Fünf Tipps für besseres Üben

Fünf Tipps für besseres Üben

Wir wollen das zwar nicht hören, aber ohne Üben ist kein (nachhaltiger) Lernerfolg zu haben. Ganz vereinfacht gesagt, gibt es zwei, sich gegenseitig abwechselnde, Lernphasen: die Aneignung von Wissen und die Übertragung und Anwendung dieses Wissens. Genau dieser zweite Schritt – das Üben – wird aber häufig gerne ausgelassen. Wir setzen uns vor das Buch, das Skript, oder den Foliensatz und wiederholen den Stoff so lange, bis wir das Gefühl haben, ausreichend vorbereitet zu sein. Eigentlich müssten wir jetzt, damit sich das Ganze auch verfestigt, etwas mit dem neu erlangten Wissen tun. Das ist aber anstrengend und birgt die Gefahr, zu merken, dass man vielleicht doch nicht alles verstanden hat.

Trotzdem dürfen wir das Üben nicht auslassen, denn erst durch die Übung wird das Wissen zu anwendbarem Wissen, welches wir, zum Beispiel in einer Klausur, auf neue Probleme werfen können. Ganz davon abgesehen hilft uns das Üben auch dabei, Prozesse zu „automatisieren“ (ein bisschen wie beim Autofahren) und das Wissen tiefer und länger im Gehirn zu behalten.


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Fünf Tipps, die dir beim Üben helfen!

1. Zielgerichtet üben

Wenn du mit dem Üben beginnst, sollten deine Übungen zielgerichtet sein. Du musst dir überlegen, zum welchem Zweck du übst und welche Übungen dafür am besten geeignet sind. Wenn du zum Beispiel für eine Multiple-Choice-Klausur lernst, macht es wenig Sinn, schreiben zu üben. Wenn du aber in der Klausur ein Essay schreiben musst, solltest du auf jeden Fall ein paar Trainings-Essays schreiben um in diesen Modus zu kommen. Wenn es dir „nur“ darum geht, etwas auswendig zu lernen, musst du anders üben, als wenn du langfristig Wissen aufbauen möchtest. Du übst nicht des Übens wegen, sondern um in einer bestimmten Situation besser, schneller und selbstbewusster dein Wissen anzuwenden.

2. Realistisch üben

Beim realistischen Üben geht es um zwei Dinge: realistische Aufgaben und ein realistisches Szenario.

Wenn du übst, sollten deine Übungsaufgaben möglichst nah an dem sein, was du später machen möchtest oder musst. Zu einfache Aufgaben fühlen sich zwar gut an, fordern dich aber nicht genügend. Zu schwere Aufgaben können frustrieren und führe dazu, dass du die Motivation verlierst. Versuche daher möglichst realistische Aufgaben zu finden und steigere den Schwierigkeitsgrad von Zeit zu Zeit.

Die Lernforschung hat außerdem gezeigt, dass man besonders gut lernt, wenn man sich selbst testet. Du solltest also beim Üben eine möglichst „echte“ Testsituation herstellen und dich zum Beispiel unter Zeitdruck setzen. Durch dieses Testen lernst du die Situation kennen und entdeckst deine Stärken und Schwächen.

3. Abwechslungsreich üben

“Stupides“ Wiederholen von Aufgabentypen gehört zum Lernen und Üben dazu. Nichtsdestotrotz solltest du versuchen, abwechslungsreiche Übungen zu finden, die dich langfristig motivieren. Idealerweise übst du auch auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden und wechselst ab und zu den Aufgabentyp. Das ist nicht nur spannender, sondern zwingt dein Gehirn auch dazu, sich mehr anzustrengen. Je flexibler du dein Wissen anwenden kannst, desto einfacher wirst du es später haben. Wer abwechslungsreich geübt hat, muss außerdem viel weniger Angst vor unbekannten Aufgabentypen habe.

4. Üben durch „Trial and Error“

Im „echten Leben“ lernen wir ganz oft durch ausprobieren: Als du ein Baby warst, hast auch nicht zuerst ein Skript über das Laufen gelesen, bevor du deine ersten Gehversuche gemacht hast. Wenngleich dieses Beispiel natürlich ein wenig hinkt wenn es um höhere Mathematik oder komplexe Theorien geht, kann es doch lohnenswert sein, sich manchmal einfach in ein Problem zu stürzen. Such dir eine Aufgabe und versuche sie zu lösen – wenn du nicht weiter kommst, such dir die Informationen, die du in diesem Moment brauchst. Wenn du Fehler machst, nutze diese um die Aufgabe besser zu verstehen. Dein Gehirn ist dafür gebaut, Dinge während des Machens zu verstehen und zu lernen!

5. Nicht nur Üben, sondern auch Vertiefen

Im Prinzip kann man unendlich lange Üben, ohne das eigene Wisse wirklich zu vertiefen. Machen wir wieder ein etwas blödes Beispiel: Du lernst Autofahren und übst über Tage hinweg das geradeausfahren. Am Ende hast du sehr viel geübt, kannst aber trotzdem noch nicht um eine Kurve fahren. Während du lernst und übst, solltest du versuchen, immer tiefer ins Thema einzudringen und dein mentales Wissensnetzwerk weiter aufzubauen. Oftmals lohnt es sich auch, für ein paar Minuten Dinge vom „geplanten“ Lernpfad abzuweichen und den Fragen zu folgen, die während des Übens aufgekommen sind. Je tiefer und breiter du dein Wissen vernetzen, also mit bestehendem Wissen verknüpfen, kannst, desto einfacher wird es, dieses Wissen abzurufen.

Wir empfehlen dir, natürlich, auch einen Blick auf Studybees Plus zu haben. Als Abonnent bekommst du nicht nur richtig gutes Lernmaterial (Phase 1) sondern auch interaktive Übungen (Phase 2), mit denen du das neue Wissen sinnvoll und interessant verfestigen kannst.

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