Zeitmanagement

Endlich raus aus der Schule und rein in die Uni! Das Studentenleben hat viele Vorzüge: Vorlesungen besuchen, die Dich weiterbringen, freie Zeiteinteilung und viele Freiräume, nebenbei jobben gehen und abends auch mal entspannen und abfeiern. Klingt gut? Ist machbar! Aber nur, wenn man den richtigen Plan hat. Wer in den Tag hineinlebt und das Lernen vor sich herschiebt, wird bald merken, dass er nicht weiterkommt oder vor Klausuren plötzlich ganz viel aufarbeiten muss. Von daher sollten sich auch Studierende ein Zeitmanagement vornehmen, um anfallende Aufgaben in einer bestimmten Zeit erledigen zu können und dazu noch genug Freizeit zu haben.


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1. Zeitplan erstellen

Du weißt, wann Du welche Vorlesungen besuchen willst? Wenn ja, ist das schon ein guter Anfang. Nach den Vorlesungsterminen kannst Du Deine weiteren Aktivitäten ausrichten. Erstelle dazu am besten eine Art Stundenplan. Ein Kalender mit Zeitvorgaben ist auch eine gute Lösung. Da Vorlesungen meist vormittags stattfinden, wirst Du Dich also in der ersten Tageshälfte vorwiegend an der Uni aufhalten. Plane daher die Zeit zwischen zwei Vorlesungen bereits im Voraus z. B. für Besuche in der Bibliothek ein. Hier kannst Du Dir Literatur zu Deinen Themenbereichen heraussuchen, lesen und Notizen oder Kopien anfertigen. Wenn Du Dir einen Tag vorher zuhause überlegst, nach was Du suchst, kannst Du die Zeit in der Bib effektiver nutzen. Hier findest Du auch ausreichend Ruhe, um zwischen den Vorlesungen an Dingen weiterzuarbeiten, die Du vielleicht schon zuhause begonnen hast. Hier bist Du zudem frei von Ablenkungen.

Wenn Du mit dem Speiseplan der Mensa zufrieden bist, kannst Du hier gleich Deine Mittgaspause einplanen. Falls danach weitere Vorlesungen oder Tätigkeiten in der Uni anstehen, kannst Du gestärkt weitermachen. Aber auch wenn Du zuhause weiter lernst, solltest Du das in Deinen Zeitplan erfassen, und zwar möglichst genau. Wenn Du z. B. für eine Klausur üben musst, trage dies fest in Dein Zeitraster ein und versuche, möglichst effektiv Deinen Lernstoff zu üben und setze Dir Ziele, was Du in welcher Zeit erreichen willst und schreibe es auf. Das, was Du geplant und aufgeschrieben hast, wirst Du auch eher erledigen als das, was Du Dir nur im Geiste vorgenommen hast.

Hake Deine tägliche To-Do-Liste ab, damit Du Dich selbst kontrollieren und Deine Fortschritte auch deutlich erkennen kannst. Aber Pläne können sich auch ändern. Wer nebenbei noch arbeitet, muss vielleicht auch mal kurzfristig bei Engpässen einspringen. Das kann Deinen Zeitplan schon mal durcheinanderbringen. Deshalb solltest Du nicht frustriert sein, wenn Du nicht alle Ziele, die Du Dir notiert hast, erreichst. Setze daher Prioritäten auf Deine Timeline und markiere diese als besonders wichtige Ziele. Alles, was Du nicht schaffst, planst Du einen Tag oder eine Woche später ein. Auch lassen sich nicht alle Aufgaben langfristig vorplanen. Versuche aber trotzdem, Deinen Zeitplan immer für eine Woche im Voraus zu erstellen. Du kannst ruhig ein paar Zeitfenster offenlassen, die Du dann noch kurzfristig verplanen kannst, Hauptsache, Deine Prioritäten sind klar.

2. Arbeitsumgebung gestalten

Arbeitsumgebung

Als Student verbringst Du viel Zeit am Schreibtisch. Du hast keinen? Du lernst in der Küche, im Gemeinschaftsraum der WG oder draußen auf der grünen Wiese? Natürlich muss jeder erst einmal seine ideale Lernumgebung herausfinden. Ausgestattet mit Laptop oder Tablet kann man im Prinzip auch zu jeder Zeit an jedem Ort lernen und arbeiten – im Zug auf dem Weg zu den Eltern, draußen auf dem Campus-Gelände oder im Biergarten – möglich ist alles. Aber ist jeder Ort gleichermaßen geeignet für bestimmte Lernziele?

Wenn Du z. B. während einer längeren Zugfahrt Zeit für das Lesen eines bestimmten Fachbuches oder das Schreiben eines bestimmten Abschnitts Deiner Facharbeit einplanst, kannst Du mit wenigen Hilfsmitteln auch unterwegs einiges stemmen. Dennoch wirst Du auch Phasen benötigen, in denen Du ständig verschiedene Bücher wälzen, im Internet recherchieren und Texte ausdrucken musst, wo Du viel Platz, Ruhe und

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eine geeignete Arbeitsatmosphäre brauchst, um gute Ergebnisse zu erzielen. Auch wenn die Studentenbude klein ist, Raum für Dein eigentliches Dasein, nämlich das Studieren, solltest Du Dir auf jeden Fall schaffen.

