Hausarbeit und Seminararbeit: 10 typische Fragen

Hausarbeit und Seminararbeit: 10 typische Fragen

Seminar- und Hausarbeiten sind für viele Studierenden immer wieder eine ganz eigene Herausforderung. Die Anforderungen sind oftmals nicht ganz eindeutig, die Vorbereitung weniger geradelinig als bei einer Klausur (eBook – S.O.S Klausurenphase) und die Themen wahnsinnig komplex.

Aus genau diesem Grund haben wir bereits eine Reihe von Artikeln geschrieben (siehe unten), die euch dabei helfen sollen, die Herausforderung Hausarbeit zu meistern. Nichtsdestotroz gibt es aber natürlich immer wieder fragen, die man sich stellt. Genau deswegen versuchen wir in diesem Artikel Antworten auf zehn typische Fragen zu liefern, die immer wieder auftauchen.

10 typische Fragen zu Haus- und Seminararbeiten

Bevor wir loslegen aber noch eine Warnung: Die Kriterien für die Bewertung und Benotung von Seminar- und Hausarbeiten sind zwischen Universitäten, Fächern und Lehrenden oftmals sehr unterschiedlich. Deswegen solltet ihr, obwohl wir so allgemein wie möglich bleiben, immer direkt mit euren Dozierenden sprechen wenn es wichtige Fragen gibt!

1. Wie lange muss (oder darf) meine Hausarbeit sein?

In den meisten Fällen geben Dozierende euch eine relativ präzise Längenangabe. Wenn es eine Mindestanzahl an Wörtern gibt ist natürlich alles ganz einfach! Solltet ihr aber eine Mindestseitenzahl bekommen ist es besonders wichtig auf die richtige Formatierung (Schriftart, Abstände, etc.) zu achten, da diese die Seitenzahl massiv beinflussen können.

Entgegen häufiger Ratschläge ist es keine gute Idee, mit der Formatierung zu schummeln. Wer schon ein paar hundert Hausarbeiten gesehen hat, sieht sofort, wenn der Zeilenabstand ein wenig größer ist, als er sein sollte!

In den meisten Fällen ist eine Abweichung von rund 5-10% zu verkraften. Eine zehnseitige Hausarbeit darf also auch mal nur neun oder aber auch elf Seiten lang sein.

2. Wie viele Quellenangaben muss ich machen?

Manche Dozierenden schreiben vor, wie viele und welche Arten von Quellen verwendet werden müssen. Das ist zwar nett gemeint, aber aus wissenschaftlicher Sicht ziemlicher quatsch.

Die Menge und Art der Quellen richtet sich immer nach eurem Thema und eurer Methode. Eine experimentelle Arbeit hat meistens ein weniger langes Quellenverzeichniss als eine Literaturübersichtsarbeit – das ist klar!

Die Länge des Quellenverzeichnisses hängt in erster Linie davon ab, inwiefern ihr eure Argumentation auf der Arbeit anderer aufbau. Da das quasi immer der Fall ist, wird das Verzeichnis ganz von selbst wachsen, wenn ihr euch an die üblichen Zitierrichtlinien haltet.

Grundsätzlich muss man sich also keine Sorgen machen „zu wenig“ zu zitieren, so lange man sich an die Zitierregeln hält. Wenn das Verzeichnis aber sehr kurz ist, deutet das oft darauf hin, dass ihr nicht genügend recherchiert habt.

3. Woher weiß ich, wann ich genügend Recherche betrieben habe?

Wer eine Hausarbeit schreibt muss fast immer eine Literaturrecherche vornehmen. Dabei stellt sich oft die Frage, wann man genug recherchiert hat, wann man das wichtigste abgedeckt hat.

Dafür gibt es ein relativ einfaches vorgehen: Man recherchiert so lange, bis die gleichen Quellen und Namen immer wieder auftauchen. Ab einem bestimmten Punkt, das geht meistens relativ schnell, trifft man immer wieder auf die selben Autoren und Texte. Wenn nur noch wenig neues zu finden ist, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass man erst einmal ausreichend viel recherchiert hat.

Das funktioniert allerdings nur dann zuverlässig, wenn man am Anfang relativ breit nach Literatur sucht (verschiedene Datenbanken, Google Scholar). Ansonsten kann es nämlich passieren, dass man in einem Zitierzirkel landet und die „Außenwelt“ völlig übersieht.

