Abi-Vorbereitung, Lernmethoden, Fürs Abi lernen

Die Abi-Prüfungen stehen vor der Tür und damit das Ende eurer 12- oder 13-jährigen Schulzeit. Da möchte man natürlich auch gute Leistungen abliefern und das Ganze auf einem Hoch beenden. Aber wie lernt man eigentlich am besten fürs Abi? Gibt es dafür spezifische Lernmethoden?

Hierbei kommt es immer darauf an, wofür man lernt, wie viel Zeit man hat und wie man persönlich am besten lernen kann. Nehmt ihr im Unterricht viel mit und müsst dann kaum noch für die Klassenarbeiten lernen? Oder habt ihr das Gefühl, ihr vertrödelt dort nur eure Zeit und kommt viel besser voran, wenn ihr Texte lest und euch Schaubilder oder ähnliches erstellt? Schaut doch mal bei unseren Lerntypen vorbei – als kleine Unterstützung zur Einordnung.

1. Nicht trödeln – Organisation ist gefragt!

Wenn ihr euch auf eine wichtige Prüfung, wie das Abitur vorbereitet, solltet ihr nicht herumtrödeln. Zu früh anfangen kann man eigentlich nicht, und auch ein guter Lernplan schadet nicht. Dabei müsst ihr natürlich nicht jedes noch so kleine Detail durchorganisieren, aber ein grober Lernplan kann dabei helfen, den Überblick nicht zu verlieren. Teilt den Stoff in größere Themenabschnitte ein und setzt euch Deadlines, um diese zeitig fertig zu kriegen. Wenn ihr normalerweise auf viele To-Do-Listen und Pläne großen Wert legt, arbeitet ihr mit einem detaillierteren Plan vielleicht besser. Es gibt hier eigentlich kein Richtig oder Falsch. Macht einfach das, was zu euch am besten passt! Hauptsache, ihr könnt den Plan auch wirklich einhalten. Denn nichts ist frustrierender, als viel Zeit damit zu verbringen, einen elaborierten Lernplan zu konstruieren, nur um dann alles darin zu ignorieren und aufzugeben. Setzt euch also realistische Ziele.

2. Motivation muss her

Einigen fällt es immer besonders schwer, sich für Prüfungen zu motivieren. Fürs Abi lernen gehört eben einfach nicht zu den Lieblingsaufgaben. Man sieht einfach keinen Sinn darin, sich stunden- und tagelang an den Schreibtisch zu setzen und den Stoff immer und immer wieder durchzukauen. Wozu eigentlich das Ganze? Für dieses eine blöde Zeugnis, das dann über die eigene Zukunft entscheiden soll?

Natürlich ist das Abi für den weiteren Bildungs- und Berufsweg sehr wichtig. Der Schnitt entscheidet in der Regel darüber, was man studieren kann, welche Ausbildung man machen kann oder in welchen Beruf man einsteigen kann. Und natürlich ist nicht nur der Schnitt wichtig, sondern ob man es überhaupt geschafft hat!

Aber nicht nur das sollte euch dazu motivieren, fürs Abi lernen zu wollen – sondern auch die Inhalte selbst. Englisch bereitet einen nicht nur auf die Zukunft vor, schließlich lernt man hier sogar eine ganz neue Sprache! Deutsch sollte euch bei den Prüfungen, Essays und Hausarbeiten später an der Uni weiterhelfen – aber nicht nur dort! Sich gut ausdrücken zu können schadet wirklich nie. Und auch bei Mathe (wo es vielen so vorkommt, als wäre das Ganze sowieso komplett sinnlos) trainiert man nicht nur sein Gehirn und lernt, logisch zu denken – in vielen Studiengängen braucht man es später mal. Im MINT-Bereich ist das ja ganz klar, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie oder gar der Soziologie und Politikwissenschaft kommt man um etwas Mathe nicht herum. Da ist es natürlich gut, wenn man sich in der Schule nochmal so richtig reingehängt hat.

Wer sich einfach gar nicht motivieren kann, kann ja mal hier für ein paar Motivationstipps vorbeischauen.

3. Das richtige Lernumfeld schaffen

Wenn der Arbeitsplatz von zahlreichem Krimskrams umgeben ist, ist es beinahe unmöglich sich auf etwas zu konzentrieren. Wie soll man denn auch im Chaos fürs Abi lernen können?

Ihr solltet daher immer rechtzeitig euren Arbeitsbereich aufräumen und organisieren. Vor allem wenn man eigentlich gar keine Lust aufs Lernen hat, lenkt einen alles, aber auch wirklich alles permanent ab. Daher solltet ihr euren Arbeitsplatz möglichst minimalistisch belassen und wirklich nur das Nötigste dort unterbringen. Auch solltet ihr Technik nur sparsam einsetzen. Klar, manchmal ist das Internet echt hilfreich, aber oft bleibt man dann auf Seiten hängen, die eigentlich gar nichts mehr mit dem Thema zu tun haben. Wenn ihr also mit der Recherche oder dem Nachschlagen fertig seid – Computer weg! Auch das Handy hat auf dem Schreibtisch eigentlich nichts verloren…

Wir haben euch mal ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr euren perfekten Arbeitsbereich konstruieren könnt.

