Freemover: Die Alternative zu Erasmus

Freemover

Den Großteil der Studierenden zieht es inzwischen während ihres Studiums ins Ausland. Egal ob persönliche Weiterentwicklung, gute Chancen bei Bewerbungen oder Verbesserung der Sprachkenntnisse – es gibt viele Gründe, weshalb sich ein Aufenthalt im Ausland für Studenten lohnt. Während viele ganz klassisch über Erasmus ihren Weg ins Ausland organisieren, gibt es auch eine tolle Option für freimütigere Studenten. Als Freemover werden Studierenden viel mehr Freiheiten und Wahlmöglichkeiten für den Auslandsaufenthalt geboten. Doch wer auf diese Weise die Welt erkunden möchte, hat einen langen Weg der Vorbereitung auf sich. Daher lohnt es sich zu wissen, was genau auf euch zukommt, wenn ihr euch dafür entscheidet. Alles nützliche, das ihr zu dem Thema Freemover wissen solltet, erfahrt ihr deshalb hier bei uns!

Was ist ein Freemover?

Freemover haben die Möglichkeit, auch ohne Erasmus einen Teil ihres Studiums im Ausland zu verbringen. Das Austauschprogramm bietet an vielen Hochschulen nur einer bestimmten Anzahl von Studenten Platz. Daher lohnt sich ein Freemover-Aufenthalt für alle, die keinen Platz darin bekommen haben. Auch Studenten, deren Uni nicht die gewünschte Hochschule oder gar das gewünschte Gastland im Rahmen von Erasmus anbietet, sollten eine Freemover-Karriere in Erwägung ziehen. Dafür müsst ihr zwar euren Aufenthalt selbst organisieren, seid jedoch ungebundener als das mit Erasmus der Fall ist. So dürft ihr als Freemover euren Auslandsaufenthalt ganz nach eurem eigenen Geschmack und persönlichen Vorstellungen gestalten.

Vor- und Nachteile eines Freemover-Aufenthalts

Die Freiheit, die das Freemover-Dasein bietet, zeigt sich vor allem in den fehlenden Rahmenbedingungen eures Aufenthalts. So könnt ihr dessen Länge, sowie Gastland und –hochschule frei wählen. Eure individuellen Wünsche stehen hierbei an erster Stelle – anders als bei einem Erasmus-Austausch. Dabei ist die Auswahl an Universitäten im Ausland, die mit eurer deutschen Hochschule kooperieren, oft begrenzt. So kann es sein, dass ihr durch Erasmus mit einer Zweit- oder gar Drittwahl vorlieb nehmen müsst. Das vermiest den Traum vom perfekten Auslandserlebnis natürlich erst einmal.


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Trotzdem bringt ein Freemover-Aufenthalt auch ein paar Nachteile mit sich. So müsst ihr den gesamten Aufenthalt selbst organisieren. Ihr bewerbt euch selbstständig an der gewünschten Hochschule im Ausland und müsst euch eigenständig um Hin- und Rückreise, sowie eure Unterkunft im Gastland kümmern. Daher bringt das Reisen als Freemover gerade im Vorhinein einen hohen zeitlichen und organisatorischen Aufwand mit sich. Diesen habt ihr über Erasmus nicht, dort erfolgt die Organisation meist ohne große Probleme. Auch sind die Anforderungen der Hochschulen für normale Bewerber, zu denen ihr als Freemover gehört, meist höher als bei Austauschprogrammen. Oft müsst ihr zahlreiche Unterlagen, von Noten bis zu formalen Sprachnachweisen, einreichen und euch dabei an strenge Fristen halten. Dadurch kann die Vorbereitung auf euren Freemover-Aufenthalt durchaus stressig werden.

Ein weiterer Nachteil, dem man vor der Bewerbung definitiv Bedenkzeit widmen sollte, ist, dass ihr als Freemover meistens die Studiengebühren der jeweiligen Länder zahlen müsst. Dies ist bei dem traditionellen Austauschprogramm der Hochschulen normalerweise nicht der Fall, da diese einen Austausch an Studenten miteinander vereinbaren.

