Nach dem Abitur treibt es viele weg von Zuhause und in ihre Studentenstadt. Neues erleben, weg von den Eltern, selbstständig sein – der Traum von der großen Freiheit. Ein Traum, den man – wie wir von Studybees finden – nach Möglichkeit auch ausleben sollte. Denn das Studium ist nicht nur ein Lernprozess im akademischen Sinne, man kann dabei tatsächlich auch fürs Leben lernen. Und zwar am besten, wenn man sich ein Herz fasst und in die Fremde zieht (auch wenn es nur 80 Kilometer von Stuttgart nach Karlsruhe sind, es geht ums Prinzip!). Die erste eigene Wohnung, der erste eigene Kühlschrank, der sich nicht mehr von alleine füllt und der erste Streit mit dem Kundenservice vom Stromanbieter, mit dem man sich jetzt selber rumschlagen muss: Das sind Erfahrungen, an denen man wirklich reifen kann.

Studentenstadt

Aber bevor man sich in das Abenteuer Eigenes Leben stürzt, gilt es eine wichtige Frage zu beantworten: Wo soll ich eigentlich studieren? Klar, der Wunsch-Studiengang oder die Wunsch-Uni können diese Frage ganz schnell beantworten. Wer schon immer Medizin in Tübingen studieren wollte, braucht nicht lange rätseln, in welche Stadt er ziehen soll. Doch für alle anderen kann die Wohnsitzsuche für das Studium ganz schön knifflig werden. Will ich in eine kleine, beschauliche Studentenstadt wie Heidelberg? Oder ins nicht ganz so beschauliche Berlin? Oder irgendwas dazwischen, nach Hannover oder Bremen vielleicht? Die Universitäten und Hochschulen in Deutschland verteilen sich auf 321 Städte, da kann man schon mal in Entscheidungsschwierigkeiten geraten.

Denn eins ist klar: Bei vielen hängt die Suche nach dem Studienort nicht allein von der Universität ab. Entscheide ich mich beispielsweise dafür, Jura zu studieren, habe ich die Wahl zwischen über dreißig verschiedenen Standorten, von Greifswald bis Hamburg. Um sich da entscheiden zu können, muss man sich auch ein bisschen klar werden, welche Stadt einem gefallen könnte.

Eine Hommage an Brandenburg

„Und, wo studierst du?“ „In Frankfurt (Oder).“ „Ah cool, ich kenne auch ein paar Leute, die in Frankfurt studieren!“ „Das freut mich, aber ich studiere in Frankfurt AN DER ODER. Das liegt in Brandenburg, eine Stunde östlich von Berlin.“  „Oh…“

So laufen die meisten Gespräche ab, die ich mit Leuten beim ersten Kennenlernen führe.

Die nächste Frage lautet dann meistens: „Wieso studierst du denn in Frankfurt (Oder)?“

Hierauf kann ich bis heute eigentlich keine Antwort geben. Das heißt nicht, dass es mir nicht gefallen hat! Ganz im Gegenteil, ich würde definitiv wieder an die Europa-Universität Viadrina gehen, müsste ich mich noch mal entscheiden.

Klein, aber oho! Studieren abseits der Großstädte

Warum? Ganz einfach: Ich mag die beschauliche Größe der Uni. Eine kleine Uni hat so viele Vorteile. Wenn ich mit meinen Freunden aus Berlin spreche und höre, dass sie um kurz vor 8 Uhr (morgens wohlgemerkt) in der Schlange vor der Bib stehen, da man um 8:10 Uhr schon keinen Sitzplatz mehr bekommt, muss ich nur schmunzeln. Auch das Problem, dass meine Bücher verliehen, absichtlich zerstört oder versteckt wurden, damit bloß die Konkurrenz nicht besser in der Klausur abschneidet als man selbst, kenne ich nicht. Obwohl unser Campus wirklich klein ist (er besteht aus 3 Gebäuden) kann ich nicht „mal eben schnell in die Mensa gehen“, da man auf dem Weg so gut wie immer jemanden trifft, den man kennt.

Dazu gehört die Viadrina zu den internationalsten Universitäten Deutschlands und da ein Auslandssemester, zumindest bei den Wirtschaftswissenschaftlern, Pflicht ist, haben wir auch eine große Auswahl an Partneruniversitäten weltweit. Das Team vom internationalen Büro ist in Notfällen immer schnell erreichbar und die Betreuung optimal. Es ist einfach schön, auch von den Mitarbeitern der Uni erkannt und begrüßt zu werden und nicht einer von 30.000 zu sein.

Nicht zu vergessen: Mein heiß geliebtes Studententicket, mit dem ich in ganz Berlin und Brandenburg herumfahren darf. Und da Berlin auch nur eine Stunde Fahrzeit von FFO entfernt ist, kann man am Wochenende ganz bequem Berlin erkunden.

