STUDIUM DIGITALE: E-LEARNING RICHTIG NUTZEN

E-Learning Angebote richtig nutzen

Die Digitalisierung macht auch vor dem Schul- und Hochschulalltag nicht Halt. Oftmals wird der Lernalltag durch die modernen Technologien erleichtert. Auch wenn wir vom „Roboterprofessor“ noch meilenweit entfernt sind, gibt es heute bereits eine unglaubliche Fülle an verschiedenen Angeboten, die den Lernalltag digital erweitern und ergänzen. Wir haben einen Blick darauf geworfen welche Möglichkeiten es gibt und zeigen, wie du sie sinnvoll einsetzen kannst.


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ELEKTRONISCH LERNEN, WAS IST DAS ÜBERHAUPT?

Unter dem Begriff E-Learning werden heute die verschiedensten Dinge zusammengefasst. Grundsätzlich zählen alle elektronisch unterstützten Lernformen dazu. Dabei werden unterschiedliche digitale Medien eingesetzt. Vermutlich hat heute jeder bereits einmal die eine oder andere Form davon selbst ausprobiert. Denn das Sprachlernprogramm am Computer oder ein Onlinekurs gehören hier genauso dazu wie etwa ein virtueller Karteikartenkasten oder im weitesten Sinne auch Video-Tutorials auf YouTube.

Vier Merkmale sind dabei charakteristisch für diese Art der Wissensvermittlung:

Interaktivität: Statt dem passiven Zuhören oder Zusehen kann der Lernende aktiv teilhaben oder eingreifen.

Multimedialität: Die Lerninhalte werden durch verschiedene Medien vermittelt, etwa über Video, Audiodateien oder auch E-Books.

Multimodalität: Die Inhalte sind dabei so aufbereitet, dass sie unterschiedliche Sinne ansprechen. Durch text-, bild- oder audiobasierte Formate können so unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden.

Multicodaliltät: Dieser Begriff bezeichnet die speziellen Möglichkeiten der digitalen Medien, wie die Vernetzung von Inhalten über Hyperlinks oder die Verwendung von virtuellen Animationen.

WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Grundsätzlich gibt es inzwischen sehr viele unterschiedliche Formate, die je nach Einsatzzweck passend eingesetzt werden können:

Web- und Computerbasierte Formen: Hierunter fallen Lernprogramme genauso wie verschiedene Online-Kurse, die auch unter dem Begriff Web Based Training bekannt sind.

Videokonferenzen und Teleteaching: Ortsunabhängig können hier Vorlesungen virtuell besucht werden. Zudem ist eine Kommunikation mit dem Dozenten oder den anderen Teilnehmern möglich.

Digitale Lernspiele: Innovative Formen loten derzeit neue Möglichkeiten der didaktischen Aufbereitung aus. So können Inhalte auch multimedial wie ein Videospiel aufgebaut sein.

Viele Hochschulen haben heutzutage parallel zum regulären Studienangebot eine eigene Online-Lernplattform etabliert. Dort finden sich teilweise Mitschriften oder notwendiges Material zu den Vorlesungen oder auch zusätzliche Inhalte zum Vertiefen des Stoffes. Sie sind dabei so aufbereitet, dass sie im Selbststudium erschließen lassen. Oftmals sind auch Videoaufzeichnungen der einzelnen Vorlesungen oder Seminare darunter.

Wer an einer Fernuniversität studiert, lernt hier noch ganz andere Möglichkeiten kennen. Von zuhause aus kann dann etwa auch live an einer Vorlesung per Videokonferenz teilgenommen werden. Dann ist es auch möglich, dem Dozenten Rückfragen zu stellen, oder sich selbst aktiv am Geschehen zu beteiligen.

WOFÜR KANNST DU E-LEARNING SONST NOCH NUTZEN?

Darüber hinaus kann aber auch über das eigentliche Studium hinaus von den digitalen Lernangeboten profitiert werden. Das Internet bietet die Möglichkeit, sich hier auch in ganz andere Richtungen weiterzubilden.

So können beispielsweise gezielt Wissenslücken geschlossen werden, wenn in einem bestimmten Bereich noch Defizite bestehen. Durch die große Bandbreite an Angeboten kann sich jeder genau das aussuchen, was individuell erforderlich ist.

Du schaffst es nicht, zu den festgelegten Zeiten an einem Sprachkurs teilzunehmen? Gerade in diesem Bereich gibt es vielfältige digitale Angebote. Du möchtest dir Kenntnisse zu einer fachspezifischen Software aneignen? Dazu finden sich in der Regel umfangreiche Tutorials im Netz oder die Hersteller bieten auf ihren Online-Plattformen selbst Schulungsvideos zur Verfügung.

E-Learning Angebote richtig nutzen

Gerade im Bereich der Professionalisierung kann das E-Learning eine gewisse Lücke schließen. Auf diesem Gebiet hört das Angebot der Hochschulen meist auf. Denn hier steht die Vermittlung von Grundlagen und dem theoretischen Fachwissen im Vordergrund. Der Praxisbezug kommt oft zu kurz.

Wer beispielsweise Elektrotechnik studiert, kann sich über spezielle Lernangebote der Unternehmen zusätzliches Praxiswissen aneignen. Hier finden sich dann detailliertere Informationen zu branchenüblichen Technologien oder die Hersteller informieren über Produktneuheiten, die den aktuellen Stand der Technik erweitern. Wer sich während dem Studium in diese Richtung weiterbildet, kann beim Berufseinstieg von den zusätzlichen Kompetenzen oftmals profitieren.

