zum Auto ist der Anschaffungspreis günstig, genauso, was Versicherung und Steuern angeht. Hier wird nur ein Bruchteil dessen fällig, was du als Autofahrer ausgeben müsstest. Im Stadtverkehr ist der Roller oder Scooter absolut praktisch, weil Staus und dichter Verkehr mit dem Roller leicht umfahren werden können. Du kommst mit dem Motorroller oft auch viel schneller voran als mit dem Auto. Genauso gibt es auch weniger Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche. Auch für mittlere Strecken bis 40 Kilometer sind Scooter durchaus geeignet. Natürlich bist du auf einem Roller Wind und Wetter ausgesetzt, aber mit der passenden Kleidung bist du trotzdem vor Nässe geschützt. Planst du längere Touren, kannst du dir für diesen Fall natürlich ein Auto leihen.

Passende Kleidung auf dem Rad

Fahrradhelm
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Passende Kleidung ist auch dann sinnvoll, wenn du dich überwiegend mit dem Fahrrad durch deine Stadt bewegst. Es hat durchaus Vorteile, wenn du dich dazu entscheidest, in deiner Stadt mit dem Rad unterwegs zu sein. Besonders der gesundheitliche Aspekt ist keineswegs zu verachten, denn es nicht nur der Umwelt, sondern auch Körper und Seele gut, nach einem anstrengenden Uni-Tag aufs Rad zu steigen, auch wenn du Wind und Wetter ausgesetzt bist. Außerdem bis du auch mit dem Fahrrad unabhängig und kannst kommen und gehen, wie du magst, ohne lange auf den nächsten Bus warten zu müssen. Wichtig ist jedoch, dass du darauf achtest, dass das Rad zu dir passt, nicht zu groß ist oder zu klein. Qualität macht sich auch hier bezahlt, also investiere lieber ein bisschen mehr in ein gutes Modell, wenn du vorhast, größtenteils mit dem Rad unterwegs zu sein. Außerdem: Gute Funktionskleidung ist das A und O, wenn du viel mit dem Fahrrad unterwegs bist. Schließlich willst du dich nicht immer umziehen müssen, zum Beispiel, wenn du nass geworden bist. Bei der Kleidung solltest du außerdem beherzigen, dass Hosen im Schritt nicht allzu eng sind, damit sie nicht spannen. Ein lockerer Sitz ist auch deshalb wichtig, damit nichts reißt, wenn du auf das Fahrrad steigst oder absteigen willst. Fahrradbekleidung sollte in erster Linie bequem, witterungsbeständig und elastisch sein. Als Oberteil eignen sich funktionelle Lang- oder Kurzarmhemden, die schnell trocknen und atmungsaktiv sind. Und: Auch ein Helm gehört zu deiner Fahrradausrüstung; achte auch hier darauf, dass er gut passt.

Mit dem Semesterticket unterwegs

Ohne Frage bietet dir ein Semesterticket Vorteile. Zuerst: Du bist mit dem Ticket relativ kostengünstig mit dem ÖPNV unterwegs, denn als Student profitierst du von speziellen Konditionen. An einigen Universitäten in Deutschland gibt es außerdem Tickets, mit denen du auch kulturelle Veranstaltungen zu günstigeren Eintrittspreisen besuchen kannst. Oft ist ein Semesterticket Pflicht, das ist von Uni zu Uni verschiedenen.

Bus einsteigen
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Ob du andere Personen auf dein Ticket mitfahren lassen kannst, ist ebenfalls von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt. Das gleiche gilt für die Mitnahme eines Fahrrades. Bei finanzieller Not kannst du einen Zuschuss beantragen, der über einen Sozialfonds bezahlt wird. Diese Regelung greift zum Beispiel dann, wenn du über keinerlei Vermögen verfügst, dein monatliches Einkommen nicht höher ist als dein Bedarf, oder eine besondere Härte vorliegt (zum Beispiel bei Alleinerziehenden, Schwangerschaften oder bei hohen medizinischen Kosten). Und der Nachteil des Semestertickets? Da die Kosten für die Fahrkarte oft automatisch Bestandteil der Studiengebühren sind, musst du einen Sonderantrag auf Befreiung stellen, wenn du das Ticket nicht nutzt. Die jeweilige Uni entscheidet letztlich über die Befreiung. Ansonsten überwiegen die Vorteile, wenn du als Student mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein willst. Klar ist jedoch, dass du in diesem Fall von den Fahrplänen abhängig bist. Das ist, wenn Busse und Züge ausfallen oder sich verspäten, natürlich weniger komfortabel, als mit dem Rad oder dem Auto unterwegs zu sein.

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