Kosten sparen im Haushalt – Tipps für Studenten-WGs

Man kennt das Klischee der Studenten, die chronisch pleite sind und Monat für Monat gerade so ihre Miete bezahlen und sich genügen Essen fürs Überleben leisten können. Obwohl es nicht jedem so geht, fußt das Klischee doch auch Zuständen, die sich in vielen Universitätsstädten antreffen lassen. Das meiste Geld geht tatsächlich für die Miete drauf.

Mit 323€ muss monatlich im Durchschnitt gerechnet werden – das jedenfalls empfiehlt auch das Deutsche Studentenwerk internationalen Studierenden, die nach Deutschland kommen.

Doch abseits davon bist du als Student oftmals auch selbst für dein knappes Budget gegen Monatsende verantwortlich. Vor allem im Rahmen einer WG kannst du mit der richtigen Herangehensweise eine Menge Geld sparen.

Richtig einkaufen und kochen und sich clever ernähren

Die erste wichtige „Neuerung“, die du in deiner WG einführen solltest, wenn dies bislang nicht gemacht wurde: Du und deine Mitbewohner sollten ein Haushaltsbuch führen. Darin werden alle Ausgaben für den gemeinsamen WG-Haushalt notiert. So kann am Ende genau nachgeprüft und aufgeteilt werden: Wer hat was gezahlt? Wer bekommt noch Geld von wem oder wer muss noch für irgendetwas nachzahlen? Außerdem lässt sich so genauer überprüfen, wer wie oft was einkauft und ob es eine Aufgabenaufteilung gibt, die vielleicht fairer ist usw. Weiterhin kann gemeinsam besprochen werden, an welchen Stellen in Zukunft noch gespart werden könnte und wo es vielleicht wichtig wäre, mehr Geld auszugeben (Bio-Produkte oder Ähnliches).

Dafür gibt es auch praktische Apps, wie zum Beispiel Splitwise, die sich insbesondere für WGs anbieten.

Doch damit ist es natürlich längst nicht getan. Es kommt auch auf das Einkaufen selbst und auf das Koch- und Konsumverhalten an:

  • Vor dem Einkaufen solltest du dir (eventuell zusammen mit der WG, falls ihr oft gemeinsam kocht) Gedanken darüber machen, was im Laufe der Woche konsumiert werden kann und soll. Ein genauer Speiseplan, auf dem auch festgehalten wird, wieviel wovon vermutlich jeder in der WG isst, hilft dabei, beim Einkauf auch wirklich nur zu den Dingen zu greifen, die voraussichtlich konsumiert werden. Lustkäufe, die oft teure Produkte enthalten, werden somit minimiert
  • Lebensmittel, die du und deine WG ständig brauchen, sollten gemeinsam in großen Mengen gekauft werden. Denn so gibt es sie meistens günstiger.
  • Wenn einmal weniger Geld vorhanden ist, solltest du versuchen, das Beste daraus zu machen. Mit Gemüseresten kann einfach eine Suppe oder ein Auflauf hergestellt werden. Altes Obst eignet sich oft hervorragend für einen Smoothie oder einen Shake. Einfache, schmackhafte Gerichte, wie auch die heutige Pizza, sind immer schon durch solches „Kochen aus der Not heraus“ entstanden.
  • Ihr solltet – falls ihr das nicht schon längst macht – alle auf Leitungswasser als euer Grundgetränk umsteigen. Auch das Umweltbundesamt betont, dass die Trinkwasserqualität in Deutschland aufgrund äußerst seltener Nachweise Grenzwerte überschreitender Mikroorganismen oder gesundheitsgefährdender Stoffe sehr gut ist.
  • Essen vom Lieferdienst geht schnell und schmeckt. Allerdings ist es schon bei einem Mal in der Woche wirklich teuer. Warum nicht stattdessen gemeinsam kochen? Das geht ebenfalls deutlich schneller, als alleine, macht Spaß und muss nicht teuer sein. Ein leckeres Nudelgericht beispielsweise kann in großer Menge gekocht werden, macht satt und fit und kostet nicht viel.
  • Um beim Thema Nudeln zu bleiben: Nudelwasser solltest du immer mit dem Wasserkocher vorbrühen. Das spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit.
  • Mache Thermoskannen und Brotdosen wieder beliebt! Dadurch sparst du ebenfalls eine Menge Geld fürs Mittagessen in der Mensa und musst dir keinen umweltschädlichen und oft schlechten Coffee to go mehr kaufen.