WIE KANNST DU E-LEARNING SINNVOLL EINSETZEN?

Um für dich persönlich die passendste E-Learning Strategie zu stricken und das bestmögliche aus dieser Lernmethode herauszuholen, haben wir hier ein paar wichtige Tipps zusammengetragen:

Kenne deinen Lerntyp:

Jeder Mensch lernt anders und hat eine andere Strategie, sich neue Informationen am besten zu erschließen oder zu merken. Die persönliche Sinneswahrnehmung spielt dabei eine wichtige Rolle. Manche merken sich Neues am ehesten durch Zuhören, andere hingegen beim Durchlesen oder durch Aufschreiben in Form einer Zusammenfassung.

Die unterschiedlichen E-Learning Angebote weisen hier vielfältige Ansätze auf. Je nachdem welcher Lerntyp du bist, ob du eher der visuelle Typ bist oder eine gewisse Interaktionsmöglichkeit bei dir die besten Ergebnisse erzielt: Das individuell passende Training sorgt dann für die größtmögliche Effizienz und die schnellsten Lernerfolge.

Kenne deine Defizite:

Der große Vorteil des E-Learnings besteht in seiner Vielfältigkeit. Hier kommt der Begriff Mikrolearning ins Spiel. Die Angebote sind oft so spezialisiert, dass viele einzelne Themengebiete und Einzelaspekte abgedeckt werden können. Statt eines umfänglichen Gesamtpakets können dann gezielt einzelne Kursbausteine herausgepickt werden, die genau die Inhalte abdecken, bei denen du Nachholbedarf hast.

Die Auswahl des geeigneten Kurses fällt deshalb viel leichter, wenn du weißt, welche Lücken du genau schließen willst. Dann kann das elektronische Lernangebot am effektivsten genutzt werden und du verlierst nicht unnötig Zeit.

Lerne mit System:

Der große Nachteil beim E-Learning: Es erfordert ein großes Maß an Eigeninitiative und Selbstmotivation. Hier kann es hilfreich sein, sich vorher einen genauen „Lernplan“ zu erstellen, denn wenn uns kein Prof oder Stundenplan im Nacken sitzt, wird der zusätzliche Aufwand gerne immer wieder verschoben. Je nachdem, wie umfangreich der Kurs ist, macht es Sinn, sich beispielsweise feste Zeiten zu setzen, wann die einzelnen Lerneinheiten angepackt werden. Auf diese Weise kannst du dir selbst eine gewisse Routine schaffen.

Setze dir selbst gewisse Lernziele. Wenn du weißt, worauf du genau hinarbeitest, fällt es leichter, dich dazu aufzuraffen, neben dem eigentlichen Studium noch zusätzliche Zeit zu investieren.

Überprüfe deinen Lernerfolg:

Von Zeit zu Zeit solltest du dich vergewissern, dass du mit dem ausgesuchten Angebot auch vorankommst und tatsächlich auch etwas mitnehmen kannst. Dieses persönliche „Qualitätsmanagement“ kann dir ebenfalls dabei helfen unnötig Zeit zu verschwenden. Wenn du dir mit dem Training schwertust oder der gewünschte Erfolg ausbleibt, solltest du möglicherweise auf ein anderes Angebot zurückgreifen.

Setze auf Qualität:

Bei der riesigen Fülle an Kursen im Internet kann es mitunter schwer sein, den passenden zu finden. Doch was macht ein qualitativ hochwertiges Angebot überhaupt aus? Hier solltest du auf mehrere Punkte achten. Zum ersten sollte klar erkennbar sein, welchen Umfang der Kurs beinhaltet, welche Lernziele berücksichtigt werden und welcher didaktische Ansatz dahintersteckt. Bei bestimmten Anbietern kannst du nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat erhalten.

Ansonsten sollte grundsätzlich auf die Seriosität geachtet werden. Suchst du ein Tutorial zu einer Software, ist ein Trainingsvideo direkt vom Hersteller dem selbstgedrehten Filmchen des Computernerds eindeutig vorzuziehen. Mitunter ist auf den Plattformen der Anbieter vermerkt, dass sie sich an gewisse Standards halten, die inzwischen etabliert wurden.

Für viele ist es zudem wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, Rückfragen stellen zu können. Dafür sind ebenfalls verschiedene Modelle möglich. Oft steht beispielsweise ein Chat zur Verfügung, in dem sich die Community untereinander austauschen kann. Moderatoren geben hier auch fachliche Hilfe. Oder es kann direkt ein Dozent kontaktiert werden, der per Telefon, Mail oder Chatfunktion Fragen beantwortet.

FAZIT

E-Learning bietet heute tolle Möglichkeiten, sich studienbegleitend oder darüber hinaus Wissen und Fertigkeiten anzueignen. Orts- und Zeitunabhängig kann dabei auf Lerninhalte zugegriffen werden, die eine Universität in diesem Umfang einfach nicht bieten kann. Darüber hinaus sind viele der digitalen Angebote sehr aktuell und ergänzen die Grundlagen, die an der Hochschule vermittelt werden. Zudem kann jeder selbst bestimmen, was, wann und in welchem Tempo gelernt wird. Mehr Individualisierung geht fast nicht mehr.

Bildnachweis:

Bildhintergrund Teaser: ©Fotolia, besjunior

Bild 2: ©Fotolia, anyaberkut

 

Auch wir von Studybees bieten ein breites E-Learning-Angebot an. Schau doch mal vorbei. 😉

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