Das kann ein eigens Arbeitszimmer sein, in dem Du Dir ein Büro nach eigenen Vorstellungen mit passenden Möbeln, ausreichender Beleuchtung und funktionalen Arbeitsmaterialien einrichtest. Oder eine Arbeitsecke, die Du Dir so gestaltest, dass Dir das Lernen dort auch Spaß macht. Vor allem sollte Dir die Umgebung ein effektives Arbeiten ermöglichen. Regale, Stauraum für Arbeitsmittel und Platz für PC und Drucker sollten ausreichend vorhanden sein, so dass Du alles immer dann griffbereit hast, wenn Du es brauchst. Chaos auf dem Schreibtisch wirst Du zwar nicht immer vermeiden können, aber für das Aufräumen solltest Du Dir ebenfalls Zeit nehmen, damit Du keine unnötige Zeit mit Suchen verschwendest. Insofern ist ein effektiv gestalteter Arbeitsplatz ein wichtiger Punkt, um Dein Zeitmanagement auch einhalten zu können. Man sagt zwar oft, dass derjenige, der Ordnung hält, nur zu faul zum Suchen ist, aber in der Zeit, die man zum Suchen benötigt, hätte man auch für schönere Dinge nutzen können.

3. Ideale Zeiten herausfinden

Zeiten finden

Es gibt Menschen, die können alles zu jeder Zeit gleichermaßen perfekt umsetzen. Gehörst Du auch dazu? Wenn Du jetzt gerade zögerst, wohl eher nicht. Tröste Dich: Du bist damit in guter Gesellschaft. Die meisten Menschen bevorzugen für bestimmte Tätigkeiten nun mal bestimmte Tageszeiten. Wer morgens früh aus den Federn kommt, ist meist auch bis zur Mittgaspause produktiver als nachmittags oder abends. Finde Deine idealen Zeiten fürs Lernen oder Arbeiten heraus und nutze sie entsprechend. Du kannst zwar Vieles nicht immer selbst beeinflussen, z. B. die Vorlesungszeiten oder wann Du nebenbei arbeiten gehen musst, plane aber die Zeiten dazwischen möglichst so, dass Du das Beste aus Dir herausholen kannst.

Wer morgens weniger konzentriert arbeiten kann, bis die erste Vorlesung beginnt, kann dann auch einfach mal nur die Wäsche waschen oder den Schreibtisch aufräumen. Danach hast Du einen aufgeräumten Arbeitsplatz und kannst Dich voll auf Deinen Lernstoff konzentrieren. Die vorlesungsfreie Zeit kannst Du dann aber ganz nach Deinem persönlichen Biorhythmus gestalten, z. B. morgens lernen und abends verabreden oder Sport treiben – oder eben umgekehrt. Die Semesterferien bieten sich an, um mal das zu tun, wofür sonst keine Zeit bleibt. Neben Freizeit und Erholung solltest Du aber auch Zeit einplanen, um Deinen Horizont zu erweitern, z. B. Sprachkurse besuchen oder Dich in einen Themenbereich Deines Studiums vertiefen, der Dich besonders interessiert.

Das Zeitmanagement von Studierenden unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von Arbeitnehmern oder Unternehmern, lediglich die Schwerpunkte sind unterschiedlich. Deshalb wird es Dir im späteren Berufsleben helfen, wenn Du bereits jetzt damit anfängst und Deine Zeit effektiv planst. Du schaffst Dein Studium leichter und schneller und hast am Ende sogar mehr Freizeit zur Verfügung, die genauso wichtig ist wie das Studieren selbst.

Nicht selten fühlen sich Studierende ausgebrannt und leiden unter Burnout. Wer Zeit einplant, auch mal vom Studium Abstand nehmen zu können, wird insgesamt zufriedener mit sich selbst sein und das Studentenleben mehr genießen können. Ein guter Zeitplan mit der idealen Einteilung der einzelnen Aufgaben hilft Dir nicht nur, alles gut bewältigen zu können, sondern auch die Balance zwischen Studieren und Leben zu halten. Denn Du wirst nach Deinem Studium Deine Ressourcen mehr denn je für Deinen ersten Job und das weitere Leben benötigen. Gehe deshalb schon jetzt sorgsam mit Deiner Zeit und Deinen Ressourcen um und orientiere Dich nicht zu sehr an anderen, die alles im Handumdrehen auf die Reihe kriegen. Finde heraus, wie Du was zu welcher Zeit am besten erledigen kannst. Mit Deinem eigenen Rhythmus wirst Du automatisch effektiver und zielorientierter zum Ziel kommen und noch genug Freiräume für die schönen Dinge des Lebens haben.

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