4. Zusammenfassungen schreiben

Das A und O einer jeden Lernphase sind Zusammenfassungen. So simpel es sein mag, so effektiv ist es auch. Vorgefertigte Zusammenfassungen aus dem Internet oder von Freunden können einen beim Lernen unterstützen, noch besser ist es allerdings, sie selbst zu schreiben. Dabei muss man nämlich den Stoff komprimieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren. In einer guten Zusammenfassung sollten Schlüsselbegriffe und zentrale Themen zu finden sein – jedoch nicht allzu viele Zitate. Manchmal benutzt man Zitate aus Faulheit oder weil man es nicht versteht. Manche bringen gerne möglichst viele Zitate im Text unter, weil man meint, dass man es selbst einfach nicht besser ausdrücken kann. Allerdings soll eine Zusammenfassung kein literarisches Meisterwerk sein, sondern zum Denken anregen. Also: Lasst die Zitate weg und schreibt alles in eigenen Worten auf, so könnt ihr viel besser fürs Abi lernen.

5. Übungsaufgaben machen

Die Abi-Prüfungen sind nicht nur wichtig, sondern auch gänzlich ungewohnt. Normalerweise stellen die Lehrer die Aufgaben in den Klassenarbeiten – und diese Lehrer kennt man auch oft schon seit Jahren! Das Abi ist aber eine ganz andere Geschichte. Ihr wisst oft nicht, was auf euch zukommt und wie ihr das Ganze am besten angeht. Das macht das fürs Abi lernen nicht gerade einfacher.

Dabei können euch alte Abi-Aufgaben oder Übungsaufgaben weiterhelfen. Letzteres bekommt ihr oft von euren Lehrern gestellt, aber auch im Internet gibt es zahlreiche Übungsaufgaben. Wichtig ist hierbei, genug Aufgaben zu machen, damit ihr euch an die Aufgabenart gewöhnt und in den Prüfungen selbst keine Überraschungen erleben müsst. Bei mündlichen Prüfungen sieht das Ganze natürlich anders aus, da gibt’s keine Übungsaufgaben per se. Wir haben euch 5 Tipps für mündliche Prüfungen zusammengestellt, mit denen ihr auch das problemlos meistern könnt.

6. Lerngruppen bilden

Die einen hassen es, die anderen lieben es: Gruppenarbeit. Aber um einige Skeptiker vorab zu beruhigen: Lerngruppen sind nicht das Gleiche, wie Gruppenarbeiten. In Lerngruppen schließt man sich freiwillig zusammen, um gemeinsam – und so effizienter – ans Ziel zu kommen. Währenddessen sind Gruppenarbeiten normalerweise erzwungen und laufen oftmals darauf hinaus, dass einer die ganze Arbeit erledigt – der Rest der Gruppe darf dann am Ende bloß noch seine Namen unter das Ganze schreiben. Das Ziel einer Lerngruppe ist jedoch der Prozess selbst: nämlich das Lernen. Und dabei kann euch Teamwork wirklich gut weiterhelfen. Wie?

Beim Lernen machen wir normalerweise vom semantischen Gedächtnis Gebrauch, wo wir Wissen speichern. Das episodische Gedächtnis auf der anderen Seite merkt sich Ereignisse und Eindrücke. Beim traditionellen Lernen sammelt man jedoch normalerweise nur Wissen und keine “unvergesslichen Eindrücke”. Lernt man allerdings mit anderen zusammen, sieht das Ganze schnell mal ganz anders aus. Vielleicht erklärt jemand etwas auf eine sehr lustige Art und Weise oder etwas komplett Unerwartetes aber auch Unvergessliches passiert – so vergisst man auch den ganzen Stoff fürs Abi nicht so schnell wieder, weil es mit Erfahrungen verbunden ist und nicht bloß stumpfem Auswendiglernen.

Aber Lerngruppen haben auch noch andere Vorteile: Man muss alles in eigene Wort packen, wenn man mit anderen über ein bestimmtes Thema diskutiert. Dabei merkt man, ob man das Thema wirklich verstanden hat, oder ob man nur denkt, dass dem so ist. Auch können Lernpartner helfen, wenn man das Gefühl hat, dass man total auf dem Schlauch steht und einfach nicht weiterkommt. Kaum bespricht man es mit jemand anderem, merkt man, wie einfach das Ganze eigentlich ist.

