Suche nach dem passenden Studentenjob

Dein Blick in den Geldbeutel sagt schon wieder nichts – nichts im Sinne von gähnender Leere? Dann ist es an der Zeit, dass du dir endlich einen Nebenjob* suchst! Das ist jedoch gar nicht so einfach wie es aussieht. Worauf du achten musst, damit dein Einkommen am Ende nicht in deine eigene Krankenversicherung fließt, weil du versehentlich aus der Familienversicherung geflogen bist, oder dir gar das Kindergeld oder BAföG gestrichen wird, verraten wir dir im Folgenden. Hier findest du den passenden Studentenjob!

Nebenjob und Studium – ist das vereinbar?

Ich weiß, als Student hat man das anstrengendste Leben auf der Welt und überhaupt keine Zeit für nichts, außer lernen. Und Party. Und Ausschlafen. Also da bleibt wirklich gar keine Zeit mehr für einen Nebenjob!

Und wenn man sich dann doch motiviert, sich einen Nebenjob* zu suchen, gibt es so viele Stolpersteine zu überwinden zwecks Kindergeld, BAföG und eigener Krankenversicherung, dass man den ganzen Stress am liebsten mit einem Drink in der Lieblingsbar hinunterspülen möchte.

Aber nicht den Mut verlieren: Dieser Artikel hilft dir über die größten Hürden hinweg, sodass dein hart verdientes Geld am Ende auch in deiner eigenen Tasche landet!

Deine Krankenversicherung und weitere Stolpersteine

Die im Folgenden aufgelisteten Studentenjobs gelten als sozialversicherungsfrei. Dieser Begriff ist irreführend, denn er  bedeutet lediglich, dass du dich nicht über diesen Job versichern musst. In Deutschland herrscht allgemein Versicherungspflicht, dass heißt du musst sicherstellen, dass du anderweitig versichert bist! Als Student bietet es sich an, eine studentische Krankenversicherung abzuschließen oder in der Familienversicherung der Eltern zu bleiben. Wie das abläuft, möchte ich kurz erklären.

In der Regel bist du nur bis zum Ende deiner Schulzeit bei deinen Eltern mitversichert. Sobald du mit dem Studium anfängst und deine Immatrikulationsbescheinigung vorweist, bleibt dieser Versicherungsschutz in der Regel bis zu deinem 25. Lebensjahr bestehen.

Des Weiteren hast du die Möglichkeit, dich als Student selbst zu versichern. Dies kostet in der Regel ca. 80€ pro Monat und ist während deines Studiums bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres oder dem Abschluss des 14. Fachsemesters eines Studienganges möglich.

Um diese Privilegien jedoch während deines gesamten Studiums nutzen zu können, musst du insbesondere bei der Wahl eines passenden Studentenjobs einiges beachten!

Die besten Beschäftigungsarten für Studenten

Die größten Gefahren für Studenten lauern bei der Sozialversicherungspflicht und beim Überschreiten von Einkommensgrenzen und somit möglichen negativen Auswirkungen auf das Kindergeld oder BAföG. Deshalb gibt es insbesondere drei Beschäftigungsarten die sich besonders gut als Studentenjobs eignen.

Geringfügig entlohnte Beschäftigungen (Minijobs)

Wenn du kontinuierlich während deines Studiums arbeiten möchtest, solltest du darauf achten, dass du mit deinem Studentenjob* nicht mehr als 450€ pro Monat verdienst und die Tätigkeit unter der Kategorie Minijobs läuft. Ansonsten gilt die Obergrenze von 415€ pro Monat (Stand 2016). Beachte auch, dass mögliche Zusatzzahlungen wie Weihnachtsgeld hier hinzu gerechnet werden!

Die Vorteile eines Minijobs sind, dass du so viele Stunden in der Woche arbeiten kannst wie du möchtest, ohne steuerpflichtig oder sozialversicherungspflichtig zu werden. Das heißt, du kannst weiterhin bei deinen Eltern in der Familienversicherung bleiben und sparst dir somit ungefähr 80€ pro Monat. Hast du dich als Student schon selbst versichern müssen, greift deine studentische Krankenversicherung auch hier!

Du musst lediglich einen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen, wenn du keinen Befreiungsantrag an den Arbeitgeber gerichtet hast. Der Eigenanteil, den du zur Rentenversicherung zahlen musst, liegt bei 3.7%. Das sind bei einem 450€ Job beispielsweise 16,65€. Hier empfiehlt es sich einen Befreiungsantrag zu stellen, dann bekommst du das volle Gehalt auch ausbezahlt.

Werkstudententätigkeit

Verdienst du mit deinem Studentenjob mehr als 450€*, dann musst du sicherstellen, dass dein Studium weiterhin im Vordergrund steht und du als ordentlich Studierender angesehen wirst. Deshalb darfst du nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten. Das ist das sogenannte Werkstudentenprivileg.

Ausnahmen gelten für die Arbeit am Wochenende oder in den Abend-/Nachtstunden. Wenn du also lieber die Getränke ausschenkst, als selbst dafür zu zahlen, kannst du abends ohne Probleme in einer Bar arbeiten. Das bringt dir sogar noch mehr Vorteile als nur dein Gehalt. Während deine Kommilitonen am nächsten Tag verkatert im Bett liegen, kannst du topfit in die Bibliothek gehen und lernen oder einfach den Tag genießen.

Erfüllst du die Bedingungen der Werkstudententätigkeit, greift deine Studentenkrankversicherung und du brauchst dich nicht zusätzlich zu versichern.

Bei der Familienversicherung sieht das leider anders aus. Um familienversichert zu bleiben, solltest du die Höchstgrenze von 450€ bzw. 415€ pro Monat nicht überschreiten.