4. Worauf kommt es bei einer Hausarbeit an – Inhalt oder Form?

Ganz grundsätzlich geht es bei wissenschaftlichen Arbeiten immer zuerst einmal um den Inhalt! Nichtsdestotroz ist eine gute Form ein absolutes Muss!

Wer eine eigentlich gute und kluge Arbeit unschön verpackt muss damit rechnen, unnötig Punkte zu verschenken.

Man sollte auch niemals unterschätzen, welchen Unterschied es beim Lesen es macht, wenn eine Arbeit schön und ordentlich ist. Viele Dozierende lesen hunderte Arbeiten und Texte pro Jahr und freuen sich wirklich, wenn es Spaß macht, eine Arbeit in die Hand zu nehmen. Aus dieser Perspektive kann eine gute Form, dazu gehört vielleicht auch ein schöner Einband, über die ein oder andere inhaltliche Schwäche hinwegtrösten.

Insbesondere bei „Anfängerarbeiten“ in den ersten Semestern wird häufig verstärkt auf die Form geachtet, da es darum geht, zu beweisen, dass man eine saubere Arbeit anfertigen kann!

5. Muss ich in meiner Arbeit etwas Neues herausfinden?

Bei Seminar- und Hausarbeiten, im Gegensatz zu Bachelor- und Masterarbeiten, steht die (echte) Wissenschöpfung meistens nicht im Vordergrund. Eine Hausarbeit ist der Beweis, dass man wissenschaftlich arbeiten kann – es geht um das Handwerk.

Nichtsdestotroz sollte es der Anspruch sein, zumindest im Ansatz neue Erkentnisse zu schaffen. Dafür genügt aber oftmals schon eine neue Perspektive auf ältere Forschung oder ein kleiner, aber kluger, neuer Gedanke.

In einer Hausarbeit erfindet niemand das Rad neu! Falls man es aber schafft ein wenig über das reine Handwerk hinauszugehen ist das fast immer ein Ticket in die höheren Notenregionen.

6. Wie lange dauert es eine Hausarbeit zu schreiben?

Die einfache Antwort: Immer etwa doppel so lange, wie man denkt!

Wie lange es dauert eine Hausarbeit zu schreiben hängt vor allem vom Thema, von der Erfahrung und von der Disziplin ab.

Wenn man sich in einem Thema bereits relativ gut auskennt, kann man eine solide Hausarbeit mit Sicherheit auch in wenigen Tagen schreiben.

Die Recherche ist oft der aufwendigste Teil des Schreibprozesses und sollte nicht unterschätzt werden. Falls für die Arbeit Daten gesammelt werden, sollte dafür natürlich auch wirklich viel Zeit eingeplant werden. Das eigentliche „Herunterschreiben“ geht relativ schnell, wenn man einmal steht, was geschrieben werden soll.

Vermutlich ist es am wichtigsten, dass man sich selbst realistisch einschätzt. Wie viele Stunden werde ich wirklich pro Tag an der Arbeit sitzen? Wie sicher fühle ich mich im Schreiben von akademischen Texten? Wie viel weiß ich tatsächlich über das Thema?

Als Faustregel könnte man vielleicht festhalten, dass für eine zehnseitige Arbeit mindestens zwei Wochen Zeit sein sollten. Grundsätzlich werden Arbeiten aber selten wirklich besser, wenn sie länger in Arbeit sind. Ein paar Tage für die Korrektur können die Note aber wirklich nach oben drücken, weil man fast immer noch Fehler und Probleme findet, wenn man ein wenig Abstand zum eigentlichen Schreiben hat.

7. Wie werde ich besser im Schreiben von Seminar- und Hausarbeiten?

Das Schreiben von wissenschaflichen Arbeiten in erster Linie ein Handwerk, das man erlernen kann. Dafür gibt es, vereinfacht gesagt, drei Wege:

  1. Wissenschaftliche Texte lesen
  2. Wissenschaftliche Texte schreiben
  3. Schreibkurse und Schreibübungen

Ein großer Teil des wissenschaftlichen Arbeitens besteht in der Verinnerlichung von bestimmten Formen, Floskeln und Strategien. Diese lernt man am einfachsten, indem man sich bewusst akademische Texte und Arbeiten ansieht. Wer das eine Weile macht, wird immer wieder die gleichen Muster erkennen und kann diese auf die eigene Arbeit anwenden.

