Industrie- und Produktdesign: Studiengänge mit hoher Beliebtheit

Industriedesign, Produktdesign: Die Namen dieser Studiengänge klingen schon beim reinen Aussprechen spannend. Nicht umsonst können sich viele Studierende und solche, die es noch werden wollen, hierfür begeistern. Die beiden Fachbereiche haben viele Überschneidungspunkte, unterscheiden sich aber andererseits auch in offensichtlichen und weniger deutlichen Details. Themengebiete, interessante Fakten, Karrierestrukturen: Dieser Beitrag klärt dich über alles auf, was du dazu wissen musst.


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Grundsätzliches

In beiden Studiengängen ist der Erwerb eines Bachelorabschlusses je nach Standort in 7-8 Semestern Regelstudienzeit möglich. Ebenfalls können sowohl im Produkt-, als auch im Industriedesign im Anschluss häufig auch Masterstudiengänge absolviert werden. An manchen Hochschulen ist zudem noch ein Abschluss mit Diplom möglich.

Themen und Inhalte

Das Studium des Industriedesigns beschäftigt sich vor allem mit der Gestaltung von Fahrzeugen, Haushaltsgeräten, Möbeln oder Anlagen, die industriell hergestellt werden. Dabei sind sowohl optisch-ästhetische, als auch technische und praktische Faktoren relevant. Typische Schwerpunkte sind zum Beispiel Materialkunde, Ästhetik, Ergonomie oder Geometrie und verschiedene Darstellungstechniken. Unter anderem bieten diesen Studiengang Hochschulen und Universitäten in Wuppertal, Osnabrück oder Berlin an.

Im Studium des Produktdesigns wiederum kannst du erlernen, wie du neuartige Ideen für Gegenstände entwickelst, die sich später in Serie, aber auch in Unikaten vermarkten lassen. Gängige Fachbereiche des Studienganges sind beispielsweise zeichnerische Grundlagen, Werkstoffkunde, aber auch Typografie und Kunst- und Designgeschichte. Zudem lernen Produktdesigner detaillierte Kenntnisse verschiedene konkreter Branchen, etwa zu den Themen Möbel- oder Textildesign.

Verschiedene Universitäten und Fachhochschulen bieten zudem schon früh die Möglichkeit an, individuelle Schwerpunkte zu setzen und sich auf einen dieser Fachbereiche zu konzentrieren. Werdende Produktdesigner können ihr Studium beispielsweise in Hannover, Weimar oder Aachen absolvieren.

Beide Studiengänge haben den Vorteil, je nach Standort auch besonders umfangreiche praktische Teile zu beinhalten. Du wirst also durchaus realistisch auf deine spätere Arbeit vorbereitet. Neben dem theoretischen Unterricht nimmt die Projektarbeit einen großen Teil des Studiums ein. Die Studiengänge sind also ideal für Menschen, die es mögen, sich mit ihrem Arbeitsfeld nicht nur zunächst theoretisch zu beschäftigen.

Unterschiede

Unterschiede der beiden Fachrichtungen ergeben sich vor allem aus ihrem späteren beruflichen Einsatz. So beinhaltet Produktdesign oft umfassendere kreative Möglichkeiten als das Industriedesign, das eher eine Unterkategorie ist. Gut zu vergleichen sind die beiden Disziplinen mit Jura: Produktdesign ist in dieser Analogie gleichzusetzen mit den gesamten Rechtswissenschaften, Industriedesign mit einem Fachbereich wie zum Beispiel Strafrecht oder Zivilrecht.

Industriedesigner sind oft an enge Vorgaben gebunden, da die von ihnen entworfenen Produkte industriell herstellt werden. Einschränkungen sind nicht nur durch Materialien, sondern auch durch die Produktionsmethoden oder die Wirtschaftlichkeit gegeben. Produktdesigner hingegen sind häufig etwas freier. Sie gestalten ebenfalls größere Serien, aber auch Miniserien und Unikate.