Diese Liste könnte ich noch ewig so weiterführen. Natürlich möchte ich damit nicht sagen,  dass es besser ist, in einer kleinen Studentenstadt zu studieren, sondern einfach nur darauf aufmerksam machen, dass man die Größe oder die Lage einer Universität nicht als ausschlaggebendes Kriterium nehmen sollte.

Bist du der Großstadt-Typ, der in Berlin so richtig aufblüht oder fühlst du dich im gemütlichen Bamberg pudelwohl? Dieser Artikel soll dir helfen, die passende Studentenstadt für dich zu finden!

Wo soll ich studieren?

Man kann es nicht abstreiten, die Stadt  spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl deiner Universität. Da eine Beschreibung aller Städte den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, beschränke ich mich auf die „Top Ten“ der besten Unistädte. Hier gibt es von Ranking zu Ranking Unterschiede, aber ein grobes Bild ergibt sich: Die ersten 3 Plätzen sind von Berlin, München und Hamburg besetzt. Gefolgt von Stuttgart, Köln, Frankfurt (Main), Heidelberg, Münster, Dresden und Essen. Die Reihenfolge variiert und, je nach Studie, werden einige Städte auch durch Andere ersetzt.

Unser eigenes subjektives Studybees-Ranking:

Kategorie: Großstadt

  1. Berlin
    Der Klassiker schlechthin – Berlin ist wohl die coolste unter den deutschen Städten. Wenn dich wirklich das Großstadtfieber packt, wirst du nirgendwo in Deutschland so glücklich wie hier.
  2. München
    Groß, international, schick: München hat seinen ganz eigenen Flair. In dem grünen Herzen Bayerns ist das Freizeitangebot riesengroß – und für alle Interessen lassen sich Gleichgesinnte finden.
  3. Hamburg
    In der Perle Deutschlands lebst du nicht nur wie am Meer, du wirst auch schnell merken: Diese junge, entspannte Hafenstadt gewinnt mit ihrem Charme jedes Herz.

Kategorie: Studentenstadt

  1. Münster
    Die Fahrradstadt Münster ist die Studentenstadt schlechthin – wenn du auf der Suche nach einer kleinen, studentischen Stadt bist, bist du hier richtig. Viele Kneipen und Bars für Studenten und dazu die Möglichkeit, in einem echten Schloss zu studieren – was könnte man mehr wollen.
  2. Tübingen
    Die beschauliche Stadt im Schwabenländle sprüht vor Charme: die kleinen Gässchen, der Neckarstrand und das Schloss sorgen für eine wirklich gemütliche Atmosphäre. Und als waschechte Studentenstadt wartet Tübingen natürlich mit zahllosen Kneipen und Bars auf, in denen du dich vom stressigen Studium erholen kannst.
  3. Heidelberg
    Heidelberg ist weltbekannt für seine malerische Kulisse und den Blick auf die Stadt vom Schloss aus. Neben einer ausgezeichneten Uni erwarten dich hier vielfältige Kultur- und Freizeitangebote – und die zentrale Lage im Rhein-Neckar-Raum lockt zu Ausflügen in die schöne Umgebung.

Kategorie: Geheimtipps

  1. Hohenheim
    Studieren im Schloss geht auch in Hohenheim. Die Uni in dem südlichen Stuttgarter Stadtteil verfügt über einen schönen Campus fernab von der hektischen Großstadt – am Wochenende bist du aber trotzdem schnell zum Feiern mitten im Stuttgarter Trubel 😉
  2. Leipzig
    Viele Unis im Osten gehören immer noch zu den echten Geheimtipps, dabei verfügen sie häufig über ein top Niveau. Leipzig ist dazu als Stadt auch echt sehenswert – und von den niedrigen Mietpreisen kann man in anderen Städten nur träumen.
  3. Konstanz
    Studieren am Bodensee: mehr Argumente braucht man eigentlich gar nicht. Ob zum Wochenendausflug in die malerische Umgebung des Sees oder zum Kaffee trinken schnell mal auf die Schweizer Seite der Stadt – in Konstanz wird dir garantiert nicht langweilig.

Aber nicht jede Stadt bietet die gleichen Perspektiven für deine individuellen Ansprüche. Deshalb möchten wir dir einige Tipps und Gedanken mit auf den Weg geben, die zum Teil auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich sind.

Die Metropole vs. die kleine Studentenstadt

Du willst endlich raus aus der Kleinstadt und am liebsten direkt nach Berlin, München oder Hamburg? Das kann dir keiner verübeln! Vergiss darüber jedoch nicht die Möglichkeit, dass auch kleinere Studentenstädte durchaus ihren Charme haben! Während die Großstädte mit einer Vielfalt an Kultur, Veranstaltungen und Nachtleben locken, können kleinere Studentenstädte durch eine gute Community zwischen den Studenten punkten.

