Klausureinsicht – was ist das eigentlich?

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Gespannt wartest du auf die Notenvergabe. Mit zitternden Händen und rasendem Puls klickst du auf die Seite, auf der dein Prüfungsspiegel zu sehen ist. Dann der Schock: Deine Note ist viel schlechter, als du gedacht hast! Oder schlimmer: Du bist sogar durchgefallen. Du verstehst die Welt nicht mehr und willst auf jeden Fall überprüfen, ob bei der Korrektur alles richtig gelaufen ist. Das kannst du – bei der Klausureinsicht! Aber was genau ist das überhaupt? Und muss man bei der Klausureinsicht auf bestimmte Sachen achten? Antworten findest du hier.


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Klausureinsicht: Was ist das?

Eine Klausureinsicht erfolgt nach dem Absolvieren der Prüfungen und findet nach Bekanntgabe der Notenverteilung statt. Dabei kannst du deine geschriebene Klausur mitsamt der Korrektur und Bewertung des Dozenten einsehen. Jeder hat das Recht auf eine Klausureinsicht. Denn hier kannst du auch überprüfen, ob du vielleicht unfair behandelt wurdest oder ob während der Korrektur Fehler gemacht wurden.

In der Regel werden Termine für die jeweiligen Klausureinsichten auf der Website deiner Universität oder deiner Fachschaft gepostet. Manchmal bekommst du auch eine Erinnerungsmail. Solltest du die Termine versäumen, kannst du die Klausureinsicht auch im Studienbüro nachholen. Eine Alternative wäre die Ausstellung einer Vollmacht. Das heißt, du schreibst eine Erklärung, aus der Name und Berechtigung der Person hervorgehen, die deine Klausur anschauen darf. Natürlich muss das eine Person aus deinem Fachbereich sein, denn sonst würde es nicht viel Sinn machen.

Wie läuft eine Klausureinsicht ab?

Wenn du den Termin für deine Klausureinsicht weißt, solltest du dich auch dringend darauf vorbereiten! Das heißt, lerne den Stoff der Klausur nochmal und rufe dir die Fragen der Klausur ins Gedächtnis. Denn wenn du unvorbereitet in eine Einsicht gehst, hilft dir das nicht viel weiter. Eine Klausureinsicht kann von Fach zu Fach und von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich sein. In manchen Fällen wird dir mit anderen Kommilitonen ein Platz zugewiesen. Taschen und Jacken sind meist nicht erlaubt, nur dein Studentenausweis muss bereitliegen. Dann kannst du deine Klausur überprüfen. Meistens wird eine Musterlösung vorgegeben, damit du dich daran orientieren kannst. Bei Einwänden darfst du eine Bemerkung auf ein Zusatzblatt vermerken. Das wird dann überprüft und falls dein Einwand sinnvoll ist, wird deine Klausur verbessert.

In anderen Fällen kannst du mit dem Dozenten auch reden. Allerdings ist hier einiges zu beachten. Denn eine Klausureinsicht ist keine Verhandlungssache. Wenn du um jeden Punkt feilschen willst, kann es vorkommen, dass der Dozent schnell genervt ist und deine Einwände abwinkt. Du solltest dich also gut vorbereiten und das ganze Gespräch über freundlich und respektvoll sein. Wenn du glaubst, Fehler in der Korrektur entdeckt zu haben, weise deinen Dozenten freundlich darauf hin. Am besten sagst du, dass du eine Frage zu der jeweiligen Aufgabe hast.

Fotos von der Klausur sind Ansichtssache der Hochschule oder des Dozenten. Frage lieber vorher nach, ob du die Arbeit fotografieren darfst. In der Regel ist das aber meistens nicht erlaubt.

Auf was muss man bei der Klausureinsicht achten?

Was vielleicht erst einmal banal klingt, hat seine Vorteile. Zähle zuerst deine Punkte nach! Was in der Schule vielleicht schon passiert ist, kann im Studium auch leicht vorkommen. Denn Dozenten können beim Zusammenrechnen der Punkte auch Fehler machen oder Punkte einfach übersehen. Das passiert schnell, wenn mal eine Teilaufgabe übersehen wurde, also zähle deine Punkte lieber nach. Falls du einen alternativen Weg zur Lösung benutzt hast, dein Prüfer das aber als falsch gekennzeichnet hat, kannst du ihn auch darauf aufmerksam machen. Vorausgesetzt, dein Weg ist auch richtig. Auch Korrekturbemerkungen am Rand solltest du aufmerksam lesen. Wenn dir etwas nicht klar ist oder du die Bemerkung nicht nachvollziehen kannst, kannst du deinen Dozenten sachlich darauf ansprechen. Sollte dein Dozent bei einer Aufgabe nur seine Lösung akzeptieren, ist auch das ungerecht bewertet. Denn nicht alle Antworten können wie in der Musterlösung gegeben werden. Hier kommt es allerdings auf die jeweiligen Fächer an!

Wenn du das Gefühl hast, dass du wirklich unfair behandelt wurdest und dein Dozent nicht auf dich eingeht, dann hast du immer noch die Option Widerspruch einzulegen. Sollte auch das nichts helfen, kannst du als letzten Ausweg auch gegen die Bewertung klagen.

Wir haben außerdem noch 10 Tipps für die Klausureinsicht zusammengestellt, die dir dabei helfen, das beste Ergebnis herauszuholen!

Fazit

Eine Klausureinsicht bringt dir einige Vorteile. Auch, wenn du deine Arbeit bestanden hast, so kannst du immer noch überprüfen, ob nicht doch Punkte vergessen wurden. Das kann deine Note erheblich verbessern und du hast ein besseres Ergebnis. Allerdings kann es auch vorkommen, dass bei Klausur auch weitere Fehler von dir entdeckt werden, das ist allerdings selten.

Auch, wenn du die Prüfung nicht bestanden haben solltest, ist eine Klausureinsicht umso wichtiger! Denn somit kannst du erkennen, wo deine Fehler und Schwächen liegen und kannst dich besser auf den Zweittermin vorbereiten.

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