In beiden Fachbereichen ist ein großer Einfallsreichtum gefragt. Im Industriedesign bezieht sich dies dann häufiger auf den Umgang mit technischen Details und kreativer Lösungen im Rahmen einer effizienten Produktionsweise. Im Produktdesign bekommt je nach Auftrag und Branche gegebenenfalls die formale Kreativität etwas mehr Freiraum. Dennoch spielen hier etwa auch Faktoren wie Ergonomie und Bedienbarkeit eine große Rolle.

Mögliche Arbeitsfelder und Nischen

Die möglichen Arbeitsfelder für Industrie- und Produktdesigner sind unglaublich vielfältig und bieten für jeden Charakter individuelle Möglichkeiten. Durch die enorme Vielseitigkeit der Fachbereiche ist es nahezu unabdingbar, eigene Schwerpunkte zu setzen, um in der Arbeitswelt anzukommen.

Unerwartet vielfältige und interdisziplinäre Aufgabenfelder

Einige Produkt- oder Industriedesigner arbeiten nicht nur an den Produkten selbst, sondern auch am „Drumherum“. Sie müssen sich bei ihrer Arbeit nicht nur mit den Materialien auseinandersetzen, sondern auch mit den Herstellungsprozessen oder Aspekten des Marketings.

Ein Beispiel: Gerade im Bereich von Industrieprodukten können auch Verpackungen eine Rolle spielen. Um ein neues Produkt erfolgreich zu vermarkten, zählt auch die richtige Präsentation. Gerade, wenn es um sehr abstrakte und technische Produkte geht, muss die Verpackung wichtige Informationen und Botschaften kommunizieren. So ergeben sich also auch Überschneidungen mit Bereichen der Grafik oder des Kommunikationsdesigns.

Verschiedene Entwicklungen des Marktes oder auch aufkommende Trends geben zudem Möglichkeiten einer Spezifizierung des eigenen Wissens und des Konzentrierens auf gewisse Fachbereiche. So gibt es mittlerweile eine Richtlinie der Europäischen Union, die bewirken soll, dass bei der Gestaltung von Produkten ein gewisses Maß an Umweltschutz garantiert werden kann.

Gerade in einer Phase, in der dieses Thema Ökologie und Nachhaltigkeit auch gesellschaftlich und politisch zunehmend an Relevanz gewinnt, kann ein Designer sich hierauf spezialisieren und so am Markt besonders gefragt sein. Es gibt also sowohl für Industrie-, als auch für Produktdesigner eine ganze Reihe an Möglichkeiten die eigene Nische zu finden. So können mitunter für besonders gute und wertvolle Ideen auch Preise erhalten werden.

Auch Produktdesigner können zudem aufgrund ihrer wenig beschränkten Möglichkeiten sogar durch innovative Ideen neue Trends setzen. Dabei besteht zudem die Möglichkeit, sich selbst im jeweiligen Schwerpunktfeld immer wieder neu zu erfinden.

Herkömmliche Einsatzfelder

Industriedesigner können häufig, je nach Schwerpunkt, in ganz verschiedenen Branchen einen Arbeitsplatz finden. Hierzu gehören unter anderem:

  • die Automobilbranche
  • die Möbelindustrie
  • die Medizintechnik

Aber auch im Bereich Luft- und Raumfahrt ergeben sich viele Betätigungsfelder und Optionen. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, in der Foschung oder Lehre zu arbeiten. Planst du also, Industriedesign zu studieren oder befindest dich schon mitten in deinem Studium, hast du je nach Interessenschwerpunkt eine große Auswahl.

Gleiches gilt für Produktdesigner, wobei dort das Feld noch etwas weiter ist. Vor allem in Bereichen wie Farbtechnologie, Innenarchitektur und Raumplanung, aber auch als Ausstellungsgestalter hast du gute Chancen, eine Anstellung zu finden.