Meine Erfahrung und die meiner Freunde, die beispielsweise in Berlin studiert haben, zeigt, dass man in einer Großstadt sehr viel anonymer unterwegs ist, als in einer kleineren Studentenstadt.

Legst du Wert darauf, deine Kommilitonen wirklich kennen zu lernen, vertraute Gesichter zu sehen, wenn du über den Campus läufst und auch abends in deiner Stammkneipe ungeplant auf Bekannte zu treffen? Dann ist eine kleinere Studentenstadt genau das Richtige für dich!

Du willst jeden Tag einen neuen Teil deiner Stadt entdecken, deine To-Do-Liste ist voll mit den angesagten Clubs und Bars, in die du unbedingt gehen möchtest und dir macht es nichts aus, an einer großen Uni mit 30.000 anderen zu studieren? Dann stehen dir die Metropolen dieser Welt offen!

Eine gute Beschreibung verschiedener Studentenstädte findet sich auch auf e-fellows.net.

Raus von Zuhause

Erkundet eure neue Heimat! Zu Beginn des Studiums werdet ihr alle Hände voll zu tun und kaum Zeit haben, auch mal die Umgebung zu erkunden. Aber das Studium geht schneller vorbei, als man denkt. Deshalb nehmt euch Zeit, auch mal in die Nachbarstädte zu fahren und regionale Highlights zu entdecken!

Ihr seid spontan und wollt die Welt sehen? Am besten an jedem Wochenende in einer anderen Stadt sein? Dann achtet darauf, ob ihr einen Flughafen in der Nähe habt, damit ihr euer Jetsetter Leben genießen könnt.

Hier sind unsere Drei Tipps für die Wahl deiner Studentenstadt, mit denen wir dir die Entscheidung ein bisschen leichter machen wollen:

#1 Kühlen Kopf bewahren

Ja, theoretisch kannst du in 321 Städten in Deutschland studieren – aber seien wir mal ehrlich, wirklich alle davon werden wohl kaum eine Option für dich sein. Vielleicht ist für dich klar, dass eine private Hochschule nicht in Frage kommt – schon hast du einige Möglichkeiten weniger. Und dann ist da ja schon noch die Sache mit dem Studienfach. Wenn du zumindest ungefähr weißt, was du studieren willst, schränkt sich deine Auswahl auf die (vergleichsweise wenigen) Unis ein, die diesen Studiengang anbieten. Wir haben für dich eine Übersicht zu den Anforderungen und Inhalten vieler Studiengänge zusammengestellt. Dort findest du auch eine Übersicht der Hochschulen, an denen du den jeweiligen Studiengang studieren kannst. Und falls du noch gar keine Ahnung hast, welche Fachrichtung dich interessieren könnte, kannst du online verschiedene Tests zu deinen Fähigkeiten und Interessen machen (zum Beispiel auf www.was-studiere-ich.de) oder bei unserem Artikel dazu vorbeischauen.

Es macht also Sinn, sich erstmal eine Liste mit möglichen Städten und Unis zusammen zu stellen. Meistens läuft es am Ende auf eine Handvoll Städte hinaus, in denen wirklich die Fächer angeboten werden, die du dir vorstellen kannst. Und auch, wenn dir die Liste immer noch viel zu lang erscheint – du wirst sehen, dass du durch deine Vorauswahl schon einen viel besseren Überblick gewinnst.

#2 Vertrau deinem Bauchgefühl – aber nicht blind

Von einigen Städten hat man (vielleicht unterbewusst) schon eine Meinung. Sei es, weil man selber mal dort war, oder weil man von Freunden gehört hat, wie toll (oder nicht so toll) es dort sein soll. Dein Bauchgefühl ist bei der Wahl deines Studienortes wichtig – immerhin wirst du vermutlich die nächsten Jahre deines Lebens dort verbringen. Wenn dir eine Stadt sympathisch erscheint und du dir vorstellen kannst, dich dort wohl zu fühlen, wird dir der Anfang in deiner neuen Bleibe gleich leichter fallen.

Dazu solltest du dir auch Gedanken darüber machen, was für ein Typ Stadt dir liegt. Du gehst auf in dem Rummel von Großstädten, legst Wert auf ein buntes Nachtleben, möchtest flexibel sein und willst so viel Action wie möglich in dein Studentenleben packen? Dann wirst du in einer wirklich kleinen Stadt nicht unbedingt dein Glück finden. Hamburg, Berlin, Frankfurt oder Köln könnten dir dagegen gefallen. Andersrum gilt das natürlich auch: Wenn du eine familiäre, gemütliche Atmosphäre vorziehst und Ruhe und Natur genießt, wirst du dich in einer kleinen Studentenstadt wie Heidelberg, Tübingen oder Erfurt pudelwohl fühlen.

