Wer jahrelang studiert hat, wünscht sich später nicht nur einen tollen Job, sondern auch ein gutes Gehalt. Schließlich soll die künftige Bezahlung auch die vielen Jahre ausgleichen, in denen der Berufseinsteiger im Hörsaal gesessen und noch kein Geld verdient hat. Die Höhe des Verdienstes hängt von vielen Faktoren ab, natürlich auch vom Abschluss, den du in deiner jeweiligen Studienrichtung erwirbst. Wenn du zum Beispiel einen Master gemacht hast, verdienst du normalerweise mehr als ein Bachelor-Absolvent. Eine Orientierungshilfe:

Fachhochschul-Abschluss, Bachelor, Master: Irgendwann ist die Studienzeit vorbei, und das Berufsleben startet. Eine aufregende Zeit, vieles ändert sich, und die Weichen werden neu gestellt. Das Studentenleben ist vorbei, und jetzt ist dein Wissen gefragt, das du dir in den zurückliegenden Jahren hart erarbeitet hast. Es ist außerdem ein tolles Gefühl, wenn du zum ersten Mal dein Gehalt auf dein Konto überwiesen bekommst. Generell, so lässt sich sagen, haben Uni- oder Hochschulabsolventen, die sogenannte MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) belegt haben, im Vorteil, weil auf sie später überdurchschnittlich hohe Gehälter warten. Geisteswissenschaftler haben es schwerer beim Berufseinstieg. Viele von ihnen sind Quereinsteiger, was sich auch negativ auf das Gehalt auswirkt. Wer Geisteswissenschaften studiert und promoviert, kann mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von etwa 33.300 Euro rechnen (brutto).

Master verdienen zu Beginn mehr als Bachelor

Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Master zu machen, wird die monatliche Summe höher ausfallen als bei einem Bachelor-Abschluss. Der Unterschied kann gut und gerne zwischen 5000 bis 6000 Euro pro Jahr brutto ausmachen. Als Agrarwissenschaftler*in verdienst du durchschnittlich zu Beginn deiner Karriere 36.000 Euro brutto im Jahr. Bist zu Master-Absolvent, verdienst du zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 3300 und knapp 3800 Euro brutto im Monat. Auch die Chancen, auf der Karriereleiter nach oben steigen zu können, sind mit dem Master-Abschluss besser.

Bachelor: Rund zwölf Prozent weniger Geld

Wenn es dir also um das Geld geht, solltest du den Master-Abschluss anpeilen. Durchschnittlich bekommst du als Berufseinsteiger nach einem Master-Studium jährlich rund 46700 Euro brutto ausgezahlt, bei einem Bachelor sind es rund 41300 Euro brutto, also rund zwölf Prozent weniger. Wenn du denkst, dass sich diese Differenz erledigt, weil du als Bachelor eher damit beginnst, eigenes Geld zu verdienen als ein Master, liegt du falsch: Den Gehaltsvorsprung durch einen früheren Berufsstart kannst du in der Regel nicht aufholen. Was auch daran liegt, dass sich die Unterschiede beim Gehalt mit der Zeit vergrößern. Wenn du mit einem Bachelor-Abschluss drei bis sechs Jahre lang im Job bist, bekommst du durchschnittlich rund 45000 Euro im Jahr; bist du ein Master-Absolvent, liegt dein Gehalt bei rund 52500 Euro jährlich. Das schafft ein Bachelor nicht, auch wenn er auf mehr als sechs Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann.

