Mitbewohner, die jeder kennt und hasst

1. Der mit den Weckern tanzt

Es ist ja nachvollziehbar: Aufstehen ist schwierig, vor allem, wenn die Vorlesung schon um 11 Uhr morgens beginnt. Dieser Mitbewohner hat jedoch so große Probleme mit dem Aufstehen, dass er beschlossen hat, nicht nur einen oder zwei, sondern gefühlte 200 Wecker verschiedenster Bauart in sein Zimmer zu stellen. Pünktlich, zwei Stunden bevor er eigentlich aufstehen müsste, beginnt dann sein Snooze-Marathon, der von den verschiedensten Wecktönen begleitet wird und garantiert jeden (!) im Haus wach bekommt. Jeden. Verdammten. Morgen.

2. Das Kind

Beim WG-Casting hätte dieser Zeitgenosse am liebsten seine Mama mitgebracht, denn sie ist ja die, die lernen muss, wo die Waschmaschine in der neuen Wohnung steht. Das Kind ist gerade frisch von zu Hause ausgezogen, hoffentlich schon 18, und ständig heillos überfordert. Kochen, Wäsche, Putzen und morgen aus den Federn kommen – das ist in den ersten Monaten völlig unmöglich.

Zwei positive Seiten hat dieser Typ jedoch: Am Wochenende ist das Kind üblicherweise in der Heimat und da die Miete direkt von Mami und Papi kommt gibt es zumindest an der Geldfront keine Probleme. Dank Flatrates ist auch das ständige zu Hause anrufen kein allzu großes Problem.

3. Der ständig Verdruffte mit den vielen Freunden

Natürlich gehört es irgendwo zum Studium dazu, ab und zu etwas verballert durch die Welt zu wanken oder morgens vollkommen verkatert in der Küche nach etwas Essbarem zu suchen. Je nach WG gehört sicherlich auch der Konsum verschiedener interessanter Substanzen zum guten Ton und belebt das Zusammenleben. Wirklich anstrengend wird es nur, wenn der eigentlich so liebenswerte Mitbewohner ständig nur noch vollkommen verdrufft ist, vor drei Uhr morgens eigentlich auch nie nach Hause kommt und körperlich gar nicht dazu im Stande ist, am WG Leben teilzuhaben. Besonders ‚witzig‘ wird das Ganze dann, wenn besagter Mitbewohner anfängt, jeden Tag irgendwelche anderen fertigen Menschen anzuschleppen, die meistens auch nie wieder verschwinden.

4. Das Pärchen

Eigentlich wollte man ja nur einen Mitbewohner haben. Irgendwie kam dann aber doch eines zum anderen und nun hängen plötzlich immer zwei mehr oder weniger fremde Menschen in der Wohnung rum. Das wäre ja vielleicht alles nur zu tolerieren, würden sich die beiden nicht so aufführen, als wären sie gemeinsam in die erste eigene Wohnung gezogen. Bei dem ganzen Rumgeknutsche und gemeinsamen Kochen kann man die Küche schnell abschreiben. Nachts, nun ja, es ist ja schön, dass es den beiden gefällt, aber ein wenig Schlaf würde doch auch gut tun…

5. Der Putzteufel

Den Putzteufel gibt es in zwei Ausführungen. Denjenigen, der völlig pedantisch jeden Tag die ganze Wohnung fegt, saugt und poliert, völlig ungeachtet der Tatsache, dass sich in Abwesenheit der anderen gar kein Schmutzt gebildet hat. Dieser Typ erfreut sich daran, Putzlappen farbig zu kodieren und seine Mitbewohner passiv aggressiv wissen zu lassen, dass die drei Staubkörner auf dem Boden der Küche völlig inakzeptabel sind.

Sein Gegenstück, nicht weniger nervig, ist stolz darauf den Guinness World Record im Stapeln von Pizzakartons zu halten. Der Putzplan ist bestenfalls eine grobe Richtlinie für ihn und volle Müllbeutel können ja immerhin auch dekorativ sein!

Honorable Mentions

Diese Typen haben es natürlich auch verdient, hier genannt zu werden:

  • Der Streber, der schon von einer fallengelassenen Stecknadel völlig aus dem ‚Flow‘ gerissen wird.
  • Der Playboy, der jeden Samstag eine neue Errungenschaft nach Hause schleppt.
  • Der Typ der, immer alles liegen lässt.
  • Der Socializer, der die WG zum lokalen Treffpunkt für alle interessierten ausruft.
  • Der Typ mit dem seltsamen Musikgeschmack, der die Anlage, die früher in seinem Polo verbaut war mit zum Studieren gebracht hat.
  • Der Typ, der jeden Morgen gefühlte zwei Stunden im Bad verbringt nur um danach auszusehen wie am Vorabend.
  • Der Pleitegeier, der jeden Monat auf neue um die Miete verhandelt.
  • Der Typ in der seltsamen Selbstfindungsphase der auf keinen Fall gestört werden darf.
  • Der Moralapostel, der zwar in die runtergekommene 150€ Studi-WG gezogen ist, beim Anblick von Alkohol aber Angst bekommt, schwanger werden zu können.
  • Der Kühlschrankdieb, für den vollkommen unmöglich ist, einen Joghurt einfach einmal stehen zu lassen.
  • Der passiv-aggressive „nein, alles ist in Ordnung“ Typ, der in Wirklichkeit alles an dieser WG abgrundtief hasst.
  • Der Zalando-Typ, der mit dem DHL-Menschen per du ist und jeden Tag 500 Pakete bekommt und ständig darauf besteht, dass man diese doch mal annehmen könnte.