7. Auszeiten nicht vergessen!

Bei großen Prüfungen ist scheinbar endloses Lernen angesagt – dabei solltet ihr aber auch die Pausen nicht vergessen! Das Gehirn kann nur eine begrenzte Menge an Informationen aufnehmen, deshalb bedeutet mehr Lernzeit nicht unbedingt, dass man auch wirklich mehr lernt. Deshalb ist es wichtig, dass ihr nicht nur genug lernt, sondern auch regelmäßige Pausen einlegt. Wann, wie oft und wie lange diese Pausen sein sollten, könnt ihr selbst ganz frei entscheiden. Um konzentriert fürs Abi lernen zu können eignet es sich beispielsweise, 25 Minuten zu lernen und dann eine 5-Minuten-Pause einzulegen. In dieser Pause solltet ihr aber auf keinen Fall am Schreibtisch sitzen bleiben, sondern euch bewegen, euch was zu trinken holen, und und und. Hauptsache ihr bleibt nicht in diesem “Lernmodus”. Für weniger anspruchsvolle Dinge kann man auch 50 Minuten lernen und dann 10 Minuten Pause machen – findet einfach euren Rhythmus. Wofür ihr euch auch entscheidet, vergesst nicht, nach mehreren Lernzyklen auch mal eine längere Pause einzulegen. Auch ausreichend Schlaf ist wichtig, um alle neuen Informationen zu verarbeiten.

8. Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Die meisten machen es ohnehin schon für jede Klassenarbeit, andere brauchen einen etwa größeren Anstoß, um sich die gleichen Dinge wieder und wieder anzugucken. Ohne Wiederholungen kann man sich nur sehr wenig merken – vor allem nicht für eine Prüfung. Dabei muss Wiederholen nicht unbedingt eintönig sein – ganz im Gegenteil! Man kann fürs Abi lernen viel besser (und mehr!) lernen, wenn man zwischen verschiedenen Lernmethoden abwechselt und nicht nur stumpf den gleichen Text wieder und wieder abschreibt. Auch beim Wiederholen sollte man sich auf aktives Lernen fokussieren und immer wieder Inhalte hinterfragen und z.B. zwischen auditiven und visuellen Lernmethoden abwechseln. Um das Gelernte gut zu strukturieren sind Mind-Maps eine tolle Option. Aber auch Karteikarten und Lerngruppen sind hierbei sehr hilfreich. Schaut doch mal bei unseren Lernmethoden vorbei, vielleicht spricht euch ja etwas ganz besonders an.

9. Tests

Egal auf welche Prüfung ihr euch vorbereitet: es ist immer wichtig sich zu überprüfen und zu testen! Vor allem Menschen mit Prüfungsangst müssen umso mehr Zeit darin investieren, nicht unbedingt den Stoff selbst zu können (das ist natürlich immer ein Muss), sondern sich auf die Prüfungssituation selbst vorzubereiten. Man kann den Inhalt noch zu gut verstehen und alle Übungsaufgaben meistern – wenn man sich von der Prüfungssituation überwältigt fühlt und nichts zu Papier bringen kann, bringt das leider alles nichts. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig in eine Prüfungssituation zu versetzen. Dazu am besten den Tisch frei räumen (genauso, wie es bei der Abi-Prüfung selbst aussehen muss) und eine Stoppuhr stellen, um den Zeitdruck zu simulieren. Für diese Tests bearbeitet ihr am besten alte Abi-Aufgaben oder Übungsaufgaben, die so ähnlich im Abi drankommen könnten. Wenn ihr das alles regelmäßig macht, wird es zur Gewohnheit und die Abi-Prüfung kommt nicht wie ein Schock auf euch zu!

10. Ruhig bleiben!

Wenn man vor dem Abi steht, wirkt es, wie die wichtigste Prüfung eures Lebens. Je mehr man sich jedoch da hineinsteigert, desto mehr sabotiert man sich eigentlich nur selbst. Die meisten Abi-Prüfungen ähneln eigentlich einer langen Klausur und zählen auch bei weitem nicht 100% eurer Abschlussnote. Wenn man sich das immer wieder bewusst macht, sollte da eigentlich nichts mehr schiefgehen. Wer mit Prüfungsangst zu kämpfen hat, sollte sich auf jeden Fall immer wieder testen (siehe Punkt 9), um sich so von der Angst vor Prüfungssituationen zu befreien. Wenn es allerdings ganz schlimm ist, kann man auch zum Arzt und eine Therapie machen – manchmal braucht es eben professionelle Hilfe, daran ist auch wirklich nichts auszusetzen. Viele machen sich auch große Sorgen vor der mündlichen Prüfung. Hier könnte es helfen, den Vortrag nicht nur alleine zu üben, sondern auch Freunde und Familie um Unterstützung zu bitten. Die können einem dann ja auch diese fiesen Nachfragen stellen, damit einen das am Tag der Prüfung nicht sofort überrumpelt. Aus Erfahrung lässt sich sagen: Diese Fragen sind eigentlich gar nicht schlimm, aber wenn man sich nicht vorbereitet fühlt, kommt’s wie ein Schlag ins Gesicht! Also? Üben, üben, üben und viel fürs Abi lernen!

Geheimtipp

Ihr habt immer noch richtig Angst vor den Prüfungen und wisst nicht, wie ihr am besten fürs Abi lernen und das alles alleine schaffen könnt? Müsst ihr auch gar nicht! Bei Studybees gibt es Nachhilfe und Crashkurse speziell für die Abi-Vorbereitung. Wir haben außerdem einige alten Abi-Aufgaben, die ihr auch zum selbstständigen Lernen benutzen könnt. In diesem Sinne wünschen wir euch viel Erfolg und ruhige Nerven für die anstehenden Prüfungen!