Auch die Rentenversicherung tanzt hier aus der Reihe. Ab einem Verdienst von mehr als 850€ zahlt man 9,35% in die Rentenversicherung ein. Verdient man zwischen 450€ und 850€ befindet man sich in der sogenannten Gleitzone und zahlt einen verminderten Beitrag.

Arbeiten in den Semesterferien

Drei Monate im Sommer am Meer chillen, die Sonne genießen und den Stress des letzten Semesters vergessen. Das klingt verlockend?

Das einzige Problem ist, dass du dir diesen Urlaub erst noch verdienen musst, aber du während des Semesters keine Zeit für einen Studentenjob hattest? Dann sei beruhigt, denn das Arbeiten in den Semesterferien* ist glücklicherweise relativ unkompliziert!

Du musst in der Regel keine Beiträge zur Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung leisten, auch wenn du mehr als 20 Wochenstunden arbeitest.  Zudem darfst du so viel verdienen wie du möchtest.

Deine Studentenversicherung deckt diese Tätigkeit ab. Im Falle einer Familienversicherung lohnt es sich nachzufragen, wenn dein Gehalt die 450€ überschreitet.

Zusätzlich gibt es hier noch eine weitere Sache zu beachten. Die Beschäftigung muss von vorneherein auf maximal 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr oder drei Monate am Stück befristet sein. Das gilt allerdings nur noch bis 2018. Danach wird der Zeitraum auf 50 Tage und 2 Monate verkürzt. Also, nutze die nächsten 2 Jahre noch aus!

Und wie läuft das im Praktikum ab?

Inwiefern ein Praktikum* sozialversicherungsfrei ist, hängt maßgeblich von der Art deines Praktikums ab. Ein verpflichtendes Zwischenpraktikum (also ein in deiner Studienordnung vorgeschriebenes Praktikum) ist in der Regel, unabhängig vom Verdienst und der Arbeitszeit, sozialversicherungsfrei. Das bedeutet im Klartext, dass du weiter als Student versichert bleibst. Bei der Familienversicherung sollte dein Gehalt die 450€ Grenze jedoch nicht überschreiten. Aber um sicher zu gehen, ob deine  Familienversicherung ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum abdeckt, solltest du am besten deinen persönlichen Ansprechpartner kontaktieren!

Ein freiwilliges Praktikum ist nur dann sozialversicherungsfrei, wenn es auf Minijob-Basis läuft und du nicht mehr als 450€ im Monat verdienst beziehungsweise, ähnlich wie bei einer Werkstudententätig, die 20h – Regel nicht überschritten wird.

Wenn in deiner Studienordnung ein Vor- oder Nachpraktikum vorgeschrieben ist, bist du hingegen voll versicherungspflichtig, da du nicht immatrikuliert bist.

Weitere Informationen über die Rentenversicherungspflicht bietet die Deutsche Rentenversicherung. Bei Fragen bezüglich deiner Krankenversicherung hilft dir dein persönlicher Ansprechpartner der Krankenkasse weiter.

Wie viel darfst du als Student maximal verdienen?

Die Einkommenssteuer

Steuern sind ein kompliziertes Phänomen. Trotzdem lohnt es sich, regelmäßig einen Blick auf die Lohnabrechnung deines Studentenjobs zu werfen! Insbesondere wenn du mehr als 450€ verdienst. Wenn die Einkommenssteuer abgeführt wurde, kannst du dir diese mit deiner Einkommenssteuererklärung zurückholen.

Dafür darfst du am Ende des Jahres mit deinem verdienten Lohn den Grundfreibetrag von 8.652€ pro Jahr (Stand 2016) nicht überschreiten. Beachte jedoch die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000€. Diese wird automatisch vom Finanzamt abgezogen. Das ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn man mehr als den Grundfreibetrag verdient aber, nach Abzug der Werbungskostenpauschale, ein geringeres Einkommen als den Grundfreibetrag hat.

Augen auf beim BAföG

Du erhältst BAföG und möchtest zusätzlich deinen Geldbeutel mit einem Studentenjob etwas auffüllen?

Dann solltest du unbedingt beachten, dass die Freigrenze beim BAföG bei 4880€ jährlich liegt. Für einen Bewilligungszeitraum nach dem 01.08.2016 wird sie immerhin auf 5400€ erhöht. Verdienst du mehr, wird dein BAföG gekürzt.

Musst du während deines Studiums ein Praktikum absolvieren, gelten diese Freigrenzen leider nicht und dein Gehalt mindert dein ausgezahltes BAföG. Mehr Informationen und Rechenbeispiele findest du auf BAföG-Aktuell.

Das Kindergeld

Kommen wir zu einer guten Nachricht, welche dir die Suche nach einem Studentenjob erleichtert! Es gibt keine Einkommensgrenze beim Kindergeld mehr, sofern du nicht mehr als 20h pro Woche arbeitest oder einer geringfügigen Beschäftigung nachgehst.

Studierst du gerade im Bachelor und hast noch keine Berufsausbildung absolviert oder ein anderes Studium abgeschlossen, gelten nicht einmal diese zeitlichen Beschränkungen. Allerdings ist es von Vorteil sich trotzdem daran zu halten, wenn du weiterhin den Studentenstatus bei der Krankenkasse beibehalten möchtest.

Damit dir die Suche etwas leichter fällt, haben wir die besten Jobs in unserer Jobbörse für dich gesammelt.

Du möchtest mehr darüber erfahren, wie du deine Karriere vorantreibst? Dann verpass´nicht unseren Artikel zum Thema Netzwerken im Studium!