Aber auch Bekleidungs- und Textiltechnologen oder CAD-Techniker finden sich unter Produktdesign-Absolventen. Es macht also auch hier durchaus Sinn, dir frühzeitig über deine beruflichen Pläne und Interessen bewusst zu werden sowie schon im Studium entsprechend passende Schwerpunkte zu setzen.

Karrierechancen und Verdienst

Die Karrierechancen für Produkt- und Industriedesigner wirken auf den ersten Blick überaus gut. Suchst du auf den einschlägigen Jobportalen, werden dir schnell Stellenangebote im vierstelligen Bereich aus unterschiedlichen Branchen vorgeschlagen.

Auch das Gehalt kann üppig ausfallen. Der Rahmen fängt bei ungefähr 2.200 Euro brutto monatlich an, kann aber schnell auch Summen von über 5.000 Euro für den gleichen Arbeitszeitraum erreichen. Dir sollte allerdings bewusst sein, dass du in dieser Branche mit sehr viel Konkurrenz rechnen musst. Das riesige Angebot an Hochschulen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten bietet einerseits eine große Auswahl für deinen Studienplatz – andererseits gibt es damit eine große Zahl an Absolventen, die sich um die guten Jobs bemühen.

Solltest du auf ein besonders umfangreiches Gehalt großen Wert legen, kannst du natürlich deine Schwerpunktsetzung während des Studiums schon darauf anpassen, in welchem Teilbereich dieses Ziel besonders gut zu realisieren ist. Daher solltest du dich frühzeitig entsprechend detailliert und ausführlich mit der entsprechenden Branche beschäftigen.

Zudem kann es Sinn machen, schon während deiner Zeit als Student reale Erfahrungen im späteren Arbeitsfeld zu sammeln. Hierzu geben je nach Standort zum Beispiel Praxissemester eine gute Gelegenheit. Zudem kannst du dich frühzeitig darum kümmern, verschiedene Praktika zu absolvieren.

Dies erleichtert dir einerseits den Berufseinstieg, andererseits hilft es dir aber auch dabei, unter realistischen Bedingungen herauszufinden, ob dein favorisiertes Arbeitsfeld tatsächlich so gut zu dir passt, wie du es in der Theorie annimmst. Schlussendlich kann, gerade wenn du im Bereich der Forschung arbeiten möchtest, auch eine Stelle als künstlerisch-wissenschaftliche Hilfskraft von großem Nutzen sein.

Was solltest du mitbringen?

Natürlich macht ein Studium des Produkt- oder Industriedesigns nur dann Sinn, wenn du auch gewisse Voraussetzungen erfüllst. Je nach Hochschule oder Universität können das zunächst einmal die Fachhochschulreife oder das Abitur sein.

Zudem solltest du auch etwas Vorwissen und gewisse Talente mitbringen. Im Bereich des Produktdesigns sind dies vor allem Kreativität im Sinne der Findung neuer Ideen, Technikverständnis und abstraktes Denken. Im Studium des Industriedesigns kommen Begabungen wie analytische Fähigkeiten und wirtschaftliches Denken und Handeln hinzu.

Besitzt du also diese Talente und möchtest sie in deinem beruflichen Leben umsetzen, können beide Studiengänge dir hierfür die ideale Grundlage bieten. Zudem kannst du anhand dieser Faktoren gut ablesen, ob du dich eher für ein Studium des Industriedesigns oder das weitere Feld des Produktdesigns entscheiden solltest.

Fazit

Beide Studiengänge bieten gerade Menschen mit einem Hang zu innovativen Ideen sowie einem gewissen technischen Verständnis viele Möglichkeiten, eine erfolgreiche berufliche Laufbahn einzuschlagen. Die Karrieremöglichkeiten sind durchaus vielseitig. Zudem kannst du je nach Fachbereich und Spezialisierung mit einem üppigen Gehalt rechnen. Die Fachrichtungen Industrie- und Produktdesign werden auch in Zukunft gefragt sein und können so, je nach Talentstruktur, das Ausleben deiner Leidenschaft mit einem wirtschaftlich sicheren Leben verbinden.

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