Ein Job mit Zukunft: Produktmanager im E-Commerce

Produktmanager sind gefragter denn je. Äußerst gute Berufschancen hast Du, wenn Du Dich auf den Online-Einrichtungsbereich spezialisierst. Denn hier gibt es nicht nur zahlreiche Wohnshops mit breit gefächertem Sortiment, sondern es existiert obendrein mittlerweile eine Vielzahl an besonderen Spezialshops – ob für Fensterdekoration, Möbel im Retro-Stil oder nachhaltiges Wohnen.

Als Produktmanager im E-Commerce positionierst Du Dich hier gleich in zweifacher Hinsicht in einer Branche mit enormem Zuwachs: Sowohl der Online-Handel boomt wie auch der Einrichtungssektor an sich. Allein bis zum Jahr 2022 rechnet das Statistik-Portal Statista mit einem weiter ansteigenden Umsatz von etwa 43,9 Milliarden.

Was macht ein Produktmanager genau?

Im Produktmanagement betreust Du ein Produkt von der Entwicklung bis zum Verkauf. Du überlegst Dir kreative Produktideen, arbeitest mit an der Umsetzung, machst Dir Gedanken über die Optik und ansprechende Verpackungen, gestaltest die Preise und kümmerst Dich darum, dass Deine Produktpalette über Werbung auch einem breiteren Publikum bekannt wird.

Wer benötigt mein Produkt und welche Bedingungen muss es erfüllen? Ein Beispiel aus dem Bereich Fensterdekoration

Bei der Produktentwicklung und -vermarktung sind für Unternehmen vor allem zwei Fragen von geradezu überlebenswichtiger Bedeutung: Gibt es überhaupt einen Bedarf dafür und für wen ist das Produkt eigentlich gedacht? Direkte Zielgruppenbefragungen sind dabei ein wichtiges Instrument, um darauf Antworten zu finden.

„Die Befragungen geben auch Auskunft darüber, welche Eigenschaften die Produkte haben sollten“, sagt Simone Ruhe. Sie ist Produktmanagerin bei Livoneo, einem spezialisierten Onlineshop für Fensterdekoration. So entscheidet beispielsweise schon eine bestimmte Farbe des Produkts darüber, ob ein Kunde letztlich kauft oder nicht. „Die meisten Kunden, die sich eine Fensterdekoration kaufen möchten, entscheiden sich für schlichte Farben, weil sie sich einfacher mit der Einrichtung kombinieren lassen“, erklärt Simone Ruhe. „Legt ein Produktverantwortlicher hier den Schwerpunkt auf quietschbunte, wild gemusterte Rollos oder Vorhänge, nur weil er die persönlich toll findet, setzt er definitiv auf das falsche Pferd“.

Und Fehlentscheidungen sind rasch mit finanziellen Verlusten für ein Unternehmen verbunden.

Weitere Aufgabenfelder des Produktmanagements

Auch die Beobachtung des Marktes und die Preiskalkulation gehört zu diesem Berufsfeld: Was bieten eigentlich andere Shops an und zu welchen Preisen werden dort Produkte verkauft? Neben diesen Wettbewerbsanalysen gehören zudem auch Produktpräsentationen auf Fachmessen sowie Mitarbeiter-Produktschulungen zu Deinem Tätigkeitsbereich.

Darüber hinaus befasst Du dich mit der Analyse von Problemen und deren Behebung, wenn sich zum Beispiel bestimmte Produkte überhaupt nicht gut verkaufen. Gründe für einen echten Ladenhüter, im Marketingjargon auch „Dead Dog“ genannt, gibt es viele. Vielleicht wurde zu wenig Werbung dafür gemacht oder der Kaufartikel ist in einem Webshop schwer zu finden, weil bestimmte Bedienfunktionen darin den Kunden in die Irre führen. Manchmal kann auch ein zu hoher Preis eine Rolle spielen oder das Produkt ist einfach „out“, weil es schlichtweg neue Trends bei der Einrichtung gibt.

Diese Eigenschaften solltest Du mitbringen

Neben einer persönlichen Leidenschaft für das jeweilige Produkt ist Kreativität, aber auch Organisationstalent gefragt. Da sich das Business zunehmend auf den E-Commerce konzentriert, ist außerdem eine ausgeprägte Internetaffinität unabdingbar. Darüber hinaus solltest Du ein echter Teamplayer sein. Denn in Deiner Funktion musst Du Absprachen mit vielen anderen Abteilungen aus Deinem Unternehmen treffen und beispielsweise auch verschiedene zeitliche Abläufe zwischen Produktion, IT- und Marketing-Abteilung und dem Vertrieb im Blick haben und koordinieren. Das bedeutet ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit sowie eine ausgewogene Balance zwischen Einfühlungsvermögen und Durchsetzungsfähigkeit. Der Job ist also nichts für Eigenbrötler.


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Typische Ausbildungswege ins Produktmanagement

Der ganz klassische Weg ist ein Projektmanagement-Studium. Besonders viele darauf zugeschnittene Unis gibt es allerdings nicht. Aus diesem Grund finden die meisten Produktmanager oft als Quereinsteiger ihren Weg in diesen Berufszweig, zum Beispiel über ein Studium in  Betriebswirtschaftslehre, Marketing, eine kaufmännische Ausbildung oder eine Vertriebstätigkeit.

Tipp: Exzellente Einstiegschancen haben abgeschlossene Studenten, die zum Beispiel über ein Praktikum erste Berufserfahrungen im Bereich Einrichtung gesammelt haben. Das kann beispielweise ein Möbelgeschäft, Raumausstatter oder ein auf Sonnenschutz spezialisierter Online-Shop sein. So kannst Du dann später bei der üblichen Bewerbungsfrage, warum Du Dich ausgerechnet für die Einrichtungsfirma XY beworben hast, Dein grundlegendes Interesse an der Branche gleich anhand eines Praktikumszeugnisses Schwarz auf Weiß belegen.

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