Beispiel BWL

Die unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten lassen sich am Einstiegsgehalt für BWL-Abgänger gut nachvollziehen. Wegen der Vielseitigkeit der Einsatzmöglichkeiten für Betriebswirte sowie anderer Faktoren wie Unternehmensstandort und Betriebsgröße gibt es, was die Verdienstmöglichkeiten angeht, in der Branche große Unterschiede. Normalerweise liegt das Einstiegsgehalt durchschnittlich zwischen 2500 und 4500 Euro brutto im Monat. Als Bachelor kommst du auf ein durchschnittliches Einkommen von etwa 39.307 Euro brutto im Jahr, hast du den Masterabschluss in der Tasche, kannst du brutto mit rund 46.448 Euro jährlich rechnen. Am besten verdienen frischgebackene Betriebswirtschaftler im Controlling und in der Unternehmensberatung mit Einstiegsgehältern von bis zu über 50000 Euro. Um einen Job in einer dieser Top-Branchen innerhalb der Wirtschaft zu ergattern, kann übrigens auch eine Spezialisierung hilfreich sein.

Fachhochschule: Höherer Verdienst möglich

Dabei ist es im Grunde ganz egal, ob du eine Fachhochschule besucht, oder an einer klassischen Universität studiert hast. Das war vorher anders. Mit dem Bologna-Prozess wurden die Abschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten vor einiger Zeit angeglichen. Seitdem haben so gut wie alle Unis und Hochschulen in Deutschland auf Master- und Bachelor-Abschlüsse umgestellt. Einige Studiengänge wie Medizin sind davon jedoch ausgeschlossen worden. Wurde vor der Umstellung auf Master- und Bachelorabschlüsse sehr wohl zwischen FH- und Universitätsabschluss unterschieden, sind die Abschlüsse nun gleichwertig. Es macht also keinen Unterschied, wo du studierst. Nach einer Studie verdienen Absolventen von Hochschulen sogar durchschnittlich mehr als Uni-Abgänger. Bei einer Vollzeitbeschäftigung verdienen FH-Abgänger rund 47700 Euro brutto im Jahr. Als Grund für diesen Unterschied wird die naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung der Fachhochschulen gesehen, Branchen also, die generell besser bezahlt werden. Allerdings gibt es hier große Unterschiede. Zum Vergleich: Sozialarbeiter mit Hochschulabschluss zum Beispiel verdienten im Jahr 2009 etwa 40300 Euro brutto im Jahr, Mediziner oder Mathematiker über 65000 Euro.

Hohe Einstiegsgehälter für Ingenieure

Wenn du noch nicht genau weißt, was du studieren möchtest, Geld für dich jedoch eine Rolle spielt, sind Geisteswissenschaften wahrscheinlich nichts für dich: Hier liegt das Gehalt pro Jahr mit rund 33.300 Euro eher niedrig.

Die höchsten Gehälter für Berufseinsteiger werden gezahlt, wenn du ein Masterstudium der Studienrichtung Ingenieurswissenschaften absolviert hast. In diesem Fall kannst du durchschnittlich mit einen Einstiegsgehalt von rund 46.400 Euro rechnen (brutto/Jahr). Auf Platz zwei landet die Studienrichtung Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften (Master) – hier verdienst du als Neuling brutto rund 42.300 Euro im Jahr. Hast du es eher mit den Rechtswissenschaften, verdienst du als frischgebackener Jurist etwa 42.700 Euro pro Jahr brutto. Und auch die Branchen haben einen großen Einfluss auf deine zukünftige finanzielle Situation. Master-Abschlüsse sorgen in folgenden Berufszweigen für hohe Einstiegsgehälter:

  • Banken und Finanzdienstleister, Versicherungen (47.000 Euro brutto pro Jahr)
  • Maschinenbau (rund 46.000 Euro brutto pro Jahr)
  • Automobilindustrie (rund 36.700 Euro pro Jahr)

Es sind natürlich auch noch weitere Faktoren, die die Höhe deines künftigen Gehalts beeinflussen. Einer davon ist der Standort deines späteren Unternehmens. In den südlichen Metropolen wird meist besser gezahlt. Die Bundesländer mit den höchsten Einstiegsgehältern sind Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Das hat den Grund, dass sich hier viele wirtschaftlich starke Metropolen befinden – rund um die Städte Frankfurt/Main, Stuttgart und natürlich München.