Obwohl das alles aufwendig klingt, gibt es auch für Freemover Beratungsstellen, die bei der Auswahl des Landes und der Uni für den Aufenthalt helfend zur Seite stehen können. Schaut doch mal auf der Seite des IEC oder College Contact vorbei, wenn ihr näheres dazu wissen möchtet.

Förderungsmöglichkeiten

Auch wenn eine Erasmus-Förderung für Freemover nicht verfügbar ist, gibt es Wege, während eures Freemover-Aufenthalts finanzielle Unterstützung zu bekommen. So könnt ihr beispielsweise Auslands-BAföG beantragen. Der Vorteil dabei ist, dass diese Art von BAföG auch für Studenten erhältlich ist, die für ihr normales Studium im Inland nicht für die Finanzierungshilfe in Frage kommen. Um Auslands-BAföG zu erhalten, gibt es jedoch einige offizielle Vorgaben. Eine dieser Vorgaben besagt, dass euer Auslandsaufenthalt eine Mindestdauer von einem Semester haben sollte. Erfüllt ihr alle nötigen Vorgaben und ist euer Antrag erfolgreich, könnt ihr euch über finanzielle Unterstützung bei der Zahlung der Studiengebühren, Reise- und Lebenshaltungskosten freuen.

Alternativ könnt ihr euch auch für ein Promos-Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) bewerben. Um dieses Stipendium zu erhalten, muss eure Heimat-Hochschule allerdings vom DAAD gefördert werden. Glücklicherweise ist das bei rund 300 deutschen Hochschulen momentan der Fall. Ein Promos-Stipendium bietet eine finanzielle Unterstützung von 300 Euro im Monat. Die Bewerbung für dieses Stipendium erfolgt über das International Office eurer jeweiligen Hochschule. Daher kann auch das Auswahlverfahren für die Vergabe des Stipendiums unterschiedlich ablaufen.

Wer für keine dieser Finanzierungshilfen in Frage kommt, kann sich auch durch einen Bildungskredit die finanzielle Situation erleichtern. Dieser wird unabhängig vom Einkommen der Eltern vergeben und bietet Studierenden so die Möglichkeit, ihren Auslandsaufenthalt selbst zu finanzieren. Freemover können von diesem Kredit besonders profitieren, da die Gesamtsumme des Bildungskredits auch auf einmal ausgezahlt werden kann. Das hilft zum Beispiel beim Zahlen der Studiengebühren, die meist vor Beginn des Semesters fällig sind.

Bekommt ihr die als Freemover belegten Kurse auch anerkannt?

Generell lohnt es sich, schon vor eurem Auslandsaufenthalt mit eurer heimatlichen Fakultät abzuklären, welche Kurse ihr an eurer Gast-Uni belegt und ob diese für euer Studium angerechnet werden können. Dabei legt ihr in einem Learning Agreement eure Kurswahl fest. Durch die Unterschrift des Studiengangleiters oder Fachbereichs erhaltet ihr dann die schriftliche Zusage, dass die gewählten Kurse an eurer Hochschule zu Hause tatsächlich anerkannt werden.

Fazit

Wer keinen Platz im Erasmus-Programm der Hochschule bekommen hat, oder wem dieses schlichtweg zu wenig oder die falsche Auswahl an Gast Universitäten für ein Auslandsemester bietet, dem kann ein Freemover-Aufenthalt eine optimale Alternative bieten. Durch die größere Entscheidungsfreiheit, die euch dadurch für euren gesamten Auslandsaufenthalt geboten wird, hat das Freemover Programm einige Vorteile gegenüber des klassischen Erasmus Austauschs. Durch die ebenfalls größere Organisationspflicht des jeweiligen Studenten ist diese Art, ins Ausland zu gehen, jedoch eher für sehr selbstständige und planungsfreudige Studierende geeignet. Vorteile im Bewerbungsprozess habt ihr gegenüber Erasmus Teilnehmern jedoch nicht. Zwar zeugt das eigenständige Organisieren von großem Arbeitswillen und Durchhaltevermögen, jedoch kommt es generell darauf an, welche Leistungen ihr während eurer Zeit im Ausland erbracht habt. Eine tolle Erfahrung ist das Reisen als Freemover dennoch – gerade wer sich seinen Auslandsaufenthalt an einer bestimmten Uni im Ausland gewünscht hat, kann sich hiermit einen Traum erfüllen.

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