Gleichzeitig lernt man Schreiben auch einfach durch Schreiben. In den meisten Fällen ist der wichtigste Schritt der, einfach einmal anzufangen. Ganz wichtig ist es dabei aber, die eigenen Produkte im Nachgang nochmals zu lesen und auch das Feedback der Dozierenden ernstzunehmen. Das mag sich zwar ungut anfühlen, hilft aber wirklich dabei besser zu werden.

Schlussendlich lohnt es sich wirklich, systematisch Schreiben zu lernen und zu üben. Bei Studybees haben wir dafür ein Online-Training entwickelt, dass dir in rund fünf Stunden wichtige Grundlagen vermittelt. Es gibt allerdings auch viele andere Anbieter und Übungen, die man im Internet finden kann.

Das wichtigste: Schreiben ist keine Fähigkeit, die man hat oder nicht. Jeder und jede kann gut schreiben lernen!

8. Wie stelle ich sicher, dass ich nicht versehentlich ein Plagiat anfertige?

Plagiate sind wirklich keine lustige Sache und können dich sehr schnell in die Bredouille bringen. Zum Glück lassen sich versehentliche Plagiate mit ein paar einfachen Arbeitsregeln fast vollständig verhindern:

  • Zitiere (oder notiere) nie etwas Fremdes ohne die korrekte Quellenangabe.  Das nachträgliche Suchen von Quellen ist einer der häufigsten Gründe für fehlende oder fehlerhafte Quellenangaben!
  • Gehe, wenn irgendwie möglich, immer zurück zur Ursprungsquelle! Da du dir niemals sicher sein kannst, ob nicht andere vor dir einen Fehler gemacht haben, solltest du, vor allem bei Internetquellen, immer prüfen, ob deren Literaturangaben korrekt sind.
  • Verwende selbst ein Programm, das Plagiate findet um zu prüfen, dass alles in Ordnung ist. Viele Universitäten erlauben es den Studierenden sogar die selbe Software zu verwenden, die später von den Dozierenden verwendet wird.
  • Verwende eine Literaturverwaltungssoftware wie zum Beispiel Citavi oder EndNote um zu verhindern, dass dein Literaturverzeichnis Fehler beinhaltet.

Die Erfahrung zeigt, dass versehentliche Plagiate sehr selten sind. Wer aufmerksam und gründlich arbeitet muss sich eigentlich keine großen Sorgen machen. Falls doch einmal etwas „durchrutschen“ sollte, wird das von der Plagiatssoftware erkannt. Ganz davon abgesehen ist es in den meisten Fällen, auch im Nachhinein, sehr gut ersichtlich, ob es sich um einen Flüchtigkeitsfehler oder um ein echtes Plagiat handelt.

9. Ich habe eine Schreibblockade, was kann ich tun?

Eine gewisse Angst vor der leeren Seite ist etwas ganz normales! Eine Hausarbeit ist erst einmal nichts anderes, als eine Klausur – eine Prüfungsleistung!

Wir haben bereits in einem längeren Artikel Tipps und Strategien zusammengestellt, die dir dabei helfen können, deine Schreibangst oder Schreibblockade zu überwinden.

Falls du wirklich unter einer ausgeprägten Schreib- oder Prüfungsangst leidest, solltest du dich an deine Dozierenden und an die entsprechenden Beratungsstellen deiner Hochschule wenden. Die kennen diese, wirklich sehr verbreiteten, Probleme sehr gut und können dir wirklich helfen!

10. Wie finde ein eigenes Thema für meine Hausarbeit?

Wer kein Thema vorgeben bekommt, hat es immer ein wenig schwerer. Ein guter Weg ein Thema zu finden ist zum Beispiel die Thema-Fragen-Thesen-Methode, die verschiedene Zugänge zur Themenfindung möglich macht.

Man sollte aber auch niemals unterschätzen, wie hilfreich es sein kann, mit anderen Studierenden zu sprechen. Sehr oft ergeben sich Themen und Fragestellungen aus Gesprächen und gemeinsamen Überlegungen. Nicht selten sind schon wirklich gute Ideen Abends bei einem oder fünf Bier entstanden!

Wer wirklich keinen Zugang findet, sollte sich frühzeitig bei den Dozierenden melden. Es macht keinen Sinn, wochenlang an einem Thema zu tüfteln und nicht weiterzukommen.

So, jetzt aber lange genug recherchiert, wie man Hausarbeiten schreiben sollte! Ran an die Arbeit, so ein Text schreibt sich nicht von selbst!

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