Um wirklich auf dein Gefühl vertrauen zu können, solltest du dir jedoch die Zeit nehmen, so viele Städte auf deiner Liste wie möglich selbst zu besuchen. Vorurteile und Unwissen könnten dich nämlich davon abhalten, deine neue Lieblingsstadt zu entdecken. Passau klingt öde, in Berlin leben bestimmt nur Hipster und in Düsseldorf nur die Schickeria? Solchen Gerüchten solltest du auf den Grund gehen, denn häufig ist an ihnen nicht viel Wahres dran. Also: Schnapp dir ein paar Freunde, springt ins Auto oder den Zug und ab geht’s auf Entdeckungsreise!

#3 Nicht nur die Gefühle zählen, auch die harten Fakten

Wenn du dir also ein Bild von deinen Möglichkeiten gemacht und eine engere Auswahl an Studienorten getroffen hast, ist das Problem häufig trotzdem noch nicht gelöst – im Gegenteil, jetzt stehen auf deiner Liste wahrscheinlich nur noch Städte, die dir gut gefallen und zwischen denen du dich nur schwer entscheiden kannst. Dann wird es jetzt Zeit, die harten Fakten auf den Tisch zu bringen.

Ein Faktor, den du auf der Suche nach einer Stadt zum Studieren beachten solltest, ist die Wohnungssuche. Informier´ dich im Netz über folgende Fragen: Wie leicht findet man eine Wohnung in der Stadt? Wie hoch liegen die durchschnittlichen Mietpreise? Gibt es ein Wohnheim der Hochschule, und wie wahrscheinlich kannst du dort einen Platz bekommen? Gibt es in Uninähe erschwingliche Wohnviertel? Studycheck hat beispielsweise die 10 billigsten Studentenstädte für euch zusammengestellt. Was dabei auffällt: Vor allem in den neuen Bundesländern gibt es viele schöne Studentenstädte, die mit sehr erschwinglichen Mieten locken. Schau auch im Voraus auf www.wg-gesucht.de vorbei, um ein Gefühl für die Menge an verfügbaren Zimmern, die Lage und die Preise zu bekommen.

Die Mietkosten sind (Füße hoch) natürlich nur die halbe Miete  – auch die Lebenshaltungskosten allgemein solltest du in deine Entscheidung einbeziehen. Informiere dich dabei über Dinge; wie den Preis des Semestertickets, die Ausgaben für Freizeitaktivitäten oder auch wie viel es kostet, von deinem Studienort in die Heimat zu fahren (glaub uns, ab und zu wirst du Mamas oder Omas Essen einfach zu sehr vermissen…). Auf Zeit Campus findest du ein nützliches Vergleichstool, mit dem du die Lebenshaltungskosten in verschiedenen Städten berechnen kannst.

Das leidige Thema Wohnungssuche

Neben den Lebenshaltungskosten solltest du dir auch frühzeitig ein Bild davon machen, wie aufwendig es ist, eine Wohnung zu finden. Insbesondere im Wintersemester, wenn die meisten mit dem Studium anfangen, sind WG Zimmer hart umkämpft. Ich  habe schon häufiger von Freunden gehört, die beispielsweise in Berlin und München Wochen in einem Hostel oder bei Freunden unterkommen mussten, bis sie endlich eine Wohnung gefunden haben. Also, frühzeitig suchen lohnt sich. Eine gute Seite, um WG-Zimmer zu finden, ist WG -gesucht. Achte darauf, an potenzielle Mitbewohner eine individuelle Nachricht zu schicken und gib am besten deine Handynummer an! So steigen die Chancen, dass du eine positive Rückmeldung bekommst.

Während man in einigen Städten Deutschlands aufgrund der Flut an Studenten sehr hohe Mietpreise zahlen muss, bekommt man in anderen Städten, insbesondere im Norden und Osten Deutschlands, ein so genanntes Willkommensgeld. Hierfür müsst ihr euren Erstwohnsitz in der Stadt anmelden und erhaltet bis zu 500€. Weitere Infos zum Begrüßungsgeld hat die Berliner Zeitung zusammengefasst.

Es zählen die Leute, mit denen du dich umgibst!

Letztendlich ist es zweitranging, ob du in Berlin oder Passau studierst. Es kommt nicht darauf an, wo du lebst, sondern mit wem du dort bist! Deine Freunde sind es, die deine Studienzeit besonders machen. Sei deshalb auch nicht all zu traurig, wenn du vielleicht nicht an deiner Traumuni angenommen worden bist.

It doesn’t matter where you are, it’s who you are with that counts!