Selbst Hand anlegen und aktiv werden

Um dauerhaft Geld in deiner WG zu sparen, musst du manchmal kreativ werden und die Zügel in die Hand nehmen. Oft reicht es nicht, die anderen aufzufordern, doch darauf zu achten, weniger zu verbrauchen oder auf die Erkenntnisse aus dem Führen des Haushaltsbuchs zu achten. Stattdessen kannst du einfach aktiv werden und anfangen, Dinge zu machen, bzw. anzuregen. Hast du beispielsweise einmal zu viel eingekauft, biete doch deinen Mitbewohnern etwas von diesen Lebensmitteln an, die du nicht verzehren kannst. So werden sie nicht schlecht und du bekommst im Austausch vielleicht etwas, das du gebrauchen kannst. Eine Schale oder Box, in der jeder das hineinlegt, was er nicht mehr braucht, ist eine gute Möglichkeit, ein automatisches „Food Sharing System“ in der WG zu etablieren.

Ähnlich verhält es sich mit anderen umwelt- und gleichzeitig geldschonenden Maßnahmen. Deine Mitbewohner auffordern, Plastiktüten, die sie vielleicht als Umverpackung für das Essen vom asiatischen Imbiss um die Ecke bekommen haben, als Müllbeutel zu verwenden, fruchtet oft erst einmal nicht. Fischst du die Tüten aber wieder aus dem Müll und zeigst, wie es gemacht wird, gehst du mit gutem Beispiel voran und machst den anderen eventuell ein schlechtes Gewissen. Bestenfalls setzen sie derlei Dinge dann nächstes Mal ganz von selbst um.

Selbst Hand anlegen sollten du und deine Mitbewohner aber auch bei Dingen, die den Zustand der Wohnung betreffen. Wenn einmal ein wichtiges Gerät, wie die Waschmaschine nicht mehr funktioniert, bricht schnell Panik aus. Dann wird als erstes der Vermieter oder gleich ein Handwerker gerufen und es entstehen zusätzliche Kosten. Dabei muss es sich nicht immer um einen großen Schaden handeln, der nicht selbst zu beheben ist. Gerade beim erwähnten Beispiel der Waschmaschine lassen sich einige Tätigkeiten auch von Laien recht unkompliziert durchführen. Die Waschmaschine kann man häufig eigenständig wieder zum Laufen bringen, das nicht vorhandene Fernsehbild lässt sich auch ohne Techniker wieder herstellen und manch tropfendes Rohr lässt sich durch das festziehen von Dichtungen wieder beheben. Für die meisten solcher Reparaturen finden sich heutzutage im Netz Anleitungen oder gar Tutorials auf YouTube. Statt Geld ein wenig Zeit und Interesse zu investieren, lohnt sich auch für zukünftig auftretende Probleme!

Wasser und Strom sparen

Die Ausgaben für Wasser und Strom können vor allem auch im Rahmen von Nachzahlungen oftmals extrem hoch sein. Und im Nachhinein lässt sich dann nichts mehr daran ändern und du musst in die Tasche greifen. Auch hier gilt, als WG zu beschließen, konsequent etwas am Verbrauch zu verbessern. Und das gelingt am besten folgendermaßen:

