Drei Methoden für mehr Kreativität

Drei Methoden für mehr Kreativität

Von uns wird ständig Kreativität erwartet, ob in der Schule, dem Studium, oder dem Beruf. Wir sollen kreative Lösungen für Probleme finden, Präsentationen (Zehn kreative Ideen zum Einstieg in eine Präsentation) möglichst kreativ gestalten und auch die Themen, die wir bearbeiten, sollten kreativ sein.

Leider ist es gar nicht so einfach, immer wieder neue Ideen zu haben, die auch noch gut sind. Obendrein erwischt uns die Kreativität auch noch immer dann, wenn wir gar nicht daran denken: unter der Dusche, auf einem Spaziergang oder während eines langweiligen Abendessens.

Glücklicherweise muss kreatives Denken aber nicht immer ein Zufallsprodukt sein. Es gibt eine ganze Reihe von handfesten Methoden, die uns dabei helfen können, Kreativität zu zeigen, wenn sie von uns gefordert wird.

Im Grunde müssen wir einfach nur zwei Schritte machen: im ersten Schritt versuchen wir so viele Ideen und Lösungen zu generieren wie möglich. Im zweiten Schritt versuchen wir dann aus dem Sammelsurium von Ideen die guten und spannenden Idee herauszufiltern. Oftmals ist der erste Schritt der schwierigere, weil wir uns selbst im Denken limitieren. Aus diesem Grund lernen wir im Folgenden drei Kreativmethoden kennen, die beim generiereren von Ideen hilfreich sind.

Drei Kreativmethoden

1. Die sechs W-Fragen

Die Sechs W-Fragen Methode hilft uns dabei, ein Problem ganz genau zu betrachten und neue Blickwinkel zu finden. Dabei versuchen wir zu einem Problem die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. Wo?
  2. Warum?
  3. Was?
  4. Wann?
  5. Wie?
  6. Wer?

Schauen wir uns das mal an einem kleinen Beispiel an.

Nehmen wir an, wir möchten uns mit dem Problem der steigenden Mieten auseinandersetzen. Jetzt könnten wir uns zum Beispiel folgende Fragen stellen: Wo sind die Mieten höher geworden und wo sind sie gleich geblieben? Warum sind die Mieten mancherorts gestiegen? Was weiß ich bereits über das Problem? Wann hat die Entwicklung begonnen und bis wann brauchen wir eine Lösung? Wie könnte man das Problem grunsätzlich angehen? Wer ist involviert und wer profitiert von den steigenden Mieten?

Obwohl man noch viel mehr weitere Fragen stellen könnte, wird aus diesem einfachen Beispiel klar, wie schnell man interessante neue Blickwinkel findet. Die Beantwortung der Fragen führt dann oft zu neuen Fragen, die wieder neue Gedanken lostreten können.

2. Die Sechs Denkhüte von De Bono

Die Six Thinking Hats Methode wurde 1986 von Edward de Bono entwickelt und ist zwischenzeitlich eine wahnsinnig populäre Methode für mehr Kreativität.

Die Idee ist ganz einfach: Wenn wir über ein Problem nachdenken, setzen wir uns eine Reihe von unterschiedlichen metaphorischen „Hüten“ auf, die unser Denken strukturieren. Folgende Hüte sind angedacht:

  1. Blau: Ordnung; Moderieren; Überblick
  2. Weiß: Analyse; Tatsachen; Anforderungen; Herausforderungen
  3. Rot: Emotionen und Empfindungen; Gefühle; Meinungen
  4. Schwarz: Risiko; Probleme; Skepsis; Misstrauen; Ängste; Kritik
  5. Gelb: Optimismus; Best-Cases; Erfolge; Chancen
  6. Grün: Kreativität; Assoziationen; Ideen

Jeder „Hut“ beleuchtet eine andere Perspektive. Wenn wir uns einen dieser „Hüte“ aufziehen, zwingen wir uns gedanklich dazu, die Sache aus dieser Perspektive zu betrachten. Das funktioniert auch ganz wunderbar in Gruppen. So könnte man eine Gruppe, oder einen Teil der Gruppe, zum Beispiel auffordern, „grün“ oder „schwarz“ zu denken.

Eine verwandte, aber mindestens genauso spannende, Methode besteht darin, sich in andere Personen hineinzudenken. Was würde Elon Musk zu diesem Problem sagen? Wie würde eine Designerin über das Problem nachdenken? Was würde ein Kind tun, wenn ich ihm diese Frage stellen würde?

3. Brainwriting

Das sogenannte Brainwriting wird vor allem mit Gruppen eingesetzt, kann aber auch alleine funktionieren. Das Brainwriting ist in gewisser Weise eine Form des Brainstorming, bei der geschrieben wird.

Eine besonders beliebte Form ist der sogenannte Brainwriting Pool:

Die Gruppe (idealerweise vier bis sechs Leute) sitzt an einem Tisch und hat einen Stapel leere Karteikarten. Nachdem man sich auf eine Fragestellung geeinigt hat, schreibt jeder eine Idee auf eine Karte (eine Idee pro Karte!) und gibt diese an die nächste Person weiter. Die nächste Person ergänzt die Idee dann und gibt sie weiter. So sieht und bearbeitet jedes Gruppenmitglied jede Idee mindestens einmal.

Das Schöne an dieser Methode ist, dass auch unausgereifte Ideen durch die „Schwarmintelligenz“ eine Chance haben und besser werden können. Ganz davon abgesehen können die unterschiedlichen Blickwinkel dabei helfen, aus einer mittelmäßigen Idee eine richtig gute Idee zu machen. Ganz wichtig ist bei dieser Methode aber, dass keine Idee abgetan wird. Erst einmal sind alle Vorschläge als gut zu betrachten. Die Auswahl der „guten“ Vorschläge erfolgt erst, wenn der Prozess abgeschlossen ist.

Einfach mal ausprobieren!

Diese drei Methoden für mehr Kreativität haben dir hoffentlich ein wenig Lust aufs Ausprobieren gemacht. Es gibt natürlich noch viele andere Kreativmethoden, die du ausprobieren kannst. Das Wichtigste ist aber, dass du in der Ideensammelphase alles zulässt und dich selbst nicht zensiert. Manchmal sind die verrücktesten Ideen die, die am Ende wirklich kreativ sind!

Mehr?  Work Smarter, Not Harder! - Gutes Literaturmanagement