  • Von Hand zu spülen ist nicht nur anstrengend und zeitaufwendig, es ist auch nicht gerade wassersparend. Wenn du in deiner WG also noch keine Spülmaschine hast, solltest du anregen, gemeinsam demnächst einen neuen Gerätekauf zu tätigen. Gute, gebrauchte Geräte gibt es manchmal schon für unter 100€. Du wirst merken, wie viel weniger Stress eine Spülmaschine für deine WG bedeutet. Übrigens sollte diese aber auch immer erst angestellt werden, wenn sie auch wirklich voll mit schmutzigem Geschirr ist.
  • Damit die Waschmaschine nicht viel zu häufig läuft, solltet ihr die gleichfarbige Wäsche in der WG zusammen waschen. Da sowieso alles sauber aus der Maschine herauskommt, musst du dich auch nicht etwa ekeln, dass deine schmutzige Wäsche mit der von anderen in Berührung kommt.
  • Bei leichter Verschmutzung der Wäsche reichen oft wirklich kalte Kurzprogramme. Heiße Temperaturen sind nur bei ordentlichen Flecken oder starkem Geruch nötig. Den Wäschetrockner verkaufst du am besten. Deine Wäsche wird in der Sonne oder auch im Bad auf einem Wäscheständer kostenlos ganz von selbst trocken.
  • Um noch einmal auf das Kochen und die Küche zurückzukommen: Eine Menge Strom geht hier vor allem für den Backofen drauf. Wenn du öfter eine Pizza aufbäckst, solltest du auf das Vorheizen verzichten und immer die Umluftfunktion verwenden. Weiterhin sind alle nicht gebrauchten Bleche und Gitter aus dem Backofen herauszunehmen.
  • Gerade was das Heizen angeht, lassen sich auch eine Menge Stromkosten in deiner WG sparen. Es kann nicht oft genug betont werden, dass die meisten Studenten immer noch falsch lüften. Gerade an kälteren Tagen oder gar in Herbst und Winter die Fenster zu kippen, ist extrem ineffektiv und stromverschwendend. Stattdessen gilt: Mehrmals täglich für 2-3 Minuten stoßlüften und dabei alle Fenster und Türen offenhalten.
  • LED-Lampen sind zwar eine Investition, die sich eine junge WG immer drei Mal überlegt, auf Dauer lässt sich mit ihnen aber ebenfalls viel Strom und damit bares Geld sparen.
  • Animiere deine WG dazu, Steckdosenleisten mit Kippschaltern zu verwenden und die Leisten immer auszuschalten, wenn sie die Geräte gerade nicht nutzen. Diese verbrauchen nämlich meist auch im Standby-Modus Strom, der auf Dauer das WG-Konto belastet.

Weitere Tipps

  • Ziehst du in eine WG ganz neu ein und suchst noch nach Möbeln oder möchtest du das Wohnzimmer zusammen mit deinen Mitbewohnern neu gestalten, fahr nicht gleich zu IKEA oder anderen Möbelhäusern. Schau dich stattdessen besser in diversen Kleinanzeigen oder auf Trödelmärkten um. Du findest dort fast immer stylische Vintage Möbel, die jemand ausrangiert, dem sie zu altbacken sind und der sie für wenig Geld loswerden möchten.
  • Manche Medikamente, wie Aspirin & Co. braucht immer mal jemand in der WG. Wenn ihr derlei gemeinsam im Internet bestellt, statt zur Apotheke zu gehen, könnt ihr manchmal über 50% sparen. Achtet beim Bestellen auf eine seriöse Versandapotheke und Vorteile, wie eine kostenfreie Lieferung.
  • Ab und an ins Kino, das ist toll und wichtig. Wenn ihr aber euren wöchentlichen oder auch monatlichen Cineasten-Abend auf das WG-Wohnzimmer verschiebt und es euch dort gemütlich macht und streamt, spart ihr gemeinsam auf Dauer Bares. Außerdem könnt ihr einen Kochabend damit verknüpfen und die WG-Stimmung stärken!

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „Spartipps für Studenten“:

Teil 1: Einfache Tipps, um Geld beim Umzug in die erste Wohnung zu sparen

Teil 2: 10 Tipps, wie du als Student Geld sparen kannst

Teil 3: Günstig und trotzdem schön? Wohnungseinrichten als Student

Teil 4: Kosten sparen im Haushalt – Tipps für Studenten-WGs

Teil 5: So können sich auch Studis einen Urlaub leisten

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